Warum weitere Strecken vernetzten - Richtfunk in der Stadt

Da ich immer wieder in verschiedenen Kreisen ähnliche Diskussionen führe möchte ich gerne mal eure Meinung dazu hören.

Immer wieder werden in Innenstädten Richtfunkstrecken mit viel Zeit und finanziellem Aufwand angelegt. Die Ziele sind vorher meist nicht definiert, das macht dann das Messen des „Erfolges“ schwierig.

Mögliche Ziele:

  1. ein Standort hat eine besonders gute Anbindung an’s GBI (Großes, böses Internet) und soll damit die Stadt versorgen
  2. Ausfallsicherheit, Schnelle Verbindungen in der Stadt
  3. Die Versorgung von Orten ohne direkte Internetanbindung

Punkt 1. und 2. sind in der aktuellen Gluon-Architektur nicht möglich, oder? Hat ein Knoten einen direkten Link ins Internet, ist der Link immer „besser“ und nimmt den Weg über die Supernodes, auch wenn das Ziel 4 Hops entfern wäre.

Wie seht ihr das, bzw. was waren die Ziele bei den bestehenden längeren Links?

5 Likes

Bei 1 und 2 sollte es tatsächlich keine „näheren“ Uplinks geben, da schneller Zugriff auf das Internet kein Kriterium für das Mesh ist. Meist geht es um 3 - irgendwo das Internet hinbringen, wo sonst keins hinkommt.

Leider sehr berechtigte Fragen.
Denn ohne Netzplanung geht’s dann wirklich nicht.
Und die leisten wir mit unserer bisherigen Steckdosen-Funkerei nicht.

Meine Beobachtung ist -um die Brücke zu Gluon zu schlagen- dass selbst mit einer hohen Hop-Penalty auf den Supernodes solche Weitverkehrslink zumindest „als Wifimesh“ nicht sinnvoll funktionieren wegen hohen Packetloss-Raten und dem Herumgebrülle des Background-Traffics.

Hier sollte man schauen, ob man wirklich exklusiv den BAT-Traffic auf einem dedizierten Interface über WDS-Bridges (mit client-Isolation bei mehreren Links an einem zentralen Punkt) legt. Batman hilft an der Stelle einfach nicht, weil nicht effizient.

1 Like

Also 1. funktioniert auch bei Gluon und seinen Supernodes sehr gut.
Der Trick ist es eben, bei der sehr guten Anbindung an das Internet gleichzeitig einen Supernode aufzustellen. :slight_smile:

Und dass der Weg über das Internet immer bevorzugt wird, stimmt so nicht. Das kommt sehr auf die Hop-Penalties an, die für das batman-adv-Protokoll bei den Gateways gesetzt wurden, die die annähernd 0% packet loss über Kabel per Internet ausgleichen. Es gibt da irgendeinen empfohlenen Standardwert, der dafür sorgt, dass die Daten normalerweise innerhalb des Meshs bleiben.

1 Like

Das lässt sich über die HOP Penalty lösen. Solch ein höherwertiger Internetuplink sollte nicht mit der üblichen VNP Penalty belegt werden. Damit sind dann einige HOPs mit guter Link Qualität drin ohne dass nähere gewöhnliche vpn uplinks bevorzugt werden.

Das geht z.B. über das einbinden dieses Richtunfunk Uplinks in die zwischen den Supernodes bestehende (wie auch immer geartete) Verbindung. Damit wird die Kiste dann sozusagen zum öfters diskutieren lokalen supernode.

Weiteres mögliches Ziel: Verringerung der Anzahl der Hops durchs Netzwerk bzw. Erhöhung der Bandbreite durchs Netzwerk. Interessant z.B. wenn man übers Freifunk sein Backup auf ein entferntes Ziel (z.B. NAS bei einem Freund) kopiert.

1 Like

alternativ mesh on lan over wlan p2p (mit der Hersteller firmware incl. DFS etc)

Das ist das deutlch sinnvollere Verfahren als das Radio im AdHoc-Modus zu quälen.
Denn je besser die Richtwirkung einer Antenne, desto schlimmer die Hidden-Station-Konflikte (->Paketverlust → niedriger effektiv nutzbarer Durchsatz trotz blendend toller MBit/s-Linkrate.)

Wieso alternativ? Für Richtfunkverbindungen sollte das doch „Best practice“ sein, oder nicht?

Diesen Satz verstehe ich nicht. Zumindest scheitert er bei mir bei Realitätscheck.

Manche Leute bieten eine „ungerichtete“ Richtstrecke an, die einfach irgendwie in die Stadt strahlt, sodass man sich mit ner beliebigen Richtantenne + Gluon draufschalten kann. Da wird dann oft Gluon eingesetzt, damit es ganz einfach ist.

Aber ja, für richtige Richtfunkstrecken sollte man mit der Stockfirmware arbeiten, und die batman-adv geräte hinter diese Ethernet-Richtstrecke hängen.

1 Like

Naja, ich war davon ausgegangen, dass man Richtfunkstrecken immer mit zwei Geräten mit Stock-Firmware macht und diese Richtfunkstrecke halt wie ein LAN-Kabel mit Mesh-on-WAN benutzt.

Das hat mit diesem Thread hier nichts zu tun und ich werde daher hier nicht antworten.

Dann kann ich sagen: Das ist hier in Gluon-Land die absolute Ausnahme. Die Beispiele kannst Du im Wiki abzählen…

Nochmals 1000 mal Entschuldigung!
Ich werde dich bestimmt nichts mehr Fragen!

Du kannst gern fragen, aber dann in einem neuen Tread.
(Früher hätte ich den Thread geteilt an so einer Stelle, aber das ist aus Gründen der Nachvollziehbarkeit von Diskussionen nicht mehr erwünscht. Daher leider nur dieser Weg. Und bevor ich schlicht gar nichts schreibe sagte ich eben „Ja, ich könnte Dir die Frage beantworten, jedoch tue ich es nicht, da es hier nicht passt.“)

Um zum Thema zurückzukommen:

Installationen wie der KGV-ImBrühl/Gerresheim beweisen, dass man auch mit nur einem einzigen Uplink ein durchaus nutzbares Netz aus 20 Meshroutern bauen kann. (Sofern der Hintergrundtraffic sich zu Paketstürmen aufschwingt und die OGM-Pakete aus dem Netz drücken)

Daher sehe ich die Chancen zur Anbindung von Inseln (abseits des VDSL-Gebietes) mittels performanter Wlan-Strecken für durchaus gegeben.
Nur dafür muss es Leute geben, die das explizit wollen.
Denn geschenkt gibt es auch das nicht. (Und selbst wenn 3G/4G in Deutschland unverhältnismäßig teuer ist, die Bequemlichkeit siegt dann bei vielen, auf dem Campinplatz eben nichts selbst zu bauen, sondern murrend zu zahlen…)

Noch schlimmer, es muss ZWEI Parteien geben, die das wollen. Daran scheitert es meistens.

1 Like