Argumente gegen Netzfilter

Hallo, kennt ihr eine gute Zusammenfassung mit Argumenten gegen Internet-Filter? Es kommen halt gelegentlich (aber sehr selten) Fragen rein, ob Freifunk auch das Laden von bestimmten Inhalten („gefährende Inhalte“, Pornos) blockieren könne. Solche Blocks machen wir natürlich nicht; aber wie vermittele ich unseren Standpunkt am besten?

Bevor ich mir selbst einen guten Text dafür zusammenschreibe, wollte ich mal nachfragen, ob ihr schon eine gute Sammlung von Argumenten und Formulierungen dazu empfehlen könnt?

Stellt sich nicht zuallererst die Gegenfrage: Warum sollte Freifunk von sich aus im Netz filtern? Es kann doch jeder der dies möchte für sich selbst einen DNS mit entsprechenden Sperrungen einstellen. Sperren sind zudem sehr leicht zu umgehen, womit sich dann die Frage nach der Sinnhaftigkeit stellt.

Stimmt; ich hab die Situation nicht gut beschrieben. Also solche Fragen kommen halt z.B. von Firmen oder öffentlichen Einrichtungen, die sagen „wir würden wohl gern einen Freifunk-Router bei uns aufstellen, aber nur, wenn Leute darüber nicht an schlimme Inhalte kommen!“. Tja.

Ich würde dann halt gerne Argumente erwidern, die die Fragenden davon überzeugen, trotzdem einen Freifunk-Knoten aufzustellen, auch wenn der einen ungefilterten Internetzugang bietet.

Ja, das seh ich auch so: es ist schwierig, einen Filter zu bauen, der tatsächlich effektiv funktioniert. Am ehesten trainiert man damit die Nutzenden, solche Filter zu umgehen :slight_smile:

Ein anderes Argument ist, dass Leute (v.a. Jugendliche) eher Medienkompetenz lernen müssen, anstatt vor Inhalten im Internet geschützt zu werden. Aber dann gleitet das WLAN-Thema in eine Diskussion über Erziehungsmethoden ab, was ich zwar für nötig halte, aber was oft wohl den Rahmen sprengt.

Und wenn Inhalte wirklich so schlimm sind, dass Leute die nicht sehen sollten, sind die für gewöhnlich sowies schon gesetzlich verboten; dann wäre es sinnvoller, diese Inhalte bei der Polizei zu melden, damit die offline genommen werden. Das ist viel nachhaltiger als ein Filter, weil so alle Nutzenden geschützt werden.

Dann gibt es noch das Argument, dass ja jemand den Filter pflegen müsste. Wer darf also entscheiden, was akzeptabel ist und was nicht? Wer ist vertrauenswürdig genug, das für uns zu entscheiden? Und wie wollen wir uns da realistisch auf eine solche vertrauenswürdige Instanz einigen? Das Argument kann man dann weiterführen in Richtung „wie vermeidet man politisch motivierte Zensur?“.

Welche Argumente fallen euch noch so ein?

Ich würde da erwidern, daß auch ich Medienprodukte des Axel-Springer-Verlages oder anderen AfD-nahen Quark am liebsten weggeblockt sähe, aber das fänden ASV und AfD bestimmt latent unlustig.

(Nein, das ist kein Scherz, das ist eine mögliche Antwort; diplomatisch kann ich.)

Ja, im Kindergarten rotten.com (gibt’s das noch?), fände ich als betroffener Elter wohl auch uncool — aber wieso haben Kindergartenkinder (unbeaufsichtige(n)) Endgeräte (-zugriff)?

»Schlimme Inhalte« ist mir zu schwammig. Falls ein Jugendschutzfilter vorgeschrieben ist, ist der Ort nicht freifunkkompatibel. Ansonsten … (Hoffentlich wurde auch an Mobilfunksignale gedacht … Ach, wurde nicht, tja, finde den Fehler.)