Freifunkfest (Konzept einer Veranstaltung)

Hallo zusammen,

ich möchte euch das Konzept einer Veranstaltung vorstellen, die wir in Zusammenarbeit mit der Stadt Mülheim am 8. Mai 2016 im Rahmen des großen Stadtfestes auf die Beine stellen wollen.

Neben dem Konzept und der Präsentation, die man weiter unten finden kann, möchte ich noch ein paar einleitende Worte vorab sagen, um die Situation in Mülheim zu beschreiben.

Durch meine Tätigkeit als Video- und Multimediaproduzent mit Erfahrung in Veranstaltungsorganisation, hatte ich schon lange eine Idee im Sinn gehabt, ein urbanes und medienkünstlerisches Event im öffentliches Raum zu machen. Nach dem ich mich mit Freifunk ernsthaft beschäftigt hatte, allerdings neben aus der technischen vor allem aus der soziokulturellen Perspektive, habe ich die Idee einer Veranstaltung entwickelt, die neben den multimedialen auch die Netzwerk- sowie Online-Elemente miteinbezieht.

Als Ergebnis dieser Arbeit steht nun das Konzept des Freifunkfestes (FFF). Einer Veranstaltung, dass den städtischen Raum in einen kulturell-multemedial-sozial vernetzten Raum umwandelt.

Bei der Entscheidung kamen mehrere Faktoren zusammen.

  1. Standort
    Wir haben in Mülheim eine einmalige Situation im gesamten Ruhrgebiet, wo die Ruhr direkt durch die Stadtmitte fließt und somit für eine besondere Qualität und Attraktivität der Innenstadt sorgt. Hier spielte die Modernisierung der Stadtmitte allen voran das Projekt Ruhrbania eine wichtige Rolle.

  2. FF in Mülheim.
    Seit dem Beschluß des Stadtrates zur Unterstützung des FF RL Gruppe in der Stadt durch lokale Politik wird der Netzausbau massiv forciert. Verglichen mit März, als unsere Community sich konstituiert hat und die Zahl der Knoten im gesamten Stadtgebiet weniger als 10 betrug, haben wir momentan über 120 Knoten in Mülheim. Darunter über 20 allein im Stadtkern. Der Ausbau einer städtischen Backbone-Infrastruktur und aktive Unterstützung der Gewerbetreibenden der Innenstadt, lässt mit einem weiteren großen Zuwachs der durch FF versorgten Gebieten in und außerhalb der Stadtmitte im kommenden Jahr rechnen.

  3. Soundbubbles

Einer der Kernelemente der Veranstaltung sollen mobile und autarke Soundsysteme werden, die s.g. Soundbubbles von U.S.A.P. Projekt Der Entwickler dieser Technik wohnt in Mülheim und hat bei der Ausarbeitung des Konzeptes mitgewirkt.

FreiFunkFest (FFF) - Das Konzept

  1. Der Veranstaltungsort

Die Innenstadt bietet ein typisches Stadtgefüge. Hier konzentrieren sich der Handel,Dienstleistungseinrichtungen der Stadt, Verwaltungen und Bahnhöfe. Man kann zu Fuß vom Hauptbahnhof zur Ruhr gelangen. Schaufenster, historisch gewachsene Plätze, moderne Architektur kreuzen sich zu einem lebendigen Mix. Mülheims Innenstadt ist bewohnt, die Altstadt erhalten. Seit vielen Jahren wird die Innenstadt auch für kulturelle Aktivitäten genutzt.
Die Idee ist es verschiedene Bereiche der Stadt und einen zentralen Festivalstandort am Hafenplatz zu nutzen.

  1. Das Festival
    FFF ist ein urbanes Event mit dem Ziel, den städtischen Raum zu vernetzen. Es gibt an den verschiedenen Spielorten ein frei zugängliches WLAN-Netz von Freifunk.
    Einrichtungen, die in der Stadtmitte Freifunk anbieten, können am Festival teilhaben. Multimediale Inhalte und Performances die sich mit dem Thema beschäftigen, bilden die Programmlandschaft.

FFF ist kein typisches Festival mit einer Bühne, Live-Musik und dem dazugehörigen Publikum. FFF ist ein öffentlicher Raum, in dem einerseits ganz normales Stadtleben herrscht, und andererseits gezielt eingesetzte, künstlerische visuelle und Klangkonzepte die verschiedenen Bereiche der Innenstadt hervorheben. Gäste und Passanten entdecken die Stadt mit den inszenierten Plätzen neu. Der Festivalabschluß soll nach Möglichkeit in einer Abendveranstaltung am Hafen stattfinden. Hier ist eine große Leinwand auf dem Wasser geplant (alternative auf der Rückseite des Kaufhofs oder dem möglichen Baugerüst).
FFF ist zunächst als eine Tagesveranstaltung an einem Wochenende konzipiert. Die 1. Ausgabe soll in der 2. Frühlingshälfte 2016 stattfinden. FFF wird organisiert von Freifunk Rheinland e.V. auf der Grundlage der Vernetzung von Partnern

  1. Lizenzen

Audio // Es wird bewusst auf die Musik und Audioinhalte unter Creative Commons Lizenz gesetzt. Diese Werke lassen sich frei veröffentlichen und verbreiten und unterliegen nicht GEMA.
So könnte in den Boxen abwechselnd ausgewählte CC Musik, Soundscapes (z.B. Naturgeräusche oder Klanginstallationen) oder Sprachinhalte abgespielt werden.
Neben dem theradio.cc kann die Musikauswahl von dem künstlerischen Kurator des Festivals sowie von der Community ausgewählt werden.

Video // Als visuelle Komponente des Festivals können folgende Formate fungieren:

 Kuratierte (Autoren)videos und Videokunst v. a. unter CC Lizenz oder für die Aufführung beim FFF vom Urheber genehmigt. Dabei sollen die Videos direkt aus dem Netz abgespielt werden. Die Videos können dabei vorwiegend im stummen Modus mit Untertiteln gezeigt werden.

 Live-Schaltungen (z.B. per Skype) aus Partnerstädten, Videogrüße von Mülheimern aus aller Welt, Webcam-Streams (z.B. vom Rathausturm)

 Einblendungen von Twitter Wall (Pinnwand) vom @freifunkfest Account sowie aller Tweets mit Hashtag #freifunkfest

 Regelmäßige abwechselnde Einblendungen von diversen Freifunk-Karten: Ruhrgebiet-West (MH, DU, OB und WES), Ruhrgebiet, Rheinland (ganz NRW) und freifunk-karte.de (Bundesweit)
 Einblendungen von Werbespots (Einfache Bilder oder Videos) von Sponsoren

Am 18.11.2015 wurde das Konzept des Festivals bei Mülheimer Stadtmarketing und Tourismus (MST) vorgestellt. Hier findet ihr die Präsentation dazu. (Bitte die Präsentation nur für interne Zwecke nutzen. Sie war nicht für die Veröffentlichung gedacht und enthält evtl. urheberrechtlich geschütztes Bildmaterial!)

Das Konzept bekam ein sehr gutes Feedback und uns wurde vorgeschlagen, eine ausgearbeitete Version mit einer detaillierten Kostenaufstellung am 16.02.2016 bei der Versammlung der Gewerbetreibenden der Innenstadt vorzustellen und für Sponsoring zu werben. Dazu wurde uns auch die Unterstützung seitens MST für die Ausarbeitung des Konzeptes angeboten.

Die Kosten für Festivalorganisation werden noch genau beziffert.
Es gibt allerdings Kostenpositionen, die durch ehrenamtliches Engagement von Community- und Vereinsmitgliedern minimiert oder vermieden werden können (z.B. Logo- und Festivaldesign, Webseitengestaltung, Betreuung von der Webseite und Sozialen Kanälen des Festivals)
Es gibt aber Kosten, die sich nicht vermeiden lassen wie etwa Hardware-Miete, vor allem die Ausleihe von Sundbubbles (ca. 150 €/Tag/Stück) sowie Beamern/Leinwänden/Bildschirmen.
Dazu kommt der Druck von Werbematerialien wie Flyer sowie Merch-Artikeln wie T-Shirts, Buttons etc.) sowie Bezahlung von Personal (Auf- und Abbau, Sicherheit und Organisation). Dazu sind auch Honorare für Musiker nicht ausgeschloßen, die für die Entwicklung eigens für Festival komponierten Stücke beauftragt werden (mehrkanalige Soundscapes) oder Live-Auftritte per Video-Stream machen.

Da die Mülheimer Community kein Verein ist, sollte idealerweise der Veranstalter Freifunk Rheinland e.V. fungieren. Denn damit kann man viel einfacher sowohl Sponsoringgelder bzw. zweckgebundene Spenden usw. akquirieren und dazu offiziell und direkt mit der Stadt kooperieren. Die Kooperation zwischen Stadt MH und FF RL wurde ja bereits laut Ratsbeschluß im Bezug auf den FF-Netzausbau angenommen.

Dazu sollte der FF RL vor allem organisatorisch mitwirken und für die Information/Bewerbung der Veranstaltung unter den Mitgliedern sorgen. Um den Mitgliedern des FF RL einen besonderen Stellenwert einzuräumen und deren Engagement zu würdigen, wurde ein s.g. „V.I.P.“ Status für die angedacht. Wie das konkret aussehen soll, wird noch überlegt, aber denkbar wäre z.B. ein spezielles Festival-Bändchen oder ein Satz von Wertmarken für einen Betrag X, für den die Inhaber bei den teilnehmenden Festival-Partnern bestimmte Boni bekommen würden.

Z.B. bei Cafe XY, das beim Festival als Sponsor mitmacht, hätte das Vereinsmitglied mit entsprechendem Nachweis (Bändchen, Wertmarke, Stempel etc.) Anspruch, eine Tasse Kaffee und/oder ein Stück Kuchen gratis zu bekommen.
Darüber hinaus würde man auch mit der Mülheimer Verkehrsgesellschaft über eine Möglichkeit freier Fahrt in allen Bussen & Bahnen im Geltungsbereicht von MVG für solche Gäste am Festivaltag verhandeln. Die Rahmenbedingungen einer solchen Kooperation mit jedem einzelnen Sponsor kann man individuell bestimmen.

Neben dem Sponsoring sind auch weitere Einnahme- bzw. Gegenfinanzierungsquellen denkbar wie etwa Verkauf von Merchandise Artikeln oder Crowdfunding (z.B. als Teilfinanzierung) des Festivals.


Ich freue mich auf euer Feedback und die Fragen/Verbesserungsvorschläge zum Konzept sowie über die Bereitschaft seitens des Vereinsvorstandes, die Initiative aktiv zu unterstützen.
Ich bin für sachliche Kritik und ebensolche Vorschläge offen und freue mich auf euer Mitwirkung vor allem im Bereich Entwicklung von lokalen FF-Netz basierten Diensten im Rahmen des Festivals sowie dessen Webauftritt.

3 Likes

Also ich möchte Eure Begeisterung in keinster Weise bremsen und das wär alles schon richtig geil, aber mein erster Gedanke war: „Wow, mit Atombomben nach Spatzen geschossen.“

Alles n büschn arg groß gedacht, oder?

EDIT: Vielleicht noch mal anders gesagt. Ich sehe ja, wie so Veranstaltungen im Freifunk „besucht“ werden. Da kann man wirklich froh sein, wenn die Besucherzahlen im mittleren zweistelligen Bereich wären. Meist ist es aber nicht so.

Stellt Euch vor es ist FFF und keiner geht hin.

Nein. So sehen wir das nicht. Wenn viel genug Menschen die Idee gut finden und die Sache unterstützen und wenn der Verein bzw. Vereinsvorstand dahinter steht, lässt sich das Vorhaben auch problemlos umsetzen.

UPD. Zu den Besuchern kann ich folgendes sagen: Jeder, der am Festivaltag in der Stadtmitte unterwegs ist, ist automatisch ein Festivalbesucher :wink: Und ich kann dir sagen, an dem Tag werden es garantiert mehrere Tausende sein allein wegen des Stadtfestes.