Übereinstimmung mit PPA

Hallo an alle,

Angenommen ich stelle einen Router auf, der ein Adhoc-Netz mit BATMAN betreibt, welches ganz frei und offen läuft und mit Freifunk Nodes in der Umgebung mesht. Nur gibt es kein offenes Freifunk Infrastruktur-Netz, sondern ein privates Netz, das nicht Freifunk heißt und auch kein Freifunk macht, sondern an ein VPN zu einem Server im lokalen Mesh gebridged ist. Auf diesem Kennwortgeschützten Netz werden Pakete nicht gleich behandelt → Widerspruch mit dem PPA. Der Server macht wiederum ein fastd zu ner Rheinland Domäne. Damit bieten meine Router meinen Internetzugang für ‚echte‘ Freifunker an. Ich biete nur Freifunk ‚Classic‘ und mein unfreies Netz an. Nun entsteht die folgende Frage: Wäre ein solcher Aufbau erlaubt? Das FF Rheinland Backbone hat ja bestimmte Bedingungen, unter anderem die Übereinstimmung mit dem PPA. Im PPA heißt es nun:

Der Eigentümer erklärt, alle Informationen zu veröffentlichen, die für die Verbindung mit seiner Netzwerkinfrastruktur notwendig sind.

Das trifft aber nur zum einen Teil zu. Das Adhoc-Netz ist ein „freies Netzwerk“, das Andere nicht:

Freies Netzwerk: Das Freie Netzwerk ist die Summe der miteinander verbundenen Hard- und Software, dessen Anteil für den freien Transit vom Eigentümer dieser Ressourcen zu Verfügung gestellt wird.

Nun würde ja mein geschlossenes Netz ja auch Daten verändern also in beiderlei Hinsicht kein „freies Netzwerk sein“. Ich stelle aber ja trotzdem ein freies Netzwerk zur Verfügung. Darf ich damit das FFRL Backbone benutzen? Wenn nicht: Dürfte ich den Aufbau betreiben, wenn ich den Traffic aus dem unfreien Netz über das freie Netz zum Server leite und dann über meine private Leitung rausblase (privates WLAN über mesh erweitern, Traffic auch über fremde Router, vielleicht auch durch Supernodes)? Einerseits möchte ich hören, ob ihr denkt, dass das erlaubt ist, aber andererseits möchte ich auch hören was ihr denkt ob es erlaubt sein sollten. Darf man Freiheit des DAU opfern um das ‚Classic‘ Freifunk zu erweitern?

PS: Es geht um eine Großinstallation in einer Schule.

LG PetaByteBoy

Sprich, die Schule will Freifunk als billigen Zuspieler, aber zu ihren Regeln - Filterung.

Also generell ist die Frage, was für dich und den Freifunk dabei rausfällt und ob es nicht einen Kompromiss gibt.

Der Kompromiss wäre zum Beispiel kein Uplink, der von der Schule bezahlt wird, sondern nur eine Meshwolke, die von außen bespielt wird.

Wenn die Schule einen dicken Uplink sponsort, an dem andere mitmeshen können, könnte man über den Sperrfunk reden.

200 MBit/s für eine Schule mit 1500 - 2000 Schülern, also vormittags sehr wenig und nachmittags viel Kapazität. Die Idee, da FF reinzubringen geht alleine von mir aus und die Schulleitung ist da nicht näher mit drin das heißt die Sperrung steht im Angebot und ist Tatsache. Im Angebot steht halt „auf Freifunk-Basis“ das sollte aber zuerst nur heißen dass die Software von Freifunk kommt. Nun habe ich aber die Idee gehabt, damit dann auch Freifunk zu unterstützen. Dann widerum kam mir die Idee, ob wir damit dann auch das Backbone benutze dürfen. Denn in einem gewissen Sinn ist der Sperrfunk ja auch ein privater „zusätzlicher Dienst“. Mir ist nur wichtig, da alle mit einzubeziehen. Die Schule ist wahrscheinlich nicht bereit dafür zu spenden. Es geht also um den Tausch: freier Transit für Freifunker gegen Traffic eines geschlossenen Netzes übers FFRL Backbone bzw. übers Mesh.

Für mich fällt ganz klar der FF Router mit Batterie in der Schultasche dabei raus.

Die Schule kann die Störer identitfizieren, da gibt es sowieso keine Freiheit, einfach Radius aussetzen und so Zensurnet anbieten, dafür braucht es kein Rheinland Backbone.

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Damit hast du natürlich auch Recht wir würden normalerweise unseren Traffic also Sperrfunk direkt rausblasen nur ist das damit auf eine Leitung in 4 Gebäuden beschränkt. In den restlichen Gebäuden sind auch Leitungen, die wir einspeisen würden aber dann müsste halt alles über RL gehen bzw übers Mesh und damit dann auch wieder über RL rausgehen.
Das heißt: Wenn wir übers FFRL gehen gibts ne bessere Verbindung (ich hab keine Daten wie viel) für die Schule aber auch für uns (die Freifunker)
Also ansich würden dann auch benachbarte Freifunker als Ausgang dienen und damit wäre es dann eigentlich schon wieder zu viel des guten… Ich suche weiter nach einer Zwischenlösung. Wenn die Schule also

  1. einen Betrag von - sagen wir mal 50€ im Monat also dann 600€ im Jahr (das kann ich vielleicht noch dem Förderverein und den Verantwortlichen erklären) an FFRL spenden würde und dafür das Backbone nutzen dürfte und

  2. den gesamten Uplink zur Verfügung stellen würde und dafür auch Uplink von Freifunkern ziehen dürfte (ich bezweifele allerdings dass da jemand Freifunk macht, bisher jedenfalls nichts in Sicht und selbst wenn würde er/sie nicht die Internetverbindung bereitstellen weil ja schon genug da ist

Wäre würdet ihr jewails davon halten? Ich versuche halt für alle Beteiligten die maximalen Vorteile da rauszuholen. Die Schule ist nicht zu einem Kompromiss (ohne Sperrung) bereit, weil ich das ja schon aufzwänge. Das würde also eine gewisse Toleranz gegenüber Sperrfunk der übers Backbone rausgeht benötigen um alles rauszuholen für sowohl die Freifunker als auch die Schule. Dazu will ich eure Meinungen hören. Ich gehe nun davon aus, dass solange wir unseren Traffic am Ende selber wieder rausblasen, alles ok ist. Nun ist genau die Frage: Mehr Vorteile für alle, dafür Kompromiss auf der Seite der Freifunker?

Was zwängst du auf - die Sperrung?

Um Gottes Willen nein!
Freifunk zu unterstützen also die Router so zu konfigurieren dass sie mit normalen Freifunkern IJ der Region meshen und Uplink anbieten
Mit anderem Worten es wäre zu viel des Guten ich habe das Thema kurz angesprochen aber schnell wieder fallen gelassen da ich auf eine angespannte Haltung gestoßen bin.

Also nochmal zurück zu den Fragen: Ich selber sehe es eher negativ und will nicht zu viel von Freifunk abverlangen nur weil wir ein freies Adhoc betreiben. Hier bleibt dann eher die Frage „zu viel oder zu wenig von Freifunk nehmen?“. Ich kann es persönlich nicht einschätzen da auch ein Interessenskonflikt besteht: Ich habe nicht die Arbeit das Backbone zu warten. Ich hätte direkt einen Vorteil durch diese Änderung. Genau deswegen frage ich hier, damit ihr entscheiden könnt ob Freifunk so einen Kompromiss eingehen kann.

Ich würde gerne abseits des PPA eine andere Thematik einbringen. Eine Schule ist meiner Meinung nach eine Dimension von der wir die Finger lassen sollten. Bei Problemen hast du 2000 Schüler die in ihren Familien und Freundeskreisen darüber reden, die Freunde in ihren Familien und mit ihren Freunden, usw… Das ist ein riesen Multiplikator der nicht den kleinsten Fehler erlaubt bzw. verzeiht. Wenn der Freifunk auch im Unterricht genutzt werden soll, hast du bei Problemen gleich noch die Lehrer gegen dich.

Klar kann das auch eine Chance zum Verbreiten von Freifunk sein, aber ebenso auch eine Gefahr den Namen Freifunk schon mit kleinen Problemen oder Ausfällen erheblich zu schädigen.

Schulträger wollen nicht das, wofür Freifunk steht.
Dort wird kein freier, anonym nutzbarer, diskriminierungsfreier Internetzugang gewünscht.
Das ist jedoch das, wofür Freifunk stehen möchte.

Meiner Meinung nach schließt das eine Zusammenarbeit aus. Da können die Dachstandort, die Mitnutzung irgendwelcher Internetzugänge und die Multiplikationswirkung noch so groß sein. Die Schulträger möchten etwas anderes als Freifunk.
Können sie tun, das ist ihr gutes Recht. Dann möchte ich jedoch dafür nichts ausgeben.

(Aber ich habe auch Probleme mit Freifunk-Installationen auf Kirchtürmen. Vielleicht sehe ich das schlicht zu ideologisch.)

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Danke für eure Meinungen. Bitte schau nochmal genau hin @dgoersch das Netz ist ja nicht frei und wird es auch nicht sein und daher heißt es auch nicht so. Im Unterbau existiert nur ein „FFRL-BATBONE“, das Uplink für Freifunker anbietet. Es geht nicht darum, den Schülern Freifunk bekannt zu machen.

Nicht nur das, Freifunk wäre auch Technologielieferant (Software). Ich kann mir durchaus vorstellen, dass dem ein oder anderen Entwickler das gegen den Strich geht, wenn seine Arbeitskraft, die er sicherlich wohl wissentlich der Community und dem Freifunkgedanken spendet, für nicht-freie-funkende Projekte verwendet wird.

Die fastd und Batman sind nunmal freie Software und dürfen für jeden Zweck verwendet werden.

Das mag sein, aber alles über das FFRL-Batbone fließt (Oder genauer: Dem Batman Mesh) unterliegt der PPA :wink: Das FFRL-Batbone ist in das normale Wifi-Netz gebrückt und daher ist der AP für die Clients genau so ein Teil des FFRL-Batbone.
Wenn dazwischen jetzt gefiltert wird und als was anderes „verkauft“ wird so ist das schon ziemlich unverschämt dem Projekt gegenüber, egal ob der AP „Schule X“ heißt.

Ich glaube er will mittlerweile nur noch das VPN zum FFRL-BB nutzen um es auf dem Ad-hoc-Netzwerk „wifimesh-“ rauszuwerfen. Im AP-Mode nur „Schule XY-Ort“ und dann die Daten direkt am DSL-Anschluss raus. Richtig so, @PetaByteBoy?

In etwa, wir müssen aber die Daten dieses „Schule“ APs auch noch zum DSL bringen und würden dazu dann das meshnet (also eigentlich nur unsere internen Leitungen) nutzen, aber es kann halt sein dass da ein Router aus der Nachbarschaft dazwische gerät.

Meiner Meinung nach ist es völlig legitim ein Freifunk Mesh für solche Tunnel zu nutzen. Sowas habe ich Leuten auch schon aufgebaut um z.B. ein LAN im Gebäude zu verteilen. Wenn das lokale Freifunk Netz für so etwas stabil genug läuft, ist das ein gutes Zeichen für uns. Vor einigen Jahren hätte ich das dem Mesh nicht zugetraut. Da sogar frei mit „externen“ Knoten gemesht werden soll, dürfte das nicht im Widerspruch zum PPA stehen.

Es wird auch nicht verlangt, dass jedes Gerät, das könnte, auch Clients hereinlässt. Gibt ja viele Gründe das Client-WLAN auszuschalten (VPN-offloader; Mesh-on-WAN/LAN; Server, die keine sinnvolle Schnittstelle für Clients haben; usw.). Einzig wichtig ist, dass das Mesh uneingeschränkt angeboten wird.

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