Scheint es nur so oder sterben immer mehr Communities aus?

Hey Leute,

ich hab in letzter Zeit das Gefühl, dass immer mehr Freifunk-Communities runterfahren oder ganz aufhören – bei uns z. B. aktuell Winterberg, wo scheinbar sogar überlegt wird, die Server komplett abzuschalten.

Ist das nur mein Eindruck oder merkt ihr das auch in euren Regionen?

Wenn ja, was sind aus eurer Sicht die Gründe dafür? Weniger aktive Admins? Zu hohe Kosten? Mangelndes Interesse? Oder fehlt es an neuen Leuten, die Bock haben mitzumachen?

Würde echt gern euer Feedback hören. Vielleicht können wir gemeinsam rausfinden, was gerade abgeht und wie man dem entgegenwirken kann.

Cheers!

Moin,

IMHO ist das seit ~5 Jahren ein Thema, die Gründe sind AFAICS vielfältig. Für ein Freifunk-Setup benötigt man z. B.

  • ›Techniker‹, die Gateways betreiben und die Firmware bauen
  • ›Finanzmanager‹, die das Geld für die externe Technik reinholen
  • ›PR-Manager‹, die Menschen und Organisationen dazu bringen, Freifunkknoten aufzustellen — und optimalerweise Geld in den Topf tun für Technik und Werbematerialien

Und wenn das alles da ist, bekommt das Team viel Tadel und wenig Lob :wink:

Sollten die Aktiven jung an Jahren sein, sind Änderungen im beruflichen oder familiären Kontext nicht ungewöhnlich; der eine zieht beruflich bedingt weg, die andere fokussiert sich auf einen eigene Immobilie, ein anderer macht sich selbständig und hat fortan weniger Freizeit/in jener andere Prioritäten, … Ältere gehen ggf. in den Unruhestand und entdecken neue Hobbies :wink:

Dabei steht immer die Frage im Raum: wer braucht das denn überhaupt noch, echte Datenflats sind doch auch erschwinglich(er) geworden? Was dann ggf. die Frage triggert, wofür man seine Zeit eigentlich opfert.

Just my 0,02€.

Moin @wusel,

du triffst den Nagel echt gut auf den Kopf. Freifunk lebt von Ehrenamtlichen, und sobald sich Lebensumstände ändern oder die Motivation nachlässt, bricht schnell ein Teil der Community weg. Technik, Finanzen und PR sind nur die Spitze des Eisbergs – dahinter steckt eine Menge kontinuierlicher Arbeit, die oft unsichtbar bleibt und selten Anerkennung bekommt.

Dazu kommt, dass die „Dringlichkeit“ für viele inzwischen abnimmt: Datenflats sind günstiger und schneller, und viele fragen sich, warum sie noch Zeit in Freifunk investieren sollen, wenn es keinen direkten Nutzen gibt. Gleichzeitig ist genau das der Punkt, warum Freifunk wichtig bleibt: es ist ein freies, dezentrales Netz, unabhängig von kommerziellen Anbietern – ein Stück digitale Selbstbestimmung.

Kurz gesagt: Es ist normal, dass Communities schwanken, aber der Wert von Freifunk liegt eben nicht nur in Zahlen oder Datenvolumen, sondern in der Idee dahinter. Manchmal braucht es nur ein paar motivierte Leute, die das Feuer am Leben halten.

Hallo @VonderWulf,
wir können auch selber mit KI-Chatbots sprechen. Dein Copy-Paste von ChatGPT trägt weder zu der Diskussion noch generell zum Forum positiv bei.

Bitte unterlasse das.

Danke.

Hey, danke für deine Antwort.

Ich nutze LLMS weil ich eine Leserechtschreibschwäche habe :slight_smile:

Wenn das für euch ein Problem ist, dass ich halt ChatGPT oder Ähnliches nutze, dann lass ich halt die Kommunikation komplett

Hallo @VonderWulf

letztlich ist es deine Entscheidung. Gegen die Nutzung von LLMs zur Rechtschreibkorrektur spricht nichts. Problematisch wird es jedoch, wenn man das eigentliche Denken an ChatGPT auslagert. Spam oder reine Kommentare ohne eigenen Inhalt helfen hier niemandem weiter.

Die Thematik rund um Freifunk und die Gründe für den Rückgang von Beteiligung und Communities sind allgemein bekannt. Antworten dann 1:1 aus einem LLM zu übernehmen, ohne eigene Einordnung oder Erfahrung beizutragen, wirkt wenig konstruktiv und ist in vielen Foren nicht gewünscht.

Meine Empfehlung wäre daher folgende: Setz dich beim verfassen einer Nachricht daher bitte mal 5 Minuten hin, streich die Sachen, die redundant sind aus der Nachricht raus und überlege dann nochmal, ob die Nachricht einen Mehrwert bietet. Andernfalls einfach nicht abschicken.

okay!

Moin zusammen,

ich bin seit ca. 2019 bei Freifunk dabei und habe den damaligen Boom nicht mehr mitbekommen. Stattdessen habe ich viel Erfahrung beim von Übernehmen Gemeinschaften gesammelt, die sich aufgelöst hatten. Aus meiner Sicht sind folgende Faktoren für die aktuelle Situation ausschlaggebend:

Technische Komplexität und fehlende Vermittelbarkeit

Die Idee der Bürgernetze ist aus technischer Sicht faszinierend, lässt sich aber technischen Laien nur schwer mit einem direkten Nutzen vermitteln. Zwar ist es mittlerweile einfacher geworden, Firmware zu bauen und Server zu betreiben, dennoch bleibt das Thema eine absolute Nische, die ein tiefes technisches Verständnis und viel Zeit erfordert. Für Endnutzer ist Freifunk zwar großartig, aber der Betrieb ist einfach zu komplex, und es mangelt meiner Meinung nach an Community übergreifenden Best Practices.

Dezentralität als Hindernis

Es fehlt eine zentralere Infrastruktur für PR-Kampagnen. Im Vergleich zu politischen Organisationen muss jeder Freifunk-Verein in erster Linie alleine kämpfen. Ein höherer Organisationsgrad wäre hilfreich – etwa eine zentrale Arbeitsgruppe beim Dachverein, die sich um Promotion und Öffentlichkeitsarbeit kümmert. Es gibt bereits unzählige Diskussionen und unterschiedliche Meinungen darüber, wie man Freifunk technisch umsetzen sollte. Während sich manches wie B.A.T.M.A.N. durchgesetzt hat, ist anderes – wie etwa der Betrieb eines eigenen ASN – so divers, dass jede Organisation Spezialwissen benötigt.

Veränderte Zielgruppe

Früher war das Thema relevanter, da die Netzabdeckung schlechter und Tarife teurer waren. Heutzutage nutzen Freifunk hauptsächlich Menschen in finanziell schwierigen Verhältnissen, darunter Geflüchtete sowie ältere Menschen, die sich freuen, ohne viel Anleitung das Internet nutzen zu können.

Kommerzielle Konkurrenz

WLAN ist vom imagefördernen Aspekt bei Einzelhändlern zur Standardausstattung geworden. Gerade ehrenamtlich geführte Freifunk-Initiativen können mit großen Einzelhändler Ketten nicht mithalten, was die Verbreitung erschwert.

Fehlende Reichweite für Nachwuchs

Es fehlt an PR auf Plattformen wie TikTok und YouTube, die außerhalb der Community liegen. Videos im CCC Media-Archiv und Blogeinträge sind wertvoll, erreichen aber keine neuen Menschen, sondern nur solche, die bereits eine Affinität zum Thema haben. Dadurch ergeben sich kaum neue Chancen für Wachstum.

[KI wurde genutzt um Rechtsschreibung zu korrigieren und Absätze besser zu strukturieren]

Ich wollte es eigentlich vermeiden, hier auf die themengleichen Threads der Vorjahre zu verweisen.

Aber nun bekommen wir deren Inhalt als Gemeinplatz-LLM-Gespülz von Sloperatoren vorgekaut.

Schönen Dank auch!

Klingt ein wenig nach Leichenfledderei, aber vielleicht ist das auch nur meine Interpretation der gewählten Worte :wink:

Spannender Satz. Allerdings ist es faktisch »B.A.T.M.A.N. advanced«, was sich durchgesetzt hat, soviel Detailtiefe sollte es schon sein. Und eigentlich ist der Betrieb eines eigenen Autonomen Systems in der Default Free Zone auch nicht sonderlich ›divers‹; Du brauchst eine AS-Nummer von einer RIR, Du brauchst >1 Transitprovider (anderenfalls ist es nur ein Fuchsschwanz in der Speedtest-Ausgabe) und – größte Hürde mittlerweile – wenigstens ein IPv4 /24, was über Dein AS (exklusiv) geroutet wird. Grundlagenwissen über BGP4 schadet nicht, aber die bird.conf für 1 Standort und 2 Transits bekommt die AI der Wahl vermutlich auch hin.

Wenn mensch erstmal badman-adv.ko als Layer 2,5 akzeptiert hat, ist das imho nicht mehr komplex, und a) Gluon und b) Ansible erschlagen den Großteil verbliebener Komplexität im Feld. Die BCPs wiederum sind einerseits in Gluon, andererseits den Ansible-Rollen größerer Freifunkgruppen kodifiziert.

Mit alledem hat aber der Endnutzer genau gar keinen Berührungspunkt — ›sieht‹ sein (d/m/w) Endgerät eine Freifunk-SSID, verbindet es sich und ist ›drin‹, das ist wirklich so einfach. Kein Abnicken von AGB, keine Angabe persönlicher Daten im Gegenzug für den Netzzugang …

Hinter »genutzt« gehört ein Komma; und der andere Text liest sich leider sehr wie eine KI-Antwort auf eine überflüssige Frage — wir, die seit mehreren Jahren im Freifunk-Umfeld aktiv sind – Fonera + Sven-Olas ›fff‹ ist nun knapp 20 Jahre her – wissen in der Regel um die aktuellen Herausforderungen. Und als alter greiser Mann fehlt es mir an Vorstellungskraft, wie man das technisch dröge Thema Freifunk auf TikTok, oder auch nur auf YouTube, hipp und mitreißend platzieren könnte … Manchmal denke ich, ganz still vor mich hin, daß dieser ganze KI-Quatsch uns nicht wirklich weiter bringt, sorry.

Weird (ChatGPT):

Das klingt leider geil. Aber:

Also, wer macht’s? :wink:

Das macht die Gemini Pro / Veo3 video generation aus deinem prompt:

Lohnt noch nicht dafür einen TikTok account zu machen.

»nettwnork just die in!« says it all :wink: Die ersten 8 der 15 Sekunden sind doch schon mal nett …

Ich hab’ dann auch mal …

»Erzeuge einen Videoclip (15 Sekunden max.), der Personen unter 30 das Freifunk-Netz als Alternative zu ihrem Mobilfunkvertrag interessant macht.«

… bei invideo basic eingeworfen.

Long way to go. Aber auch interessant, was dabei rauskommt :wink:

So viele offensichtliche Lizenzverletzungen, die die KI da begeht… Viele der Bilder da kommen mir bekannt vor, die z.B. auch auf Wikipedia sind, dort aber unter einer CC Lizenz stehen.

Moin, das Community-Sterben fällt mir auch auf, auch bei unserer eigenen Community. Die schon genannten Punkte seh ich ebenfalls als relevant an. Was mir aber persönlich auffällt, ist die mangelnde Motivation durch fehlendes Feedback der Nutzenden. Ich weiß halt nicht, ob Leute das Freifunk-Netz tatsächlich benutzen und sinnvoll finden, oder nicht. Würde es einen Unterschied machen, wenn wir das Netz morgen komplett abschalten würden?

Witzigerweise gab es durchaus Feedback, als wir das letzte Mal einen Komplettausfall hatten: es gab tief in der Nacht ein Hardware-Problem, das ganze Netz war weg, und dann hat es (nachts) auf der Telefonnummer vom Verein geklingelt. Da war jemand dran, der gefragt hat, wann das Internet wieder da wäre, die bräuchten das für ihre Prüfungsvorbereitung (ich hab die Details nur halb verstanden, weil ich müde war und der Anrufer etwas konfus sprach). Leute bemerken also, wenn Freifunk weg ist! Das hat mich durchaus ein bisschen motiviert.

Vielleicht würde es also Leute mehr zum Mitmachen bzw. Dranbleiben motivieren, wenn es mehr solches Feedback von den Nutzenden gäbe? Wie man das genau umsetzen kann, weiß ich auch nicht; da sind wohl erstmal Ideen nötig. Das Restic-Projekt z.B. hat im Issue-Template die Frage „Did restic help you today? Did it make you happy in any way?“. Das kann man in dieser Form bei Freifunk sicher nicht umsetzen; aber ich find es einen guten Ansatz, Leute darauf hinzuweisen, (positives) Feedback zu hinterlassen.

Ich habe auch den Eindruck, dass der Freifunk-Drive nachgelassen hat. Aus meiner Sicht liegt das daran, dass Freifunk sehr stark als „Internet für alle“ „verkauft“ wurde. Mit steigenden Datenvolumina im Mobilfunk bei gleichzeitig sinkenden Kosten fällt dieser Anreiz jetzt natürlich weg. Das sehe ich auch an mir: Wenn es irgendwo kostenloses WLAN gibt interessiert mich das nicht, es sei denn, der Mobilfunkempfang ist sehr schwach. Und grundsätzlich finde ich das auch erstmal positiv, sonst würden wir hier immer noch mit 500 MB für 50 € rum gurken.

Was ich mir wünschen würde wäre ein stärkerer Fokus auf „lernen“, denn da hat Freifunk in meinen Augen viel zu bieten: Antennen, Embedded Devices, Firmware-Entwicklung, Routing, anbieten lokaler Dienste, das kann man alles ohne großen finanziellen Aufwand ausprobieren. Und wenn danach noch ein gut nutzbares Netz für alle mit knappem Datenvolumen raus kommt umso besser.

Ich kann’s nachvollziehen, was du meinst

Ich seh halt relativ oft, dass die Geräte, wenn nur verbaut werden in Bäckereien oder Ferienhäusern

Das jetzt irgendwelche Kommunen aktiv sagen, wir würden noch aktiv Freifunk verbauen sehe ich nicht mehr. Zumindest bei der, wo ich hier wohne :slight_smile:

@Marco

Wer sollte sollte Deiner Meinung nach was tun? Oder anders: was ist ein „starker Fokus“?

In einer Firma, in der Arbeitskraft oder generell Budget aufgeteilt werden muss und es auch eine Hierarchie gibt, die klare Ansagen macht, wer mit was seine Zeit verbringt: Da geht das.

Im Freifunk (oder generell in Vereinen ohne oder mit wenig bezahlten Kräften) sind die Leute alle (hoffentlich) freiwillig da und tun Dinge, zu denen sie sich selbst motivieren können.

Die von Dir beschrieben Dinge/Aktivitäten stehen meines Erachtens in den meisten Communities den Leuten seit je her offen. Da gibt es niemanden der sagt „Stell erstmal Router auf oder mache 2 Jahre den Kassenwart im Verein bevor du Routing mit Bird lernst oder gar Firmware baust oder gar die Ansible Rollen neu machst“

Ob man irgendwie sinnvolle Perks für Aktive bringen kann, um sie zu Dingen zu motivieren, ich kenne da Diskussionen um vereinsrechtliche Aspekte.

Wuerde in diesem Zusammenhang aber gern in die Runde fragen: womit sollte ein Verein locken?

Regelmäßige kostenlose Besäufnisse und Bratwurstfressen zieht inzwischen selbst bei den freiwilligen Feuerwehren nimmer so gut.
Mit ein paar Jahren Verpflichtung beim THW konnte man früher dem Wehrdienst entgehen. Da sehe ich uns bei Freifunk aber irgendwie auch nicht.

Was also konkret anbieten?

  • kostenlose VM zum privaten herumspielen?
  • Colocation von NAS/Miniserver für z. B georedundantes Backup vom Homelab?

Mein Hauptfokus liegt auf dem Angebot eines barrierefreien Netzes in Form von Freifunk.

„Gratis-WLAN“ gibt es zwar an jeder Ecke und in den unterschiedlichsten Qualitätsstufen, egal ob vom Regionalbus, Stadt oder im Supermarkt. Hauptsache, man hat irgendwas, meist noch mit miesem Empfang oder Dateraten den Todes. Doch fast alle Angebote teilen das gleiche Problem: Nervige Vorschaltseiten. Ein solches WLAN vergrault die Nutzer eher und ist im Grunde reine Antikundenwerbung.

Spannend wird es zudem bei den Vorteilen, die einzelne Communitys den Knotenaufstellern bieten. Ein cooles Feature ist hier zum Beispiel die Möglichkeit, das eigene Heimnetzwerk direkt in den Garten zu tunneln oder zum Bekannten und sich dort gegenseitig Daten auszutauschen, Backup zu ziehen. Freifunk praktisch als Transportnetz.