Technische Interpretation der Clientstatistik

Guten Tag!

Ich habe eine Frage, was die Aufzeichnung der Freifunk-Daten anbelangt. Ich kann mir über das Internet pro Knoten die Clients/Personen anzeigen lassen, die gerade von einem Freifunk-Router erfasst werden. Hierzu habe ich eine Frage:

Welche Personen werden hierbei konkret erfasst, d.h.

  1. Werden alle Personen erfasst, die sich mit eingeschaltetem WLAN gerade in der Reichweite des Routers befinden, also unabhängig davon, ob sie bei Freifunk registriert sind oder nicht?

ODER:

  1. Werden nur die Personen gezählt, die tatsächlich auch mit dem Router via Freifunk verbunden sind und aktiv das WLAN nutzen?

Im Rahmen eines Forschungsprojektes spielt das für uns eine große Rolle: Bedeuten also (z.B.) 5 Clients, dass gerade 5 Menschen dort Freifunk nutzen (entspricht 2.) oder dass gerade 5 Handys mit eingeschaltetem WLAN in der Nähe sind (entspricht 1.).

Ich hoffe, mir kann bei diesem Thema jemand helfen. Danke im Voraus und Grüße aus Siegen,

Matthias Klemm

Eigentlich weder noch. Es ist die Zahl der Geräte (nicht Menschen), die im Freifunk-Netz eingebucht sind. Ob diese gerade das Netz nutzen, ist damit nicht gesagt, es kann auch sein, dass gerade keinerlei Datentransfer erfolgt.

Ich möchte noch ergänzen, dass Geräte die sich eingebucht und dann aber aus dem Empfangsbereich wieder entfernt haben nur mit einer deutlichen Zeitverzögerung wieder aus der Zählung herausgenommen werden.

So kann z.B. ein Router an einer viel befahrenen Straße sehr viele Clients anzeigen. Es sind aber in Wirklichkeit nur die Mobiltelefone in den vorbeifahrenden Autos, welche sich nur für wenige Sekunden eingeloggt hatten und eigentlich schon lange wieder weg sind.

Das bedeutet, dass die angezeigte Clientzahl je nach Situation deutlich zu hoch sein kann.

Meine sehr persönliche Meinung hierzu ist:
Wenn Ihr schon Daten auswerten wollt, dann müsst Ihr Euch auch selber schlau machen, wie Ihr an die Daten kommt.
Viele Freifunk Communities nutzen VPN / FastD und sammeln normalerweise grundsätzlich keine Daten, damit die Menschen möglichst anonym bleiben. Und Ihr wollt jetzt doch die Daten wieder de-anonymisieren (siehe auch hier)? Wirklich?
Wie gesagt, ich persönlich habe damit ein entschiedenes Problem und werde dieses Vorhaben nicht unterstützen und finde es maximal kontra-produktiv zum Freifunk Gedanken.
Die eigentliche Umsetzung / Unterstützung (oder auch Nicht-Unterstützung) muss man aber den lokal verantwortlichen Freifunkern überlassen.
Für alle Interessierten:
Es geht zurück hierauf oder dies oder jenes

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Die Herangehensweise, „Freifunknutzende in Bewegungsprofile tracken“, die ihr in Attendorn/Dales da propagiert, die lässt schon seit einigen Tagen hier die Wellen hochschlagen.
Daher finde ich es gut, dass sich von dem Projekt nun auch Menschen persönlich melden.

Was aber nichts daran ändert, dass zumindest ich die Herangehensweise für mindestens sehr erklärungsbedürftig, wenn nicht gar problematisch sehe.
Daher habt bitte Verständnis dafür, wenn die (technische) Unterstützung, die ihr hier seitens der Community bekommt, eher verhalten ausfällt.

Seit Gluon v2018.2 werden inaktive Clients bereits nach 60 Sekunden wieder aus der Zählung entfernt, die Zeitverzögerung ist damit gar nicht mal so groß.

Siehe


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Hallo zusammen,

erst einmal vielen Dank für das produktive Feedback auf meine Nachfrage :slight_smile:

An alle Kritiker: Ich betone nochmal, was auch in allen Presseartikeln nachzulesen ist: Das ganze Projekt ist absolut unkritisch, was den Datenschutz anbelangt. Es werden an keiner Stelle anonyme Daten deanonymisiert - nichts liegt uns ferner. Wir greifen lediglich einen numerischen Wert im Zeitablauf ab, der in keinster Weise Rückschlüsse auf Personen zulässt - hierbei greifen wir auch nur auf bestehende und frei zugängliche Daten zurück. Hinter dem Projekt steht das Land und kein Unternehmen, das aus irgendetwas Profit schlagen möchte.

Schöne Grüße,

Matthias Klemm

Zitat: „… der in keinster Weise Rückschlüsse auf Personen zulässt“

und dann der Widerspruch hier mit dem Satz:

Zitat: „… Daten zu generieren und im Sinne einer konsequenten Kundenzentrierung zu nutzen, um Kunden personalisiert und situationsbezogen zu aktivieren …“

Wie soll man das denn sonst verstehen? Für mich riecht das Massenüberwachung oder aber mindestens nach Datensammelwut für die Wirtschaft für einen undefinierten Zweck.

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Wenn jemand auf einem FF-Router den output von „batctl tg“ einmal pro Minute gegen eine Datenbank laufen lassen würde, dann wären das auch „nur frei zugängliche Daten“: die Bewegungsprofile von allen Mac-Adressen der kompletten Freifunk-Domain.
Prinzipiell sind übrigens auch DHCP-Requests nur Broadcasts in einem öffentlichen unverschlüsselten Netz, und da stehen oft auch Hostnamen drin… Man man die Definition von „frei zugängliche Daten“ sehr weit ziehen, wenn man’s drauf anlegt.
Ich habe auch schon Leute gehört, die gesagt haben „Mac-Adressen sind anonym. Und wem es wichtig ist, der nutzt doch sowieso einen Mac-Shuffler. Wer’s nicht tut ist sowieso selbst schuld“

Will sagen: Die Aussage „wir nutzen nur öffentlich zugängliche Daten“ und „wir erheben nur anoyme Daten“ sagt für sich ersteinmal nichts. Eben weil viele Leute darunter unterschiedliche Dinge verstehen.

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Leute euer Ernst?

Da kommt jemand neues und fragt nach ein paar Dingen und wird gleich in guter alter Freifunk Manier mit irgendwelchen Bedenken zugetextet.

Gab es nicht mal eine Thread zum Thema Diskussionskultur?

Manchmal kann ich nur mit dem Kopf schütteln!

@klemm_DALES
Wenn du nicht weiter kommst darfst du mich gern per PM anschreiben und ich werde mich bemühen deine Fragen einfach und sachlich zu beantworten.

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Es geht nicht um „irgendwelche Bedenken“.
Sondern damit, dass hier ein Freifunkprojekt in der Presse aktiv dafür beworfen wird, Usertracking „irgendwie anonymisiert“ zu betreiben.
Statistiken zum Betrieb und Optimierung des Netzes zu erstellen ist eine Sache.
Die Daten aber zur externen Auswertung heranzuziehen, das halte ich für problematisch unter dem Aspekt der Datensparsamkeit.

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