SSID bei Freifunk-Routern im Umland von Hannover

Hallo in die Runde,

wir haben erst kürzlich Freifunk entdeckt und sind begeistert von Idee und Netzwerk. Natürlich haben wir auch schon einiges zum Projekt gelesen und auch über das Thema „Wahl (bzw. Beibehaltung) der SSID“. Nachdem, was wir gelesen haben, ist es auf Grund des Meshings gewollt, die SSID unverändert zu belassen und das ist auch fachlich ist das in jedem Fall nachzuvollziehen. Meshing und vor allem das Projekt „Freifunk“ sind in jedem Fall sehr wertvoll und auch ein Verstecken der hervorragenden Technik hinter einer ganz fremden SSID wäre falsch. Allerdings:

Wir prüfen gerade, ob wir etwas abseits von Hannover einige zusätzliche Freifunknodes ins Netz einbinden können. Die Idee die wir haben ist, dass wir Gewerbetreibende aller Art ins Boot holen und sie neben des Internetzugangs (ist „auf dem Dorf“ notwendig, da eine Flächendeckung zunächst noch nicht zu erreichen ist) auch die Hardware bezahlen und eine kleine Spende an Freifunk zahlen lassen.

Das könnte auch klappen. Allerdings sind Gewerbetreibende natürlich eher selten mit dem Herzen bei einem Communitygedanken. Viel mehr haben Sie neben ihrem wirtschaftlichen Erfolg vor allem Interesse an der Region, in der sie aktiv sind. Unser Erfahrung zeigt, dass Orte, die sich nicht Richtung Hannover orientieren (oder orientieren wollen) natürlich ungerne an vielen Stellen des Ortes indirekt Werbung für die Landeshauptstadt machen, denn dorthin fließen Kaufkraft, Mitarbeiter/Azubis und allgemein Bürger ab. Daher wäre ein „hannover.freifunk.net“-Netzwerk kaum ländlich zu platzieren.

Daher die Frage:
Wie steht Ihr allgemein dazu, wenn in einem Ort (ausdrücklich außerhalb Hannovers) einheitlich die SSID abweichend gesetzt würde? Also z.B. „WLAN GRATIS PEINE (Freifunk)“ oder „Freifunk: WLAN GRATIS PEINE“.

Innerhalb eines Ortes wäre das Meshing weiterhin gewährleistet und auch der Hinweis auf „Freifunk“ ist klar zu sehen. Die Identifikation mit dem WLAN steigt bei Gewerbetreibenden und Nutzern und wir erreichen auf diesem Weg eine noch weitere Streuung des Freifunks. Wie mit der Rückstellung der SSID bei Updates umgegangen würde, müsste dann getrennt betrachtet werden.

Freue mich über einen sachlichen Austausch zu dieser Idee. Wie schon geschrieben geht es in keinem Fall darum, sich fremde Technik zu eigen zu machen, sondern mehr darum, das Projekt weiter zu verbreiten, gemeinsame Synergien zu erzeugen und dafür einen Weg zu finden, der von allen Machern und (auch neuen) Unterstützern getragen werden könnte.

Viele Grüße von
Summer

Das wird von community zu community unterschiedlich gehandhabt.

Die überwiegende Mehrheit sagt jedoch: „Infrastruktur des Netzes kostet nicht nur viel Geld, sondern auch Arbeitskraft“
Und wer dann kein Freifunk möchte, der soll halt Sofanet, Hotsplots etc nutzen.

Denn der Gedanke hinter Freifunk ist unter anderem „Einmal das Handy in ‚Freifunk‘ einbuchen und damit dann an möglichst vielen Orten Netz haben“
Und das klappt eben nicht, wenn man am Handy vor Optiker Müller, Schlachterei Fritze und Bäcker Meier das Handy mindestens einmal auf deren Reklame-SSD „anlernen“ muss.
Abgesehen von der Energieverschwendung, denn die Suche nach (vielen) ‚bekannten‘ SSIDs kostet schlicht Batteriepower.
Nicht bei 2-3 zusätzlichen SSIDs, aber bei 50-100 schon.

1 Like

Mit dem Thema hatten wir uns auch beschäftigt (natürlich war auch bei uns die erste Idee, dass wir Optiker Müller und Schlachterei Fritze eben jeweils mit eigenem Namen anlegen müssten). Aber bei weiteren Beschäftigung mit dem Thema waren wir eben auch zu dem Punkt gekommen, dass ein „ortsbezogener und einheitlicher“ Namensraum (der aber eben nicht die nächste große Stadt anpreist) vollkommen ausreichen würde. Kenne das bei uns von der Weihnachtsbeleuchtung: Da gibt es dann nette Unterstützeraufkleber für die Geschäfte, die Geld dazu geben. Das reicht vollkommen aus und man steht vor dem Geschäft, sieht die hübsche Beleuchtung und zeitgleich das „gesponsorte“ Angebot.

Genau so könnte man schöne Freifunk-Aufkleber (nur eben ohne textlichen Hinweis „Hannover“) machen, die an Schaufenster kleben und die SSID auch so wählen, dass eben alleine dadurch nicht potentielle Unterstützer abspringen. In größeren Städten stellt sich die Frage auch nicht, aber „auf dem Dorf“ dann schon und da eben über diesen Weg auch Spenden an Freifunk generiert werden könnten, die regional einheitliche SSID das Akkuthema nicht nachteilig beeinflussen würde und eben das Projekt an sich weiter wachsen kann, da es auch als „Freifunk“ bekannter wird, ist es ein Thema, das sicherlich spannend zu betrachten ist.

Wir sprechen in unserem Fall übrigens von max. 10 Standorten mit eben einer (einheitlich abweichenden) SSID und die auch wirklich im öffentlichen Raum bzw. über den Ort verteilt an „HotSpots“.

Wer mittels Spenden das Freifunk Projekt unterstützt, der unterstützt es auch wenn nur „Freifunk“ als SSID gesetzt ist statt „Freifunk Grützenhausen“.

Die Behauptung man würde dann mehr Spenden bekommen mit lokalisierter SSID ist schon mehrfach aufgekommen und konnte nie bewiesen werden.

Hey Chris,

es geht weniger um den Zusammenhang „es wird mehr gespendet, weil es ‚Freifunk Grützenhausen‘ heißt“ als mehr darum, dass „hannover.freifunk.net“ (eben mit „Hannover“ darin) keine Akzeptanz findet, wenn die Location nicht unmittelbar etwas von dem Projekt hat.

Ein Café oder Restaurant hat in jedem Fall einen direkten Mehrwert durch längere Verweildauer - aber eine Apotheke oder Schneiderei nicht. Und die kannst Du bekommen, wenn sie mit dem Projekt auch sichtbar die Region unterstützen, aber nicht, wenn sie mitbekommen, dass eben über einen Aufkleber und das WLAN dann für ein konkurrierendes Oberzentrum „geworben“ wird.

Im ländlichen Raum klappt Freifunk flächendeckend halt nicht so einfach, wie in einer Großstadt. Es geht nur so, dass DSL-Anschlüsse rund um wichtige Plätze als Verbindung zum Netz arbeiten. Und an zentralen Plätzen sitzen in der Regel vor allem Geschäftsleute und weniger Privathaushalte - oder es sind Sozialwohnungen und entsprechen schwieriger ist eine Argumentation zur Teilüberlassung des Internetzugangs bzw. der Bandbreite.

Freifunk oder allgemein freies WLAN ist (auch gerade jetzt in Zeiten der Flüchtlingsaufgaben) ein wichtiges Instrument zur Kommunikation. Natürlich könnte auch eine andere Software eingesetzt werden, aber Freifunk ist soweit wir bisher beurteilen können eine hervorragende Lösung. Daher natürlich auch der Wunsch, eben mit allen Hotspots Teil des Freifunknetzes zu werden und eben lokal aufkommende Themen offen anzusprechen.

Freiwillige Spenden wird es übrigens tatsächlich nicht geben. Daher ist unsere Idee hier auch eine andere: Im Prinzip gibt es den Router inkl. Einbindung in Freifunk zu einem Festpreis und darin ist auch direkt die Spende enthalten, die wir weiterleiten. Also eine Art eingebundene Lizenzgebühr als Unterstützung des Projekts und einem Gewerbetreibenden tun ein paar Euros nicht weh, wenn er eben etwas sinnvolles für seine Region oder Mitarbeiter tun kann.

Viele Grüße
Summer

Wenn er was für seine Mitarbeiter tun will, setzt er eine Portal Seite um Facebook Likes zu bekommen. Mehr Reichweite = Werbung. So kommt eine Eisdiele auch schnell 1000+ Likes innerhalb von 1 Jahr. Kumpel hat in seiner Eisi teilweise schon Beitragsreichweiten auf Facebook von über 4-10.000+ je Beitrag und verzichtet auf Zeitungswerbung ganz. Sonst hat er im Jahr 4.000 an Werbung ausgegeben, um mitzuteilen, frohe Ostern, wir haben auf und zu.

Das Problem ist auch wenn jemand schreibt das er Wlan hat, treiben sich die ganzen Tage die Flüchtlinge vor der Tür rum und es kommt keiner in den Laden. Nicht falsch verstehen, er hat nichts gegen die, muss aber an sein Umsatz denken.

Den Hinweis zu Facebook verstehe ich ehrlich gesagt nicht so ganz. Im Freifunk gibt es eigentlich keine Portalseite oder sollte es nicht geben (so zumindest mein Stand). Oder hat sich das geändert?

Es geht ansonsten ja nicht darum, dass die Unternehmen alle pleite machen, wenn sie kein WLAN haben, sondern darum, das Netz sinnvoll weiter (und auch außerhalb der direkten Region Hannover) auszubauen. Und das ist argumentativ schwerer (wenn nicht unmöglich), wenn als SSID „hannover.freifunk.de“ im Handy erscheint. Auf dem Land kämpfen Gemeinden stark mit der Abwanderung von Fachkräften in Großstädte. Daher wird kein Gewerbetreibender ohne direkten Nutzen (in Form von längerem Aufenthalt wie eben in Cafès / Eisdielen) Geld in das Projekt investieren, wenn eben noch das „Geschmäckle“ Hannover dabei ist. Wir alle mögen Hannover gerne, aber dennoch ist eine Großstadt wirtschaftlich ein Problem für ländliche Räume.

Aber noch mal zum Thema von himen: Ist eine Portalseite in Freifunk zulässig/gewünscht? (bin bisher vom Gegenteil ausgegangen)

Diese SSIDs mit mit Ortsnamen drin sind immer ganz schlecht, wenn es darum geht, das Umland zu erschliessen.
ffm.freifunk.net“ geht halt ganz schlecht, wenn man einen Router in einer Kneipe in Offenbach aufstellen will…

2 Likes

Ich vermute das triffts recht gut. Nach meinen Erfahrungen als Hannoveraner auf diversen Veranstaltungen im Peiner-Umland, würde ich die Einstellung zu Hannover dort zumindest nicht direkt so beschreiben:

Ich glaube da liegt ein Missverständnis vor. Die SSID ist doch immer „Freifunk“, also ganz ohne Geo Zusätze. Was du meinst ist der Name des Routers, dieser taucht aber höchstens auf der Karte auf und ist vom „Normal User“ auf der Straße gar nicht zu sehen.

Nicht in Hannover:

wifi24 = {
	channel = 1,
	ap = {
		ssid = 'hannover.freifunk.net',
	},

http://hannover.freifunk.net/download/site-ffh/site.conf

1 Like

Tja schade.
Andererseits wird man dann auch nicht vom Wachstum erschlagen, wenn der „Speckgürtel“ plötzlich auch das Freifunk der Regionalmetropole mitnutzen will.

Ist halt nur blöd für die Durchreisenden.
(Ich werde wenn ich mal durch Hannover fahre bestimmt nicht schauen, dass ich die dortige Freifunk-SSD manuell bei einem Ampelstopp hinzufüge, wenn mal gerade Empfang ist. Wenn die SSID nicht „Freifunk“ heisst, dann nutzt mein Handy weiter LTE.)

1 Like

Unabhängigkeit der einzelnen Communitys schön und gut, dezentrales Netz, meinetwegen auch, aber das noch nicht einmal die SSID´s gleich sind verstehe wer will…

1 Like

Ich verstehe die ablehnende Haltung hier nicht und würde euch nur zuraten die SSID anzupassen.

Genau damit das, was du aber beschrieben hast, nicht passiert, nämlich dass man die Nachbarstadt im Netzwerknamen hat, sind viele Communities auf das einheitliche „Freifunk“ umgestiegen.

Es spricht aber nichts dagegen, dass ihr die SSID selbst festlegt. Es wäre nur eben schön, wenn das Wort Freifunk irgendwie darin vorkommt, um sich doch noch irgendwie von den kommerziellen, mit Werbung überladenen Anbietern abzugrenzen. Aber das müsst ihr selbst wissen.

Wenn ihr Peinefunk heißen wollt, wäre das auch okay. Was ist unpassend finde ich WLAN GRATIS PEINE. Bei Freifunk geht es nicht primär um das Internet, sondern um ein dezentrales Meschnetzwerk. Da primär mit kostenlosem Internet zu werben halte ich nicht für optimal und zerstört den Freifunkgedanken dann doch etwas.

Ich sehe ehrlich gesagt das Problem hier eher etwas bei der Hannoveraner Community, weil sie nicht berücksichtigt haben, dass ihre Firmware auch im Umland verwendet wird. Eventuell könntet ihr da mal anfragen, ob die das vielleicht mittelfristig ändern würden.

Grüße
Matthias

3 Likes

Hallo summer,

Freifunk zu kommerzialisieren ist eine sehr umstrittene Angelegenheit.
Wir in Hannover verstehen Freifunk als ein nicht kommerzielles,
gemeinnütziges Projekt. Dementsprechend darf es auch nicht verkauft werden.

Du kannst gerne Freifunk bewerben und auch deinen Kunden die
Dienstleistung anbieten ihren Freifunk-Router für sie einzurichten und
Support für sie zu liefern. Wichtig wäre dabei allerdings, dass du klar
machst, dass du ihnen Freifunk nicht verkaufst (sondern nur der Support).

Zu der SSID: Unsere Community kümmert sich um die Serverinfrastruktur im
Hintergrund und trifft sich jeden Donnerstag um das Projekt
voranzutreiben. Ich finde dass diese Arbeit durchaus gewürdigt werden
kann. So sieht auch jeder direkt, dass es lokal noch keine Community
gibt und fängt vielleicht an selbst eine Community zu gründen.

Gruß,
lemoer

2 Likes

Das die SSID bei uns im Ruhrgebiet ganz einfach „Freifunk“ heißt, bedeutet nicht das wir nicht die Arbeit würdigen die unsere Admins in den Aufbau und die Pflege des Netzes stecken… Der Effekt ist allerdings, das Freifunk in unserer Gegend ein einheitliches Gesicht und eine Einheitliche Aussenwirkung hat. Ich finde das ist viel Wert… Just my two cents…

4 Likes

Es macht an dieser Stelle keinen Sinn, das Für und Wider von „lokalen SSIDs“ zu diskutieren. Hannover hat sich so entschieden wie es sich entschieden hat und wird das auch in näherer Zukunft nicht ändern. Wenn jemand andere Musik gespielt haben möchte, muss er die Kapelle selbst bestellen. :wink:
Es spricht ja nichts dagegen, dass Peine eine eigene Community gründet und eigene Infrastruktur betreibt. Die Hannoveraner haben schon bei einigen Städtchen und Dörfern im Umland Starthilfe bei der Gründung einer eigenen Gruppe gegeben.

1 Like

Bin hier zwar weit weg, aber wenn es schon im Umland von Hannover eigene Communities gibt, was spricht dagegen, sich einer von diesen oder „denen“ anzuschließen? Sowas wie „Hannover Umland“ mit der SSID „Freifunk“. Oder „Niedersachsen Süd“.
Ich finde es jedenfalls beeindruckend, wieviele Nutzer man bekommt, wenn die SSID einfach nur „Freifunk“ ist. Vom ersten Tag der Knotenaufstellung kamen bereits die, die schon anderswo die SSID eingegeben hatten. Da braucht man keine Aufkleber etc.
Und es ist durchaus ein Werbeeffekt, wenn die lokale Presse berichtet, dass es jetzt in der Peiner City auch endlich Freifunk gibt.

1 Like

Ja, gerade wenn man viel unterwegs ist, macht der einheitliche Name Sinn. Da kann es schon mal vorkommen, das man beim Autofahren plötzlich Nachrichten bekommt.

Die config Speicher im Handy data/misc/wifi/wpa_supplicant.conf sind auch schnell voll und das Gerät bootet neu mit leerer Liste. Alle Eure Urlaubs Orte Passwörter sin dann auch wech.

Das Abwiegen von Vor- und Nachteile ist berechtigt. Eine „Einheitliche SSID“ hat viele Vorteile. Bei uns im Nachbarort (Kurort) gibt es auch 2 verschiedene FF SSID mit unterschiedlichen Anbindungen. Das ist dann auch noch so eine Sache. Die Gäste wissen das nicht und connecten nur mit dem „Einen Netzwerk“ wenn sie gelegentlich da mal lang kommen.

2 Likes

ein kleiner effekt wird oft vernachlässigt,
eds gibt die Knotenbetreiber, die sind für ihre Knoten zuständig, und es gibt diejenigen die Infrastruktur betreiben und die haben meist eine subdomain auf freifunk.net
insofern macht ein
freiburg.freifunk.net durchaus Sinn, dann weis man in welchem Netz man ist, wer der Ansprechpartner ist etc.pp.
Und das ist manchmal den betreibenden wichtig genug für die ssid Wahl.
Ich glaube wir würden eine solche Frage ablehnen und Start-Hilfe bei einer eigenen Gruppe anbieten.