Umgehen mit Vorwurf "Freifunk stört xy" auf Veranstaltung (war: Konzertveranstaltung mit "Profis"(Warnung))

Wir haben ein 2 Tage Open Air mit Freifunk versorgen wollen. Tag 1 war gut. Am Tag 2 mussten wir alles was wir mühevoll geplant und aufgebaut haben wieder abbauen. Tontechniker der Fantastischen Vier waren der Meinung das unser Freifunk Netz auf dem 700mhz Band so viele Störungen abgibt, das wir das sofort abzuschalten haben. Der LTE mast der in 50m Nähe stand wurde als mögliche Störquelle nicht anerkannt. Freifunk musste jede Aktivität auf dem Gelände einstellen.
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Darf die 700 MHz-Bühnen technik überhaupt noch verwendet werden? Da war vor 5(?) Jahren man ein Artikel in der c’t, dass das mit LTE stört.

Ich kenne Bühnentechnik, konkret Funkmikrofone, da ist scheinbar auch LTE ein Problem, man sieht das daran, dass es erst in den letzten Jahren ausgetreten ist.
Die Veranstalter sagen „Handy aus, nicht nur stummschalten!“, entweder haben sie keine Ahnung oder sie denken, dass die Leute es nicht verstehen nur LTE auszuschalten

Liegt sicher nicht daran, dass sie Telekom Werbepartner waren, oder? :smiley:

Das war ja genau das Problem. Lte hat seine Technik gestört.
Anstatt aber sich umzuschauen ( LTE mast stand 50m entfernt in Sichtweite ) musste WLAN abgeschaltet werden. Wir wurden bis 700 MHz stören, und wenn wir das nicht abschalten ruft er die Bundesnetzagentur, und die legt unsere gesamte Ausrüstung still. Schwachsinn. Wissen wir. Aber gegen nen Techniker von Fanta vier kann man nicht argumentieren. Wir haben von innerhalb der Veranstaltung gesendet. ansonsten hätte es mich gefreut, wenn er dort angerufen hätte. Das hätte unsere Weste rein gewaschen, und ihn wie einen Trottel dastehen lassen.

Hm, verstehe nicht ganz, warum ihr nachgegeben habt, aber ich war natürlich auch nicht dabei. Verweis auf 2,4 GHz und dass die Bands des ersten Tages keine Probleme hatten, hätte reichen müssen.

Hat denn der Veranstalter Druck gemacht oder was war los?

Schade jedenfalls, aber toll, dass es den ersten Tag funktioniert hat. Wurde FF viel genutzt?

Es gab einen Produktionschef, der dann Aufgrund der Aussage des Tontechnikers von Fanta 4, uns gebeten ( freundlich angewiesen hat ) auszuschalten. Ihm mache ich keinen Vorwurf. Er musste sich auf die Meinung des „PROFIS“ verlassen, auch wenn ich glaube das er das Gefühlsmäßig anzweifelte. Er darf aber die Veranstaltung nicht riskieren, und darf sich auch nicht mit denen verkrachen.
Die Bühnencrew ( die Bühne und Elektrik vor Ort aufgebaut hatte ) hatte wohl ebenfalls leichte Missverständnisse mit der Fanta Crew.
Auch andere vor Ort, konnten nicht nachvollziehen, wie Wlan die Bühnentechnik im 700mhz Bereich stören soll.
Aber es gab vor Ort keine andere Möglichkeit als einzupacken. So frustrierend das auch war. Jetzt müssen wir halt schauen, wie wir nachweisen können, das wir unschuldig waren und dafür zu sorgen, andere Freifunker auf ähnliche Probleme vorzubereiten.

Die Problematik ist, das immer die Komponente welche „neu“ dazu gekommen ist, für alles verantwortlich ist wenn ein Fehler auftritt. Auch wenn es nach Logik und gesundem Menschenverstand gar nicht sein kann. Bei unserer Winter Aktion mit der Eisbahn vor dem Rathausplatz in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken, gab es auch Live Konzerte diverser Bands. Auch hier kamen 700 MHz Audio Übertragungssysteme zum Einsatz. Das Zentrum der Audio Verarbeitung (Mischpult, Mikro Empfänger usw.) war vielleicht 2-2,50m von einer durch uns aufgehängten Pico Station entfernt. Da hat wirklich rein gar nichts gestört.

eine möglickeit für die zukunft:
zum chaos camp fahren
rad1o mitnehmen https://rad1o.badge.events.ccc.de/
breitband/richtantenne dran und dann kann man vor ort klären wo die übeltäter sind.
mit gnuradio oder ähnlichem mit waterfall-visualisierung hat man dann auch was handfestes einfach verständliches als argument. http://erewhon.superkuh.com/gnuradio/gqrx.png

btw es kann ja auch wirklich mal an einem freifunkrouter liegen durch nicht ordentlich wechgefilterte harmonische freq. oder defekte :slight_smile:

für diesen speziellen fall gibt es auch einige günstige dvbt sticks die als sdr nutzbar sind und im 700Mhz band funktionieren.
http://www.darc.de/uploads/media/SDR_Stick_neu.pdf

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Ich an seiner Stelle hätte eher Hass auf die Bundesregierung bzw. ich habe diesen Hass. Nach der Digitalen Dividende 1 wurde viel teure Technik umgerüstet und nun nach der Digitalen Dividende 2 steht man wieder am Anfang.
Die großen Mikro-Hersteller informieren darüber auch auf ihren Seiten. [Shure,][1] [Sennheiser][2]
Das kostet alles viel Geld und ist grade für die Kleinen nicht wirklich schön, während die Großen sowas aus der Portokasse zahlen.

Ich kann aber bestätigen, dass man mit solchen Leuten nicht diskutiert. Dann treten die einfach nicht auf, wenn es nicht so läuft wie sie wollen und spätestens dann, wenn die mit sowas drohen, wird der Veranstalter nervös.

Es gibt mittlerweile auch genügend Anwendungsfälle, wo man sich ein eigenes WLAN am FOH aufbaut, damit man die Pulte per iPad oder Smartphone bedienen kann.
[1]: http://www.shure.de/supportdownload/frequenzen
[2]: Sennheiser - Kopfhörer & Headsets - Mikrofone - Business Communications

Hi,

ich habe den Artikel in der Hasepost zu dem Thema heute morgen gelesen und kann vollkommen verstehen, dass ihr verärgert seid wegen so einem quatsch abbauen zu müssen. Allerdings würde ich vorschlagen, dass wir den Fall mit Humor nehmen und schauen was wir daraus lernen können.

Letztendlich bestand das Angebot auf beiden Seiten auf freiwilliger Vertrauensbasis. Der Veranstalter hat euch das Aufstellen erlaubt und ihr durftet ein freies WLAN Netz aufbauen. Das alles, so lange es nicht zu irgendwelchen Problemen kommt. Jetzt ist es dummerweise zu einem Problem und einer sehr wahrscheinlich falschen Analyse der Techniker gekommen, das kann man den Veranstaltern aber schwer übel nehmen. Ich kann mir die Hilflosigkeit der Techniker durchaus vorstellen, wenn bei einem wirklich einmaligen Festival mit 10.000 Zuschauern und sehr bekannten Künstlern plötzlich die Mikros nicht richtig funktionieren. Wenn sich die Störquelle nicht auffinden lässt, dann würde ich vermutlich auch versuchen einfach alles auszuschalten was geht. Die „kleinen“ sind dann leider immer die ersten, die dann unter die Räder kommen, wenn auch häufig unberechtigt.

Interessant wäre, ob ihr noch Kontakt zu den Technikern habt um zu fragen ob das Abschalten der Router tatsächlich zur Behebung der Störung geführt hat oder ob die Techniker eine andere Störquelle identifizieren konnten. Vielleicht ist das bei dieser Gelegenheit nicht mehr möglich, aber grundsätzlich lässt sich aus so einer Geschichte ja auch im Nachhinnein noch eine Win-Win-Situation für beide Parteien machen, wenn ein Verfahren gefunden werden kann um solche Störungen zu identifizieren und auszuschließen. Vielleicht haben die Techniker die neuen LTE-Bänder noch gar nicht auf dem Schirm und mit der lokalen CCC Gruppe und der Universität als Know-How Geber kann man da vielleicht ein Verfahren entwickeln um Störquellen vor Ort schnell und zuverlässig zu identifizieren. Nur so als konstruktive Idee falls jemand Bock hat in dieses Thema tiefer einzusteigen.

Ganz allgemein kann man mit den Erfahrungen überlegen ob man ein solches Projekt in Zukunft nochmal in Angriff nehmen möchte und was von Freifunkseite getan werden kann um solche Probleme zu vermeiden oder ob man bei Großveranstaltungen nicht einfach mit so blöden Komplikationen rechnen muss.

Das sind so meine Gedanken zu dem Thema…

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Es gibt allerdings auch immer mehr Drahtlosmikrofone im 2,4GHz-Bereich. Die besseren Geräte kommunizieren allerdings bidirektional und wechseln die Frequenz dann auch, falls es zu Störungen kommt. Bei voller Nutzung kann es da aber auch zu Problemen kommen.
Und spätestens nachdem die X32-Pulte von Behringer nun langsam „riderfähig“ werden, wird die WLAN-Verwendung auf Bühnen zunehmen. Den „Ritterschlag“ haben die Pulte ja schon vor einiger Zeit bekommen, als die BBC sie bei den Proms eingsetzt hat.

In dem Fall wäre ein BNetzA-Besuch allerdings witzig gewesen. Ich hätte den Techniker auch später mal angesprochen, rein interessehalber und völlig entspannt, ob seine Störungen mit dem abschalten verschwunden wären?

Coole Einstellung. Wir nehmen es dem Veranstalter nicht übel. Bei allem Frust sind wir objektiv genug das meiste auch so zu sehen. Nur von Profis hatte ich mehr Professionalität erwartet. Vielleicht 10 min um zu testen ob wir schuld sind. Oder ein normaler ton. Oder vielleicht einmal zuhören. Wie gesagt, Kontakt mit Hochschule habe ich schon angestrebt. Aber eher um uns freifunker vor deren Schwachsinn zu schützen. Sry bin hier eher emotional, als objektiv.
Ps: ich habe in Ruhe den Techniker nochmal gefragt. Er sagte: seitdem war alles weg. Sry aber Dievantwort war klar. So wie er aufgetreten war, konnte er nix anderes mehr sagen.

Nur mal zur Info: Damals ging es um die Bereiche 790 MHZ - 863 MHZ. Die waren davor frei für den Mikrofonbetrieb. Dann wurden die Frequenzen für ein paar Milliarden versteigert und die Veranstaltungstechnik wurde in ein neues Band darunter (710 MHZ- 790 MHZ) verpflanzt. Im Mai diesn Jahres wurde das ganze dann wiederholt und auch die 700er Frequenzen wurden versteigert … Jetzt muß die Veranstaltungstechnik wieder umziehen ( und dadurch natürlich neue Technik kaufen). Die Umsetzung wird aber noch dauern …

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Das ist die alles entscheidende Frage …

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Wobei es bei direkter Nähe auch in benachbarten Frequenzbereichen zu Störungen durch LTE kommen kann. Eingangsstufen von Empfängern und Antennenverstärker, wie z.B. in den aktiven Antennenverteilern für Funkmikrofone, werden übersteuert, es kommt zu Mischprodukten. In der Nähe von LTE Stationen gibt es daher Störungen beim DVB-T Empfang, zu beheben mit entsprechenden Filtern zwischen Antenne und Verstärker.
Das gab es auch schon vor LTE. Leute die in der Nähe von größeren Rundfunksendeanlagen wohnen, können da ein Lied von singen. Das billige Küchenradio empfängt dann schonmal Sender, wo keine sein dürften.

Ich stimm hier deine Sichtweise vollkommen zu!
Letztendlich wurde uns von den Technikern vor Ort gesagt mit einem grinsen Lachen, dass man von dem externen Techniker einen Auftrag für ein Stromnetz ohne Absicherung bekommen hat :stuck_out_tongue:

Fazit: Veranstaltungen in diesem Bereich nicht mehr, außer man kennt die Kollegen vor Ort besser. Wir haben nach dem Aus alles im Bereich Social Media und Zeitung versucht was geht um den Veranstalter nicht von der Seite lächerlich fertigzumachen.

Wir haben auch unsere Tricks, eindeutig war eseine 780mhZ LTE Frequenz von O2. Ist mir eben bestätigt worden

Hallo nochmal,
ich habe mit dem Drahtlostechniker der Fantas telefoniert, da mich das interessiert hat und ich auch in der Veranstaltungstechnik arbeite … Die entscheidende Frage war: War die Störung nach dem Abschalten weg? Unde er sagt: „Ja, definitiv“. Er hat mehrere Breitbandscans von 400 MHZ bis 860 MHZ durchgeführt und ab ca. 650 MHZ war ein breitbandiger Träger vorhanden, der nach dem Abschalten verschwunden war. Da die Fantas alles mit InEar-Monitoring und mit drahtlosen Mikrofonen machen, braucht die Band halt schon ziemlich viele Frequenzen im erlaubten Bereich zwischen 710-790 MHZ.
Natürlich ist klar, dass eigentlich diese Bänder von unserem WLAN nicht benutzt werden, trotzdem gab es den Träger … Es gab wohl 3 Nodes eingebaut im Dach der Bühne. Man muß also davon ausgehen, dass einer davon, vielleicht durch Witterung über Nacht oder Hitze am Vortag, nicht mehr das sendet, was er eigentlich soll. Vorallem vor dem Hintergrund, dass am Vortag, bei Revolverheld keine Probleme aufgetreten sind. Und auch hier kann man davon ausgehen, dass der Kollege erstmal scant, was da in der Luft rumfliegt … Natürlich kann ich als Aussenstehender nicht abschätzen, wie die ganze Diskussion zwischenmenschlich so abgelaufen ist. Als Techniker kann ich aber absolut verstehen, daß es der Produktion zu gefährlich war, so eine Show zu fahren. Was wäre schlimmer? Wenn die Mikros und Monitoring-System ständig Aussetzer hätten und die Band abbricht oder die Zuschauer kein Wlan haben … Von daher werbe ich hier für Verständnis.
Richtig interessant wäre es jetzt aber mal die Hardware, die dort verwendet wurde, zu testen … Um den Fehler zu finden und somit vor solchen Überraschungen zukünftig gewapnet zu sein.
Falls sowas wiederholt werden soll, und ich halte das für eine gute Idee, wäre auch ein Breitbandscanner sicher von Vorteil. Mit einigen DVBT-Sticks und freier Software (Download Gqrx SDR – Gqrx SDR ), kann man das sehr kostengünstig realisieren und man ist auch in der Diskussion auf der sicheren Seiten … Nur so als Vorschlag …
Viele Grüße aus D’dorf

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Viele Veranstaltungstechniker nutzen auch den [RF-Explorer][1] als einfachen und günstigen Spectrumanalyzer. Die DVB-T Stick Lösung kommt ja nicht bis 2,4GHz rauf.
Den breitbandigen Träger kann ich mir eigentlich nur als Mischprodukt vorstellen. Wenn eine andere Band damit keine Probleme hatte, ist die Frage, ob die das gleiche IEM benutzt haben. Oft nutzen die ja eigenes Equipment.
[1]: http://j3.rf-explorer.com/

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Wie wurden die Knoten denn eigentlich mit Strom und LAN versorgt?

Man hat schon Pferde kotzen sehen, daher sind vielleicht auch Netzteile oder ähnliches Schuld. Wir hatten z.B. mal Probleme mit einer HDMI über Ethernet Lösung.

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Die Produktionen haben nichts miteinander zu tun … Jede der Bands hat immer eigenes Equipement … Die Frequenzen sind innerhalb der Band mit einer Software des Herstellers so gerechnet, daß sie zusammen spielen. Dadurch werden nur Frequenzen vergeben, deren Intermodulationsprodukte nicht stören. Aber eine solche Breitbandstörung kann ich mir dabei nicht vorstellen bzw. habe ich auch noch nie gesehen. Normalerweise scannt man beim Aufbau mit der Software des Herstellers (meist Sennheiser oder Shure) einmal das zu benutzende Frequenzband und passt wenn nötig Frequenzen an. Wenn nur eine Band spielt ist das meist unproblematisch. Nur auf Festivals mit vielen Bands muss man sich untereinander absprechen. Aber wie bereits gesagt wurde … Das ist uns als Freifunker normalerweise total wurscht, da wir weit darüber sind … Ich denke halt, daß wenn freifunk auf einem OpenAir Event am Sart ist, tut man gut daran auch mal in den Bereichen zu scannen, die für die Veranstaltung besonders wichtig sind, auch um sinnlose Diskussionen zu entkräften oder aber auch Fehler zu finden …
Ich wäre auf jeden Fall sehr interessiert, ob Ihr bei der Hardware, die dort benutzt wurde, irgendwelche Probleme feststellen könnt bzw. ob einer der Router einen breitbandigen Träger rauswirft …

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