Bußgelder als Spende

Ahoi,
hat jemand Erfahrung damit wie leicht es für einen gemeinnützigen Verein ist über die Zuweisung von Bußgeldern durch Gerichte und Staatsanwaltschaften an Spendenmittel zu kommen? Man hört hier und da das das gar nicht so kompliziert wäre, man in der Hauptsache eigtl. nur den regelmäßige Eingang der Zahlungen an die vergebende Stelle rückmelden müsste. Andererseits hört man es könnten nur gewisse Vereinsaktivitäten gefördert werden (z.B. Opferschutz). Hat jemand verlässliche Infos bezüglich NRW?

Dazu noch die Diskussion: wäre das überhaupt eine Einnahmequelle die wir möchten?

Cheers,
Arwed

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P.S.: Persönlich hielten sich meine moralischen Bedenken, Zuwendungen in Form von Geldauflagen zu erhalten, in Grenzen. Aber das können wohl nur der Vorstand und die Mitglieder für sich entscheiden. :wink:

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Moin

Also ich finde allein die Überlegung an sich schon… :+1:

Aber warum beziehst Du das allein auf den Freifunk Rheinland e.V., bzw. NRW @Arwed ?

@Metatron Moral? Ja sicher ein Argument! Aber in Zeiten wie Diesen? Haben jene Institutionen ein Problem mit der Moral, welche diese >Spenden< erhalten?

Ich pers. fände es gut, so wenn ich denn betroffen wäre, zu entscheiden wem ich im Rahmen der Buße gutes tue. Dem Staatsmolloch in den Hals stecken?! Oder anderen windigen Institutionen?!

Dann doch lieber Organisationen, von denen ich (der Betroffene) überzeugt ist. Und wenn es ein Förderverein für Freifunk ist? Umso besser! (Für unsere Sache :smile: )

Gruß

Vielleicht noch mal zur Klarstellung. Hier geht es nicht um Knöllchen fürs Falsch parken sondern um Geldauflagen in Strafverfahren und da kann sich der Beschuldigte das Ziel seiner unfreiwilligen Spende nicht aussuchen (und natürlich auch nicht absetzten).

Moin

War mir schon klar. Und das man sich das nicht aussuchen kann auch.

Aber die Überlegung dahin finde ich… Zumindest einen Gedanken wert.

Gruß

Diese Gelder sind heiß begehrt. Die Listen für Empfangswillige entsprechend heiß umkämpft.

Geldauflagenmarketing heißt das Stichwort und wichtig wäre, einigermaßen gute persönliche „Zugänge“ zu den Richtern zu haben, um überhauüt in den Genuß solcher Mittel zu kommen.
Außerdem ist es wichtig, eine Verwaltungsinfrastruktur für dann solch erhaltene Gelder zu haben. Denn die Gerichte verlangen akkurate Abrechnungen und Meldungen, wenn der Verurteilte seinen Pflichten nicht nachkäme etc.

Kurz: Macht man nicht mal nebenbei - nicht den Aufwand zum Einwerben und auch zur Verwaltung unterschätzen.

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Bei Google schlug mir das auch entgegen. Allerdings fast ausschließlich aus Quellen mit Eigeninteressen (Agenturen etc) das so darzustellen. Der Link von Metatron verspricht das man zumindest relativ einfach auf eine Liste kommt. Wie viel dabei rumkäme könnte man ja testen und sich notfalls wieder austragen bei einem Missmatch zw. Ertrag und Verwaltungsaufwand. Ein kleiner Betrag für das Backbone etc. wär aber ja auch schon was, was man mitnehmen könnte. Was das einwerben angeht: aktives Anschreiben ist für mich eher ein Zeichen von Unseriösität bei kl. Vereinen. Man könnte ggf. Teile des kostenlosen Google Adwords Budget einsetzen bei entsprechenden Suchanfragen aufzutauchen (?). Es gibt aber sicher auch junge Staatswanwälte/Richter die sich nicht umwerben lassen und selbst einen Blick auf das öffentliche Register werfen.

Auf diese Richter / Staatsanwälte kannst Du lange warten. Wir (der FF EN e.V.) steht auf dieser Liste seit Herbst letzten Jahres. Resonanz gleich 0 ;(

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Ich habe mal gehört, dass sich Verurteilte/Verfahrenseinstellungswillige aus einer Liste von mehreren Namen (3en?) einen Verein aussuchen dürfen. Meist an Origanisationen, die irgendwie thematisch auf der Opferseite stehen. (Prügelnde Ehemänner an Frauenhäuser, Trunkenheitsfahrer an Anoyme Alkoholiker, Umweltsünder an den Nabu, Tierquäler ans städtische Tierheim).
Frage nur: Für welche Vergehen käme Freifunk da in Betracht?
So viele Verfahrungen wegen GPL-Violations gibt es nicht…

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Vor allem nicht im Strafrecht. :joy:

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Danke für das Teilen eurer Erfahrung. Habt oder werdet Ihr denn mal versuchen die Staatsanwaltschaften etc. anzuschreiben? So als Experiment.
@adorfer das ist je Bundesland wohl anders und man muss unterscheiden zw. was die Gerichte und was die Staatsanwaltschaften vergeben.

Ich kann kaum glauben was ich hier lese…
Wir nennen uns FREIfunk und wollen jetzt Bußgelder abschöpfen???

Wenn uns jemand unterstützen will dann bestehe ich auf Freiwilligkeit und nicht darauf, dass jemand zwangsweise zahlt, das wäre ja noch schöner.
Nebenbei bemerkt haut uns dieses Justizsystems Knüppel zwischen die Beine weshalb wir ja die ganzen Probleme wegen der Störhaftung haben.
Wir könnten ja Bußgelder abgreifen von Raubmordkopieren, am besten von solchen die Ihr Wlan aufgemacht haben und jmd. anderes hat sich dort bedient.
Das fände ich eine ganz üble Nummer wenn wir Gerichte dazu benutzen würden andere Leute zu zwingen für unser Projekt zu zahlen. Ich wäre dafür das wir diese Idee ganz schnell verwerfen oder noch besser in die Prinzipien aufnehmen das auch in der analogen Welt Regeln gelten und wir nicht mitspielen wenn irgendwo Zwang ausgeübt wird.

…man kann’s auch übertreiben mit dem Hineininterpretieren aller möglichen Dinge in den Begriff „Frei“, @theincogtion. Ganz ehrlich…

Überspitzt könnte ich ich ja sagen: „Der rechtmäßig nach Gesetz verurteilte Angeklagte hat ganz freiwillig lieber die Geldauflage als Strafe angenommen, als den Freiheitsentzug anzunehmen“

:wink:

Kurz: Unser Gesellschaftssystem hat eine Rechtsordnung, in der auch Strafen vorkommen. Auch in Form von Geldauflagen, die sinnvollen Zwecken zugeführt werden sollen.
Und sinnvoll ist Freifunk und seine Verbreitung, oder siehst Du das anders?

LG
Jörg

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Kurz: Unser Gesellschaftssystem hat eine Rechtsordnung, in der auch
Strafen vorkommen. Auch in Form von Geldauflagen, die sinnvollen Zwecken
zugeführt werden sollen.
Und sinnvoll ist Freifunk und seine Verbreitung, oder siehst Du das anders?

Ja Freifunk ist meiner Meinung nach sinnvoll (aber der Bußgeldzahler ist ja hier der der antworten müsste und nicht ich)
Ich will nicht über unsere Rechtsordnung diskutieren, ich würde nur dafür plädieren, das wir von so einem Kram die Finger lassen. Ich möchte am Ende kein Freifunknetz aufbauen das aus Bußgeldern finanziert ist. Habt ihr da echt kein schlechtes Gewissen?

Ehrliche Antwort? Nein, warum?

Der Bußgeldzahler bekommt vom Rechtssystem eine Strafe aufgebrummt für eine Gesetzesübertretung. Das ist unzweifelhaft, nichts ruchbares dran, aus meiner Sicht.
(Lassen wir mal Fehlurteile raus, das gibt es leider auch…)

Ob nun der Kleintierzuchtverein Hintertupfing, der Feuerwehrverein Kleinkleckersdorf, der Träger der KiTa Sonstwostadt oder der Freifunk Rheinland e.V. oder andere bezugsberechtigte Freifunk-Gruppierungen Geldauflagen-Gelder zugesprochen bekommen, ist völlig in Ordnung. Bei KiTa, Feuerwehr oder Tierverein hättest Du vermutlich doch auch keine Skrupel, weil deren Arbeit (höchst) sinnvoll zu sein scheint, oder?

LG
Jörg

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Doch da habe ich Skrupel. Das hat nichts mit sinnvoll zu tun. Ich finde dieses Bußgeldsystem ohnehin zweifelhaft. Das Stichwort Geldauflagenmarketing ist ja schon gefallen.

Ich bin kein Jurist aber wie sieht es mit „illegaler“ Einreise aus? Kann man da auch Bußgelder abgreifen?

Was soll daran verkehrt sein, Richtern und Staatsanwälten die Bußgelder aus gutem Grund verteilen und nicht dem Finanzminister zuführen sollen die Möglichkeit zu geben auch uns Mittel zuzuweisen? So ein Marketing muss man ja nicht machen und es wäre auch nicht mein Verständnis eines seriösen Auftritts. Wenn auf die unaufdringliche Art nichts bei rum käme, ist es halt so. Man muss als Verein halt Glück haben, wenn man nicht der Reitverein der Tochter des Entscheiders ist. Ich finde nicht das die Annahme solcher Spenden unseren Ruf irgendwie tangieren würde - eher umgekehrt. Sollten Mittel kommen kann man damit auch Projekte umsetzen die wiederum gut für unsere Außenwahrnehmung sind.

Wenn das ernst gemeint war tut es mir leid. Gehört nicht hier ins Thema.

Cheers,
Arwed

Genau darum geht es. Wieso gehört das nicht hierher? Im Zweifelsfall bekommt man dann erzwungenes Geld von Flüchtlingen, das haben wir keinen Einfluss mehr drauf wenn wir das Geld zugewiesen bekommen…

Ich bin ja nicht im Rheinland aktiv aber wenn das irgendwie Salonfähig wird am Justizapparat rumzuschmarotzen statt auf freiwillige Spenden zu setzen bin ich weg. Das ist für mich eine rote Linie. Kann ja dann jeder für sich entscheiden. Ich dachte eigentlich wir teilen ähnliche Werte in der Freifunk Community. Das man hier so etwas tatsächlich diskutiert finde ich sehr schade.

Na dann sage ich mal: „Auf wiedersehen und gute Reise!“

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Um das zu Ergänzen: bei Asylbewerbern gibt es keine Bußgeldauflagen. Deinen Satz konnte man als Flüchtlingsfeindlich interpretieren. Wenn es so gemeint war wollte ich das jetzt nicht übergehen, sorry.

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