Hidden Station Problem und RTS/CTS

Hallo.

Gerade bei Knoten mit großer Reichweite und vielen Clients kommt es ja recht häufig zu Kollisionen und Retransmissions, welche den Durchsatz drücken. Ich frage mich, ob man die Problematik mit RTS/CTS etwas entspannen könnte. Per Default scheint dies nicht aktiviert zu sein.

Hat da jemand entsprechende Erfahrungen zu gemacht?

Gruß
Christian

RTS/CTS im Wlan?

Das habe ich noch nie gehoert. RTS/CTS ist auch urspruenglich für serielle Point to Point Verbindungen entwickelt worden.

Es mach meines Erachtens in einem Multi-Access Netzwerk, also WLAN oder LAN keinen Sinn.

Du kannst „LongPreamble“ in /etc/config/wifi am jeweiligen Radio anschalten.
Das könnte geringfügig etwas an den Hidden-Station-Problemen verbessern, müsste dann jedoch konsequent bei ALLEN Stationen getan werden.
Und nein, es bringt nicht viel, drückt die verfügbare Bandbreite enorm und da damit die Airtime-Auslastung steigen wird, könne es potentiell (je nach Szenario) das Problem sogar noch verschlimmern.

Hallo.

Kurze Erläuterung für diejenigen, die nicht wissen was gemeint ist: es geht um den Parameter „RTS Threshold“, den man in vielen WLAN-Routern findet. Möchte ein WLAN-Gerät ein Datenpaket senden, welches größer wie dieser Wert ist, wird erst eine ganz kurze Sendeerlaubnis (RTS) an die Gegenstelle gesendet, die mit einem kurzen CTS die Sendung frei gibt. Alle anderen Geräte wissen nun bescheid und halten die Klappe. Ist der Threshold beispielsweise „500“, so wird für jedes Datenpaket größer 500 Bytes eine Erlaubnis eingeholt, kleinere werden sofort gesendet.
Dies soll die Airtime gerechter verteilen und verhindern, dass sich nur das aggressivste Gerät durchsetzt.

Dass das allg. Datenaufkommen durch die (kurze) Fragerei zunächst ansteigt ist mir klar, soll aber angeblich bei vielen Stationen, die sich gegenseitig nicht hören, von Vorteil sein. Es sinkt dadurch die Anzahl der Kollisionen großer Pakete und damit die Anzahl der Retransmissions.

Ich habe inzw. viele Argumente dafür und dagegen gelesen und daher gehofft, dass jemand ein paar Erfahrungen aus der Praxis hat.

@adorfer: Wie eine lange Preamble etwas bringen soll, ist mir nicht ganz klar. Kannst du mir das kurz erläutern?

Gruß
Christian

Eine lange Präambel kann(!) dafür sorgen, dass im Adhoc-Netz (da wird es gebraucht) die Kollisionserkennung zuverlässiger funktioniert, da der „gesuchte Pattern“ einfach länger ist und somit bei geringeren Störabstand noch erkannt wird.
Ob das heute noch relevant ist und nicht einfach nur 11b-Altlast ist: Ich weiss es nicht.

Wenn jemand dazu empirische Forschung mit realen 841ern in reproduzierbare Szenarien betreiben wollte: Geräte würde ich sponsern.

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@DL3DCF: Danke für die Aufklärung.
Ich war echt verwirrt, weil ich RTC/CTS nur bei seriellen Verbindungen kannte.

Bin mir aber auch nach Deiner Erklärung nicht sicher, ob das zuverlaessig das hidden Node Problem mindert.

Wenn sich zwei Nodes nicht sehen, so wird auch das RTS der jeweilig anderen Node nicht empfangen, und die 2. Node wird gegebenefalls auch Daten senden, was zu Kollisionen in dem Bereich fuehren wird, von dem aus beide Nodes gesehen werden. Oder wird das RTS vom AP ‚relayed‘, so das alle Nodes es mitbekommen?

Ich wäre gewillt, RTS/CTS in einer „dichten Wolke“ zu testen.
Nur ist mir noch unklar, wie man das evaluieren wollte.

Sprich: Unser Netz ist nicht so stabil (in jeglicher Form), dass man Vergleiche fahren könnte.

Hat jemand von Euch eine Idee für eine Metrik?

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