Freifunk und Heimnetz zusammen auf einem AP?

Hallo, ich bin neu hier im Forum. Bisher habe ich neben meinem Heimrouter nur einen einzelnen TL-WR841ND für FF im Einsatz, wir ziehen aber nächsten Sommer um und dann möchte ich mein Netzwerk etwas erweitern. Im Keller ist ein Switch TL-SG2424 vorhanden, nun suche ich noch nach neuen Access Points für Haus und Aussenbereich.

Konkret schweben mir als getrennte VLAN über den switch vor, zB
Vlan 1 Heimnetz
Vlan 2 Gastnetz
Vlan 3 Freifunk

Muss ich für Freifunk erneut separate Hardware kaufen und die Firmware auf jedem Gerät einzeln neu flashen?
Oder gibt es rein technisch gesehen die Möglichkeit über Multi SSID das „normale“ WLAN und Freifunk irgendwie parallel auf einer Hardware laufen zu lassen? Ich würde also gerne 3-4 AP in den Hausetagen und im Aussenbereich aufstellen und alles per Kabel zum Switch im Keller verdrahten, so dass ich ordentlich Bandreite übers Kupfer habe, sich die AP untereinander sehen und meshen und ich möglichst alles auf der jeweiligen Hardware parallel laufen lassen kann.

Geht sowas überhaupt annähernd? Und falls ja, auch mit meinem vorhandenen Switch?
Danke für eure Hilfe!

Grüße

Ohne einen ziemlich abgenutzten Spruch abzunudeln: Es wird Dir keinen Spass bringen, wenn es um mehr als „es funktioniert irgendwie“ geht.
Denn sobald Last auf eines der Netze kommt fallen die anderen hinten runter. Insbesondere Wifimesh und Heimnetz/Gastnetz stören sich gewaltig, weil dort „Hidden Station“-Probleme in Form von Paket-Kollisionen (->Retransmits, Paketloss) durchschlagen. Und selbst wenn nicht und das CS zwischen den AdHoc-Nodes die Kollision vermeidet, die Geschindigkeit im Heimnetz leidet wegen „Exposed-Node“ trotzdem gewaltig.

Die Nachteile, die man sich damit einfängt sind mittels dedizierter Hardware für verschmerzbar kleines Geld lösbar.
(also: Freifunk auf anderen Kanal als die Heimnetze.)

Danke für die schnelle Antwort. Also am besten wirklich separate Hardware für FF und Heimnetz aufstellen. Das würde die Anzahl an APs verdoppeln, die Netze werden dann auf verschiedenen Kanälen betrieben. Am switch stelle ich dann die VLAN so ein, dass sich die AP jeweils im FF und Heimnetz untereinander sehen. Oder wie am besten?
Danke

Am Kabel kannst Du die GEräte in der Tat gemeinsam betreiben.
Mit etwas UCI-Magie kann man die Geräte dann auf WAN-Seite in die diversen VLANs schubsen, damit Du nicht gar so viele Kabel verlegen musst.

Konkret zur Hardware, welche Geräte wären denn aktuell für das Vorhaben empfehlenswert? Macht es mehr Sinn einen Router oder einen Access Point zu kaufen? Kannst du mir vielleicht 1-2 Modelle nennen, mit denen man zukunftssicher unterwegs ist? Ein paar Straßen weiter gibt es laut Karte noch einen Freifunker, vielleicht kommt ja eines Tages noch mal Richtfunk dazu, wo die Hardware insgesamt etwas leistungsfähiger sein sollte (wenn ich schon mal dran bin…)
Dann wäre ich schon mal einen Schritt weiter bei Suche und Planung

Zukunftssicher bist Du mit Archer C5/C7. (Für den C5 gibt’s Hacks, um einen C7 draus zu machen…)
Outdoor: Da scheiden sich die Geister. Wenn Du irgendwo refurbishte/gebrauchte/B-Ware(!) Nanostation LocoM2 (oder NSM2 „ohne Loco“) bekommen kannst, dann nimm die.
(An den aktuellen Platinenrevisionen scheiden sich derzeit die Geister.)

Die genannten Archer laufen aber (noch) nicht im Ruhrgebiet, richtig?

http://images.freifunk-ruhrgebiet.de/ffel/stable/factory/

Wohne in Dorsten (FF-DON-)

Moin
Ich glaube @adorfer meinte für dein Heimnetz. Achte dabei aber auf die Version. Nur der C5 Ver. 1.2 ist Baugleich mit dem teureren C7.

Nachtrag:

Für die genannten Archer. Für FF eignen sie sich nur bedingt, weil die Firmware als broken gemarkt ist und wohl eher im Experimentalzweig zu finden ist.

Gruß

Ok, vielen Dank für den netten Support :slight_smile:

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@Ziltoidium
Was @adorfer meinte ist diese Geschichte hier:

Ich habe übrigens 3 davon in betrieb. 2xFF und 1x privat. Allerdings noch Orgfirmware für den privaten.

Gruß

Wenn es dein Haus ist und es gerade noch im Status Rohbau ist dann leg dir mindestens pro Etage eine UP-Dose in die Decke (am besten welche die etwas Platz haben UP) und schau dir mal die Geräte von ubnt.com an. Nutze die bei mir zuhause auch und fallen nicht wirklich auf der Tapete auf. Den Satmast etwas länger ausführen und da eine Picostation fürs Mesh und eine AC-Outdoor für die APs. Pro Etage dann einen UAP.

Ist ein Altbau und wird ab Sommer renoviert (kernsaniert). Deswegen muss ich mir langsam Gedanken machen, wo ich Leitungen haben möchte und wo ich mir den Dreck mit Wände aufstemmen vielleicht doch spare.
Hast du die ubnt gemischt (FF+Heimnetz) oder nur für FF im Einsatz? TP-Link und ubnt sind bei mir beide im Rennen, TP-Link scheint etwas günstiger zu sein. Wobei die ubnt ja etwas dezenter (an der Wand) aussehen…

Die UBNT-Geräte können 4 SSID gleichzeitig, eins davon wird für Freifunk benötigt.

Damit es keinen Wartungsaufwand mit dem Freifunk gibt habe ich folgende Konfiguration:

TP-Link 1043 als Uplink:
WAN an Internetuplink
MoL aktiviert
W-LAN deaktiviert

TP-Link 841 für Clientnetz:
MoW aktiviert und am 1043 angeschlossen
LAN mit Clientnetz am Switch in ein VLAN für die APs
W-LAN deaktiviert

UBNT UAP im Haus sind selbsterklärend.

PicoStation mit Gluon auf dem Dach:
MoW aktiviert und am 1043 angeschlossen
Clientnetz deaktiviert (geht über die HausAPs)

Wenn du aufs Dach eh Kabel legst dann leg noch mal 4 extra für z.B. 4x CPE und eventuell noch eins extra für SAT>IP LNB. Hast dann also 6x Netzwerk am Mast.

Also hast du das in der Art aufgebaut und konfiguriert, wie ich ganz zu Anfang angedacht habe? Auf den UAP ist die original Firmware installiert oder Gluon? Funken die Geräte mit der original Herstellerfirmware eine Freifunk SSID und gehen dann erst übers Kabel zum 841 ins FF Netz?
Danke nochmals für eure Mühe. SAT-IP ist auch noch ein Thema, hatte ich fast vergessen :slight_smile:

Wenn es eh um eine Kernsanierung geht, dann solltest Du Dir weniger Gedanken um konkrete Geräte machen als um

  • Leerrohre im 1.OG an den Hausecken nach draußen. Und Polen von RF-Elements dort.
  • Kabelwege mit ordentlich Durchmesser (120er HT-Rohr, gerade) vom Keller bis zum Dach
  • Untervertweilung für Strom und LAN unterm Dach und im Keller.
  • mindestens zwei unabhängige Standrohre im Dach mir mindestens 2m Abstand.

Und wenn Du Kabel professionell einziehen lassen solltest: alles doppelt legen. Entweder braucht man es sofort oder später. Es findet sich immer eine Anwendung.
Spätestens wenn auch Türsprechstellen und Heizungssteuerung nach Ethernet verlangen, von Kameras und LTE-Femtozellen ganz zu schweigen.

Auf den UAP ist die originale Firmware.

Ja.

Wenn wir hier eh schon das Thema erweitern:

Wieso nicht gleich alle Stromleitungen sternförmig von der UV im Rohr verlegen und per Bus steuern? Viel zu lesen dazu gibt es z. B. auf http://knx-user-forum.de

Genau das war ja mein Grundgedanke. Soviel Kabel wie möglich, soviel/sowenig WLAN wie nötig.
Am liebsten nur eine FF Kiste zur Einwahl ins FF-Netz, alles andere per AP,SSID und Kabel dann am Switch verteilen. Heimnetz und FF. Spart Geräte, Anschaffungskosten, Stromkosten, weniger Strahlung. Am liebsten nur zwei LAN Geräte im Haus und eines draussen, die dann das komplette Paket für Heimnetz und FF anbieten. Leerrohre möchte ich eh legen, aber natürlich nur dort wo es auch wirklich Sinn macht. Die AP sollen sich untereinander ruhig sehen und unterhalten, sowohl im Heimnetz und als FF. Darauf wollte ich hinaus.
KNX habe ich für mich ausgeschlossen aus Kostengründen und weil ich es definitiv nicht brauche.
Wenn das genannte Wifi-Szenario so machbar wäre, wäre das genial. Kabel liegen dann eh, Bandbreite satt und nur drei AP für alles.

Und dabei den Brandschutz nicht vergessen, ein 120er Rohr ist ein prima „Brandbeschleuniger“ durch die Kaminwirkung.

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