Wir bekommen Kirchtürme

Wir haben eben die Zusage vom Pfarrgemeinderat bekommen für fünf Zugänge in Wersten, Holthausen, Itter und Himmelgeist .

Natürlich müssen wir dem Pfarrgemeinderat den Aufbau noch vor als Detail Plan mit Kosten etc vorstellen, aber wenn wir das richtig manchen haben wir das Projekt.

Ich freue mich !

Danke an alle Beteiligten

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Ich halte es auf Grundlage des derzeit geplanten MoU für mehr als problematisch. (sprich: Unvereinbarkeit von Mitwirkenden mit diskriminierendem Verhalten)
Eine belastbare Abstimmung mit denjenigen, die freifunk.net-Domain verwalten ist hier notwendig, nicht dass wir hinterher Konsequenzen zu tragen haben, die den Beteiligten nicht klar gewesen sind.

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MoU

Bei Freifunk wollen wir erreichen, dass sich Menschen unabhängig von
Geschlecht, sexueller Orientierung, Herkunft, Glauben, Aussehen, Alter
und anderer (tatsächlicher oder zugeschriebener) Merkmale in den
Communities einbringen und wohlfühlen können.

Es ist sicherlich so, dass es Religionsgemeinschaften gibt, in denen leider immer noch homophobe Meinungen verbreitet sind. Aktive Mitglieder dieser Gemeinschaften daher von vornherein auszuschließen, halte mit dem o.g. Satz aber auch nicht vereinbar.

Auch das deutsche Strafgesetzbuch enthielt bis vor nicht allzu langer Zeit homophobe Paragraphen. Hätte bis zu diesem Zeitpunkt auch keine Richterin bei Freifunk mitmachen dürfen? Wie ist es mit Leuten, die deutsche Adoptionsverfahren durchführen bzw. daran beteiligt sind? Auch hier gibt es AFAIK immernoch Diskriminierung auf Grund der sexuellen Orientierung.

Diskriminierung von LGBT passiert in unserer Gesellschaft und es ist gut, wenn möglichst viele Menschen etwas dagegen tun, aber ich glaube nicht, dass wir positive Veränderungen dadurch erreichen, dass wir Menschen auf Grund ihrer Religion bestimmte Attribute unterstellen.

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Darum geht es ja auch vermutlich gar nicht, sondern um die Diskriminierung von Frauen innerhalb der eigenen Organisatin.

Dann würden sich die Berliner ja selber ins Knie schießen. Die sind schon auf vielen Kirchtürmen vertreten mit ihrer Technik.

Auch wenn es in der Freien-Software-Bewegung möglicherweise keine explizite Diskriminierung von Frauen gibt, der Anteil an weiblichen Personen ist dort deutlich geringer als unter den Informatiker*innen. Viele Menschen sehen Gründe u.A. in einem oft diskriminierendem Verhalten (welches sicherlich nicht immer bewusst stattfindet). Ich denke, in dem Bereich gilt es erstmal vor der eigenen Haustür zu kehren …

Ich denke, Du solltest zwischen offener Diskriminierung und struktureller unterscheiden.
Die römisch katholischer Kirche steht aber zu ihrer offenen Frauenfeindlichkeit.
Wir FreifunkerInnen bemühen uns darum, strukturelle Benachteiligungen zu bekämpfen, auch intern. Ansonsten würden wir uns nicht für dieses MoU so engagieren.
Um es anders zu formulieren: Von Dir lasse mich mir daher gewiss nicht ans Bein pinkeln, sofern Du mir nicht konkret benennst, wo ich denn bitte „kehren“ solle.

Ich denke dabei spontan an die Umgangsformen auf der LKML und diverse Reaktionen darauf. Hier im Freifunk-Forum ist der Ton zum Glück normalerweise besser (wie es bei Diskussionen aussieht, deren Inhalt kurz nach der Veröffentlichung gelöscht wurde, kann ich nicht beurteilen). Und unterstelle mir bitte nicht, dass ich dich persönlich angreifen möchte. Das liegt mir fern. Und in dem MoU steht nichts über Unterscheidungen zwischen verschiedenen „Organisationsformen“ der Diskriminierung.

Ich kann es leider nur wiederholen: Wir bemühen uns hier aktiv darum, uns gegen Diskriminierung zu engagieren. Daher ist es ein Anliegen, Zusammenarbeit mit diskriminierenden Personen zu auszuschließen. (Ansonsten würden wir es eben nicht so klar und deutlich formulieren)

Umgekehrt haben wir hier die Option, eine Organsation bei den Freifunkenden begrüßen zu können, die sich nach wie vor -und entgegen aller Gesellschaftlichen Kritik- zur geschlechtlichen Diskriminierung bekennt und zudem auch keine glaubhaften Anstrengungen erkennen zeigt, dieses Verhalten zukünftig zu ändern.

Sofern das MoU so umgesetzt wird wie es jetzt zur Diskussion steht sehe ich keinen Spielraum einer Zusammenarbeit mit der römisch-katholischen Kirche als Organisation.

(Um nicht misverstanden zu werden: Es geht nicht um die Zusammenarbeit mit einzelnen KatholikInnen oder vielleicht Priestern oder KA-Mitstreitenden, sondern darum, wenn eben eine amtskirchliche Verwaltungseinheit eine Zusammenarbeit anbietet, sei es auch in Form eines Bischofs, bei dem ich dann keine Unterscheidung mehr zwischen Privatperson und Amtskirche machen würde. Aber das ist meine persönliche Interpretation.)

Hmm. Also ist es OK diskriminierende zu diskriminieren?
Also konsequent oder inkonsequent, Hauptsache das Hin und Her hört auf …

Sorry, aber das ist Rabulistik.

Es gibt hier kein „Hin und Her“, sondern eine klare Ansage des Berliner Fördervereins.
Derzeit zwar eine Diskussionsvorlage, ich sehe aber nicht, dass sich dort im Text in den letzten Wochen (und auf dem Wireless Event) irgendwelche Änderungen ergeben hätten.

Das nehme ich jetzt mal nicht persönlich.
In der Tat meine ich meinen Satz ernst. Gehen wir weiter, von der Kirche zu Parteien, was ist mit der homophoben C*U, der … wo soll das hinführen und enden?

Sehe kein Problem mit dem MoU. Gibt doch bitte eine konkrete Stelle an.

unter
„Soziale Prinzipien“ steht:

Bei Freifunk wollen wir erreichen, dass sich Menschen unabhängig von
Geschlecht, sexueller Orientierung, Herkunft, Glauben, Aussehen, Alter
und anderer (tatsächlicher oder zugeschriebener) Merkmale in den
Communities einbringen und wohlfühlen können. Der Umgang miteinander
soll respektvoll sein; neue Interessierte sind uns stets willkommen. Wir
dulden keinerlei Diskriminierungen.

Da sehe ich dann keinen Raum für Religionsgemeinschaften, insbesondere bei solchen die ein anerkanntes Problem Gleichberechtigung und Diskriminierung bei Geschlecht und sexueller Orientierung haben.

Mag ja sein, dass der Passus überzogen formuliert ist. „Keine Diskriminierung dulden“ ist zumindest für mich eine so starke Aussage, dass ich da wenig Interpretationsspielraum sehe.

Oha… Die Diskussion finde ich nach meinem Geschmack jetzt aber schon seeehr weltfremd irgendwie. Okee, wenn man jetzt die Katholische Kirche als offiziellen Kooperationspartner für Freifunk bewerben und mit ins Boot holen wollte („Freifunk - eine Initiative der Katholischen Kirche Rheinland“), dann könnte ich das nachvollziehen und hätte damit auch meine Probleme… Aber hier geht es (nüchtern betrachtet) darum, ein paar Antennen auf irgendwelchen Gebäuden zu platzieren - und ich finde das Kirchtürme die hervorragende Eigenschaft haben, hoch zu sein… Da sollte man die Kirche mal im Dorf lassen… (Wortspiel^^)

Und das sag ich als homo und überzeugter Atheist und Kirchen-Ablehner^^… Wo wollen wir denn dann anfangen und wo aufhören? Sämtliche kommunale Kooperationen wären damit ja schon mal hinfälllig, denn Diskriminierungen durch CDU, SPD, Grüne, FDP (wenn wir viel nachdenken finden wir sicher auch was bei den Linken und den Piraten) etc. sind ja gegeben… Wahlweise gegen Homosexuelle, gegen Asylbewerber, per Jobcenter gegenüber Arbeitslosen, liebend gerne die letzte Zeit auch gegen Russland quer durch fast alle Parteien, Muslime, gegen die Opposition, whatever… Versicherungen und deren Gebäude sind auch ein NoGo - deren Policen diskriminieren ebenfalls Menschen mit Vorerkrankungen, Behinderungen etc. Kann der vegane Laden denn noch mitmachen? Schließlich diskriminiert er mich als Fleischesser (Stichwort „andere Merkmale“)… Und die Damen-Boutique? Die bietet mir keine Herren-Klamotten… :wink: Caffes und co. dann auch nicht mehr bitte - es sei denn sie bieten Kako, Torte, Kaffee etc. rein auf Fairtrade-Basis an, ohne die massenhaft verbreitete Kinderarbeit… Und wieso kann ich eigentlich bei einigen Supermärkten generell Alkohol erst ab 18kaufen, wenn mir der „leichte“ Alkohol doch eigentlich ab 16 erlaubt ist… Die Liste ließe sich vermutlich beliebig erweitern…

Okee, ist ein bisschen polemisch und an den Haaren herbeigezogen, das gebe ich zu… Aber da siehts bei der Kirchturm-Frage nicht groß anders aus meiner Meinung nach… Zumindest so lang es bei all dem um ein MITMACHEN und auch Freifunker werden geht und nicht um eine wirkliche Kooperation mit einem Verband/einer Institution… Daran würde ich dann auch strengere Maßstäbe setzen…

Just my 2 cents :slight_smile:

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Eine gute Gelegenheit ist eben wichtiger als ein MoU. Solange sich da keiner Illusionen macht ist das doch okay. :wink:

Ist doch egal, ob es katholische Kirchtürme sind. Wenn die Freifunk machen, dürfen auch Frauen mit ihren Smartphones dran.

Ich finde die Diskussion rabulistisch (Nach Wikipedia-Definition, @adorfer danke für das Wort, kannte ich noch nicht :smile:). Ich kann verstehen, dass Leute mit der Art und Weise der Entstehung des MoU nicht einverstanden sind und man auch versucht das Ganze mal auf die Spitze zu treiben um den eigentlichen Zweck dabei ad absurdum zu führen.
Die Berliner haben auf dem WCW ja auch gesagt, dass das MoU keinen Gesetzescharakter haben soll sondern vielmehr die Gruppe der Freifunker darin unterstützen soll ein gemeinsames Verständnis aufzubauen. Daher gibt es hier kein Schwarz oder Weiß. Ich apelliere da an jeden einzelnen etwas mehr Fingerspizengefühl walten zu lassen, statt alles pauschal über einen Kamm zu scheren.