Gibt es Beispiele funktionierender lokaler Dienste?

Ein Gedanke für die ferne Zukunft in GE und anderswo:

Freifunk soll ja mehr als Internetzugang sein. Radio / Mediathek / Telefonie und was weiß ich.
Eine Mischform dieser Möglichkeit würde ich schon mal gerne ausprobieren - allein, mir fehlen einerseits die Zeit, das Wissen und die technischen Möglichkeiten dies umzusetzen.

Angebot schafft zwar Nachfrage, aber was könnte z.B. hier im Quartier bei mir wirklich sinnvoll angeboten werden, um solchen Diensten Nutzer zuzuführen und zu binden?

Mir fällt wirklich nur eins ein - die mediale Selbstdarstellung der Kleingewerbetreibenden, Händlier, Gastronomen im Viertel. Mit irgendwelchen Zusatzoptionen, die der lokale Dudelfunk nicht bietet oder nicht bieten kann, die die Monopolblätter nicht haben etc.

Darauf aufbauend könnten diese Dienste um soziale, kulturelle, künstlerische und politische Dimensionen erweitert werden. Fände ich absolut großartig und tasächlich eine sinnvolle und wertvolle Umsetzung des Freifunk Gedankens.

Wenn überhaupt, würde es wahrscheinlich nur als Leuchtturmprojekt funktionieren.
Aber warum nicht.
Und mit wenigen aktiven leben müssen. …
Vergesst das revolutionäre Potential der Rentner nicht!
(Achtung - dies ist ein Zitat aus einer fernen Vergangenheit und ist nicht böse oder abwertend gemeint)
Soll auch ältere Menschen geben, die sich nicht ausschließlich um so genannte Seniorenthemen kümmern.
Kurz und gut - von Flirt-Hot-Spots über Waren-Dienstleistungs-Tausch-Börsen, von Klatsch & Tratsch Ecken über Medien-Guerilla-Aktionen, Straßen- und Multimediale Kunst, Ehrenamts-Angebote & Nachfragen, bis zu Fremdenführung in Suhaeli, Esperanto und Türkisch, Arabisch, Romani - alles ist drin und machbar… wäre da nicht die kapitalistische Verwertungslogik und das bisserl Trägheit, was wir uns alle gönnen.

Und wenn die Kleingewerbetreibenden, Händlier, Gastronomen den Aufwand für ihre Selbstdarstellung (Webseite???) treiben, fragen sie sich, ob dieser Inhalt nicht für alle im Internet zugänglich sein sollte.

Ich sehe nur einen Aspekt, bei dem ein exklusiver Auftritt im Freifunk-Netz für den Anbieter ein Vorteil hätte: wenn der Nutzer es automatisch angezeigt bekäme. Capture Portal. Die Diskussion darüber wird grad an anderer Stelle in diesem Forum geführt.

Habe ich leider nur am Rande verfolgt - und verstehe deshalb das Problem technisch nicht. Gibt es denn keine Möglichkeit ein Fork, Bypass was weiß ich einzubauen - statt eines Capture Portals eben die Möglichkeit des users, sich zwischen Freifunk pur und schwarz weiß und Freifunk bunt und multimedial etc. zu entscheiden. Aber ich will die an anderer Stelle stattfindende Diskussion nicht kapern. Werde da mal nachlesen.

Oder falls es passt den Beitrag da dran hängen.

Ich habe es mal überflogen. Es geht hauptsächlich um technische Fragen, die, wenn man wollte und die manpower hätte, durchaus lösbar scheinen.
Dann geht es um die Frage der Auslegung des pico peering Agreements - speziell darum ab wann die Einhaltung einer eigentlich guten Vereinbarung zur Behinderung des dahinter steckenden Gedankens führt.
Und letztlich - und das finde ich Entscheidend - es gibt für lokale Dienste offensichtlich keinen Bedarf. Jedenfalls finde ich dort keine Vorschläge, die phantasievoll die technischen Möglichkeiten in gesellschaftlich „Nutzvollen“ Mehrwert transformieren. Ein Crowdfunding Projekt, Werbung von Geschäftsleuten. Mehr nicht.

Deshalb hier noch einmal die Frage: gibt es funktionierende lokale Dienste über Suchmaschine, Spielegedöns und Werbung hinaus irgendwo in einer Freifunk Community?

Mir nicht bekannt.
Und ich sehe auch kein Argument, warum ich einen TCP/IP-basierten Dienst nicht gleich Weltweit anbieten sollte. Es sei denn ich würde etwas machen wollen, was ich nich töffentlich herumposaunen will. Nur dann ist auch sicher ein mehr schlecht als recht (un)gesichertes Lokales Freifunk-Mesh schlecht, dann lege mich mir ein von mir selbst verwaltetes VPN drüber… und das kann ich dann wieder weltweit… womit sich der Kreis dann schlösse.

(Und, ein leicht gepatchtes Gluon mit verdrehten Mac-Adressen als Webserver, bar gekauft, irgendwo unbemerkt mit einer alten Autobatterie in eine Tonne abgestellt… oder an die STromversorgung einer Haustür-Klingenanlage gefriemelt in einem Wohnblock in dem es keinen Hausmeister gibt…
Da dann „Silkroad3“ eröffnen… Und zugriff nur von ebenso anonym beschafften routern… Und alle clients mit verdrehten Mac-Adressen mit Browsern in Sandboxes…
Ich glaube nicht, dass der Verein da lange zuschauen würde, wenn da die ersten offiziellen Anfragen kommen…

Zudem vermute ich, dass das jetzt der Use-Case war, nach dem hier gerade geschaut wird.