Geräte mit 4 MB Flash und 32 MB RAM aufrüsten

@adorfer @creme Da sitzen wir dran. Habt bitte etwas Geduld. Wir sind gerade einmal bei 20% der Router, die das so überlebt haben. Bei dem Rest haben sich Pads abgelöst, sie haben sich auf einmal geweigert vom Flash zu lesen, Widerstände sind verrutscht oder es haben sich Brücken gebildet, wo man eine halbe Stunde dran sitzt, die loszuwerden. Wir haben jemanden, der das professionell macht und seine Methoden sind bisher auch größtenteils gescheitert. Deshalb experimentieren wir gerade. Unser Ziel ist es unter 15 Minuten pro Gerät zu kommen. Ich lerne auch gerade wie so ein U-Boot aufgebaut ist und werde da weitere Geräte wie den WR841N v7, WR940N v3, v4, WR941ND v6 hinzufügen. Wenn wir damit fertig sind, werden wir eine Anleitung bereitstellen und möglicherweise an Hackerspaces und Freifunk-Communities Masken verteilen, mit denen sich die Chips besser anbringen lassen.

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Passgenaue Masken zum Fernhalten von Hitze (Heißluft) wären natürlich wirklich toll. Ansonsten: viel Flux, wenig Hitze und keine Gewalt…
Reballing-Stencils braucht’s hoffentlich keine.
Aber gut, die PCBs sind wirklich der preiswerten Machart und eben keine 6-Layer, aber offtopic hier… könnte man abtrennen.

@adorfer Zum Fernhalten der Hitze reicht Kapton-Band, War bisher aber auch nicht nötig, wenn man nicht gerade SMD-Bauteile weggeblasen hat. Die Masken sind für das Auftragen der Lotpaste bzw. Lötmasken. Der RAM-Chip ist das große Problem. Die Flash-Chips tauschen wir mit Tweezer-Lötzangen aus. Das dauert eine Minute.

Ich halte das für eine schlechte Lösung. Die Funkeigenschaften der 841er sind jetzt nicht so pralle. Der Qualität und dem Ruf des Netzes wird es besser tun, wenn die Geräte in den nächsten zwei drei Jahren verschwinden.

Wie geil Freifunk sein kann, merke ich eigentlich immer erst, wenn ich es an einem modernen Router nutze.

Wenn dann direkt einen Dualband-WLAN-Chip auflöten.

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@MPW Ja, da gebe ich dir grundsätzlich recht. In Niedersachsen haben wir dank der Förderung gute Geräte anschaffen können und haben vorrangig 841er an hoch-frequentierten Standorten ausgetauscht. Jetzt haben wir eine Menge 841er. Das ist nicht nachhaltig die wegzuschmeißen. 2.4 GHz hat sich nicht verbessert bei neuen Geräten und wenn wir bald Layer 2 WireGuard haben oder bei fastd das context-switching durch Tun/Tapsocks minimieren können, machen die 40 MBit/s. (Ich habe übrigens einen WireGuard-Layer 2-Patch. Bin ich immer noch nicht dazu gekommen, den zu veröffentlichen und ich finde einige designtechnische Sachen an WireGuard nicht so prickelnd, die ich gerne noch patchen würde, aber es kommt… )
Für nicht so hoch-frequentierte Standorte wo kaum Mesh-Partner vorhanden sind oder wo nur 16 MBit/s anliegen reicht der 841er. Aktuell macht er hauptsächlich Speicher-hin-und-herschieberei und context-switching. Mit mehr RAM und WireGuard, ist der viel zu schade für die Tonne.

Edit: Damit will ich nur sagen, wir haben quasi schon welche und es gibt Leute, die nicht bereit sind oder auch nicht in der Lage, Geld für neue Freifunk-Router zu bezahlen.

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Danke @MPW !
Ich finde, dass es vom Aufwand her im keinen Verhältnis steht. Man klammert sich weiter an alte Hardware, statt zukunftsfähige Netze zu bauen.
Aber das ist hier vielleicht auch etwas Off-Topic.

Ich hatte noch nie User-Experience an einem 841er, auf die man als Freifunk hätte stolz sein können.

Viele Grüße
margau

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@margau
Aktuell schieben die 32 MB RAM-Geräte hauptsächlich Speicher hin und her, dekomprimieren den Flashinhalt und machen context-switching für fastd.
Mit WireGuard und 64 MB RAM hast du eine super user-experience. Da schläft dir der Router ein. Für das Aufrüsten eines Routers brauche ich unter 15 Minuten, wenn nichts schiefläuft und wenn was schiefläuft, dann ist es nicht schlimm, wenn er sowieso auf dem Elektroschrott gelandet wäre. Der Flash und RAM-Chip kosten jeweils 50 Cent.

Bin ich der Meinung, dass wir solche Geräte kaufen sollten? Nein.
Bin ich der Meinung, dass die Router auf den Elektromüll gehören? Auf keinen Fall.

Bevor du die wegwirfst, schicke sie mir bitte. Ich bezahle auch das Porto.
So lange die Leute sich in vielen Städten mit 16 MBit/s-Anschlüssen zufriedengeben (reicht zum Zocken, YouTube und Netflix gucken) und höchstens mal einen 50 MBit/s-Anschluss haben, sind die WR841er, die mit 64 MB RAM und WireGuard ohne zu zucken 35-40 MBit/s Durchsatz machen, völlig in Ordnung.

Wenn du deine 400 MBit/s-Leitung und die Supernodes mit WireGuard dichtmachen willst, so wie ich, ja dann empfehle ich dir z.B. eine FritzBox 4040 mit ihrem IPQ4018 Quad-Core ARM-Prozessor. Die kostet dann aber auch 70€ und verbraucht drei mal so viel Strom.

WLAN-Router sind an einem Punkt angekommen, an dem sie die üblichen Anforderungen übertreffen und nahe dem sind, was physikalisch ohne extremen Mehraufwand möglich ist.

Die 300€- bis 800€-Router z.B. sind so teuer, weil der Produktionsaufwand viel größer ist und die Nachfrage vergleichsweise gering ist. Alle 802.11ax-Geräte auf dem Markt sind eigentlich Verbrauchertäuschung, denn um das phased-array zu nutzen, bräuchten die spezielle Antennen und ein rundes, tonnenförmiges Gehäuse mit Rundum-Abschirmung. Außerdem funktioniert phased-array mit so vielen Chains auf der Distanz nur mit großen speziellen Panelantennen. Ich habe so einen Router getestet und da muss ich im gleichen Raum sitzen, um gerade einmal 200 MBit/s durchzuschieben. In 20 Metern Entfernung geht da kein bisschen mehr durch als mit einem Archer C7. Wenn ich im gleichen Raum sitzen muss, dann nehme ich mir doch lieber ein Kabel, aber vielleicht will man das ja mit seinem Handy machen?! Wie gesagt… So lange wir keine komischen AI-Virtual-Reality-Foo-Anwendungen nutzen, die mehr als 300 MBit/s benötigen, verstehe ich nicht, wieso man die Router wegwerfen soll. Und wenn wir so einen Bedarf haben, gibt es hoffentlich keine Notwendigkeit für Freifunk mehr.

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Das sind Antennen, die man für Outdoor-802.11ax benötigen würde:

Ich bezweifle, dass wir bald soetwas von Ubiquiti sehen werden. Es geht wohl eher Richtung 60 GHz mit abnorm hohen Sendeleistungen.

Magst du Mal ein Video davon machen, wie du in 15min einen RAM Chip aufrüstest?

Das ist doch mega Fummelkram.

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Ich habe alle 841er, die ich hier habe schon umgebaut (50 Stück), aber ich kann das gleich mal mit einem WR940N machen.

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@CodeFetch
Ich würde da gerne mal die User-Experience erleben. Sträube mich da aber jetzt etwas, wegen zwei mal RAM/Flash bei RS oder in China anzufragen.

Bei uns in der Region gibt es Apfelsaft gegen Äpfel+Aufwandsentschädigung.
Könnte man da evtl. was ähnliches mit deinem umgebauten 841’er-Vorrat aufziehen?
Oder würdest Du evtl. auch 2 bis 4 Geräte für eine Aufwandsentschädigung bereitstellen können?

Kann man bei den 841 nicht evtl den ram huckepackt drauf löten wie früher bei der xbox ?
Ein Kumpel lötete den celeron + die zusätzlichen 64MB ram in unter 10 Minuten drauf.

Es brauchte da aber den genau identischen chip.

Ablöten und neu auflöten ist schnell gemacht. Das SMD-Umlöten spielt, mit entsprechender Technik, zeitlich keine grosse Rolle. (Wenn man weiß wie es geht. Aber das wird hier bestimmt nochmal gezeigt.)
Es geht jedoch auch um das Auslesen des serielle-Flashes (8-Pin glaube ich) und das erneute Aufspielen der ausgelesenen Kalibrierdaten auf den neuen und größeren Baustein. Das kann onboard per ISP-Nadeladapter oder extern mit Adaptersockeln durchgeführt werden. Dafür braucht man dann aber auch entsprechendes Equipment.

Edit:
Oder man ließt und schreibt die Kalibrierdaten per Konsole aus :slight_smile:

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Hier ist ein Video mit einem WR841N v7, bei dem auch noch störende Kondensatoren im Gegensatz zu den neueren Versionen im Weg sind.
Huckepack drauflöten ist keine saubere Arbeit.

Austauschen des Flash-Chips geht mit einer Tweezer-Zange in unter einer Minute, aber ja, man muss vorher einen Dump der ART-Partition ziehen, was man mit einem Shell-Script automatisieren kann, wenn man den Router in den Config-Modus setzt.

Wie gesagt schreibe ich aktuell einen Artikel, wie man das alles am besten macht und programmiere einen besseren Bootloader mit TFTP, Webinterface usw. Der Artikel erscheint dann bald und Freifunker kriegen dann so Zugriff drauf. Deshalb habt bitte Geduld.

EDIT: Auf dem Router läuft übrigens Stockfirmware, falls ihr euch über die Status-LED wundert.

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Ah du machst es so wie ich es auch machen würde :slight_smile:

Das ist die einzig sinnvolle Möglichkeit.

Zum auslöten ein Lot mit sehr geringem Schmelzpunkt unter die alten Kontakte bringen, da das Herstellerlot erst bei 100 Grad höherer Temperatur schmilzt, um den Chip mit dem Heißluftlötgerät auszulöten. WIr hatten alles mögliche probiert wie Diamanttrennschleifer, Skalpell etc. - alles Mist.

Und zum Einlöten spezielle Lötkolbenaufsätze und sehr viel Flussmittel. Wir haben auch Lotpaste, Lötmasken usw. probiert.

Wie gesagt haben wir jemanden, der sowas professionell macht und der hat das erstaunlicherweise mit seinen Methoden nicht sehr gut hinbekommen. Der saß mehr als doppelt so lange daran, bis die Kontakte alle gut waren. Auch das mit dem Umkippen des Chips ist unkonventionell. Da nimmt man normalerweise einen IC-Greifer oder Saugnapf. Nach mehr als 50 Routern kann ich sagen, dass beim Umkippen zumindest bei den WR841ern überhaupt nichts passieren kann, es sei denn man gibt währenddessen nicht genug Hitze und die Lötstellen werden kalt und reißen Pads ab.
Oder man sollte auch wissen, dass man einen 1 mm 45 Grad und 0,1 mm-Stift-Aufsatz benötigt. Mir sind 3 Router kaputtgegangen, weil ich anfangs einen 2 mm-Aufsatz genommen habe, obwohl es damit natürlich viel einfacher geht. Ein Kondensator hatte sich dadurch immer abgelöst, was man aber nicht gesehen hat, dass der keinen Kontakt mehr hat. Auch die ganzen SMD-Lötkolben sind nur was fürs Mikroskop für die Fliegenschiss-Bauteile. Da kommt man mit einem RAM-Chip nicht weiter. Der hat eine ganz andere Hitzeaufnahme.

Es ist viel trial und error gewesen und unser Profi hat halt auch nicht von Anfang an alles richtig gemacht und war erstaunt, dass sich die RAM-Chips anders verhalten als er es von anderen TSSOP-Chips gewöhnt war. Normalerweise packt man Lötpaste mit viel Flussmittel auf die Pads und gut ist, aber RAM-Chips haben so eine ungleichmäßige Hitzeaufnahme, dass man kein sauberes Ergebnis hinbekommt. Bald kommt dann mein Artikel mit den Einzelheiten und ich poste den hier.

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welches lot verwendest du genau zum auslöten? ich find nur lot mit 183°C flusspunkt. geht das auch kälter?
vlt ne bezugsquelle parat?
oder so ne kompette werkzegliste?
ne 968d+ lötpuhste ist schon mal am start

hätte interesse es auch selbst umzusetzen, bin gelernter elektroniker und würde gerne den ram bei meinen 841 v8 outdoor router und bei einen v10 test router upgraden. Was für ram nimmte man da?
den der auf der openwrt seite ganz unten aufgeführt ist? OpenWrt Project: TP-Link TL-WR841ND
beim ram upgrade muss nix in der firmware modifiziert werden?

Hynix HY5DU121622DTP-D43 64M (DDR)
gebe es für 0,25€ das stück auf aliexpress

bold claim :slight_smile:
Also Heißluft und ne kleine Schablone aus Alufolie um den Chip rum geht auch wunderbar.

Zum Einlöten ordentliches Flussmittel, 0.3mm Bleihaltiges Zinn (nicht geizen!) und danach einmal quer mit der Entlötlitze drüber -> fertig.

Mein altes Video vor 2 Jahren (mit dem Flashchip Umbau) war auch noch etwas stokelig, mit dem gammeligen Pollin-Lötkolben… Mit Heißluft und ner vernünftigen Meißelspitze am Lötkolben geht das alles ruck-zuck.

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Wir haben alles ausprobiert. Alufolie sorgt für Hitzestau und dann hast du den Grabsteineffekt. Die Komponenten drumherum sind nicht Hitzeempfindlich. Deshalb brauchst du das auch nicht. Kaptonband könnte man aber nehmen. Auch mit Stahlblech/PCB-Maske ist das kein Spaß, weil du die nicht fixiert bekommst. Das Einzige was noch einigermaßen mit Lotpaste geklappt hat, war die Beinchen direkt mit einer Mischung aus Flussmittel und Lotpaste einzuschmieren. Aber da man dort auch nacharbeiten musste, macht es mehr Sinn, direkt mit Lötkolben zu arbeiten. Mir sind auch zwei Router draufgegangen bei den versuchen mit Lotpaste, weil die Hitze nicht richtig unter die Beinchen gelangt und wenn man mehr Hitze anwendet, löst sich der PCB-Kleber. Die TP-Link-Platinen sind qualitativ nicht besonders hochwertig. Bleihaltiges Lot brauchst du übrigens nicht. Ich habe nur nichts anderes hier. Meißelspitzen sind eher für die Chips geeignet, die ein noch feineres Pinraster haben. Bei den TSSOP brauchst du einen abgeflachten, damit die Adhäsionskräfte das Lot zwischen den Beinchen rausziehen können. Jemand von unserem Verein macht das professionell und ich habe mich auch mit jemand anderem unterhalten, der in seinem Leben aus beruflichen Gründen schon tausende solcher Chips umlöten musste (leider erst nach unseren Versuchen). Wenn es an dem Prozess, wie ich ihn im Artikel beschreibe noch etwas zu verbessern gibt, würde mich das sehr wundern. Wir haben immerhin 3 Monate lang experimentiert.