Haftpflicht für Freifunk

#1

Hallo !

darf man behaupten, dass es ein guter Grund ist richtiges Vereinsmitglied zu sein weil man über den Verein

  • Haftpflichtversichert ist. Zumindest bei konkreter Ausübung im Vereinsinteresse und im Rahmen der satzungsgemäßen Ziele

  • Rechtsschutz hat. Entweder über eine echte Rechtsschutz-Versicherung. Oder zumindest weil die Anwälte unter unseren Vereinsmitgliedern hilfreich zur Seite stehen.

Es geht nicht um einen konkreten Problemfall sondern um eine Aussage in Richtung Freifunk-Anfänger.

#2

Frage doch die Anwälte unter euren Vereinsmitglieder, dann bekommst du eine qualifizierte Aussage.

#3

Das kommt auf den einzelnen Verein an ob er solche Leistungen bietet oder nicht.
Der Verein ist nicht verpflichtet eine Haftpflicht- oder Rechtsschutzversicherung für seine Mitglieder abzuschließen.
Ich kenne die genaue Situation nicht, gehe aber mal aus meiner eigenen Erfahrung als Vorstand eines Freifunk-Vereins davon aus, dass die meisten Freifunk-Vereine solche nicht haben.
Auch ist zumindest bei uns im Verein die Wahrscheinlichkeit von Dritten in die Haftung genommen zu werden eher gering, da wir als Verein eher Basisarbeit im Hintergrund leisten.
Zusätzlich hatte ich allerdings für meine Vorstandsrolle in meine persönliche Rechtsschutzversicherung eine Erweiterung für Straftaten im Ehrenamt aufgenommen. Diese Rechtsschutversicherung habe ich allerdings nicht mehr.

4 Like
#4

Als Gründungsmitglied von Freifunk Nord eV kann ich sagen Vereinsrechtschutz ist unbezahlbar.

Vereinsmitglieder können maximal unfallversichert sein, wenn der Verein eine solche Versicherung abgeschlossen hat.

Nach einem Blick in meine Glaskugel mag ich das aber bei den meisten Vereinen bezweifeln.

Verneinsmitglied zu werden wegen des Versicherungsschutzes ist imho die falsche Motivation.

1 Like
#5

Mitglied in einem Freifunk-Verein sollte man werden, wenn man an der organisatorischen Vereinsarbeit (also die wirklich buchhalterischen Tätigkeiten, die Pressearbeit und die Behörden-PR) aktiv mitarbeiten möchte.

Oder anders gesprochen: Wenn man Freifunk auf technischer Ebene betreiben möchte (egal ob Softwarebau, Server-Schubsen, Elektronik-Basteln, Mechanik auf dem Dach oder den Erklärbär auf dem monatlichen Usertreffen zu machen) dann rate ich von einer Vereinsmitgliedschaft inzwischen ab.
Weil es vom eigentlichen Freifunken abhält und das was in normalen (Freifunk-)Vereinen nach wenigen Jahren passiert meist so abschreckend ist, dass es den Leuten das eigentliche Hobby verleidet.

3 Like
#6

Hallo @adorfer , hallo zusammen !

Hmmm,

Dein Statement ist für mich erstaunlich weil ich es andersherum vermutet hätte.

Ich habe gedacht dass es erhebliche Vorteile bringt echtes Vereinsmitglied zu sein.

Eine Haftpflichtversicherung für Tätigkeiten im Rahmen der Vereinstätigkeit. Könnte sein dass dieses rechtlich vorgeschrieben ist.

Ein indirekter Rechtsschutz weil wir Anwälte als Mitglieder im Verein haben.

Technische Expertise. Vielleicht weil Amateurfunker sich gut mit Antennen auskennen. Nur so als Beispiel - also im Grunde auf die KnowHoff Expertise von anderen Mitgliedern zugreifen zu können.

Indirekt politisch, weil unsere politischen Bemühungen nur dann Schlagkraft haben wenn hinter den Machern ein großer Verein steht. Mit vielen Mitgliedern.

Und dann ist da noch die Vereinskasse die man für erhebliche Dinge grundsätzlich auch in Anspruch nehmen kann.

Dann sehr abstrakt: das Netzbetreiber-Priveleg kann ein einzelner kleiner Mensch kaum wirklich in Anspruch nehmen, das geht nur wenn hinter dem Einzelnen eine echte Struktur wie z.B. Freifunk steht.

Das alles sind eher meine Gedanken als ein solides Statement - ich würde es hier gerne mit der Realität abgleichen.

Lass uns diskutieren.

#7

Grade bei Freifunk ist die Organisation als Verein kontraproduktiv — nicht zuletzt bei der Gemeinnützigkeit (vgl. Aberkennungsbescheide). Freifunk will alle ansprechen, einschließen — der typische deutsche Verein zielt auf Leistungen für seine Mitglieder.

Einzig(!) für satzungsgemäße Ausgaben, was bei einem gemeinnützigen Verein die Mittelverwendung nochmals beschränkt.

1 Like
#8

In einem klassischen Freifunk-Verein gibt es entweder

  • (fast) nur Technikbegeisterte. Die bürokratischen Prozeduren (Buchführung, Tagespost, Mailbearbeitung, Webseitenpflege, Mitgliederverwaltung) werden nur widerwillig und nachlässig gehandhabt.
    Das führt binnen kurzer Zeit zu einem totalen Chaos mit Leuten, die auf Spendenbescheinigungen warten, Mitgliedsanträge nicht bearbeitet bekommen, falsch verbuchten Großspenden.
    Da hift dann auch nicht, dass einmal im Jahr eine neue motivierte Person an Bord kommt und nach kurzer Zeit ob des vorgefundenen Chaos hinter den Kulissen das Handtuch wirft.

  • Es gibt ein erfahrenes Team von Leuten, die wissen wie man einen Verein die Gemeinnützigkeit erhält. Und auch Geld samt Förderprojekte samt Geldern nicht nur heranholen, sondern auch deren Verwendung ordnungsgemäß durchführen, damit’s “auch ein nächstes Mal” gibt.
    Das führt dann dazu, dass sie beständig den “echten” Freifunkenden im Verein erklären, was alles nicht möglich ist, weil eben keine satzungsgemäße Verwendung und dass sie wenn sie so etwas wollen das halt privat organisieren und bezahlen sollen.
    Bei den geförderten Projekten nerven sie dann die Freifunkenden mit der Einhaltung von Regeln wie Ausschreibungen für Server (mit mehreren echten Angeboten), Montage von Antennen ausschließlich über Fachfirmen aus Haftungsgründen und Ablieferung von plausiblen (eventuell sogar zutreffenden) Berichten zum Nachweis der Mittelverwendung.

4 Like