Freifunk an meiner Schule

Das ist auch alles kein Hexenwerk, Planung ist allerdings dabei das A und O.

An die Infrastruktur denken, ordentliche VLAN fähige Switchtechnik muss ggfs. angeschafft werden.

Planen welche Kabelwege und Mengen an Switchports notwendig sind, um alles zu befackeln. Ggfs. bei zu weitläufigen Installationen abgesetzte Switche planen die ggfs. per FC angebunden werden müssen.

Dann die Portplanung machen welche VLANS wo hin müssen. Die Unifi AP und der Controller müssen sich nativ sehen, die SSID bekommen alle eigene VLANS.

Wenn Du die Planung fertig hast sehe ich gerne auch mal drüber. Ansonsten sag bescheid wenn es klemmt.

Eine Analyse des IST-Zustandes ist dabei natürlich Grundvoraussetzung. Entsprechend solltest Du jemanden ausfindig machen, der sich im bestehenden Netzwerk gut auskennt, um erstmal eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Technik und Kabel machen zu können.

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@CHRlS

Von der Technik bin ich vollständig bei Dir. Das passt so.
Nur zweifle ich daran, dass sich -außer in extremen Glücksfällen- in NRW Allgemeinbildende Schulen in staatlicher Trägerschaft finden, die das mit dem „freien, ungefilterten“ Internet zu wagen bereit sind.

Und wenn, dann braucht es dafür auch ein schlagkräftiges Team, was so eine Aufgabe langfristig zu stemmen in der Lage ist.

Denn das ist zweite Punkt, der hier dazu kommt, ist dass der TS sagt:

Sprich: Einen Plan, 10k€ an aktiven Netzwerkkomponenten zu verdübeln und dazu noch mindestens(!) nochmal genauso viel für Bauvorleistungen in Form von Kabeln an Orte, so man APs hinhängen kann für effektive Abdeckungen:
Diese Mitteln muss auch ein Förderverein nicht nur besitzen, sondern auch das Vertrauen haben, dass es nicht in den Sand gesetzt wird.

Und da wären wir dann bei der Sache mit dem Erfolgsdruck.

Die Anforderung „genug Leute“ / „ganze Schule“ ist ein ziemlich dickes Brett.
Die Gefahr den Ruf von „Freifunk“ bei vielen Leuten nachhaltig zu verbrennen ist durchaus realistisch.
Zumal die Anforderungen, die gewünscht werden, inzwischen mehrheitlich lautet „Nie langsamer als 3G/LTE an der gleichen Stelle“.

Ich selbst befunke einen Schulhof einer städtischen berufsbildenden Schule aus 50m Entfernung vom Dach der 4. Etage herab mit einer Nanostation M2 und leichtem Winkelversatz mit einer LocoM2 (Anbindung beider per Lan, Offloader ist ein x86-Gluon in Proxmox)
Anbindung ist ein UnityMedia200. Kritisch ist die Airtime
Und der Schulvorplatz (andere Seite) wird von einer einer CPE210 befunkt, dort Anbindung von einem VDSL25, allerdings auch dort ein Airtime-Problem, weil dort Wifimesh über 11m.

Lange Rede, kurzer Sinn: Zweistelligen Client-Counts, aber schlechte User-Experience, weil auf einer Frequenz nicht mehr als 10MBit/s durch die Luft passen. (Ja, Speedtest liefert irgendwelche 35-MBit/s-Werte, wenn man allein ist. Aber sobald viele Clients gleichzeitig funken ist das illusorisch. Und diese Effekte hat man leider in allen nativen Gluon-Installationen.)

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Mhm ich habe mir die ganze Geschichte mal durchgelesen und muss sagen. Man sollte sich überlegen, was man denn überhaupt machen möchte.

Zu Beginn hieß es:

Das klingt für mich nicht nach „Ich baue das ganze Schulnetz um, um ein flächendeckendes WLAN für Schüler, Lehrer und was sonst noch so durch die Flure schlurft zu bauen“, sondern eher nach „Wir nehmen uns unseren Informatikerlehrer und 5-10 Mitschüler, bauen halt mal einen oder Zwei Access Points in der Schule auf, die auch mal Meshen und gehen vielleicht noch einen Schritt weiter und Binden noch $anderenFreifunkpunkt per Richtfunk an“

Ein einfaches Schulprojekt mit Vor- und Nachbereitung mit und durch Lehrer. Vorteil der Schüler: Hardware wird von der Schule gestellt und man muss keine 50-80€ Taschengeld für einen Nanostation verbraten.

Was hier im Thread draus geworden ist, ist ein Monster als wollte man eine komplette Netzwerkinfrastruktur planen. Freifunk ist doch primär ein Bastelnetz (auch wenn man davon in vielen Communities leider nur noch wenig merkt und die Experimentierfreudigkeit mit steigender Teilnehmerzahl zurück geht :confused:).

Bevor man hier also Dinge beschwört die gar nicht gewollt sind, lassen wir doch mal die Kirche im Dorf. Bei uns in der Community gab es auch die Idee von 2 Schülern Freifunk mal im Rahmen eines Schulprojekts zu machen. Keine 2 Wochen später saß einer ihrer Lehrer mit auf einem Treffen und hat sich mal schlau gemacht und ist inzwischen ein aktives Mitglied in der Community. Also mal im ernst, die Idee ist auf jeden Fall gut! Über die Projektgröße kann man sich streiten aber für mich klingt es recht harmlos und unterstützenswert.

Das „Masterplannetzwerk“ würde ich also erst mal in der Schublade lassen, einfach mit ein paar Lehrer sprechen, ggf. den Elternbeirat befragen und das wars.

Für mich ist das ganze Jedenfalls eher ein Projekt wie das Streichen eines Flures oder das Betreiben eines Schulgartens, als ein Großprojekt, bei dem Auftreten muss wie ein Netzwerkdienstleister.

In diesem Sinne…

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Ich möchte an dieser Stelle nur mal einwerfen, das eine der berufsbildenden Schulen hier in der Landeshauptstadt Kiel das Projekt „flächendeckendes WLAN auf dem Schulgelände“ mit einem Budget von 100.000€ umsetzt.

Nur mal um eine Größenordnung zu kennen. Dies umfasst alles vom CAT Kabel über sämtliche Netzwerkkomponenten und den lfd. Kosten für einen potenten dedizierten Internetzugang. Man darf in diesem Zusammenhang nicht vergessen, dass der Bandbreitenbedarf einer Schule, gerade dann, wenn das freie WLAN entsprechend bekannt gemacht wird, exorbitant hoch ist. Denn gerade Schüler sind immer klamm was Highspeedbandbreite angeht und wenn es dort ein WLAN gibt, wird es JEDER nutzen wollen. Dann fliegen dutzende MBit/s in Form von YT Clips über die Drähte.

Bei allen Überlegungen muss daher zwingend über eine Infrastrukturbeteiligung der Schule am Backbone der Community gesprochen werden. Denn einfach mal eben +2000 Clients an das örtliche FF Netz zu hängen, die dann im 45 oder 90 Minuten Takt das Freifunk Netz DDOS artig zum erliegen bringen, ist ja auch nicht das Ziel. Hier sollte von Anfang an ein enger Kontakt mit den FF Admins gesucht werden.

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Die Anforderung des Threadstarters war auf Rückfrage:

Und es ging um „richtig viele Leute“:
Daher eben die Konzepte dafür.
Aber es mag sein, dass wir die Anforderung misverstanden haben oder fälschlicherweise der Kritik des Threadstarters stattgegeben haben.

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Um mich nochmal kurz einzuklinken:

Hier an unserer „kleinen“ Flüchtlingsunterkunft mit 200 Bewohnern und nur ca. 80 gleichzeitigen Clients haben wir eine Grundversorgung. Dauernd kommen Beschwerden, dass das Netz zu langsam sei - kein Wunder, wenn die Anbindung über EIN 50 MBit DSL läuft und wir mit derzeitiger Technik nutzbare ca. 40 MBit in die Installation eingespeist kriegen. Der Uplink spendet pro Tag ca. 200 GB. Das ist hier weniger ein Problem, da wir offiziell Videos und Downloads nicht anbieten und sogar ausdrücklich missbilligen. Das kannst Du an einer Schule aber vergessen. Wenn das nur für WhatsApp angeboten wird, ist jede Discounter-Prepaidkarte besser.

Au weia. Aber genau so wird es ablaufen. Das kann man nur verhindern, indem man nur kleine Inseln mit WLANN schafft, so dass rein körperlich nicht mehr als 100 Clients Empfang haben, weil den Benutzern sonst die Luft ausgeht. :wink:

Wenn von den 2000 Benutzern nur 1000 in der Pause „mal eben“ ein YT Video laden, haben wir 1000 * 3 MBit (mittlere Qualität, bei FullHD mehr), also ungefähr 3 GBit. Andersherum teilen wir mal die hoffentlich verfügbaren 100 MBit gerecht auf: 100 kBit für jeden der 1000.
Nur mal für die Größenordnungen…

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So wollte ich es von Anfang an starten ich habe es aber verfehlt dies richtig zu kommunizieren.
Gleichzeitig ist es etwas Gutes zu wissen wo die Probleme eines schulweiten Netzes sind.


Ich habe bei den Start der Gespräche mit meinen Lehrern so etwas als Bedingung gestellt; Die Unterstützung der FF-Community und des Backbone-Teams, durch Spendenaktionen wie Sponsorenlauf, SV-Verkäufen, etc.

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Ich persönlich kann dir nur raten zunächst auf lokale Insellösungen in Form von Machbarkeitsstudien zu setzen. Hier sollte dann erstmal das Freifunk Netz an sich kennengelernt und der ggf. benötigte Bandbreitenbedarf abgeschätzt werden.

Hier könnte man z.B. die Mensa oder auch einen Eingangsbereich verfreifunken.

Im weiteren Verlauf bemüht man sich dann um einen Server im Netzwerk der Schule, installiert dort seinen eigenen Gateway inkl. VPN/FFRL Exit und leitet den Traffic direkt ab.

So könnte man im Rahmen eines mehrstufigen Ausbauplans die Technik kennen lernen, das Netz erweitern und Zweifler mit der Zeit auf seine Seite ziehen. Auch kann dann die Schulleitung anhand von Zahlen Daten Fakten überzeugt werden für diesen Zugang einen eigenen Internetanschluss bereitzustellen.

So ganz verstehe ich die kontroversen Einwände nicht, um ehrlich zu sein. Wir hatten weder dazu geraten vom Start weg 100k Euro in die Hand zu nehmen, noch etwas Negatives gegen Testinstallationen gesagt.

Insgesamt sieht es für mich, auch beim erneuten Lesen, ziemlich danach aus das schlüssig aufgezeigt wurde, dass die flächendeckende Versorgung auf Basis von Gluon nicht möglich ist und lediglich eine alternative Vorgehensweise gewählt werden muss, wenn man dieses Vorhaben, dann in einem der weiteren Schritte, tatsächlich umsetzen wollen würde. Diese Alternative wurde am Beispiel eines parallelen Projekts der Community Herne entsprechend beschrieben.

In dem anderen Projekt sind wir im Übrigen im kleinen 4stelligen Bereich unterwegs, trotz der Hardware die dort verknallt wurde:

  • 5 Rocket M2
  • 4 indoor Stummelantennen für die Rocket
  • 6 outdoor Antennen für die Rocket
  • 5 Halterungen für die Rocket
  • 2 Unifi AP LR
  • 12 Unifi AP AC LR
  • 5 HP ProCurve 2810-24G
  • 8 HP SFP Module MM
  • 8 FC MM Patchkabel
  • 1 19" 1 HE Appliance Server auf j1900 Basis

Vom Start weg zumindest perspektivisch zu planen und bspw. UniFi Geräte mit Gluon einzusetzen, da diese später auch für eine Controller Lösung wieder verwendbar wären halte ich nach wie vor für eine gute Idee. In Kombination mit einem zentralen Futro für nen schlanken Euro eine sehr zukunftsorientierte Lösung.

Der Vorschlag ist derzeit nicht sinnvoll. Vielleicht wird das in eurer Community so gemacht, dass da jeder Campus seine eigene Kollisionsdomäne aufzieht und nicht interoperabel ist, bei uns nicht.

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Für die Rocket könnte man auch die UniFi Outdoor (teurer) verwenden. Die Antennen passen dafür auch. Dann ist es auf dem Controller einheitlich. Leistungsanpassungen unter Taiwan im Controller, sofern die Kabel der Antenne dämpfen, gehen auch.

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Das Projekt war natürlich ein wenig anders, deshalb sind dort nicht ausschließlich Geräte mit Unifi Software im Einsatz.

In dem Fall waren die Rocket m2 quasi ein günstigerer Ersatz für die Unifi Outdoor+, da ohnehin „nur“ Gluon betankt wurde. Das sind die Geräte, die in die Umgebung meshen, um die umliegenden Plätze abzudecken.

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Ein Gedankengang noch: Dadurch, dass Freifunk ohne Vorschaltseite funktioniert, sind eben auch alle Geräte immer angemeldet.