Inakzeptabele Knotennamen, Umgang damit?

Fortsetzung der Diskussion von Auto-Registrierung neue Knoten für Münster:

Im Rahmen der Autoregistriertung haben wir auch gerätselt wie wir mit „inakzeptablen Knotennamen“ umgehen. Ich glaube wir haben ein recht genaues Gefühl was wir in der Gruppe für inakzeptabel halten. Beleidigungen, Hate-Speech, Sexismus.
Ich will das jetzt hier nicht aufzählen, aber „Penis“ geht als Knotenname durchaus :smile:
Wir haben uns dann überlegt das wir im Zweifelsfalle eine „ad-hoc Ethikkommision“ bilden und wenn die sich einig sind den Knoten von der Karte & der Knotenliste tilgen.
D.h. wir entscheiden nach gutdünken. Ist ja unsere Karte und der einfache Teil.

Aber: Wenn da ein richtig böser Knotenname dabei ist (Beispiele auf Anfrage), will man den auch unsichtbar im Netz dulden? Gefühlt nicht.
Das PPA lässt eine „Acceptable Use Policy“ zu. Könnte man das da mit unterbringen? Hat das schon eine Community gelöst?

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Wo es bei dem einen noch akzeptabel ist, ist bei anderen der Rubikon vielleicht schon längst überschritten. Kannst mir gerne mal Beispiele zukommen lassen, die unbedingt sofortiges handeln erfordern.

Ich denke am Besten ist es wie immer den Betreiber darauf anzusprechen, als es irgendwie zu zensieren. Das fördert auch den Kontakt zu den Knotenbetreibern, imho einer der Ursprungsgedanken von Freifunk.

Das heilige PPA sollte man dafür selbst natürlich nicht anfassen. Das wäre der erste Schritt zum zensierten Netz, als nächstes filtert man dann den Netzwerkverkehr nach inakzeptablen Transit?

Also, mir fallen da jetzt verschiedene Beispiele ein mit denen verschieden umgegangen werden muss.

Haben wir eine Flüchtlingsunterkunft versorgt und jemand kommt auch die Idee, einen Haufen 841 zu kaufen, die „Auslaender-raus“, „Brandsatz“ und „Hello-Hitler“ zu nennen und mit falschen Geolocation-Angaben das Gebäude zu umstellen, wäre ein Eingriff angezeigt. Hier besteht kein Engagement für die Community, das ist ein Angriff auf die Community.

Einen einzelnen Knotenbetreiber, der „Buchenwald-Schlot-33“ oder „Vergewaltigungszentrum-Maier“ heisst, das könnte immer noch ein schlechter Scherz sein (wir waren alle mal 12), der sich nach Ansprache auflöst.

Statt dauernd die Knotenliste zu monitoren, würde ich aber eher eine Möglichkeit geben, Abuse zu melden.

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Das Problem der direkten Ansprache besteht er darin, dass dies vielleicht einer Absichtlich und anonym einstellt und gar nicht zu kontaktieren ist.

Nehmen wir an einer denkt sich unglückliche Namen für besondere Standorte aus, nimmt einen Router, konfiguriert den, stellt sich in die Nähe eines schon vorhandenen Freifunkknotens. Dieser Mashed einmalig, der Knoten erscheint auf der Karte. Dann konfiguriere ich den Router um und nehme den näcshten Namen und Fake-Kords. Lasse den wieder eine Minute laufen, der Knoten erscheint. …
Dann hast Du hinterher in wenigen Minuten eine Karte die nicht wirklich witzig aussieht. Und den Verursacher findest Du niemals.

Warum vergibt sich der Router nicht einfach selbst einen?
Sicher muss ich dann Abstriche in Sortierbarkeit und Erkennbarkeit, welche sind „meine“ und so machen. Für mich würde ich das aber hinnehmen wollen.
Damit habe ich zudem einen Konfigurationspunkt weniger.

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Wenn das die größten Probleme sind, die wir haben, dann bin ich ja beruhigt … :smiley:

Aber erstaunlich, was einige hier für kriminelle Energien entwickeln können :wink: Ich sehe trotzdem keinen Platz für Zensur oder sonstigen Einschränkungen (welcher Art auch immer). Durch die soziale Komponente im Freifunk sollten IMHO all solche Probleme lösbar sein.

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Damit würdest du Vereinen und Geschäftsbetreibern die einzige Möglichkeit nehmen, ihr Engagement direkt digital sichtbar zu machen. Wenn sie schon keine eigene SSID haben dürfen, kriegen sie immerhin einen schönen Knotennamen.

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Aber wer schaut schon auf der Map nach Knotennamen? In einem Gebiet wo mehrere Nodes stehen wird es schwierig für den Nutzer zu entscheiden welcher Node denn jetzt den Zugang bereitstellt. Für Gewerbetreibende ist doch ein schöner, großer FF-Aufkleber viel effektiver.
Ich kann die Forderung durchaus verstehen - bei steigender Verbreitung werden aber sicher noch einige Einschränkungen gemacht werden müssen um Freifunk vor so einem Missbrauch zu schützen.

Dann hat die Karte halt mal ein „technisches Problem”, kann auch Mal vorkommen. (In Klartext, sie wird Mal für einen Tag abgeschaltet.)

Störenfriede, die keine Beachtung finden, verlieren ganz schnell die Lust dran. Die Maxime „Don’t feed the troll“ ist daraus entstanden.

Auf freifunk-brilon.net (und freifunk-neuss.de) habe ich ne Karte eingebunden, auf der die Namen gar nicht erst auftauchen. Wenn da jemand trollen wollte, müsste er/sie schon mehrere Router in einer „lustigen“ Formation aufstellen und auch noch online lassen. Und dann denke ich mir nur „juhu, viele neue Router“. :wink: Ich denke die „übliche“ Karte ist - wie auch die Mesh-Karte - hauptsächlich für uns Freifunker und „Nerds“ interessant. Der „normale“ User will doch nur wissen, an welchen Orten es Freifunk gibt. Von daher dürfte sich das Problem wohl im relativ kleinen Rahmen halten.

Es geht nicht um die PPA anpassen sondern um die Acceptable Use Policy die die PPA vorsieht.

Ansprechen ist natürlich die beste Lösung, aber bei Autoreg ist das ggf. nicht möglich.
Ich suche ja nach einer Lösung bei der wir vorher die „Richtlinien unseres Handels“ reflektieren können um dann nicht ggf. hektisch zu werden. Oder uns gegenseitig anzumaulen weil ein Op was raushaut was andere akzeptabel finden.

Nachdem ich @Emploi Beispiele zugesendet habe, konnte ich dabei etwas drüber Nachdenken und haben für uns folgenden Vorschlag.
Beleidigungen, & sog. Volksverhetzung (§130StgB) gehen offenbar nicht und fliegen sofort. Sprich: Erst machen, dann fragen. In dem Fall darf man wie ich finde humorlos sein. Ist bei §130 auch angezeigt. Da gibt es auch wenig Probleme mit der Deutung :wink:
Ansonsten würde ich vorschlagen: In dubio pro reo und wenn’s wirklich jemanden ein Problem macht dann drüber reden (lokale Community).

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Also ich erlebe das so das Geschäfte, Cafes, also alles was nicht privat ist, sich höufig (nicht immer) auch mit Namen in der Karte sehen wollen.

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Hätte nicht gedacht das Freifunk „Das völkische ‚Volk‘“ anzieht, Dinge die gegen das StGB verstoßen gehen natürlich nicht. Ebenso wenn Personen oder Gruppen identifizierter angriffen werden.

danke für den hinweis, über solche Probleme habe ich bisher noch nicht nachdenken müssen.

Ich denke ein Hinweis schon beim ersten Anlegen des Namens durch den Nutzer ist sinnvoll.

Bei Nicht strafrechtlich relevanten - also nur unpassenden Namen - würde ich Kontakt aufnehmen und um Änderung bitten.
Bei Namen, die überhaupt nicht gehen (Beispiele oben) sofort ändern - in etwas generisches - und den Nutzer informieren.

Ich kann mir auch vorstellen, dass es unproblematisch ist einzelne Namen in den Systemen einfach nicht mehr anzuzeigen - ******** . Das sehe ich nicht als Zensur.

Tino

Hätte nicht gedacht das Freifunk „Das völkische ‚Volk‘“ anzieht

Bis jetzt nicht, mit Autoregistrierung vielleicht. Geht ja nur darum das wir in der lokalen Community „klar“ sind was wir dann machen.

Hier meine Zusammenfassung was für mich bei der Diskussion rausgesprungen ist und was ich für FFML/MLFF gerne zur Handlungsmaxime machen würde:

Vorab: Die Karte ist nicht Teil des Netzes, sondern unserer Website. D.h. wir müssen uns da u.a. mit dem Telemediengesetz auseinandersetzen. Knotennamen die gegen §130, §185ff verstossen müssen wir eh tilgen. Da möchte ich aber nicht an der Karte rumtinkern oder die offline nehmen sondern den Hebel beim Verursacher ansetzen. Daher:

Vorschlag: Wir formulieren in der Acceptable Use Policy (die wir noch nicht haben) die dann u.a. fordert das die Benennung des Knotens zur Veröffentlichung geeignet sein muss. Insbesondere Knoten, der Bezeichnung gegen geltendes Recht verstossen, dürfen nicht am Netz teilnehmen.

Ich persönlich würde das auch auf Knoten ausdehnen, die nicht auf der Karte angezeigt werden. Ich bin da Egoist: Ich will auf so ne Scheisse nicht draufschauen müssen :wink:
Konkret heisst dies das solche Knoten dann sofort aus dem Netz fliegen - und sofern bekannt der Knotenbetreiber informiert wird warum und was er/sie machen kann.

(@void, @sandzwerg, das wäre auch mein Vorschlag für das Gespräch morgen, falls die Frage darauf kommt)

Oder muss ‚ich‘ im Geiste von Freifunk/PPA alles und jeden transportieren und aufnehmen? Es gibt ja schon Fälle wo dies aus technischen Gründe (Kapazität/Batman MegaBroadcast Bloat) nicht mehr ging. Dann wäre dies nur ein weiterer Grund wo es nicht geht. Und kein „an den Haaren herbeigezogener“.

Und ich halte das nicht für „Zensur“ (das fiel ja oben schonmal, falsche Keule). Ist „Access Denied“. Genauso wie es ein Access Denied gibt wenn du mit mir mit deiner umgebauten Mikrowelle meshen willst :non-potable_water:

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Klingt gut.

Das impliziert zu mindestens eine Pflicht die Namen von Knoten (auch unabhängig von der Karte) zu überprüfen. Aktiv werden bei Beschwerden/wenn es auffällt fände ich da praktischer. Außerdem:

Ich bin mir nicht sicher aber ein Knotenname könnte kein gültiger Grund sein um das PPA zu ignorieren. Auch besteht das Problem das man den Namen schnell ändern kann. Das sehe ich jedenfalls kritisch.

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Das impliziert zu mindestens eine Pflicht die Namen von Knoten (auch unabhängig von der Karte) zu überprüfen. Aktiv werden bei Beschwerden/wenn es auffällt fände ich da praktischer

So meinte ich das auch. Analog Forum: Wir werden tätig, wenn wir Kenntniss erhalten.

Soweit ich mich erinnere, wurde das nur losgetreten, weil die Stadt danach gefragt hat. Denke das Konzept mit der Kommission reicht denen schon. Und eben die Zusicherung, dass das technisch unterbindbar ist.

warum tilgen und nicht einfach den Namen durch die MAC ersetzen?

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