Mesh & Scale: Ob und wie?

Hallo zusammen,
inspiriert durch eine Diskussion im Nachbarthread und ein aktuelles anstehendes Projekt würde mich mal Interessieren, wie so die anderen Communitys und Freifunker zum Meshen bei größeren Installationen stehen.

Situation: Unterkunft, 200 Leute. Versorgung durch Offloader, Clientnetz läuft direkt auf Unifi Mesh’s. Gluon auf die Mesh’s ist wegen 5 GHz keine Option.

Es geht explizit nicht um Installationen, die kommerziell sind!

Grundgedanke: Zeigen, das Freifunk geht und (im Rahmen) skaliert. Nicht den Eindruck hinterlassen, dass es ein Gebastel ist was eh nicht funktioniert.

Frage: Was ist mit dem Meshing? Die AP’s, die die direkten Nutzer versorgen machen das aus obigen Gründen nicht (Airtime, 5GHz …)

Variante 1: Kein Meshing nach draußen
Meine Einschätzung: Ist sch****, weil kein Freifunk mehr. Auch wenn Menschen frei versorgt sind, ist die Flexiblität nicht gegeben.

Variante 2: Mesh on Request
Meshing soweit es geht vorbereiten (VLAN auf Switch etc.), und wenn ein konkreter Meshing-Partner kommt, mit ner NanoStation etc. die Strecke optimieren. Nachteil: Manueller Eingriff, nicht Out-Of-The-Box
Vorteil: Szenario, bei dem Mesh den meisten Sinn (Finanziell/Durchsatz/TQ etc,) macht

Variante 3: Mesh-Only Node "Best effort"
Ein Node, der aus Mesh on LAN ein Mesh on Air macht, an die beste ereichbare Stelle platzieren. Erfolgsaussichten bei „üblicher Unterkunft“ eher mäßig.

Variante 4: Mesh-Overkill
Outdoor in alle Richtungen meshende Sektorantennen festschrauben.
Vorteil: Wie 2 bis auf Kosten
Nachteil: Kostet viel für wenig Nutzen, Betreiber/Eigentümer schwer zu erklären.

Variante 5: Kein Mesh → Kein Freifunk
Vorteil: Freifunk-Philosophie zu 100% „gerettet“
Nachteil: Potentielle Unterstützer verloren
Ist Mesh wichtiger, als $Menschen mit Bedarf gut zu erreichen?

Eng verbunden damit die Frage, was will Freifunk in diesem Kontext?
Ich für mich bin dabei, weil ich ein Netz bauen will, was offen, dezentral etc. ist. Aber im Zweifel soll es lieber einfach laufen, auch wenn Meshing vielleicht dann nicht so gut tut, weil: Für mich erreiche ich mehr Freiheit, wenn ich Menschen gutes Freifunk (Stock-FW) gebe, als wenn ich Menschen schlechtes Freifunk (841er mit zu vielen Clients aber Meshing) gebe und sie so zu „weniger“ freien Alternativen dränge.

Es würde mich sehr interessieren, wie die Community das sieht,
und wie bisher bei ähnlichen Projekten verfahren wurde.

Viele Grüße
margau
PS: Ich habe manche Dinge absichtlich recht extrem gewählt, um den Gedanke zu veranschaulichen. Ich weiß, dass es bessere Hardware als einen 841er gibt.

1 Like

hi

kurz und knackig, ich arbeite mittlerweile nach Punkt 2. Wenn jemand sich mit mir verbinden will (meshen, peeren wie auch immer…) der soll mit mir reden und dann bauen wir eine ordentliche 5GHz Strecke auf und haben auch was ordentliches (wenn es der Platz zulässt immer PtP wenns gar nicht anders geht auch manchmal Sektor, aber immer Originalfirmware mit 5GHz DFS und kram).

Alternativ wer pfuschen will und nicht mit mir reden will kann sich ja immer noch einen Repeater mit Originalfirmware kaufen und das Netz vergrößern ¯_(ツ)_/¯ , es ist ja nach wie vor offen und freier Transit gegeben für jedermann.

mfg

Christian

2 Likes

Variante 3: Mindestens ein Meshknoten nach außen.
Ansonsten kein Freifunk.
Zudem erreichbare Mailadressen in den Knoten, damit das mit dem „Request“ auch funktioniert.

6 Likes

Variante 2.1, »Ausbauerlaubnis bei Bedarf«, sonst Variante 4.1, »RiFu-Overkill« bzw. Variante 5.

Airtime verbrennendes Mesh, »weil es sein muß«, ohne Nutzen/Nutzbarkeit, ist Unsinn. Andererseits, wenn für den lokalen Freifunk da kein Vorteil (Nutzbarkeit des Standortes für Freifunkzwecke) draus erwächst, FF also nur als kostensparende Alternative zu kommerziellen Anbietern genutzt wird, muß man auch mal »Nein« sagen können. Daher die abgewandelten Varianten:

»Ausbauerlaubnis bei Bedarf« soll heißen: Klärung im Vorfeld, daß man diesen Standort bei Bedarf und in Absprache prinzipiell zu einem Mesh-/Richtfunkstandort ausbauen darf.
»RiFu-Overkill« soll heißen: statt unsinnigem Mesh-, lieber gleich Richtfunk-Equipment aufbauen in hinreichend wahrscheinliche Richtungen, ggf. noch 'nen 2,4-GHz-Rundstrahler als Meshgegenstelle mit auf den Mast.

2 Likes

Hallo,

Andererseits, wenn für den lokalen Freifunk da kein Vorteil (Nutzbarkeit des Standortes für Freifunkzwecke) draus erwächst, FF also nur als kostensparende Alternative zu kommerziellen Anbietern genutzt wird, muß man auch mal »Nein« sagen können. Daher die abgewandelten Varianten:

Die Frage ist eher, was wenn kommerzielle Anbieter keine wirkliche Alternative sind (Unterkünfte)?

Klar wäre es schön, einen Mast aufstellen zu können, aber leider häufig auch nicht realistisch bzw. ein K.O.-Kriterium… Und ob es das dann Wert ist?

Aber schonmal danke für die Antworten, ungefähr so hätte ich das auch gemacht.

Viele Grüße
margau

Du meinst, bevor in »Unterkünften« kommerzielle Anbieter nicht vernünftig liefern oder gar nicht erst zum Zuge kommen, wäre Freifunk in der Pflicht? Sehe ich nicht so; ist staatlicherseits ja explizit keine gemeinnützige Tätigkeit …

Ich schrieb’ nichts von einem eigenen Mast … Aber wenn da einer wäre, oder auch nur ein hinreichend hohes anderes Bauwerk, würde ich da zumindest mal die Modalitäten klären dürfen können, sollte sich über die Zeit eine Richtfunkstreckenoption ergeben. Es geht um »eine Hand wäscht die andere«; falls kein Interesse vorhanden, Freifunk »ganz generell« zu unterstützen, macht es imho keinen Sinn, dort was aufzubauen. Ich befürchtete da eine Dienstleister-Kunden-Konstellation, das braucht man sich nicht anzutun.

da schließe ich mich an. Ich/wir handhaben das aber mit Fingerspitzengefühl, wenn wir wissen dass Geld nicht das Thema ist, dann geht es nicht ohne 3 oder gar 4. Und wenn wir nicht gefragt werden, wird sowieso häufig Lösung 1 gemacht von den Nutzern.