Freifunk in Jüchen - auf gehts!

Hallo zusammen,

ich habe Anfang diesen Jahres den ersten Freifunk-Knoten in der Gemeinde Jüchen aufgestellt und nach etwas Vorarbeit - Homepage (http://www.freifunk-juechen.de/) und Facebook (https://www.facebook.com/freifunk.juechen) letzten Freitag eine Pressemitteilung rausgegeben. Nach einem Pressegespräch mit der Neuß-Grevenbroicher Zeitung am Montag ist dann heute auch der zugehörige Bericht rausgekommen (http://www.rp-online.de/nrw/staedte/juechen/student-will-freifunk-nach-juechen-bringen-aid-1.4952178). Spannend mal wieder, was da so alles drin steht, scheint aber ja ein allgemeines Problem zu sein :wink: Für den normalen Leser ist es aber wohl alles einigermaßen verständlich dargestellt.

Jetzt zur konkreten Anforderung: Der Regionaldekan der katholischen Kirche hat mich angeschrieben und mir - sofern es die technischen Begebenheiten zulassen - tatsächlich seinen Kirchturm abgegeben. Da dieser der höchste Punkt im Dorf ist, könnte man von dort aus mit vier Ubiquitis tatsächlich wahrscheinlich das ganze Dort abstrahlen. Hat jemand von euch schon Erfahrung mit einer solchen Schaltung und könnte mir eventuell beim Aufbau behilflich sein? Für die Finanzierung müsste ich noch ein paar Telefonate führen, diese würden wir aber vermutlich gestemmt kriegen. Ich spreche auch schon einmal gezielt Geschäfte und Anwohner in der Nähe an, um nach einem Uplink zu fragen, falls die Kirche selbst keinen hat.

Freue mich über Antworten oder Fragen oder natürlich am meisten über den Wunsch, mitzumachen :wink:

Simon

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Hast du vielleicht mal eine Karte mit der Lage und/oder ein paar Fotos vom Turm runter? :slight_smile:

Sofern da kein Marktplatz vor der Tür liegt, den man mit Internet versorgen will, ist ein Uplink nicht mal nötig. Du kannst den Kirchturm auch als zentralen Meshpunkt/als Backbone aufbauen. Oder habt ihr vielleicht ein Asylbewerberheim oder ähnliches, dass man von da aus erreichen kann?

In Arnsberg sind der Glockenturm und die Kirche mit Freifunk ausgestattet.

Alle Fragen, die Höhe und Bastelei angehen, sind bei @adorfer gut aufgehoben. Ich weiß leider nicht, wer das in Arnsberg gebaut hat. @thomasDOTwtf? :wink:

Hallo Simon,

willkommen hier im Forum und in der Freifunkwelt.
gibt es einen Grund, wieso du dich in Jüchen für die Domäne Ruhrgebiet entschlossen hast, abweichend vom restlichem Kreis Neuss, die die Firmware der Domäne Rheinufer benutzen?

Grüße
Maltis

Ich empfehle zu überlegen, ob man entweder „gleich die ganz große Lösung“ baut (z.B. weil Fördergelder sprudeln)
Oder ob man sagt: Stück für Stück. Klein anfangen, Erfahrungen sammeln. Verbessern, irgendwann mal mit neuer Struktur komplett neu bauen, dann aber wohl dosiert.

Sprich: Es ist kein Problem, an einen Kirchturm die große Lösung mit lokalem Offloader/Server „im Rack“ zu schrauben, einen WDS-Backbone in einzelne Ortsteile einzurichten von dort und und dann auf 5-6 weitere Hausdächer Umsetzer auf normales Wifimes/Freifunk-AP zu bauen.

Nur das ist richtig, richtig viel Arbeit (für die Genehmigungen der anderen Standorte), und kostet Geld. Aber dann hat man halt gleich einen echten Leutturm… der auch regelmäßig qualifizierte Wartung brauchen wird.

Oder man knallt erstmal nur an alle 4 Ecken/Kanten eine CPE210, schaltete MeshOnWan an (und gibt zweien davon noch Mesh-VPN, sofern denn irgendein Breitband dort verfügbar gemacht werden kann.)

Da momentan in Mönchengladbach auch die Firmware vom Ruhrgebiet einsetzt wird und es mit MG und Jüchen eine gewissen Koorperation gibt hat man sich dazu entschieden.

MG betreibt bereits eigene Supernodes und die Knoten von MG und Jüchen werden dann automatisch in eine eigene Domäne bzw. ein eigens LAN Segment verschoben/migriert.

Die Vorbereitungen hierzu laufen bereits im Hintergrund.

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Fotos mache ich die Tage mal und lade die dann hoch. Eine Karte gibts hier: Google Maps

Naja, irgendein Uplink wird ja gebraucht, sonst kommt kein Internet durch oder nicht? :wink: Also das nächste Flüchtlingsheim ist etwa 300m Luftlinie entfernt an der Jülicher Straße hinter der Autobahn… Wie weit komme ich denn so mit vier Ubiquitis in nem hohen Turm? Und wenn ich mehrere Uplinks habe, die sich mit dem Kirchturm meshen, dann geht doch auch die Leistung rauf?

Der Vollständigkeit halber:

Sub-Domäne Niersufer

Supernodes sind bereits funktional, wenn auch noch im Testbetrieb, @dgoersch arbeitet dran…

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Zwei Ubiqities/CPEs schaffen zuverlässig gegeneinander 1km, unter allen Bedingungen, sofern echte Sicht (aka: nichtmal ein kahler Baum) dazwischen. 5km kann auch möglich sein, dann muss das Frequenzband aber frei sein. Also nicht „über Wohnsiedlungen hinweg“.

Also, Innerorts-Szenario für noch brauchbare Verbindungen:

Ubiquiti->Ubiquiti 1000m
Ubiquiti->Outdoor841er: 500m
Ubiquiti->HinterFenster841er: 200m
Ubiquiti->IrgendwoImRaum841er: 50m.

Ubiquiti->Smartphone: 250m.

Wobei man bei letzterem die Sendeleistung reduzieren sollte, um den Frust bei den Nutzenden zu minimieren.
(Was dann natürlich auf die maximale Linkentfernung „gegen Feststationen“ geht.)

Von der großen Lösung würde ich zuerst absehen wollen, die Zeit habe ich definitiv nicht.
Würde dann mit der vier-Ecken-Lösung anfangen wollen und vier Ubiquitis/CPEs beschaffen. Gibts da Präferenzen, welche ich einsetzen sollte? Treffe mich nächste Woche mit dem Pastor, dann kann ich konkreter von der Situation auf dem Turm berichten was Strom, Beschaffenheit und evtl. Internet angeht.

Die Werte sehen ja schon einmal sehr gut aus, damit dürfte ich schon einen Großteil des Ortes abstrahlen können und vor allem auch die öffentlichen Plätze (Bahnhof, Marktplatz, …). Uplink bin ich mir sehr sicher, dass ich den realisiert kriege, kenne zwei von den Einzelhändlern dort auf dem Marktplatz sehr gut.

Daher meine Frage hier. Ich kann doch nicht sehen was da so im Hintergrund abgeht.

a) Mindestestabstand zwischen den Geräten mindestens 2 Meter. Wenn Du Ubiquities nimmst und auf die auf die Blech-Brackets (von RF-Elements, 25€/Stück!) verzichtest, dann besser 4 Meter.
Also nicht sagen „Schraube ich nur was an zwei Ecken, 2 nebeneinander, mit jeweils 90 Grad dazwischen“. Geht aber auch, dann muss man aber in der Höhe Abstand lassen.
b) Wenn der Turm groß genug ist: Abstrahlwinkel ist +/- 30Grad, besser wären 6 Stück CPE210. Ach ja, CPE210 allein wegen des stärken Prozessors und des „Mehr“ an RAM. Nanaostations sind toll, wenn es einen dedizierten Radio-Controller gibt, der sich um alles kümmert und die Dinger nur als „Dumme Bridge“ laufen. Aber sobald das Gluon im jeweiligen Gerät das selbst schaufeln darf: Nicht so schön, gerade wenn man die Aussicht hat, dass die Uplinkbandbreite mal mehr als nur 20MBit/s werden könnte in Zukunft.

Von den 6 CPEs kannst Du dann noch zwei zur Hälfte auf Rundstrahler umbauen, dann hast Du auch die Leute versorgt, die „unten“ vor der Riche stehen und sonst vielleicht wenig Leistung bekommen, weil „unter dem Radar“.

Wie heisst der gute Mensch. Vielleicht kann er ja ein gutes Wort beim katholischen Pfarrer in Lank-Latum für uns einlegen.

Ulrich Clancett. Ich treffe mich nächste Woche mit ihm, dann fühle ich gerne mal vor :wink:

Servus @simonkell, sag ihm bitte, dass wir unter Anderem eine Funk-Brücke schlagen wollen zum Asylbewerber-Wohnheim in Lank-Latum.