"Bauanleitung online: So schützt man Akkus vor Tiefentladung", nicht (heise/Make)

Hier (Bauanleitung online: So schützt man Akkus vor Tiefentladung | heise online) gibt es eine Bauanleitung zum Schutz von Akkus vor Tiefentladungen.

„Viele Bastelschaltungen holen ihre Energie aus Akkus. Doch
Step-Up- oder Step-Down-Regler, die dabei oft zum Einsatz kommen,
scheren sich nicht um Tiefentladung, die Akkus zerstört. Make hat aber
eine Lösung parat.“

Ist vielleicht nützlich für Outdoor-Standalone-Router oder so.

Das Ding ist echt grausam, on so many levels…
Ich unterstelle Heise mit dem Artikel Foristen-Trolling.

Nachbauen: O.k., man kann damit lernen, wie man es nicht tut. Aber BITTE NICHT BENUTZEN

Freifunkenden, die das ernsthaft verwenden wollen schenke ich gern einen Hammer, um sich vorher selbst damit auf die Finger zu klopfen.

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@adorfer du hast sicher gute gründe, aber ausser dem rant kam davon so keiner richtig rum - das es eine extrem low level schutz schaltung ist sagt der Artikel doch selbst… Sprich: teile doch deine Bedenken mit Inhalt.

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  • Die Schaltung entläd den Akku (wenn auch gering) nach dem Abschalten der Last weit höher als die normale Selbstentladung (ganz zu vermeiden ist der Effekt nicht). Also keine Lösung für „Akkus monatelang eingelegt lassen nach Endlade-Ende“. (Ja, ich vergesse Akkus in Geräten, die in Schubladen liegen. Obwohl in der Bedienungsanleitung stand, dass man das nicht darf.)
  • Die Schaltung hat keine Hysterese. Die Schaltung wird ziemlich wahrscheinlich „schwingen“, d.h. die Last immer wieder kurz anschalten und wieder abschalten, wenn die Spannung zusammenbricht.
  • Der Schalter ist nicht „digital“, sondern wird im Arbeitspunkt erheblich Leistung verbraten. Das ist weder gut für den Akku (Der ist zwar dann eh schon fast leer), schlimmer aber noch: Bei großer Last und mangelnder Kühlung brennt der Transistor ab und wird mit etwas Pech zum 0-Ohm-Widerstand, killt dann also den Akku, wenn dieser nicht mehr genug Strom liefert, um irgendwas (das Kabel?) freizubrennen… Schmelzsicherung ist schließlich nicht vorgesehen.
  • gebrauchsfertige Tiefenentlade-PCBs mit dediziertem IC (inkl. Übertemperaturnotabschaltung) gibt es im 10er-pack für <1€ beim Aliexpress. (Wer CE braucht, natürlich entsprechend teurer im Modellbau-Bedarf. CE hätte die Selbstbaulösung aber auch nicht)
  • Buck/Boost (StepUp/StepDown) Wandler-ICs „mit integriert undervoltage protection“ gibt es als IC für 1€, wenn man >10 Stück nimmt… Wenn man also wirklcih selbst bauen will, dann kann man’s auch gleich komplett machen.

Ach ja:

  • Die Kommentare die sich auf die löttechnische Herausforderung / special needs des Heise-Artikelschreibers eingehen bitte ich direkt im Forum nachzulesen. Sind hier nicht von Belang.

Natürlich kann man Kerzen selbst ziehen, wenn der lokale Supermarkt keine hat und man daher der Meinung ist, Kerzen seien schlecht zu bekommen.
Trotzdem sollte man es dann so tun, dass die Qualität stimmt. Insbesondere wenn man das veröffentlicht und andere Leute damit anleitet. Könnte man vielleicht twittern oder in Foren posten. Aber als Anleitung in einem SelbermacherInnen-Magazin?

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Ich hab den Artikel auch kurz überflogen und nur soviel abgespeichert, dass das Teil als Schwingschutz einfach schwach weiter entlädt (bis entweder $anwender den Akku lädt oder der Akku bei 0 steht. Und in der Tat schaltet der MosFet nicht digital, sonder dient zeitweise als Längsregler. Eine Kühlung ist wohl nicht vorgesehen, da wird schon 1W zum Problem.
Ein Beweis für das sinkende Niveau der Heise-Publikationen. Schade, aber als Elektor-Leser der 80er und 90er Jahre rollen sich mir die Fußnägel auf.

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Wie wahr…
Auch die Funkschau (die der 1980er, als das noch bei Franzis’ war) kann man bitterlich vermissen.

Natürlich kann man Ketchup selbst kochen. Wer das kann, der will gar keinen Ketchup und wer es nicht kann, der liefert Pampe, die teurer ist ist die gekaufte. Und der Zielgruppe auch nicht besser schmeckt.

P.S: Ich hatte ernsthaft geschaut, ob Luksan Wunder jetzt für Heise schreibt.