Freifunk für 3 Ferienwohnungen

Hallo zusammen,

eine Freundin von mir hat 3 Ferienwohnungen. Sie hat mich gefragt ob es eine Möglichkeit gibt das sie hier offenes WLAN anbieten kann und dies dann ohne ihre IP Adresse.
Ich habe ihr Freifunk vorgeschlagen und ihr gesagt das ich mich um die Hardware kümmern werde.

Dann habe ich einen TP-Link Archer C7 Dualband Gigabit WLAN-Router (1300MBit/s (5GHz)) gekauft, die aktuelle Freifunk- Firmware aufgespielt und eingerichtet. Hat funktioniert.

Nun bin ich mit dem Router zu ihr gegangen. Habe ihn neben einen Fritz!Repeater (Mit WLAN ‚HOME‘) aufgestellt und an den Fritzbox Router angeschlossen.
Dann die Reichweite getestet. Das Gebäude ist sehr alt und hat dicke Wände. Durch einem Zimmer und zwei Wände, habe ich bei Freifunk schlechteren Empfang als mit dem WLAN ‚HOME‘… Wie kann das denn sein?
Der Router hat 3 Antennen und die habe ich, um die Funkleistung zu erhöhen, in verschiedene Richtungen ausgerichtet.
Kann mir wer sagen warum ich nach 2 Wänden hier schlechteren Empfang habe von Freifunk als das geschützte WLAN „HOME“, welches mit dem Fritz!Repeater verstärkt wird? Kann ich beim Router die Funkleistung noch hochschrauben?
Danach habe ich versucht den Fritz!Repeater auf das Freifunk Netz umzustellen, das ging nicht, was ich später dann auch im Web nachlesen konnte. Da wurde empfohlen einen TP-Link Router als AccessPoint zu nutzen.

Nun, dann habe ich 3 TP-Link Router WR841N mit Version 14 gekauft. Diese versucht zu flashen, aber Error-Code: 71211. Dann habe ich diese Seite gefunden: TP-Link WR841ND – wiki.freifunk.net
Es gibt wohl noch keine Firmware für Freifunk für die V14 bei diesem Router. Ich werde diese Router nun wieder zurückschicken.
Jetzt die Frage, welche Router (sollten klein sein und max. 2 Antennen) könnt ihr mir für Freifunk empfehlen die ich als Access Points nutzen kann?

Viele Dank im Voraus.

Viele Grüße
Jörg

Hallo Jörg!

Ein paar Fragen:

  1. Bei welcher Freifunk-Community bist Du? Je nach Community werden unterschiedliche Geräte unterstützt. Ohne Angabe der Community ist eine Geräte-Empfehlung schwierig.

  2. Welche Version vom TP-Link Archer C7 hast Du? Grundsätzlich bietet das 2,4 GHz-Band höhere Reichweiten, dafür liefert das 5-GHz-Band höhere Bandbreiten auf geringe Distanzen. Bei den älteren C7 sind die externen (langen) Antennen für das 5 GHz-Band (Ausrichtung verbessert nicht den Empfang für 2,4 GHz-Geräte). Für das 2,4 GHz-Band werden interne Stummel-Antennen genutzt (keine Möglichkeit, die Antennen auszurichten; schlechte Reichweite).

Mir ist nicht ganz klar geworden, wie Du die verschiedenen Geräte miteinander verbinden möchtest.
Grundsätzlich sollte der Freifunk-Knoten, der den VPN-Uplink macht, direkt an den Internet-Router (Fritz!Box) angeschlossen werden und nicht an irgendeinen Repeater. Weitere Freifunk-Knoten können dann als Repeater fungieren.

  1. Welchen Fritz!Repeater habt Ihr? Einige sind Freifunk-tauglich.

  2. Wie schnell ist der Internet-Zugang?

Viele Grüße
Henning

Hallo Henning, vielen Dank für deine Antwort.

  1. Die Freifunk Community ist Freifunk Franken (Forchheim).
  2. Hardware ist TP-LINK Archer C7 v5.
    Software: Firmware node-20200501 (OpenWrt (19.07.2)) Kernel: 4.14.171
    Ok, das die Antennen nur bei 5-GHz genutzt werden, wusste ich noch nicht. Sollte ich vielleicht mal 2,4GHz beim Freifunkrouter deaktivieren? Dachte immer 2,4GHz ist für Reichweite und das ist das Netz was ich hier benötige?

Wegen den Verbindungen hab ich 2 Bilder hochgeladen, hier sollte das vorhaben etwas deutlicher werden. :slight_smile:

FritzRepeater ist FRITZ!WLAN Repeater 310. Ich habe im Web gelesen, dass es wohl möglich sei mit einen Python script. Hier hab ich auch ein Video gesehen: [TUT] Freifunk - AVM FritzBox / Repeater mit Firmware ausstatten [4K | DE] - YouTube aber das wäre mir glaube ich zu kompliziert.

Dachte mir, ein MESH Netzwerk mit verschiedenen Freifunk Router (kleine), die als Access Points dienen wäre das beste für die Abdeckung des Freifunk WLANs für die Anforderungen.
Dann habe ich mir die 3 TP-Link Router WR841N neu gekauft. Jetzt hatten die aber Version V14, die Firmware zum Download ist aber leider nur V13. Glaub die Hardwareversion V14 ist auch abgespeckt und hat nur noch die hälfte an Arbeitsspeicher. Jetzt bräuchte ich 3 vergleichbare Modelle die ich dann so einsetzen könnte. Oder sollte ich es doch mal mit den Python script probieren und die Repeater flashen?

INET Anschluss ist ein 100MBit.

Viele Dank schon mal.

Schöne Grüße
Jörg

Wenn Du auf dem gleichen Kanal meshst, halbiert jeder Hop grob den möglichen Durchsatz, denn jedes Paket muß dann zweimal durch die Luft, in der immer nur 1 Geräte pro Zeiteinheit senden kann. Also vom Endgerät zu Meshpunkt 1 und von da zu dessen Meshpartner, dem Freifunk-Knoten am Internetzugang. Stichworte: Airtime, Hidden Station, listen before send.

Hängen alle Freifunk-Router z. B. an einem Ethernet-Seqment, packt man diese abwechselnd auf Kanal 1, 5, 9, 13 (analog für 5 GHz) und das möglichst so, daß sie sich jeweils nicht(!) hören (== stören) können.

Single-Channel-Mesh sieht nur auf Karten toll aus …

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Der TP-LINK Archer C7 v5 verwendet die externen Antennen auch für 2,4 GHz. Hast Du mit dem Smartphone nur die Signalstärke betrachtet oder auch den Durchsatz gemessen. Signalstärke bedeutet nicht zwangsläufig Signalqualität. Höhere Signalstärke kann an höherer Sendeleistung liegen. Mehr Antennen bringen häufig nur etwas, wenn auch die Gegenstelle entsprechend viele Antennen hat. Viele Smartphones haben leider nur eine Antenne und können daher kein oder nur schlecht MIMO. Bei der Signalstärke scheint es mit den dazwischenliegenden Wänden zu Wohnung 3 so oder so schwierig zu werden.

Der Fritz!Repeater 310 lässt sich nach meinem Kenntnisstand nicht sinnvoll mit OpenWRT oder einer Freifunk-Firmware bespielen.

Existieren zufällig noch irgendwo alte ungenutzte Telefonleitungen zu den Ferienwohnungen, die man als Netzwerkkabel zweckentfremden kann? Das wäre deutlich zuverlässiger als irgendwelche WLAN-Mesh- oder WLAN-Repeater-Lösungen.

Wie ist der WLAN-Empfang in Ferienwohnung 1 und 2 vom Büro?

Je nach Wandstärken reicht vielleicht auch ein Repeater zwischen Ferienwohnung 1 und 2. Der Repeater für Ferienwohnung 3 kann möglicherweise besser über Bande (Repeater in Ferienwohnung 1/2) funktionieren als durch die dicken Wände im Gebäude.

Zur Betriebsweise folgende Möglichkeiten:

  1. Du kannst die Geräte mit der Firmware von Freifunk Franken betreiben, so dass die untereinander meshen.
  2. Du kannst selbst ein Netz aus Accesspoints und Repeatern erstellen (ggf. auch als 802.11s-Mesh). Hierzu kannst Du die Hersteller-Firmware oder OpenWRT nutzen. Damit hast Du eine größere Geräteauswahl. Das Netzwerk müsste dann am Freifunk-Knoten dranhängen. Bei der Lösung können dann aber keine anderen Freifunk-Knoten andocken. Gibt es in der Nachbarschaft weitere potentielle Freifunk-Nutzer oder -Knoten?

Zu bevorzugen sind Geräte, die …
… von der Freifunk-Franken-Firmware unterstützt werden,
… von OpenWRT unterstützt werden und mind. 8MB ROM + 64MB RAM haben,
… vorzugsweise externe Antennen für 2,4 GHz haben,
… 5GHz (möglichst 802.11ac) für die Clients anbieten,
… einen USB-Port haben; mit OpenWRT kann man zustätzliche WLAN-USB-Adapter dranhängen, so dass der Repeater auf anderen Kanälen repeatet (leider dann die schlechten Antennen des WLAN-USB-Adapters).

Mit dem TP-LINK Archer C7 v5 hast Du eigentlich alles richtig gemacht. Als Repaeter ist der aber evtl. überdimensioniert und zu teuer.

Bevorzugst Du Neu-Kauf oder kommen auch Gebraucht-Geräte (z. B. über eBay) in Betracht?

Und zu guter Letzt: Bei WLAN geht probieren über studieren.

https://openwrt.org/toh/start

DAS habe ich noch nie irgendwo dauerhaft funktionsfähig laufen gesehen. Hast du Beispiele dafür, das da signifikante Performance rüberkommt?
Also real-World Trafficestats von so einer Installation. („show pics or it didn’t happen“)

Hallo, vielen Dank für deine Antwort, vielleicht komme ich damit einen Schritt weiter.

Ich habe nur die Signalstärke betrachtet. Wie kann ich denn den Durchsatz genau testen?

Nein, an die Verdrahtung möchte sie auch nichts ändern. Das wäre dann schon ein Auftrag für eine Firma.
Ich wollte sie lediglich nur bei Freifunk unterstützen, allerdings wusste ich da noch nicht das die Gegebenheiten der Wohnungen so ein großes Problem darstellen würden.

Feriennwohnung 1 habe ich Signalstärke einen Strich, bei der Ferienwohnung 2 leider keinen Empfang.

Ja, wenn ich passende Geräte hätte. Ich würde jetzt ungrern zusätzlich noch 3x TP-LINK Archer C7 v5 dazukaufen wollen. Dachte es geht mit den TP-Link WR841ND…
Die 2 Fritz!Repeater 310 kann ich hier wohl auch nicht nutzen.

Diese Lösung klingt sehr interessant. Genau das würde ich am liebsten tun. die Hersteller-Firmware von den TP-Link WR841ND benutzen. Dann könnte ich auch die Fritz!Repeater 310 benutzen.
Das habe ich also probiert. Habe einen TP-Link WR841ND als AccessPoint mit WLAN Name „Freifunk“ eingerichtet. Wireless Security habe ich deaktiviert. Nach einem Neustart habe ich ihn dann per LAN auf den FreifunkRouter angeschlossen.
Freifunk Router Buchse 1 Ethernet (orange) auf TP-Link WR841ND (Access-Point Router) Buchse Internet (blau). Dann habe ich das WLAN Netz „Freifunk“ beim Smartphone ohne Verschlüsselung zur Verfügung.
Leider habe ich da keinen Zugang zum Internet. WLAN Symbol ist mit einem Ausrufezeichen versehen.

Wie kann ich das, so wie du es beschrieben hast, einrichten? Oder muss ich hier mit dem USB-Adapter arbeiten?

Das ist egal, es muss nur funktionieren. Habe auch bei eBay nach der Hardwareversion V13 von TP-Link WR841ND gesucht. Wenn aber kein Bild von der Rückseite des Routers vorhanden ist, kann ich nur erahnen welche Version der Router dann hat.
Wenn ein Bild vorhanden ist, ist es aber eher V9 oder so… V13 habe ich keinen gefunden.

Danke.

Viele Grüße
Jörg

Der Archer C7 läuft ja mit der Freifunk-Firmware und sendet WLAN für Freifunk aus.
Du brauchst damit keinen weiteren eigenständigen AccessPoint. Die 841er kannst Du mit der Hersteller-Firmware direkt als Repeater betreiben. Hierzu ist als operation mode „Range Extender“ auszuwählen. Als Host Network dann das entsprechende Freifunk-Netz auswählen (den Accesspoint mit dem besten „Signal“ oder den wenigsten Hops).

https://www.tp-link.com/us/user-guides/tl-wr841n_v14/chapter-7-configure-the-router-in-range-extender-mode#ug-sub-title-1

Nach ca. 50 geflashten Routern unterschiedlichster Hardware hatte ich auch schon öfter den Eindruck, dass die Originalfirmware zu besserem Empfang bei den Clients führte. Besonders bei den Ubiquity AC light und mesh habe ich diesen Eindruck, aber auch bei TP-Link WDR-3600 und 1043.
Bin von hier: Aktuelle Firmware für alle unterstützten Modelle – Freifunk Saar

Bei größeren Installationen gehe ich mittlerweile dazu über, wenige zentrale Knoten mit Freifunk firmware zu bespielen und diese Router sozusagen als Offloader oder mesh-base zu nutzen. Wo möglich verkabele ich weitere APs mit den Routern und lasse die APs dann möglichst mit Stock-FW laufen. „saar.freifunk.net“ lässt sich ja auch so als SID ohne Passwort eintragen. Und die zentralen Router bieten dann noch immer ein mesh Netz an.

Das hat zudem den Vorteil, dass man auch ältere APs weiternutzen kann, selbst wenn diese nicht auf Freifunk geflashed werden können.

OpenWRT und Gluon nehmen die EIRP-Limits „inkl. Antennengewinn“ ernst. Das ist seit etwa Gluon2016 der Fall. Seitdem senden die Geräte halt 6-12dB schwächer, weil man sich an die Auflagen hält, die andere vielleicht ignorieren.

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Oder einfach übers Ziel hinaus schießt wie im Fall von Gluon/OpenWRT :stuck_out_tongue: