Freifunk-Installationen durch kommerzielle Dienstleister?

Hallo zusammen,

uns hat in Düren letztens eine Anfrage eines lokalen EDV-Dienstleisters erreicht, der sich bei uns als Freifunk-Installations-Dienstleisters bewarb.

Um Missverständnisse zu vermeiden und ich mir nicht sicher war, was er genau wollte, klärte ich ihm in der ersten Antwort über den „freien“ und gemeinnützigen Gedanken hinter Freifunk auf.

Darauf hin schrieb er mir, dass er jemanden kenne, wo das in einer andere Community so gehandhabt wird. Er zitiert seinen Bekannten:

„…für das Einrichten der Router bekommt der Verein in XXX 15 €, ich bekomme 20 € netto, und die Router verkaufe ich zum Selbstkostenpreis. …“

Da ich hier niemanden an den Pranger stellen will, habe ich den Community-Namen mal rausgenommen.

Wir haben auf unserem Community-Treffen gestern entschieden, dass wir keine Kooperation mit ihm eingehen möchten, sondern weiterhin kostenlose Hilfe bei Installationen durch unsere Community anbieten und die Router vom Notebookkontor auch weiter zum Selbstkostenpreis verkaufen.
Ich habe das sehr höflich formuliert in der Hoffnung, ihn jetzt irgendwie anders als Unterstützer von Freifunk zu gewinnen, aber ich habe ihn auch darauf hingewiesen, dass wir ihm natürlich nicht verbieten können, Router mit FF-Firmware zu verkaufen.

Ich wollte jetzt nur mal fragen, wie ihr das so in euren Communities handhabt? Wenn ihr solche Kooperationen habt, was macht ihr mit dem Geld, das darüber reinkommt?

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Mal angenommen, ich würde einen Wirt/Gastronom für Freifunk gewinnen, und zeige ihm die optimale Stelle an der Decke, wo der Router zum Hängen kommen soll… Naturgemäß stellt sich dann unweigerlich die Frage: „Wie kommt da Strom und Netzwerk hin“.

Ich persönlich werde dann dort nicht mit der Leiter und der Hilti und dem Zugdraht und dem Industriestaubsauger antanzen, und Strom und Netzwerk legen (auch wenn ich als Elektrofachkraft das rechtlich dürfte), und mir dafür 'ne grosse Pizza und 2 Hefeweizen als Gegenleistung geben lassen. Ehrlich nicht. Mal ganz abgesehen davon dass das echt grenzwertig bzgl. des Themas Schwarzarbeit ist, ist das auch 'ne richtig brenzlige Sache zum Thema Versicherungsschutz. Mal eben ein Loch in eine Brandschutzmauer dremeln, und Strom legen, ohne konzessionierter Fachbetrieb zu sein: Bitte nicht. Gibt auf lange Bahn Ärger.

Und wenn du Pech hast, fällt dem Wirt just am nächsten Tag das Kühlhaus aus, Fleisch für 2500€ ist für die Tonne und es heißt dann: Gestern war der Tuppes vom Freifunk am Schaltkasten.

Bitte nicht.

Ich würde dem Freifunkinteressierten Wirt oder Gastronom dann lieber eine mir bekannte, mit EDV-Themen vertraute Elektro-Fachfirma empfehlen.

Insofern sehe ich nichts falsches daran, dass sich dieser lokaler Dienstleister der Community andient, in eurem Einzugsgebiet Montagen zu übernehmen, falls in einem Freifunkinteressenten Geschäft/Restaurant ein Router montiert werden soll. Wobei ich allerdings schon finde, dass der eigentliche Router zum Selbstkostenpreis durchgereicht werden sollte.

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Ich sehe da überhaupt kein Problem.
Wenn jemand Dienstleistungen im OSS-Bereich anbietet, dann ist genau das, was die Projekte langfristig am Leben erhält.

Oder glaubst Du, dass Apache, Samba oder Libreoffice heute dort wären, wenn es niemanden gegeben hätte, der die Leistungen dieser Communites so vermarktet, dass sie sich langfristig selbst finanzieren können?

(Und das alles ohne den Aspekt der Produkthaftung, der Steuerproblematik und der Versicherungsfragen.)

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Sehe ich ähnlich - solange jemand mit seinen Dienstleistungen die Community ergänzt, finde ich das okay.

In manchen Konstellationen braucht es eben Verträge und Garantien, was eine Community nicht leisten kann. Vergleich Open Source Szene.

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