Freifunk für (kleine) Flüchtlingsunterkunft

Hallo zusamenn,

wir möchten einen Freifunkknoten für eine Flüchtlingsunterkunft hier im Ort aufbauen.
Ein DSL Anschluss ist vorhanden, bzw. wird gerade beantragt.
Können wir dann einfach einen vorkonfigurierten Router kaufen und an unser DSL Model anschließen und das war es dann schon?
Sollte es tatsächlich so einfach sein?
Oder muss noch etwas konfiguriert werden, oder ähnliches?

Vielen Dank für eure Hilfe!

Mit freundlichem Gruß

Auch wenn es jetzt unfreundlich klingen mag:
Nein, könnt ihr nicht „einfach“.

Zumindest, wenn ihr damit einen Bedarf befriedigen wollt und es nicht nur um einen PR-Stunt geht.

Abgesehen davon ist eine Rücksprache mit der jeweiligen lokalen Community dringend notwendig.
Einfach weil eine gut gemachte Installation pro untergebrachter Person etwa 1GB Volumen pro 24h (oder 1,5GB pro gezähltem Client) „verbraucht“.
Wenn man weniger liefert, dann klemmt es irgendwo und die Leute sind mindestens unzufrieden.

(Und wenn die lokale Community solche Daten nicht aggregiert, dann wird es mit der Qualitätssicherung der Versorgung schwierig. Dann steht man mit leeren Händen da, wenn es heisst „Freifunk läuft schlecht“. Denn gesagt wird das eigentlich immer, es gibt nur unendlich viele Schattierungen von „schlecht“. Das ist fast wie „Ebay ist schlecht“. (Stimmt ja auch, aber auch da gibt es unbegrenzt viele Möglichkeiten, die den Satz begründen können, mal legitim, mal eher nicht berechtigt.)

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Hallo Rastlin,
hast Du gelesen von den vielen Berichten hier? Dort findest Du Hinweise je nach Bauweise der Unterkunft. Und dringend: lokale Community kontaktieren!

Hallo,

vielen Dank für die schnelle Reaktion!
Ich habe mich beider lokalen Community mal gemeldet. (Freifunk Biggesee)
Benutzen werden den Knoten wohl so 20 User.
Bereitstellen können wir (bzw. die Telekom) dort „nur“ ein DSL 16000.
Aber ich denke mir in diesem Falle besser einen langsamen Internetzugang schaffen, als gar keinen…

Die Herausforderung wird darin bestehen, aus diesem Anschluss dann das Maximum herauszuholen, also ein maximales Stundenmittel von über 7-8MBit/s. (Ich spreche nciht von „einmal Speedtest direkt neben dem Router“, sondern von dem, was der Client-Traffic im Mittel über 60min gewesen ist, da liegt nämlich je nach Setup noch ein Teiler von 1,5 oder 5 dazwischen. Rechne also damit, dass Du einen Speedtest von 11MBit/s bekommst, die Clients aber nicht mehr als 4MBit/s holen im Stundenmittel zur jeweils „besten Tagesstunde“. Das wäre der Normalfall. Leider. Siehe die gefühlt 1000 Threads zu dem Thema hier…

@Rastlin : entgegen der je nach kontext sehr berechtigten Einwände von @adorfer würde ich ganz klar sagen :
JA : so einfach ist es am Ende.

Wenn die Unterkunft nicht besonders groß ist, und man dort 2-3-4 tp841 mit Kabel an die Fritzbox anklemmt und die so gut es geht verteilt kommt man recht weit. Im Idealfall nimmste kontakt zu deiner nächsten Community auf … wo das ist hab ich grad überlesen/du nicht geschrieben - die haben da eventuell lokal schon Erfahrungen. Wir haben in Stadtfernen Gemeinden recht überschaubare Unterkünfte - von der Menge der Untergebrachten Menschen betrachtet.

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Hallo,

könnte man nicht auch statt mehrerer Router einen Router und mehrere Access Points verwenden?

@Rastlin … ja , das glaub nur Begriffswirrwarr … mehrere Freifunk-Router(=Accesspoints) an 1 DSL-Fritzbox waren gemeint.
du solltest aber mal mehr von deinem Vorhaben schreiben, wo, wie groß, wieviele Leute, welche Community und ob du dahin schon Kontakt hast

Die Unterkunft befindet sich im Kreis Olpe, es werden wohl maximal 40 Personen untergebracht.
Die Community Freifunk Biggesee habe ich schon amgemailt.

Mein Plan war ein TP-Link TL-WDR3600 vorkonfiguriert hier kaufen und an diesen dann mehrere (je nachdem wie viele benötigt werden) WLAN Access Points anzubinden.

ah, ja da ist Großinstallation irreführend … :wink:
meine 5 cent dazu ? … ich würde mir eine normale Fritzbox mit zu dem DSL bestellen … und daran dann 4 * Kabel mit je einem TPlink 841N legen und die dann gut im Haus verteilen … das reicht dann eigtl alles ganz gut.
Unserer Erfahrung ist etwa die hälfte der Bewohner im Netz - der Anspruch ist relativ gering, bzw. die toleranz relativ hoch - wenn man auf das begrenzte Netz (vor allem Uplink verweist) .
Viel Erfolg

Jaa, in den Bereich Großinstallation hab ich den Beitrag auch nicht geschoben… :stuck_out_tongue_winking_eye:
In deiner Konstellation mit einer FritzBox und mehreren LPLink Routern:
Wer wäre dann der Router (mit der Freifunk Software) und was wären die Access Points?
Wäre die FritzBox dann der Router? Dafür gibt es aber doch keine Firmware,oder?

sag ich ja Begriffs-djungel - wirr warr foo :smile:
die Fritzbox wird als ganz normaler DSL Router betrieben, macht am besten kein eigenes, oder hart verschlüsseltes Wlan auf.
Die daran hängenden TP-Link 841N sind vielerorts Standard, manchmal sinds die 1043 … die hängen quasi selber als Client an der Fritzbox
diese TP-link mit Freifunk Firmware machen dann auch das offene WLAN auf , haben die Freifunk FW und soweiter … keine extra accesspoints , die sind selber der Accesspoint

Aber habe ich dann nicht mehrere „Freifunk“ Access Point, die das gleiche WLAN ausstrahlen und den gleichen IP Adress DHCP Bereich vergeben? Netzwerktechnisch nicht so gut, oder?

sagen wir Freifunk macht magic … :slight_smile: das ist ja das besondere, und erklärt am besten irgendwer an einem stammtisch

Also würde das rein technisch nicht zu Problemen führen, wenn ich 4 TPlink 841N mit Freifunk Firmware an eine FritzBox hänge die nur als DLS Model fungiert?
Das wäre natürlich ideal. :slight_smile:

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Falls das ein Tippfehler ist und du Modem meinst, Nein. Die Fritzbox muss schon die Einwahl beim Internetprovider machen.

Das meinte ich :sunglasses:

„Großinstallation“ heisst der Bereich, weil es um mehr als einen Haushalt oder eine Wohngruppe geht bei soetwas.

Eben der Sammelbegriff für "ein Router reicht nicht und die Clients wollen auch wirklich Bandbreite.
Daher hier schon richt.

Ich hatte es so verstanden als ob Du nur ein DSL16 bekommen würdest.
Dann solltest Du das in keinem Fall tun. (sofern es nicht nur um den PR-Stunt geht)

Mache es so, wie es Dir vorgeschlagen wurde.

Also bei uns im Raum Kassel läuft eine Freifunk-Installation in einer Unterkunft mit ca. 30 dauerhaft untergebrachten Flüchtlingen (keine Erstaufnahme-Einrichtung) in einem dreistöckigen Gebäude.

Da laufen derzeit:
Ein TP-Link 1043 als Freifunk-Knoten ( https://map.freifunk-kassel.de/#!v:g;n:30b5c2c4789e ) mit der Anbindung an einem Speedport-Router hin zum Internet. Am 1043er hängen - weil leider keine LAN-Leitungen gelegt werden können - zwei bis vier weitere TP-Link 841 als Freifunk-Knoten.
Also mesht das via 2,4 GHz.

Und jetzt noch zur Bandbreite in Richtung Internet:
Der DSL-Anschluss gehört dem Landkreis Kassel und nutzt diesen für den dort in der Einrichtung arbeitenden Verwaltungsangestellten.
Der Anschluss hat laut div. Geschwindigkeitsmessdienste ala speedof.me usw. etwa 5.000 kBit/s.
Davon dürfen 3.000 kBit/s download bzw. 200 kBit/s upload für Freifunk genutzt werden. Das wurde als Bandbreitengrenzwert im 1043er eingetragen.

Und was soll ich Euch sagen: Das läuft und die Bewohner sind happy, dass sie einen solchen kostenfreien Dienst benutzen dürfen. Es hängt ein mehrsprachiges Schild in der Unterkunft, der auf Freifunk hinweist und das nur eine langsame Internetverbindung vorliegt.
Keinerlei Probleme, außer mal nem Reboot eines Knoten.

Noch ergänzend, dass nicht das komplette Haus verfreifunkt ist, sondern nur bestimmte Bereiche (Schulungs/Sozialraum und anderer Raum). Teile des Hauses sind abgedeckt.

Also es braucht nicht immer VDSL mit 50.000er Bandbreite sein.
Der 16 MBit/s-Anschluss dürfte für 40 Personen reichen.

Probiere es aus.

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