Freifunk umweltfreundlicher gestalten

Welche Möglichkeiten gibt es, um Freifunk umweltfreundlicher zu gestalten?

Dieser Thread ist für Diskussionen gedacht, konkrete Ideen können unter Freifunk.net Pad hinzugefügt werden.

Hintergrund: In der Diskussion, ob Freifunk sich am (Digitalen) Globalen Klimastreik beteiligen sollte ((Digitaler) Globaler Klimastreik auch für Freifunk?), kam die Anmerkung, dass Freifunk selber nicht sehr umweltfreundlich ist und vielleicht stellenweise Potential hätte, sich in diesem Aspekt zu verbessern.

Wäre es zum Beispiel möglich, einen Energiesparmodus in die Freifunk-Firmware zu integrieren, der die Leistung minimiert und Aktivitäten runterfährt, sobald der Knoten nicht mehr aktiv genutzt wird?

Mögliche Leistungseinschränkungen im Standby-Modus:

  • Verbindung zum VPN trennen oder auf das nötigste reduzieren
  • Sendeleistung minimieren?
  • Mesh deaktivieren, wenn keine Mesh-fähigen Geräte in der Nähe sind und nur zeitweise nach neuen Mesh-Geräten scannen
  • nur auf dem 2.4GHz-Band funken (5 GHz deaktivieren)

Natürlich könnte es auch auf der Knotenkarte angezeigt werden, wenn sich ein Router im Energiesparmodus befindet.

Ist doch schon drin meines Wissens? Die APs senden nur so stark, dass die Endgeräte sie hören. Abgestimmt auf jeden einzelnen verbundenen Klienten.

Das finde ich tatsächlich interessant. Nachts oder wenn ein Knoten nicht benutzt wird, könnte man den 5 GHz-Chip abschalten.

Definiere »nicht mehr aktiv genutzt«: beim Meshing kann doch sogar unidirectional Verbindung bestehen? Kann der Knoten erkennen, daß er von anderen als Downlink benutzt wird?

Vor allem aber: welche meßbare Energieeinsparung bringt die Reduktion der Sendeleistung je dBm bei 841v10 und 4020, unter Berücksichtigung der Mehraufwände für die Steuerungsroutinen? Das wäre imho zu klären, bevor man sich an der Umsetzung versucht.

Selbst wenn man keine Link-Infos hat: Du kannst sehen, was an Paketen raus/reingeht.
Zum Biepsiel wenn dort ausser OGM kein Traffic geht über x Minuten das 5G-Mesh für y Minuten abschalten.

Der durchschnittliche Freifunkrouter verbraucht doch nur 3 Watt. Dadurch dass Freifunk Zugang zu Bildung liefert, sehe ich die Klimabilanz eher positiv.
Bei uns in der Community experimentiert jemand mit Energiesparen per Software und entwickelt einen solarbetriebenen Router - das (eigene Solarzellen) ist aber nicht wirklich klimafreundlicher, als wenn der Router an der Steckdose hängt. Der Stromverbrauch lässt sich kaum verringern. Ob der Prozessor unter Last steht oder nicht, macht keinen großen Unterschied. Das ist alles schon energiesparend gebaut, da die Grundlage der Chips auch für den Mobilbetrieb entwickelt wurde.

Ich würde den Aspekt im Vordergrund behalten, dass Freifunk Zugang zu Bildung liefert.

P.S.: Auch auf die Gefahr eines Shitstorms: Lassen wir uns doch nicht veräppeln von der Klimapropaganda. Sowas wie Freifunkrouter sind nicht das, wo wir klimafreundlicher werden müssen. Davon abgesehen, dass Deutschland „nur“ für 2% der Treibhausgasemissionen verantwortlich ist, wird die Politik doch nichts ändern, was die Wirtschaft nicht will. Es ist seit 50 Jahren ein Thema, dass zu viel Treibhausgase ausgestoßen werden. Das mit Fridays for future ist nichts weiter als Stimmungsmache. Ich weiß nicht woher der Spruch stammt: (in etwa) Die USA ist das beste Land, weil es böses tun kann und eine weiße Weste behalten, weil gleichzeitig Bürger dagegen protestieren. Proteste führen zu überhaupt nichts und sie werden auch nur medial beworben, wenn sie sowieso dem Willen der Politik/Wirtschaft förderlich sind oder international ein besseres Licht auf Deutschland werfen. Naziaufmärsche werden ja auch nicht im Fernsehen gehypet (außer unter Trump). Deutschland wird stark von der Automobilindustrie und der Anlagenherstellung beeinflusst. Die Automobilindustrie lässt sich seit ihrer Entstehung Dinge einfallen, womit sie alte Autos durch Gesetze aus dem Verkehr ziehen kann. Mal werden Airbags Pflicht, mal Katalysatoren, mal wird verbleites Benzin verboten, mal wird Alkohol dem Kraftstoff beigemischt, damit man neue Schläuche braucht, mal brauchen Diesel Harneinspritzanlagen, mal bezahlt die Regierung eine Abwrackprämie von Steuergeldern. Und der Plan der Automobilindustrie ist es, jetzt wo es günstig machbar ist und der Innovationsdruck größer ist, mit den Energiekonzernen zusammen ein Konzept für Elektromobilität durchzusetzen. Deutschland sichert das vermutet größte Lithiumvorkommen weltweit (Stichwort Bolivien), Akkus werden für teuer an Autobesitzer vermietet und wenn die Leistung nicht mehr passt als Speicher für Photovoltaikanlagen etc.
Das ganze Konzept ist zwar nicht schlecht (weil ich eine Solaranlage habe und den Strom, den ich nicht nutze aktuell an den Energiezulieferer verschenke), aber sinnvoller wäre es, wenn die Verfahren zur Nitromethanolsynthese wirtschalftlicher gemacht werden würden. Denn damit können auch Benziner fahren, kein Akku muss hergestellt, mitgeschleppt und erneuert werden und das ist auch keine 800 bar-Wasserstoff-Bombe auf Rädern. Aktuell kostet aus Luft synthetisiertes Nitromethanol das doppelte wie Benzin und die Effizienz der Synthese ist gering, weil die Forschung an besseren Katalysatoren nicht vorangetrieben wird (hat die Automobilindustrie kein Interesse dran). China ist da meilenweit voraus und haut ein Patent nach dem anderen raus. Von all dem abgesehen wird, soweit ich mich erinnere, das meiste Öl für die Chemieindustrie genutzt, danach Flugzeuge, dann Containerschiffe, LKWs usw. und ganz am Ende irgendwann die Autos mit einem Bruchteil… Jetzt macht Fridays for future Hetze gegen SUVs, wo die amerikanischen Modelle auf den Straßen hauptsächlich SUVs sind. Passt…

Was ich damit sagen will ist: Lasst euch nicht veräppeln. Wirtschaftliche Interessen stehen im globalen Kapitalismus immer im Vordergrund, denn arme Länder haben nichts zu sagen. Die Chemieindustrie wird von der CO2-Steuer befreit, Flugzeuge tanken da, wo es billig ist und Containerschiffe können auf internationalen Gewässern tanken…

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Danke für deinen tollen Beitrag.

Sehr richtig. Noch direkter wirkt es sich aus, wenn man durch Informationen Transporte vermeiden kann. Also z. B. statt zu einem Geschäft zu fahren, und zu gucken, ob es vllt. noch auf hat, dieses kurz im Netz nachschlagen kann. Oder wenn man einfach da Internet hat, wo man es braucht, statt es sich woanders suchen zu müssen. Beispiel schlechtes Mobilfunknetz. Ich habe WLAN oder ich fahre mit dem Auto irgendwo hin, wo ich Netz habe.

Dieses Thema ist auch wichtig, damit man die Argumente auch mal für sich durchgespielt hat, wenn man darauf angesprochen wird.

Es fasziniert mich auch, wie gerade die ärmere Bevölkerung hier für höhere Steuern protestieren geht, obwohl volkswirtschaftlich klar ist, dass Steuern auf etwas keine Einsparung bringen sondern schlicht auf den Käufer umgelegt werden.

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Vor einigen Jahren hatte ich mit Möglichkeiten zum Stromsparen an Kleinstgeräten wie Routern experimentiert.
Das Ergebnis war zum Teil sehr ernüchternd oder merkwürdig, der Aufwand Strom zu sparen ist manchmal nicht gerechtfertigt, Teile im Router müssen umgebaut werden etc. mit Software und reduzierter Sendeleistung hätte man möglicherweise da Verhalten das der User das Netz an einer Stelle nicht mehr sieht an der es zuvor Verfügbar war. Was nicht Ziel sein sollte.
Das merkwürdigste Verhalten gab es mit vielen der „neuen“ Schaltnetzteile ohne Trafo, wenn der Router unter voller CPU Last lief war die Stromaufnahme des Netzteils auf der Primärseite geringer als im Leerlauf, was durch die höhere Effizienz des Netzteils erklärbar ist.

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Wenn überhaupt, so kann bei Freifunk, in seiner aktuell häufigsten Inkarnation, im Backend gespart werden. Also VPN Tunnel-Verschlüsselung deaktivieren, Single-Threaded VPN Verfahren aufgeben, kleinere und effizientere Server betreiben, Virtualisierung und Auslastung einzelner Systeme optimieren und konsolidieren um unterm Strich weniger Blech zu benötigen, auf die richtigen Zulieferer achten (z.B. Ökostrom und hohe Effizienzwerte bei der Kühlung).
Damit ließe sich sicherlich eine bessere Einsparung erzielen, als bei Plasteroutern anzusetzen.

Oder Freifunk komplett dezentral betreiben, sodass die Anzahl an Servern, die für den Gesamtbetrieb benötigt werden, arg reduziert werden kann.

Hat halt keiner Bock drauf.

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Normalerweise vermeide ich es ja, Klima[wandel]leugnern zu widersprechen, da dies erfahrungsgemäß Perlen vor die Säue ist, aber Du schriebst hier derartig kruden Quatsch zusammen, das kann ich nicht stehen lassen.

Gefühlt hat die Fridays-for-Future-Bewegung die besseren, weil wissenschaftlich untermauerten, Argumente auf ihrer Seite. Daß die Tatsachen beim einen oder anderen für schlechte Stimmung sorgen ist nachvollziehbar, dies aber dem Überbringer (Fridays-for-Future-Bewegung) anzukreiden, anstatt der Bagage, die die letzten 30+ Jahre und fortgesetzt bis einschließlich heute hinsichtlich der Begrenzung der Emissionen untätig war, empfinde ich als schlechten Stil.

… dann schaden sie im Umkehrschluß ja auch nicht, man kann die armen, verwirrten Seelen also einfach weiter machen lassen, ohne sich echauffieren zu müssen. (Warum regst Du Dich also auf?)

Manchmal ist es hilfreich, von RTL2 auch mal wegzuzappen, z. B. in die ›zwangsfinanzierten‹ Sender von ARD und ZDF. In »Panorama« und anderen politischen Magazinen, und davon gibt es gefühlt ja je ARD-Sender mindestens eines, wird auch über Demos rechter Gruppen durchaus berichtet.

In Neuwagen, es existiert keine Nachrüstpflicht für Altfahrzeuge => Du erzählst groben Unfug.

In Neuwagen, es existiert keine Nachrüstpflicht für Altfahrzeuge => Du erzählst groben Unfug.

Auch diese Maßnahme geschah zur Luftreinhaltung — wer 80er-Jahre-Straßenduft erleben will, stelle sich an eine Ampel und warte auf ein Motorrrad: die dürfen nach wie vor ungefiltert rumstinken … Und auch hier, das Verbot der Bleibeimischung in Fahrzeugbenzin (bei Flugzeugkraftstoffen gibt es das z. T. noch heute) änderte am rechtichen Status der Bestandsfahrzeuge genau gar nichts. Für die Motoren, die aufgrund zu viel Ingenieurskunst Blei benötigen, gibt’s Additive — von »alte Autos durch Gesetze aus dem Verkehr ziehen« ist nicht mal der Hauch einer Spur existent!

Nunja, der eine Hersteller baute den alten Schrott in die Fahrzeuge für den alten Kontinent weiterhin ein, der andere nicht — obwohl beide für ihre in Nordamerika zuzulassenden Vehikel alkoholfeste Modelle haben. Mach’ Dich mal zu E85 schlau … Allein: »Super E10« tut sicherlich nicht »alte Autos durch Gesetze aus dem Verkehr ziehen«. Kann Deine Karre kein E10 ab, tankste halt für 2 Cent/Liter mehr das gute alte »Super 98«. Deine Entscheidung.

Auch dies hat kein einziges Auto »durch Gesetze aus dem Verkehr« gezogen; im Gegenteil, obwohl den Berichten nach quasi alle Fahrzeuge der Abgasnormen Euro 5 und Euro 6 auf der Straße die Schadstoffgrenzen nicht einhalten, wurde kein einziges davon bislang von Amts wegen stillgelegt, wie es sich in einem Rechtsstaat bei festgestelltem Betrug gehören würde.
Ich weiß nicht, was Du rauchst, aber es vernebelt offensichtlich Dein Urteilsvermögen.

Genau, eine Prämie, also eine auf freiwilliger Basis vom Kraftfahrzeugeigentümer zu beanspruchende Leistung.

Um das festzuhalten, Deine Behauptung, die »Automobilindustrie« liesse »sich seit ihrer Entstehung Dinge einfallen, womit sie alte Autos durch Gesetze aus dem Verkehr ziehen« könne, ist durch keines Deiner Beispiele untermauert worden.

Das gehört wohl eher nach motor-talk.de, auch wenn ich dort auf die Schnelle eher nicht Nitromethanol als die Lösung aller Probleme wahrgenommen habe. Angeblich würde mein E85-taugliches Fahrzeug bei 10l/100km mit E85 statt ca. 240 g/km CO2 nur noch rd. 40 g/km ausstoßen — aber E85 als Treibstoff ist in Deutschland ja am Boykott durch die großen Mineralölkonzerne gescheitert.

Aber: was hat Nitromethanol/Ethanol als Treibstoffalternative mit ›Propaganda‹ von Fridays-for-Future zu tun?! Oder andersrum: führten wir diese Diskussion, letztlich auch die Suche nach weniger klimaschädlichen Treibstoffen für Verbrennungsmotoren, ohne Fridays-for-Future?

Dann mögen die Flugzeuge dies tun (Obacht: mit zu vollen Tanks wird die Landung zum Risiko heißt es), bei 100% Kerosin-Steuer fiele dennoch mehr für den deutschen Staat ab als heute, was zur Subvention der Bahn genutzt werden könnte. Und auch bei den Containerschiffen sähe ich nicht wirklich, daß die auf halber Strecke zwischen Hamburg und New York eine Nachtankoption fänden. (BTW: Schwerölbunker- und -verbrennungsverbot JETZT.)

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Ich stimme zu, dass zu viel Blech für fastd genutzt wird. Verschlüsselung sollte schon sein. Mit WireGuard lacht sich der Server kaputt über 1 GBit.

Ich bin kein Klimaleugner, aber was da in den Medien gezeigt wird ist Propaganda und realitätsfern. Um den Klimawandel entgegenzuwirken müssen nachhaltige Verfahren wirtschaftlicher werden - denn die Regeln der globalen Marktwirtschaft lassen sich nicht aufheben.

Doch Proteste schaden, wenn sie in einer Art geführt werden, die den Leuten das trügerische Gefühl vermittelt, sie würden dadurch etwas ändern. Wie oben angeführt, sind lokale Gesetze nicht die Lösung für ein globales Problem, sondern Förderungen für Forschung müssen her und ein Bewusstsein in der Bevölkerung muss durch Aufklärung geschaffen werden. Proteste wiegen die Bürger im trügerischen Gefühl, dass sich ja jemand kümmert. Die Schüler von Fridays for future sind halt Kinder, die durch quengeln Mama Merkel zum Einlenken bewegen wollen. Dabei müssten sie Alternativen entwickeln und ich habe noch keinen innovativen wohlüberlegten Verbesserungsvorschlag gehört und die einzigen Wissenschaftler der Fridays for future-Bewegung, die ich bisher gehört habe, verfolgen eigene Wirtschaftsinteressen.

Ja, aber kritisch.

Nein, du erzählst Unsinn. Es gab eine 5-Jahres Übergangsfrist, in denen du einen Kat nachrüsten musstest und in die Innenstadt darfst du jetzt mit deinem alten Diesel auch nicht mehr fahren.

Nein, das war einen Lüge. Damals war schon bekannt, dass man Isooctan als Ersatz nutzen kann, aber das war teurer. Stattdessen hat man die Motoren angepasst, damit die Leute sich ein neues Auto kaufen Edit müssen wollen.

Bis diese Einsicht bei nicht technisch versierten Leuten kommt, haben sie schon aus Verunsicherung ihr Auto nachrüsten oder verschrotten lassen und die Abwrackprämie einkassiert.

Es wurde aber versucht und nur weil die Anwaltslobby da ein ńeues Geschäftsfeld gewittert hat, fahren die noch in Innenstädten.

Mein Urteilsvermögen ist gut.

Mein Vater arbeitet in der Automobilindustrie und ich kenne Lobbyisten aus dem Bereich. Ich weiß wie das da abläuft. Geplante Obsoleszenz wird vorzugsweise mit politischen Mitteln durchgesetzt, um dem Image des Konzerns nicht zu schaden. Google ist dein Freund. Ich habe gute Beispiele angeführt.

Wir, die sowieso nichts am Kurs ändern können, ganz gut aufgeklärt sind und mit demokratischen Mitteln nur die Wahl zwischen Pest und Cholera haben, aber nicht die Politiker. Die interessieren sich kein Stück wieso eine Pfadfindergruppe Plakete mit schlauen Slogans hochhalten.
Ich denke nicht, dass viele Leute sich von Fridays for future inspiriert fühlen, wirklich etwas klimafreundliches zu tun, indem sie sich eine Solaranlage hinstellen, Öffis nutzen, auf Fleisch und Soja verzichten, Leitungswasser trinken und Ökoklopapier kaufen. Ich tue das meiste davon, aber nicht wegen Klimapropaganda, sondern weil ich Vernunft habe und die kriegt man nicht von in der Masse mit Currywurst mitlaufen und „Stoppt den Klimawandel“ zu rufen.

Da gebe ich dir recht. Das war ein blödes Beispiel.

Agreed. Denn, egal wie man zum »Klimathema« steht, man sollte das Für und Wider des eigenen Tuns, auch bzgl. seines Hobbies, durchaus mal hinterfragen. (Selbst wenn D nur zu 2% bei den Emissionen dabei ist; Kleinvieh macht auch Mist …)

OT:

Hast Du für Ersteres Zahlen/Belege?

Ich bin kein Volkswirt, aber daß Steuern oder Abgaben vom Verkäufer einer Ware letztlich durchgereicht werden (sofern nicht gesetztlich verboten wie z. T. im Mietrecht), ist doch allgemein bekannt?
Ich gebe Dir Recht, 3 Cent/Liter Mehrkosten beim Treibstoff bringen keine Einsparung: bei 10 Liter/100 km kosten 100 km Fahrtstrecke also 30 Cent mehr — der Verwandschaftsbesuch kostet mich dann also 2 EUR mehr, 1 EUR je Richtung. Bevor mich das über die Anschaffung eines verbrauchsärmeren Fahrzeuges überhaupt nachdenken liesse, ist die Welt dreimal untergegangen.
Bei 30 Cent/Liter Aufschlag sähe die Sache anders aus, das würde den Einsatz den (Verbrennungsmotor-) Kfz schon spürbar teurer, und in gleichem Maße die Nutzung des Fahrrades attraktiver für verschiedene Dinge, machen.

Einsparung von Verbrauchsgütern kann mithin durchaus durch Steuern gesteuert (sic!) werden — aber natürlich nicht, wenn die Erhöhung unmerklich ist und zudem parallel über Steuererleichterungen faktisch kompensiert wird.

Eigentlich wollte ich mit meiner Argumentation daraf hinweisen, dass die wahren Klimasünder nicht an den Pranger gestellt werden und wenn sie das würden, wäre es vielleicht nicht so präsent in den Medien, denn die bezahlen ordentlich für gute Publicity/Werbung. Die Chemieindustrie und besonders die Kunststoffherstellung und die nicht nachhaltige Logistik ist ein viel gößeres Problem, als Autos. Aber es ist halt billiger in China zu produzieren und das Zeug hier rüberzuschaffen.
Nitromethanol habe ich angeführt, weil es ein guter Ersatz für Benzin ist und für das doppelte des Preises von Benzin aus Luft und Wasser hergestellt werden kann und unser Stromüberschuss aus Wind-, Solar- und Wasserkraft dafür genutzt werden kann und alte bereits sparsame Fahrzeuge sehr einfach umgerüstet werden können. Aber um das zu fördern müssten die Steuern auf Benzin angehoben werden und nachhaltig hergestellte Brennstoffe steuerlich befreit werden. Da hat auch die Politik nicht den Mumm zu.

Die Diskussion ist hier auch ausgeufert.

Da gebe ich dir auch völlig recht. Fazit für mich: fastd braucht zu viel Blech. An der WireGuard-Entwicklung für Layer 2 sitze ich dran. Und Babel ist auch in den Startlöchern und der „Freifunk dezentral“-Ansatz ist in der Entwicklung. Ich bin der Meinung, wir sind da auf einem guten Weg.

Da IIRC der Durchsatzunterschied bei fastd mit und ohne Verschlüsselung eher in den Bereich der Meßtoleranz fällt, zwischen unverschlüsseltem fastd und unverschlüsseltem L2TP aber dennoch Welten liegen, düfte …

… oder, genauer, »kontextswitchlastige VPN-Verfahren aufgeben« in der Praxis zielführend sein.

Das haben wir dieser Tage grade thematisiert. Aber die größeren und großen DC-Betreiber setzen AFAICT sowieso auf ›grüne Energie‹, weil das Stand der Technik ist.

Jede Aussendung eines Dritten ist ersteinmal ›Propaganda‹, auch wenn ich den Begriff aufgrund der historischen Nutzung nicht mag; für mich ist »Propaganda« definitiv negativ-abwertend besetzt, Unwahrheiten verteilend meinend.

»Den Medien« heißt alle, leider eine unbestimmte Aussage.

»Realitätsfern« heißt, Du stellst ganz klar in Abrede, daß bei einer durchschnittlichen Erderwärmung um mehr als 1,5 Grad Celsius und um mehr als 2,0 Grad Celsius gegenüber dem Bezugswert für die Menschheit negative, ggf. unumkehrbare, Folgen eintreten. Ist das nicht Kern dessen, was einen »Klima[wandel]leugner« ausmacht?

Das sehe ich ein wenig anders, selbst die »globale Marktwirtschaft« unterliegt Regeln, deren Einhaltung die Staatengemeinschaft oder Teile davon sicherstellen. Versuch’ doch mal, hochangereichertes Uran zu kaufen — Nachfrage ist da, was in der Marktwirtschaft zu einem Angebot führen müßte.

Was richtig ist, ist das »nachhaltige Verfahren wirtschaftlicher werden« müßten; und das geht (auch) über den Preis für nicht nachhaltiges Handeln und das kann auch auf lokaler Ebene entsprechend forciert werden. Solange CO2-Einsparung einem Unternehmen nichts bringt, wird es seine Emissonen nicht senken; mach’ die Tonne CO2 1000 EUR teuer und schon lohnt sich die Forschung nach CO2-Speicher- und Umwandlungsprozessen. Und das kann im Rahmen europäischer Gesetzegebung auch in Deutschland alleine umgesetzt werden, erst recht auf EU-Ebene.

Ach komm’, mit dem gleichen Argument mußt Du Wahlen anprangern, denn dort da wird dem Bürger doch aktiv suggeriert, daß sich durch sein Tun etwas ändern würde — während bei Protesten dies passiv geschieht.

Du kannst keine Forschung erzwingen, siehe, andere aktuelle Diskussion, Antibiotika. An (nicht nur) der Stelle ist das marktwirtschaftliche System krachend gescheitert, und aus meiner Sicht muß dann der Staat diese Lücke ausfüllen und als gleichberechtigter Player in den Markt eintreten.

Und wie stellst Du Dir »Bewusstsein in der Bevölkerung muss durch Aufklärung geschaffen werden« vor, per Plakatkampagne »Gib CO2 keine Chance!«?
Warum kann nicht (die Berichterstattung zu) Fridays-for-Future dazu beitragen?

Faktencheck: falls es eine solche gab, wird es Dir ja ein Leichtes sein, diese Behauptung mit Links zu untermauern.

Ich biete als Zeugin der Anklage diesen heise-autos-Artikel:

Im September 1984 beschloss die Bundesregierung die Einführung des Katalysators für alle Autos mit Benzinmotor. Steuerliche Anreize und eine fünfjährige Übergangsfrist sollten die Einführung erleichtern. Ab 1. Januar 1989 durften dann nur noch Neuwagen zugelassen werden, die den strengen US-amerikanischen Abgasnormen entsprachen.

Neuwagen. Kein Nachrüstzwang.

Weder mein Golf I von 1979 noch mein Audi 80 von 1978 hatten, zugelassen in den 90ern, einen Kat — Du zahlst halt mehr Kfz-Steuer pro 100 ccm für solche Stinker, was bei 1600 ccm damals im Vergleich zu EURO 1 auch eher Peanuts waren … und es heute noch sind: 1600 ccm in einem 10+ Jahre alten Auto kosten heute schlimmstenfalls gut 400 EUR/Jahr, mit EURO-3 oder besser gut 100 EUR/Jahr. 300 EUR/Jahr Ersparnis ist noch immer viel zu wenig, um eine Anschaffung von mehreren tausend EUR zu rechtfertigen — da kam dann die Abwrackprämie ins Spiel …

Hä? Mit meinem 12 Jahre alten Diesel darf ich noch immer in die Innenstadt hier oder in den Nachbarstädten fahren. Der hat 'ne schöne grüne Plakette, und da sich der Bund der blauen Plakette verweigert, wird es zu Verständnisproblemen kommen, wenn grün != grün sein soll.

Aber lokale Fahrverbote sind eben auch nicht »alte Autos durch Gesetze aus dem Verkehr ziehen« — sie werden auf lokaler Ebene aufgrund ihres intolerablen Schadstoffausstoßes von der Teilnahme am Verkehr ausgeschlossen, das ist was völlig anderes (auf dem Papier).

Ich verweise gerne noch einmal auf den heise-autos-Artikel; Bleizusatz im Benzin verunmöglichte die Abgasreinigung. Mit genereller Kat-Pflicht für Neufahrzeuge entfiel auch die Notwendigkeit, diesen extra umweltschädlichen Kraftstoff noch anbieten zu müssen. Niemand mußte deswegen sein Fahrzeug verkaufen; Additive zum in-den-Tank-kippen waren verfügbar.

So what? Es prangt heute noch an jeder E10-Zapfsäule sinngemäß »wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihr antikes Schätzchen E10 verträgt, tanken Sie Super und fragen Sie Ihren Fahrzeughersteller«. Hat Schwiegervater so gehalten, und insofern mache ich das beim 2005er Opel-Familienerbstück auch (obwohl ein E10-Freigabe-Zettel in den Fahrzeugpapieren rumfliegt) …

Verwandschaft kann man sich ja nicht aussuchen. Daß die bundesdeutsche Politik die – Arbeitsplätze stellende – Automobilindiustrie nicht hart rannimmt, ist kein Geheimnis. Das ändert nichts daran, daß Deine Behauptung, die »Automobilindustrie lässt sich seit ihrer Entstehung Dinge einfallen, womit sie alte Autos durch Gesetze aus dem Verkehr ziehen kann« in jedem Punkt widerlegt ist.

Das erhoffe ich mir differenzierter in der Realität; 38% lt. Vorhersage für die Grünen in BaWü, die aktuellen Höhenflüge der Grünen bei Landtagswahlen, das sind in meiner kleinen Welt auch Ausflüsse aus den Themen der Fridays-for-Future-Bewegung. Und die aktuellen Zahlen der Grünen wiederum machen die Strategen in der Koalition nervös. Stichwort »Klimakabinett«.

»Offis nutzen« sagt sich leicht in Berlin oder Hamburg, vielleicht auch Hannover; ab einem Takt von 20+ Minuten tagsüber ist aus meiner Sicht ein ÖPNV nicht existent, jedenfalls nicht als Alternative zum Individualverkehr. Und Bürger trotz 10-Minuten-Takt (und leerer Busse) vom Individual- zum öffentlichen Personennahverkehr zu bekehren, ist auch kein Selbstläufer.

Für’s »Solaranlage hinstellen« wird es jenseits des Einfamilienhauses auch … eng.

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Es hat einen Grund, warum man Wissenschaftlern nicht das Feld der Politik überlässt bzw. überlassen sollte. Alle Ökonomen haben auch gesagt, dass es Quatsch wäre Griechenland im Euro zu halten, und keiner von denen hat das politische bzw. menschliche Signal gesehen, dass es zu senden galt.

Genau das denke ich auch. Warum sind die Leute nicht zu Hause und entwickeln quelloffene (neudeutsch „open-source“), freie Solarsysteme zum Selbsteinbau und gründen Vereine, die wie Freifunk bei soetwas unterstützen. Das würde wirklich was bringen.

So wie sich der Durchschnittsbürger kein Gast-WLAN für 20 €/Monat bei einem kommerziellen Anbieter leisten kann bzw. möchte und daher Freifunk nutzt, so könnte man sich auch bei Solarsystemen mit Batterien aufstellen.

Im übrigen hoffe ich auch, dass jeder, der da mitläuft Vegetarier ist. Denn es ist recht unumstritten, dass die Fleischproduktion sehr viel CO2 freisetzt.

Ich habe auch einfach Bedenken, dass sich das Debakel des EEG-Gesetzes wiederholt. Wir waren damals vorne mit dabei, was grüne Stromproduktion angeht. Aber die horrenden Kosten, die dieses Gesetz verursacht, waren einfach dämlich. Schweden mit seiner Pflichteinspeisequote hat sich da viel sinnvoller aufgestellt.

Leider nein. Bin kein Volkswirt. Habe mich da nur mal mit jemandem drüber unterhalten. Letztendlich kann man es aus dem Verbrauch fossiler Energien ableiten und sich mal anschauen, wo denn die Ökosteuer und die EEG-Umlage aus Benzin und Strom hingeht, bzw. dass der Verbrauch auch nicht sinkt.

Exactamente. Warum wird nicht einfach mal für fünf Jahre auf reine Elektroautos die Mehrwertsteuer abgeschafft? Norwegen - ein natürlich deutlich reicheres Land - macht’s vor mit der E-Auto-Förderung.

Nein. Das macht jemanden aus, der sich mal die Fakten anschaut, die jeder Normalo ohne Studium in Thermodynamik auch verstehen kann: Als die Römer durch Europa gelaufen sind, war es deutlich wärmer als heute. Das Problem ist der jetzt relativ schnelle Anstieg der Temperaturen. Das erfordert ein Anpassungstempo, wie es die Natur nicht schafft. Wir als die bei weitem anpassungsfähigste Spezies müssen uns da weniger Gedanken machen, aber Flora und Fauna wird es ganz schön zusetzen.

Im übrigen denke ich, dass die Rettung des Planeten nicht in 10-15% Verzicht von Energieverbrauch liegen, sondern der Nutzbarmachung neuer Technologien. Flucht nach vorne. Alles andere geht ohnehin nicht mehr. Auch sollte man dazu forschen, ob man mit Anti-Treibhausgasen (ja die gibt es), die Wirkung von CO2 umkehren kann.

Ich finde auch den Klimafond der Bundesregierung ist gar keine so dumme Idee. Wenn man es damit schafft Häuser auf Passivhäuser oder Energieplus-Häuser umzubauen, kann das viel bewirken.

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Als kleinen Schritt könnte man sich ein Routersetup ausdenken das einfach per Solarzelle und akku berieben werden kann.

Aber sicher!

„Irgendwer sollte eigentlich mal“ oder ?

Wenn Du’s kannst, dann helfe mit, es praktikabler zu gestalten.
700-1000€ Materialkosten pro Router-Standort sind nicht wenig dafür. Angesichts der Kosten und des Aufwandes sind die Projekte meines Wissens bis auf wenige Ausnahmen in der Versenkung verschwunden.

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Ich habe nicht den Eindruck, daß der Anteil von gut 20% Juristen (vgl. hier für den letzten, hier für den GröButaZ) unter den Bundestagsabgeordneten das Land gut oder richtig nach vorne gebracht hätte oder bringen würde. Zumal die handwerkliche Qualität und die Rechtstaatlichkeit der Gesetze seit Jahren im Ergebnis eher das jegliche Fehlen juristischer Kompetenz nahelegt. Naja, vielleicht alles nur Berufsanfänger, die überraschend vor der Berufspraxis der Ruf nach Berlin ereilte.

Wenn’s denn sein muß, kaufe ich mir auch eine Solaranlage und stelle sie zu LED-Licht in den Keller; ist dann zwar kein guter Wirkungsgrad, dank grünem Strom aber zumindest CO2-neutraler Unsinn.

Darum: VDE 0100, konkret siehe z. B. hier. Wenn Nachbar X durch so ein Selbstbau-Solarsystem unser MFH abfackelte, fände ich das kontraproduktiv. Auch ob des CO2-Ausstosses bei der Verbrennung.

Ich denke, es ist relativ klar, daß Vatikanstadt oder San Marino klare Vorteile haben, ihren Autoverkehr zu elektrifizieren im Vergleich mit Norwegen oder Deutschland … Und in Norwegen verzichtet der Staat ja nicht nur auf die 25% MwSt (D: 19%), sondern auch die, ich nenne sie jetzt mal plump »Luxussteuer«, die bei Verbrennern, AFAIK je nach Schadstoffausstoß, anfällt. Lies: die Lenkungswirkung ist deutlich größer, ein vor Steuern günstigeres Verbrennermodell ist in Norwegen nach Steuern teurer als ein E-Modell. Mangels »Verschmutzungssteuer« beim Kauf müßte man das in D entweder durch Subventionen hinbiegen oder die Kfz-Steuer für Verbrenner so teuer machen, daß der Kauf niemandem mehr im Traum einfallen würde …

… doof nur, daß D keine nennenwerste Ladeinfrastruktur aufweist, was in N anders ist (für 5 Millionen Menschen ist das aber auch einfacher als für 80 Millionen umsetzbar).

Diese Vergleiche mit anderen Ländern bringen nichts; aber das billige Argument, man können die Versäumnisse von Jahrzehnten ja nicht über Nacht aufholen, darf man auch nicht akzeptieren. Die Kabinette Merkel hatten nun seit 2005 Zeit, umzusteuern; wenn’s nun weh tut: you got what you voted for. Time’s up.

(Und ja, die Vorgängerkabinette Schröder II & I sowie Kohl IV, III, II und I waren hier auch eher Totalversager. Lustig ist teilweise der Werdegang der Akteure …)

Soweit, so unschön (das Artensterben mit »Flora und Fauna wird es ganz schön zusetzen« zu umschreiben, nunja). Weil wir uns »anpassen« können, ist es also Deiner Meinung nach besser, die Hände in den Schoß zu legen und auf tolle neue Technologien zu warten, die dann Effekte des Klimawandels aushaltbar machen?

Ich weiß nicht, mich machen Meldungen über Trinkwassermangel in deutschen Kommunen doch nachdenklich, zumal es Deine wie meine Nachbarschaft betrifft — und dabei ist die Wasserversorgung von Großstädten auch in Deutschland schon länger ein Zankapfel, im Norden wie im Süden der Republik. Es wird irgendwie nicht besser.

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Wir haben heute auf einem Blech (auf dem nur 12 Supernodes mit Fastd plus ein Konzentrator (für die Gretunnel) laufen) mal den vermutlich leicht redundanten Schaltersatz „mitigations=off pti=off l1tf=off spec_store_bypass_disable=off spectre_v1=off spectre_v2=off no_stf_barriermitigations=off nospectre_v1“ in die Kerneloptions des Hypervisors und ebenfalls aller VMs geworfen.
Scheint etwas gebracht zu haben.

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