Freifunk in Dormagen - eine kleine Erfolgsgeschichte

Hallo liebe Lesende,

hier ein kurzer Rückblick zum Weg des Freifunks nach Dormagen

Am 24.09.14 habe ich mich mit dem Bürgermeister der Stadt Dormagen, Erik Lierenfeld (SPD) getroffen und ihm vom Freifunk erzählt. Das Projekt wurde von ihm gut aufgenommen.

Am 29.10.14 hatte ich einen Termin in den Räumlichkeiten der Stadt zusammen mit dem Bürgermeister, einem Mitarbeiter der städt. IT und einer Fachbereichsleiterin. Ich stellte das Freifunk nochmal umfangreich vor, zeigte einige Geräte und ging auf Fragen zur Störerhaftung, IT-Sicherheit und Jugendschutz ein. Weiterhin haben wir über mögliche Formen der Zusammenarbeit zwischen Stadt und dem Freifunk Rheinland e.V. gesprochen. Wir beschlossen noch in diesem Jahr auf dem Platz vor dem historischen Rathaus (wo der Weihnachtsmarkt ist) eine kleine Freifunkinstallation zur Verfügung zu stellen. Es war der Wunsch der Stadt dies als kleines Pilotprojekt zu starten um Funktionalität sowie Akzeptanz zu testen.

Am 28.11.14 War ich zusammen mit @pberndro nochmal bei der Stadt. Diesmal stand ein Treffen mit dem Leiter der IT sowie einem leitenden Mitarbeiter an. Es wurde dabei natürlich teils sehr technisch. OpenWRT, B.A.T.M.A.N. wurden beleuchtet und Hintergründe zur Freifunk Infrastruktur des Vereines wurden erläutert.
An diesem Tag brachte ich wieder einige Geräte zum Anfassen mit. Der Mitarbeiter der IT war sehr neugierig und wir gingen mit ihm die einzelnen Schritte des Flashen und der anschließenden Konfiguration durch. Zu unserer Überraschung zogen wir gleich sofort los und suchten nach geeigneten Standorten im historischen Rathaus, aber auch in der Stadtbibliothek und der Volkshochschule in der Nähe. (Interessanterweise hat sich kurz vor diesem Termin die kommerzielle WLAN Lösung der in der Stadtbibliothek verabschiedet – Ehrenwort: Wir haben nichts damit zu tun!)
Noch am gleichen Tag wurden also gleich 3 Router im Rathaus in Betrieb genommen. Diese Router hängen an einem dedizierten DSL Anschluss der Stadt, ohne Verbindung zur städtischen Infrastruktur.
In den nächsten Tagen wurden von der städt. IT ganz eigenständig, dank privater Spenden, weitere Nodes in der Stadtbibliothek, der Volkshochschule sowie dem Ratssaal in Betrieb genommen.


Am 09.12.14 wurde ich von der Stadt Dormagen zu einem gemeinsamen Fototermin eingeladen.
Daraus entstand folgende Pressemitteilung der Stadt:
http://dormagen.de/rathaus-dormagen/presse/detail/news/3561/
einen Tag später wurde es von der örtlichen Tageszeitung aufgegriffen:

Im nächsten Jahr sollen Gespräche mit Sparkasse und Volksbank geführt werden. Dabei bieten beide Banken nicht nur einen tollen Standort gegenüber des alten Rathauses sondern kommen als mögliche Unterstützer für den Freifunk Rheinland e.V. in Betracht.

Danke allen, die es ermöglicht haben! Ich glaube es ist ein toller Anfang für Dormagen.

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Tja, WLAN Deployment ist gar nicht einfach. Was für ein paar Geräte zu Hause funktioniert (und da nötigenfalls per manuellem Rebooten wieder ans Laufen gebracht wird), ist bei großen Installationen immens schwierig.

Habt Ihr schon einmal erfolgreich einen Telekom Hotspot verwendet? Ein Konferenz-WLAN? Universitär? Alles Schmerzen. Von daher finde ich, dass wir mit Freifunk noch vorne weg dabei sind.

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Der Termin in Dormagen hat wirklich Spaß gemacht.

Die meiste Freude bereitete es mir, vor Ort die Offenheit und Begeisterung von den Mitarbeitern der IT-Abteilung der Stadt zu erleben.

Gruß,
Philip

Tolle Geschichte! Gratulation!

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Habe ich gerade gelesen diesen zugegebenen etwas angegrauten Thread und finde es interessant mit dem Freifunk in Dormagen. So interessant, dass ich mich auch engagieren würde mit einem Freifunk-Router in meiner Wohnung. Ich habe zu diesem Zweck die Community in Neuss per Mail angeschrieben. Reaktion bisher- keine. Ich denke ich bekomme das aber auch so hin einen weiteren Knoten einzurichten mit den Infos im Netz. Schade nur, dass man interessierten Usern auf Mails nicht zeitah antwortet.

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Hallo Flux,

es gibt sehr viele Wege mit anderen Freifunkern vor Ort Kontakt aufzunehmen, leider kommt es vor, dass der ein oder andere Weg mit der Zeit veraltet.

Wo hast du denn eine Mailadresse vom Freifunk Neuss gefunden? Vielleicht muss ja nur eine Wiki Seite aktualisiert werden.

Hallo MrMM,
danke für den Hinweis. Mit dem Kontaktaufnehmen ist es aber offensichtlich etwas schwieriger wenn man Anfänger ist, deshalb ja über den offiziellen Weg in Neuss versucht. Klar, kennt man erst mal Leute geht es besser.
Die Kontaktadresse die auf der Webseite unter Kontakt steht hab ich benutzt. Die sollte gehen (und abgefragt werden).

Moin, deine Email ist eingegangen. Aber ich hoffe du hast Verständnis dafür, dass wir Freifunker keine Reaktionszeiten haben, wie ein Supportcenter eines Unternehmen. Erst recht nicht, wenn man bedenkt, dass gerade Ferien und Urlaubszeit ist.

Das ist das wichtigste und das Ziel. Es zeigt mir, dass unser Konzept funktioniert. Herzlich willkommen und viel Spaß beim Freifunken!

Hallo Maltis,
danke für deine Antwort. Supportcenter eines Unternehmens erwarte ich auch nicht. Wie dem auch sei, ich habe mir die Infos zusammengesucht, eine passende Firmware installiert und nun hoffe ich, dass ich alles richtig gemacht habe. Danke für das herzlich Willkommen. Ich stehe kurz vor der Rente und kann mich insofern engagieren, sofern sich die Gelegenheit dazu ergibt. Schauen wir mal. :wink:

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Sehr gerne! Wie gesagt, sei nicht böse, wir wurden besonders nach der ganzen Medienberichterstattung in der letzten Woche mit Anfragen zugekippt.

Hallo Maltis,
bin ich nicht, böse. Im Gegenteil! Ich bin hoch erfreut durch diesen ergrauten Thread Antworten bekommen zu haben, die mich weiter gebracht haben. Ich werde in meinem direkten Umfeld die Vorteile von FF bekannt machen und dann schauen wir mal was sich noch tut in Dormagen. Ach ja, apropos Anfragen durch das Medieninteresse; vielleicht ein klitzekleiner Hinweis auf Eurer Webseite, dass es dauern kann mit den Anfragenbeantwortungen. „Ungeduldige“ werden Euch diese Info danken, auch wenn ihr es nie erfahren würdet. :wink:

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Evtl. falsches Forum, aber vielleicht kann mir da dennoch einer was zu sagen von den Spezies hier. Wie oben schon gesagt habe ich den Anfangspost zum Anlass genommen einen Router (TP-Link TL-WR841N/ND v9) in Betrieb zu nehmen. Businessvertrag bei UM. Leider gibt und gab es in meiner Nähe diverse Störungen, die es notwendig machten den Kontakt zu UM aufzunehmen. Erstaunlich, was die aus der Ferne erkennen können, nämlich sehr exakt welche Hardware an der Fritzkiste dranhängt. Natürlich kam die Frage auf, was der TP-Link für eine Funktion hat und ob der nicht für die Störungen mitverantwortlich ist. Hin und Her Gefrage, aber ich habe mich dazu nicht konkret geäussert, denn in den AGB des Businessvertrages ist dieSituation FF weder klar ausgeschlossen, noch so gedeckt, dass ich einen FF-Knoten „legal“ betreiben kann.
Natürlich will ich die Situation nicht zum Anlass nehmen den Knoten dauerhaft wieder vom Netz zu nehmen, aber verunsichern tut das doch, zumal ich nicht einschätzen kann, inwieweit der Support jetzt ein Auge auf meinen Anschluß hat und mir evtl. wegen selbstverursachen von Störungen an die Karre will. Wäre nett, wenn sich Sachkundige mal dazu äussern könnten, selbst wenn ich (aus Unkenntnis) im falschen Forum gepostet habe.
Keinen Bock auf spontane Vertragskündigung, da wie gesagt der Anschluss auf Business läuft und ich drauf angewiesen bin.

Genau, hier kann ich lediglich sagen, dass Ihr Neusser (oder Dormagener) eben leider auch an dem allgemeinen Admin-Mangel leidet.
Dieser hat zu diesen Monster-Domains geführt, weil (eben mangels Admins) keinen Domainsplit gegeben hat.
Und es wird leider nicht besser.
Sinnvollerweise solltest Du den Router abschalten bis die Domain „bei Dir“ wieder weniger als 300-400 Router hat oder unser Freifunk ein neues Routingprotokoll nutzt (ab hoffentlich ab Mitte 2016.)

Hast du den Beitrag betrunken gepostet? :smiley: @flux sprach von Störungen bei seinem Unitymedia(UM) Anschluss nicht von Störungen bei Freifunk. Hier im Rhein-Kreis-Neuss gab es in den letzten Wochen häufiger Probleme bis Komplettausfälle.
Freifunk läuft trotz großer Domain im akzeptablen Zustand, also definitiv kein Grund hier irgendwas abzuschalten.

@flux mach dir keine Sorgen wegen außerordentlicher Vertragskündigungen oder Sanktionen wegen Freifunk.
Der UM Mitarbeiter konnte den TP-Link sehen, weil er auf per ‚Fernzugriff‘ auf deiner Fritzbox war. Die Fritzbox zeigt grob ab, was da an den LAN Ports hängt, aber nicht was es tut.
Auch hast du richtig festgestellt, dass Freifunk bei deinem Vertrag nicht ausgeschlossen ist (und auch rechtlich/vertraglich nicht wirklich ausgeschlossen werden kann, aber andere Geschichte). Ich kenne inzwischen mehrere öffentliche Einrichtungen, die sich bewusst für UM Business entschieden haben, als es darum ging einen dedizierten Anschluss für Freifunk zu schalten.
Falls du beim nächsten Supportkontakt trotzdem nicht sagen willst, was der TP-Link tut, sag einfach, es ist ein VPN-Router, der eine VPN Verbindung herstellt.
Nichts anderes sieht die Fritzbox nämlich von deinem Freifunkrouter, all das FreifunkRouting, Mesh-Protokoll und das andere Zeuberzeug spielt sich nur aus deinem Freifunk Router ab und ist für die Fritzbox nicht sichtbar.

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@adorfer
liest sich eher wie ein gewisser Frust über die Situation, hilft mir aber nicht wirklich weiter.:wink:

@Maltis
Danke für diese Erklärung die mich in sofern weiter bringt, dass sich meine Sorge deutlich gemildert hat. Der nächste UM-Kontakt kommt bestimmt, aber ich sehe nicht wirklich ein, warum ich dem Supporter einen konkreten Anlass geben sollte sich wegen dem TP-Link aus der Verantwortung zu stehlen was die Störungen betrifft, indem ich dem sage dass der Router FF mitversorgt. Die Erklärung VPN-Router ist schlüssig, enstpricht der Wahrheit und warum sollte ich da schlafende Hunde wecken, die nicht geweckt werden müssen. Genau bei der Erklärung bleibt es, die gefällt mir!
Auch finde ich die Info wichtig, dass öffentliche Einrichtungen UM business bewusst gewählt haben, insofern sollte UM da doch auch wissen was da in Richtung FF läuft. (Sollte man mir mal wirklich an die Karre wollen, hab ich das als „Argumentation“.) (Die rechtlich vertragliche Ausschlussverhinderung klingt interessant, wo gibt es dazu weiterführende Infos?)

Ich bin schon einige Jahre bei UM, bisher sehr zufrieden damit bis auf die letzten drei Wochen bei der sich massive Störungen einfach häufen und nicht zufriedenstellend abgestellt werden bzw. immer wieder auftreten, ohne das es für mich als Kunde eine schlüssige Erklärung gibt was da passiert.

Noch einfacher machst du es dir, wenn du den Knoten vorm Anruf bei UM von deiner Fritzbox trennst. Das spart dir im Zweifel noch ein paar Minuten und unnötige Fragen.

Im Übrigen finde ich es sehr bedauerlich, dass mittlerweile alle Router von Telkos mit dieser „Fernwartung“ ausgestattet sind. Würden wir in jeden Knoten einen SSH-Key einbauen…
Bei der Telekom kann man das ausschalten. Allerdings wird man darauf hingewiesen, dass man das nicht darf, wenn man den Router nicht gekauft hat.

Nein, das war durchaus ernst gemeint.
Wir haben zumindest in Düsseldorf mehrere Standorte an denen wir das MeshVPN abgeschaltet haben, da die Beeinträchtigungen für den normalen Internet-Zugang zu heftig waren.
Nicht mehr ordentlich telefonieren zu können ist ein Preis den zumindest gewerbliche Nodeaufstellende nicht zu zahlen bereit sind.
Die warten nun schlicht auf den Domainsplit.

@JoBu
Guter Tipp mit dem vorher ausschalten. Ich warte zudem auf den Fall des Routerzwangs (denke aber dass der nie kommen wird, zu gute Lobbyarbeit von UM und Konsorten bezüglich des Bedenkenträgertums)

Okeey, war eine der Störungen, die ich hatte. :frowning:

Für den Fall dass Du technische Hilfe mit den beschriebenen Effekten benötigen solltest, frage doch noch mal im Technikbereich. (Hier mag ich Dir nicht antworten, da es offtopic wäre)