Thüringen will WLAN-Anbieter ganz von der Störerhaftung befreien

Morgen
Gerade bei Heise gefunden

Müssen wir vielleicht alle Vereine nach Thüringen verlegen :stuck_out_tongue_winking_eye:

Hallo

Wie ich das gelesen habe will Thüringen diese Initiative im Bundesrat einbringen und das neue TMG entsprechend ändern.
Das gilt dann deutschlandweit.

Aber was bedeutet das für den Freifunk ?

Meiner Meineung nach kann viel eingespart werden.
Braucht man dann noch VPN-Tunnel ins Ausland oder den Backbone des FFRL oder Berlin.
Eigendlich nicht.
Braucht man dann noch die Supernodes in der jetzigen Form ?
Eigendlich nur noch um das Intranet zu bauen. Internettaffic könnte direkt beim Aufsteller ins Netz fallen.
Zwar mit der Gefahr das doch mal Post vom Anwalt kommt, aber wenn man dann beründet das man einen FF-Knoten am Anschluß betreibt, sollte sich das erledigt haben.

Gruß

„Die Worte höre ich wohl, …“

…sprich, nach jahrzehntelanger Beobachtung von (Bundes)Politik mit Gesetzgebungsprozessen glaube ich erst daran, wenn durch die ständige Rechtssprechung (vgl. Landgericht Hamburg und seine haarsträubenden Entscheidungen) dann tatsächlich auch keine WLAN-Betreiber mehr verurteilt werden. DANN glaube ich das auch.

I.d.R. werden solche „Verbesserungen“ in Gesetz- oder Verordnungsentwürfen in Sprache (fehlinterpretierbar) und Wortwahl (Verwendung unbestimmter Rechtsbegriffe!) so schlecht/geschickt gewählt, dass dennoch hinterher keine juristische Klarheit herrscht. Leidvolle Erfahrungen von Verurteilten vergangener Jahre zeugen davon.

Da sitzen ein Großteil Anwälte als MdB im Parlament. Und die werden einen Teufel tun und ihrer Berufssparte Einkommensverschlecherungen verschaffen.

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Verstehe ich das richtig: in Zeiten von Vorratsdatenspeicherung und sterbender Netzneutralität sollen wir unsere Infrastruktur einfach wegwerfen und uns den großen Anbietern ergeben. Ist das der Plan?

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Nein nicht aufgeben, evtl. aber anpassen. Aber ist ja noch Zukunftsmusik.

Bleibt zu hoffen, dass das nicht bundesweit kommt. Freifunk wäre sonst über kurz oder lang am Ende.
(Denn "nur für das tolle Mesh, die internen Dienste und die Zombie-Apokalypse wird dann niemand mehr den Aufwand treiben wollen, eben nicht ein „Fritzbox-Gastlan“ zu benutzen, was sowieso ohne Aufwand anschaltbar ist.)

Kommt drauf an wie man das sieht. Sieht man Freifunk als unabhängige Infrastruktur an, hat sie auch dann noch eine Daseinsberechtigung. Den meisten Knotenaufstellern geht es jedoch eher darum das man das eigene Internet teilen kann. Und dank Infrastruktur von FFRL oder die Schwedentunnel anderer Communitys muss sich der Aufsteller auch keine Gedanken machen. Das Mesh ist für viele auch nur ein Nice to Have.

Andererseits, wenn die Störerhaftung fällt, und daran arbeitet ja Freifunk mit diversen Aktionen auch auf politischer Ebene, würde ich mich freuen wenn es dann noch mehr offene WLANs geben würde. Ich bin mir ja auch jetzt nicht zu schade mich bei nem Airfy oder sonstigen Hotspot einzuloggen, nur damit ich mein geringes Highspeed Volumen vom Handy Vertrag schone.

Alles in allem gehts mir darum überall Netz zu haben. Und zwar so unkompliziert wie möglich. Ohne Freischalt Codes und am liebsten ganz ohne Vorschaltseite. Wenn das ein FritzBox GastWLAN mir auch bietet, dann logge ich mich dort gerne ein.

Ich freue mich auf den Tag wo ich ohne Reue den Gast Traffic lokal ins Internet werfen kann und nicht erst durch Tunnel leiten muss. Tunnel würde ich im Freifunk Netz noch akzeptieren für die Vernetzung der einzelnen Knoten untereinander. Denn ich bin halt einer der auch an einer freien Infrastruktur hohes Interesse zeigt.

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@Freifunker

Ich stimme dir 100% zu. Die Supernodes würden dann für den netzinternen Traffic zuständig sein. Die Möglichkeit verschiedene Freifunknetze zu verbinden steigt.
Gruß

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Nicht der Plan, aber es wird die Realität sein wenn die Störerhaftung fällt.
Dann werden wir wieder (wie vor 5+ Jahren) in jeder Großstadt ein Dutzend Freifunk-Nodes haben. Mehr nicht.

Die Leute können dann Mesh-VPN machen (wifimesh geht ja nimmer mangels Meshpartnern und überfülltem Luftraum) und sich an den internen Diensten erfreuen.
Also in der Praxis ein zeiwetes DN42.

Zumal die Vorlage von einer Rot-blass rot-grünen Koalition kommt und die Lobbyisten auch noch mitreden, wird es imho nicht von Erfolg gekrönt sein. Was gut für Freifunk ist, sollte ich meinen Internet Anschluss mit meiner Anschluss IP Teilen müssen, wäre ich wohl raus oder würde zumindest selbst einen Tunnel aufstellen. Das SEK, was mir um 4:30 Uhr Morgens die Tür eintritt und alles was nach Rechentechnik aussieht mit nimmt, interessiert die Störerhaftung einen Sch***, nur weil ein Spinner von 100000 Mitbenutzern meinen Anschluss für etwas missbraucht und meine IP eindeutig identifizierbar wäre. :wink: