Schnapsidee? vestSPOT powered by Freifunk

Was jetzt kommt ist ein bisschen eine Schnapsidee, da ich schon länger erkältet bin und bei Fieberschüben nicht immer so ganz klar denke. :wink:

Mir ist in Gesprächen immer mal wieder aufgefallen, dass es verschiedene Arten von Ansprechpartnern gibt. Für die einen ist Freifunk total cool und ein toller Deal, bei den anderen scheinen irgendwie sofort die Bullshit/Schlangenöl-Detektoren zu feuern, weil sich Freifunk für einen Geschäftsmann einfach ZU gut anhört. Billiges Gerät, keine laufenden Kosten - hä?

Ende letzer Woche habe ich mal ein paar Links zu doch sehr Freifunk-ähnlichen Businesses wie sorglosinternet.de durchgesehen, was ich erstmal sehr verwirrend fand. Das ist das Prinzip vom FFRL-Freifunk, nur eben in teuer. Mehr Vertrauensvorschuss kann so eine Startup-Bude auch nicht haben, es muss einfach diese direkte Kommerzansprache sein.

Was wäre also wenn man eine Spin-Off-Marke macht, sowas wie „vestSPOT - powered by Freifunk“? Dann gibt es einen hübsch beklebten 1043v2 für einmalig 59.99€ sowie 5.99€ im Monat für die FFRL-Mitgliedschaft. (vestSPOT jetzt einfach mal weil alles im Kreis Recklinghausen irgendwas mit Vest heißt und SPOT von Hotspot.) Würde das die verkommerzte Zielgruppe besser erreichen?

Was haltet ihr davon? Discuss!

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Ich halte da nicht viel von. Zum einen: Nicht immer heiligt der Zweck die Mittel, und wenn die Geschäftsleute halt nicht wollen, und Haken sehen, die nicht existieren - gut, wer nicht will, der hat schon.

Und zum anderen muss ich da, wenn auch wiederwillig, einen Stallman pullen. Freifunk ist von jeher Frei. Freies Netz für freie Bürger und so. Und dieses Prinzip über den Haufen zu werfen, nur um einen Router in das letzte gallische Dorf die letzte Firma zu stellen, finde ich nicht gut. Außerdem bedeutet das ja auch eine gewisse Unehrlichkeit gegenüber dem Geschäftsführer. Alle anderen kriegen den Freifunk abgesehen von den Investitionskosten der Hardware für umme, und er soll dafür bezahlen?

Wenn er sich trotz Erklärungsarbeit nicht überzeugen lässt, und lieber solche kommerziellen Angebote nutzen möchte, ist das sein Problem.
Ich würd da lieber mit einer Argumentationsstruktur a la „Feste Kosten gibts nicht, es ist vielmehr pay-as-you-want, %hier Verweis aufs Spendenkonto einfügen%“ machen. Dann ist der Typ beruhigt, der Verein bekommt ein paar Euro pro Monat zugesteckt, wir bewahren unsere Ehrlichkeit und unsere Prinzipien. Aber auf jeden Fall besser als so…hrm…hinterfotzig anzukommen, und sowas abzuziehen.

Eventuell ist mein „Halte ich nicht viel von“ vom Beginn des Posts zu gemäßigt, um meine Ablehnung gegenüber solch einer Vogehensweise auszudrücken, aber: Ganz ganz schlechte Idee. :wink:

Und zum anderen muss ich da, wenn auch wiederwillig, einen Stallman pullen. Freifunk ist von jeher Frei. Freies Netz für freie Bürger und so.

Stallman mit Freifunk in einem Topf zu werfen (wenn es über die Software hinaus geht) ist nicht angebracht. Stallman selber sagt, dass freie Netze andere Fragestellungen aufwerfen. Wenn man auf der Ebene der GPL bleibt ist das Vorgehen absolut ok, ohne Einschränkungen!
(siehe Q&A am Ende (iirc) bei diesem Video vom 31c3)

Ich finde, den Vorschlag sollte man einordnen wie die ganzen anderen Shops. Ist jedenfalls sicher spannend, wenn Einkäufer/Entscheider mehrere Angebote einholen und dann nicht nur über sorglosinternet sondern auch über Freifunk stolpern.

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Hmmm, wenn jemand™ wie ein kommerzieller Anbieter auftritt, müsste dieser jemand™ wohl für das Geld, das er nimmt, auch dauerhafte Verfügbarkeit sicherstellen, Gewährleistung übernehmen etc. pp. (Zugegeben: sorglosinternet.de scheint davon eine Menge über seine AGB Allgemeine Geschäftsbedingungen | sorglosinternet ausschließen zu wollen, aber ob das vor Gericht standhält?)

Finde es irgendwie zielführender, darzustellen, dass Freifunk nur die Hardware kostet, weil es eben ein freies, gemeinnütziges Projekt ist, und dass daher auch keine Bandbreiten-Garantien o.ä. gegeben werden können.

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Nö muss gar nicht.
Du musst es nur in Dein Angebot und/oder Deine AGB schreiben.
Und es sollte nicht sittenwidrig sein. (gegenüber Endkunden mag das alles anders ausschauen, aber zwischen Kaufleuten gibt es nach wie vor Vertragsfreiheit.)

Zielführend ist es, möglichst viele Wege nach Rom anzubieten.

Hersteller, die sagen „wir machen kein Online“ oder „wir machen nur Fachhandel“ oder „wir machen nur Discount“ mögen sehr speziell sein. Aber mehrere unterschiedliche Kundenangänge sind definitiv sinnvoll.
(Überlege mal, auf wieviele verschiedene Wege Du zu einer Telekom-Simkarte kommen kannst.)

abgesehen davon, dass das genau eine Entwicklung ist, die ich bei einigen bereits als Absicht im Hinterkopf argwöhne, quasi als Geschäftsidee Start mit Freifunk => dann Schwenk zu Kommerzfunk (Zusatzleistungen, etc. etc.) und so die Startupkosten sparen, und ich das für absolut entgegengesetzt zum FF Gedanken halte, sehe ich die rein organisatorisch-rechtlichen Hürden:

  • Gewerbeanmeldung
  • Anmeldung als ISP
  • Haftung
  • Sicherheitskonzept
  • Finanzamt

Kann man alles machen, findet man dann noch den richtigen Werbeaufhänger und stopft etwas in die Werbung oder Direktverkauf (z.B. einem Anzeigenakquisiteur einer Zeitung das als Zusatzvertretung schmackhaft machen), kann es funktionieren. Und da hier allenfalls einige etwas maulen werden, aber kein richtiger Gegendruck wegen der Kommerzialisierung erfolgt, wenn genügend Vertröstungen und Honig verteilt wird, kann der Start sogar mit relativ geringem Budget und Personalaufwand gelingen.

Aber das ist kein FF mehr.

Sehe ich änhlich wie Pinky

Eine änlich gelagerte Frage wäre, Wenn wir die Idee von der anderen Seite aufziehen:

Was Wäre wenn ein bestehender Hotspot Anbieter auf FF zukommen würde mit dem Angebot „Mesh on Lan“ mit FF machen zu wollen.

Im Endefekkt würde man das gleiche wie von @SenorKaffee erdachte bekommen
aber beschweren würde sich warscheinlich kaum jemand…
Oder doch ?

Wer wollte es einem selbstständigen Kleingewerbler verbieten, Consulting anzubieten.
Und in diesem Rahmen Freifunk-Router zu installieren.
So wie andere Leute halt Apache-Instanzen aufsetzen oder mit Jombla Content bauen und für gutes (zu viel) Geld damit Seiten entwerfen.

Wenn man’s so sieht, hast Du recht.

Dann würde ich es aber immer noch „nett“ finden, wenn ehrlich und vollständig dargestellt wird, was die Consulting-Dienstleistung ist und was von der davon unabhängigen Community und dem Verein ehrenamtlich, frei und gemeinnützig zur Verfügung gestellt wird.