Wie wird der Trafic verteilt in einem WLAN? "Pro Verbindung" oder "pro Client"?

Hallo,

diese Frage bezieht sich eher allgemein auf WLAN Verbindungen
und nicht direkt auf Freifunk.

Wenn ich ein AP habe mit mehreren Clients und der AP nur
einen begrenzten Uplink zum Internet hat, wie teilt sich dann der Traffic auf
die Clients auf?

Wenn mehrere Clients viel Bandbreite benötigen:

-wird dann die Bandbreite „pro Client“ gleichmäßig
aufgeteilt oder wird die Bandbreite „pro Verbindung“ aufgeteilt.

Ich vermute eher „pro Client“ da „pro Verbindung“
der AP ja mindestens Layer 3 auswerten müsste was wohl kein SOHO gerät macht. Mit „pro Verbindung“ könnte auch sehr leicht
die Bandbreite der anderen Clients geklaut werden…

Wie sieht das ganze wiederum auf dem Client selber aus? Dort ist meine Vermutung dass die Bandbreite
„pro Verbindung“ aufgeteilt wird.
Also das ich mehr von meiner Bandbreite für einen Download verwenden
könnte wenn ich diesen mit mehreren Verbindungen durchführe, ich jedoch damit
den anderen Usern welche auch das WLAN belasten nicht mehr Bandbreite
„wegsauge“ als mit einer Verbindung.

Leider habe ich wohl nicht die passenden Keywords gefunden
um dies zu ergoogeln :frowning:

Die Frage kam auf da in unserem Ferienwohnungsdorf das WLAN
nur die besagten 2 Mbit hergibt und das teilweise auf 10 KB/s einbricht das
sehr nervig ist wenn man bemerkt das man noch die OSM GPS Karte von dem Land
runterladen muss :wink:

meines Wissens first in first out je Paket. Egal, wie viele Clients oder Verbindungen. Deswegen gibt es die Möglichkeit der Priorisierung.

Nein. Meines Wissens nicht. Wenn Z.b. ein Client gerade nen Torrent laufen hat, dann gucken die anderen in die Röhre.

Wird alles hier beschrieben (wie weit das jetzt in den Kerneltreibern implementiert ist, weiß ich gerade nicht - CSMA/CA PCF wahrscheinlich nicht, aber RTS/CTS denke ich schon):

Es läuft darauf hinaus, dass statistisch gesehen, wenn alle Clients gute Verbindungen zum AP haben und sich gegenseitig entweder alle hören können oder gar nicht gegenseitig hören können, die Bandbreite langfristig gesehen gleichmäßig aufgeteilt werden würde (was aber praktisch nie der Fall ist).
Aber da die mögliche Bandbreite pro Client auf 802.11n bis zu 150Mbit/s beträgt, ist das nur sehr selten der Bottleneck bei Freifunk (die 300Mbit/s werden nur durch Beamforming bzw. 2D-Empfang erreicht - Mit 2 Antennen kann z.B. der WR841N in die eine Richtung Client A zuhören, während er in die andere Richtung Client B zuhört - Mit jeweils maximal 150Mbit/s ergibt das eben 300Mbit/s - Außerdem können die Teile bei gutem Empfang gleichzeitig senden und Empfangen. Dadurch können auch FF-Router mit bis zu 300Mbit/s meshen - mit MU-MIMO können die Dinger sogar 2 Clients gleichzeitig unterschiedliche Signale senden da kommt man dann auf bis zu 600Mbit/s, aber wirklich nur bei sehr rauscharmen Umgebungen).
Im Endeffekt muss man sich zumindest bei Freifunk da echt keine Gedanken machen - die WLAN-Technik entwickelt sich schneller weiter als wir ne größere Bandbreite zur Verfügung stellen können.

Also auf IP-Layer: Jede Verbindung wird gleich behandelt (z.B. bei TCP).
Wenn also 3 Clients versuchen per HTTP mit nur jeweils einer TCP-Verbindung eine Datei herunterzuladen, teilt sich die verfügbare Bandbreite relativ gleichmäßig auf.

Bei Streaming etc. gibts Probleme, wenn mehrere Chunks parallel geladen werden z.B. - dann gucken eben die anderen in die Röhre (wie Stefan schon angemerkt hat). Ähnlich ist es bei Torrents und UDP…
Ein paar Communities haben Scripte zum Traffic Shaping, aber wie die das speziell machen, weiß ich nicht.
Es ist immer so eine Diskussion, ob das gegen die Netzneutralität verstößt, wenn man priorisiert. Deshalb setzen die meisten Communities einfach auf Fair use…

EDIT:
Wegen der OSM-Karte… Das ist doch Freifunk. Dann biete die Karte doch über Freifunk an. Ist doch kein Problem da mal die Karten für die Umgebung zu rendern/runterzuladen und von nem kleinem Raspi anzubieten. Also bei 2Mbits/s für ein Ferienwohnungsdorf wundert es mich überhaupt, dass die Bandbreite nicht von dem ganzen Batman-Traffic gefressen wird.

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QoS oder ähnliches bringen auf dem WAN Interface des Routers nichts für eingehenden Traffic. Der Traffic ist ja schon da. Man könnte jetzt Pakete droppen, aber das hat dann den Nachteil, dass das Paket neu versendet wird (zumindest bei TCP) und daher dann nochmal übermittelt wird.

so ganz scheint mir Deine Antwort nicht mit dem Kern der Ursprungsfrage zu korrespondieren:

einen begrenzten Uplink zum Internet hat, wie teilt sich dann der Traffic auf die Clients auf?

Wie ich die Frage verstehe wäre z.B.: Uplink hat z.B. nur 5Mbit/s Down-Kapazität.
3 Nodes/Clients sind dran wollen aber richtig viel saugen, also zusammen weit mehr als jene 5Mbit/s , wie verteilt sich die Last auf das, was der Uplink kann. Wie verteilt der Node des Uplinks die Last? (Dabei ist ja die Leistung der vermeshten Router nur indirekt ein Kriterium.). In wie weit verändert sich die Verteilung, wenn nicht 3 Nodes meshen, sondern 10, und/oder, wenn nicht 3 clients, sondern 10 dran sind. (bei gleichem Gesamt-Saugbedarf.)

Gleiche Fragestellung dann bei Upload.

Oder, um es noch mehr zu trimmen: es sind 3 clients mit download von je einem 50 GB Paket dran und alle haben eine verschlüsselte Ende- zu Ende-Verbindung, z.B. SFTP oder HTTPS

@Pinky Da bin ich doch auch auf IP-Ebene eingegangen.

Zuerst bin ich auf WLAN eingegangen um klarzumachen, dass das normalerweise kein Bottleneck ist, da der Titel vom Thread „Wie wird der Trafic verteilt in einem WLAN? “Pro Verbindung” oder “pro Client”?“ ist. Wenn hier jemand auf den Thread kommt durch die SuFu oder so, dann gibts hier auch die Antwort.

Schöne Grüße,
Vincent

Danke für das sehr informative und aufschlussreicher
Posting! …

Also bei 2Mbits/s für ein Ferienwohnungsdorf wundert es
mich überhaupt,

dass die Bandbreite nicht von dem ganzen Batman-Traffic
gefressen wird.

Da ist ein Missverständnis.
Das Thema bezog sich allgemein auf „WLAN“ und nicht explizit
auf „Freifunk WLAN“. Das
Ferienwohnungsdorf steht in Frankreich und ist von Betreiber her einfach ein
offenes WLAN welches direkt zum ISP geht ohne Freifunk oder VPN oder
ähnliches. Eigentlich recht gefährlich
für den Betreiber… aber mein Französisch ist nicht ausreichend um denen das zu
verkaufen ; -P

bringt ja auch nichts, in Frankreich gibt es keine Störerhaftung, also keine Notwendigkeit zur Verschlüsselung/ VPN, um die Ursprungs-IP zu schützen, und alles andere ist halt wie normales WLAN. Also FF nur unter Mesh-Gesichtspunkt, und das sollte leicht anhand einer Zeichnung verständlich zu machen sein. Gleich, welche Sprache. (Gateway wird nicht gebraucht, also auch keine unserer aktuellen Firmwares)