Kirchturm - Planung / Erfahrungen / Bilder

Zur Planung eines Standorts würde ich euch gerne konsultieren. Es geht um einen Relais-Standort in einem etwa 45m hohem Kirchturm (evk), der ggf. zur Anbindung einer Turnhalle & dem Gemeindezentrum genutzt werden kann. Ist politisch und kirchenintern aber noch nicht entschieden, deshalb nenne ich hier auch keinen Ortsnamen. Angedacht ist eine oder mehrere NanoStation Locos sowie eine reine Richtfunkstrecke als Uplink zu einem Offloader zu installieren.

Per Treppe ist alles zugänglich bis zur 3. Fensterreihe von oben. Danach geht es effizienter hinauf:

Nun auf höhe der 2. obersten Fensterreihe, steht man zwischen tonnenschweren Glocken auf hundert Jahre alten Dielen wovon manche tendenziell besser nicht belastet werden. Die Balken machen einen recht guten Eindruck, stellenweise scheint neben dem Zahn der Zeit jedoch auch der Holzwurm an ihnen genagt zu haben.

Die Fenster auf dieser Höhe als auch die weiter oben sind offen d.h. außer dem Kaninchendraht gegen die Tauben und die Holzlamellen für die Akustik ist dort nichts (kein Glas). In der Folge geht dort ganz schön der Wind.

Ab hier dürfte es nur noch mit Sicherung und ordentlichen Schuhen weiter rauf gehen. Die interessanten, oberen Fenster befinden sich dort (ca. 30-35m Höhe).

Nun zu dem wichtigsten: wie die Anbindung des Kirchturms aufbauen. Als Ausgangspunkt dient Antennenmast eines Mesh-Only Standort den wir per Nanobeam AC anbinden werden. Von dort muss das Signal durch diese Baumgruppe:

Im Worst case liegen 100m der Strecke in/über diesem „Gestrüpp“. Ansonsten scheint die Luftlinie weitestgehend frei zu sein (Teile der 8m Fresnelzonen-Ausdehnung dürften über den oben gezeigten Bäumen liegen):

Gedanken/offene Fragen zu dieser Strecke:

  • kompakte, nicht windlastige Antennen an beiden Standorten zu präferieren (+1 für 5 GHz)
  • 5 GHZ könnte regelmäßig durch das Radar von Rettungshubschrabschrabs (Kreiskrankenhaus) in den DFS Passivmodus fallen
  • höhere legale Sendeleistung von 1 Watt überwiegen auf Distanz von 1,2km die bessere Durchdringung von 2,4 GHz?
  • Was sagt ihr zur Baumsituation? Überschätze ich die 1 Watt?
  • beide Standorte sind „Blitzfänger“ - bei einem Einschlag in 30m Entfernung dürfte alles hinüber sein?
  • jede Befestigung im Glockenturm muss den starken Vibrationen standhalten und darf die Akustik nicht verfälschen
  • schirmt der Kaninchendraht bei den Fenstern ggf. stärker als es Holz + Schiefer tun?
  • zur Beschädigungsfreien Abringung kamen mir Schraubzwingen mit rundem Griff oder Rohr in den Sinn um die Balken im oberen Bereich der Fenster nutzen zu können. Sicherung via Stahlseil. Die Balken liegen in min. 2m Stehhöhe, vlt. deutlich mehr.

Jede Art von Input ist willkommen. Neben der Unsicherheit ob 5 GHz die richtige Wahl wäre weiß ich z.B. auch noch gar nicht welche Art von Sicherungsleinen/seilen die richtigen für die Gegebenheiten wären um auf den Balken arbeiten zu können (braucht man ja gut Spiel für => Sicherungspartner nötig?).

Cheers,
Arwed

Für den Technischen Teil gibt es hier qualifiziertere Leute, aber zum Klettern bzw. sichern kann ich dir was sagen: Bitte ausschließlich mit zertifiziertem Kletter Equipment sichern! Niemals mit Baumarkt Strippe oder sonst was. Dazu muss sowas immer (!) zu zweit gemacht werden, niemals alleine. Du brauchst also 2 Leute mit jeweils einer PSAgA (Persönliche Schutz Ausrüstung gegen Absturz)

Dazu sollten die Leute auch wissen was sie da tun und wie man die Ausrüstung sicher und korrekt bedient. Auch wenn es hier nicht darum geht eine hohe Wand zu besteigen, sondern nur darum sich selbst und andere gegen Absturz zu sichern ist dies sehr wichtig. Selbst ein Sturz aus nur 2m Höhe kann übel ausgehen wenn man unglücklich auf Wirbelsäule oder Hinterkopf fällt… Kostenpunkt für eine ganz simple Ausrüstung sind pro Person ca. 80 Euro, dazu kämen nochmal ca. 50 Euro für ein Kletter Seil.

P.S.: Für die anderen Kletterer hier: Ja, PSAgA zertifizierung braucht man nur wenn man beruflich klettert. Gemeint ist eine „vernünftige“ Ausrüstung die minimal Standards erfüllt…

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Du greifst zu kurz.
Du kannst hier das komplette FISAT-Fass aufmachen, wonach man sich streiten darf, ob nun mindestens eine Fachkraft nach Fisat2 reicht oder es Fisat3 sein müsse.

Führt nur nicht zum Ziel.
Und dann kann mansich noch über Brandschutz und Denkmalschutz unterhalten.

Erster Schritt sollte sein, zu überlegen, was das überhaupt sinnvoll ist.
Wifimesh von 35m-Standorten halte ich für reichlich ineffektiv.
Und ohne Router mit dedizierten Batman-Interfaces (und seinen es Vlans) wird’s auch nicht gehen, wenn da mehr als nur 8MBit/s in Total „über eine h gemessen“ durchpassen sollen.

Dass die Installation, wenn man es richtig macht, nochmal den Preis des Funk-Equipments „mal 3“ für das Elektrozeug und nochmal Faktor 5 für den ausführenden Fachbetrieb kostet: gekauft. ist halt so.
Dachstandort unter 3k€ ist immer gebastelt.

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@adorfer: Klar, da hast du natürlich Recht. Aber da wir das ganze FF Gedöns ja nur Hobby mäßig und nicht gewerblich machen habe ich mir den Hinweis auf FISAT geschenkt :slight_smile: Wobei sich mir gerade die Frage stellt: Wie siehts mit der Versicherung aus? Wer haftet für uns „Amateure“ wenn wir vom Dach fallen? Ich denke mal keiner, das läuft dann unter „Selberschuld“…

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Danke für euer erstes Feedback. Das Klettern ist wohl ein Thema für sich, ihr bestätigt da meine Befürchtungen. Sollte es konkret werden, muss man wohl versuchen einen Hobbykletterer, ein Mitglied der FF o.ä. für die Sache zu gewinnen.
Was die Technik angeht: angedacht ist das zunächst als „Relais-Station“ zur Anbindung von 2 Standorten in wenigen Hundert Meter Entfernung, im Endausbau könnte ich mir aber gut vorstellen, dass eine Nano / Nano Loco / CPE in jede Himmelsrichtung blickt und man sich mit einer eigenen Loco die auf den Turm gerichtet wird (auf jeden Fall ein Router, kein Endgerät) mit dem Mesh verbinden kann. Natürlich werden die an einen ToughSwitch oder dergleichen angeschlossen fürs Meshen. So planen wir auch den auf Höhe der 2. Aufnahme vorhanden Strom zu nutzen (3-5 PoE Kabel hoch). Montage ist aus Blitz- und Denkmalschutzgründen nur im Inneren möglich. Glockenwart und Dachdecker müssen hinterher aber noch ihrer (beruflichen) Frei-Kletterei nachgehen können. Das Team besteht aus einer kl. IT-Firma mit entsprechender Haftpflicht, so etwas hat bisher aber noch niemand gemacht.

Wir sind hier in der Eifel, ein Mesh wird es hier ohne Richtfunkstrecken nicht geben. Der Turm würde als „Mesh-Standort“ zusätzlich also nicht seine unmittelbare Nachbarschaft versorgen sondern (zukünftigen) Freifunkern in den 4-5 Nachbardörfern/Städten mit guter Sichtverbindung einen Anknüpfungspunkt/Anreiz zu bieten. Das Budget beträgt ungefähr 500,- wobei die Anschaffung von wiederverwendbaren Dingen wie Kletterausrüstung nicht enthalten ist. Es geht ja nicht darum Mobilfunkprovider zu werden, sondern Freifunk zu verbreiten und für sinnvolle Anwendungen zu nutzen. Wenn am Ende 20 Mbits stabil im Gemeindezentrum (freie Sicht btw) ankommen wäre das mehr als ausreichend. Allein bei der Überzeugungsarbeit dürfte so ein Standort gut Vorteile bieten. Und unter uns: wollen wir nicht alle basteln / Dinge schaffen / möglich machen? :slight_smile:

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Hi,

für Anregungen kannst Du dir die Dokumentation der Berliner Freifunker einmal ansehen:
http://wiki.freifunk.net/MABB:Backbone

viele Grüße
Thomas

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Guckst Du :wink:

Vielleicht bringt Dich das auch weiter:

LG

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