Vorratsdatenspeicherung --> Abschaltung FFRL-Exit?


#61

Für mich stellt sich die Frage nicht, ob eine VDS durch den FFRN „sinnvoll“ wäre. Hauptsache man kriegt die Plakette von der BnetzA und gut ist. Minimal das tun, was die vorschreiben.

Wenn die Speicherung am FFRL reicht, gut. Und sonst packt man noch die Batman-Tabellen von den Gateways der Communities dazu und gut. Dann geht das schon.

Interessanter wird, wie man das ganze finanziert. Ich denke, dass die VDS als Dienst extern eingekauft werden müssen wird.


#62

ich bin echt erschrocken, wie viele sich hier an der verdachtsunabhängigen Massenüberwachung beteiligen wollen. Ihr wisst schon, dass das frei in freifunk von Freiheit kommt?


#63

hier prallen anscheinend Idealismus und Pragmatismus aufeinander :wink:
Hoffen wir einfach mal, dass die VDS doch wieder Geschichte werden wird, dann sind beide -ismus zufrieden…


#64

Deine Kritik geht am Kern vorbei.

CGN-Provider werden (nach derzeitigem Kenntnissstand) nur die Verbindungen zu den CGN-Public-IPv4 Loggen. Nicht mehr und nicht weniger.
Keine Zuordnung zu den RFC1918ern.
Und “ja”, damit wird die VDSL zur Farce.

Aber wenn das “reicht”, an mir soll’s nicht liegen.
Wer sagt, das sei “zu wenig”, der oder die würde(n) sich damit in die Reihe der Law&Order-Gerdas und - Fritzen einordnen.


#65

Ich sehe das pragmatisch.Terroristenverfolgung hat nichts mit der Störerhaftung zu tun, auch wenn keine Sau weiß was die rund 40.000 Selektorenbegriffe umfassen. Das darf ja jüngst nicht einmal das BVerfG wissen, und das will was heißen.
Für mein Verständnis sind Sinabox und Exit-Node in Schweden miteinander vereinbar.

Fakt ist, wenn ich lese das einige Gemeinden rund 100.000€ und mehr zur Verfügung stellen bzw stellten um Freifunk in die örtliche Fläche zu bringen, fällt es schwer zu glauben das solche Gemeinden nicht ggf in der Summe ~30.000€ aufbringen um ihre vorherigen Investitionen zu schützen.

Aber ich sehe das jetzt nur durch die Laienbrille, ich kenne keine Verträge mit den Komunen.


#66

Das scheint mir nicht zu reichen, um Paragraph 113b Abs. 3 Nr. 2 TKG zu genügen, aber wir werden abwarten müssen, wie Behörden und Gerichte in der Praxis die Vorschrift auslegen.

VDSL ist ein Schreibfehler, richtig?


#67

Finde ich auch, ekelhaft wie sich hier viele dem entgegenwerfen ohne jegliche gegenwehr.
Man sollte sich eher Gedanken machen, wie man das ganze Freifunk/Backbone Geflecht
so weit zersplittern kann um die VDS komplett zu umgehen.
Freifunk mit VDS ist kein Freifunk mehr …sondern Spyfunk!

Für alles andere gilt: your argument is invalid! :stuck_out_tongue:


#68

Mein Standpunkt ist folgender:

Zur Wehr setzen gegen die VDS mit allen möglichen (politischen/zivilgesellschaftlichen) Mitteln!
Dazu unbedingt Gleichgesinnte und Verbündete identifizieren und kooperieren, denn gemeinsam ist man stärker. Allein geht nicht.

Allerdings gibt es GRENZEN: Verkämpfen um jeden Preis ist für mich aus Sicht des Betreibervereins Freifunk Rheinland e.V. keine Option. Der FFRL ist in erster Linie Provider für Freifunker - nicht mehr und nicht weniger.
Deshalb ist es durchaus sinnvoll und vorausschauend, schon jetzt zu prüfen und zu planen, wenn die (politische/zivilgesellschaftliche) Gegenwehr nicht funktioniert hat. Es bedeutet ja nicht , dass man nicht kreative Ausweichszenarien entwirft, die sich bei der möglichen VDS für die Ermittler dann wirklungslos erweisen.

DANN erst anzufangen für den WorstCase zu planen, wäre fatal und auch einfältig.

Es ist immer gut, für Plan B und Plan C vorbereitet zu sein. Das muss man diskutieren und vorbereiten, nicht mehr und nicht weniger.

Ich empfinde so einige Postings hier auch nicht als “entgegenwerfen ohne jegliche gegenwehr”. Wer gern als Aktivist tätig sein möchte, schön, helfe gern mit. Aber der FFRL als Verein allein ist dafür die falsche Plattform. Sie kann mit im Boot sein, aber der FFRL ist kein attac oder netzpolitik.org.


#69

Die Position der Backbone Betreiber wurde doch schon dargestellt : "Abschalten"
Warum meinst Du das Thomas und Oliver entgegen ihrer tiefsten Überzeugung handeln werden?

Wer garantiert das niemand die Daten missbraucht? Wenn Daten vorhanden sind können sie auch
geklaut und missbraucht werden, soviel ist klar (Ist nicht das erste mal das FF Supernodes gehackt wurden).
Nach deiner Überzeugung wäre es ja dann auch völlig ok wenn ich ab jetzt das verhalten
unserer ca. 3000~5000 täglichen Nutzer logge und dann die Daten an BigData Firmen verschenke?

Das alle steht in direktem Konflikt mit dem “Memorandum of Understanding” :octopus:

Freifunker sind Aktivisten, oder verstehst Du dich als Hotspot Betreiber? Oo


#70

Hm, ich sehe schon, ich muss noch präziser und ausführlicher formulieren, sonst kommt mein Gedanke falsch an.

[quote=“Comacho, post:69, topic:13736”]
Freifunker sind Aktivisten
[/quote]Das stimmt. Das Ausmaß des jeweiligen Aktivismus und die Form sind allerdings je nach Freifunker sehr gering bis massiv ausgeprägt.
Gleichermaßen breit dürfte die Bandbreite möglicher Kompromisse bezogen auf alle Freifunker deutschlandweit sein. Von “Sofort abschalten” bis “Wenn es doch so sein muss…”

Ist perse nicht möglich. Datenvermeidung ist der Schlüssel.
Gesetze sind aber ab Gültigkeit nicht mehr auszublenden. Dann müsste Provider XY und auch FFRL wohl dem folgen. (Es sei denn, man beschließt vorher wirklich den “shutdown bei VDS-Zwang”)

[quote=“Comacho, post:69, topic:13736”]
… und dann die Daten an BigData Firmen verschenke?
[/quote] Wo und wann tue ich das als zwangsspeichernder Provider? Ist das eine Zwangsläufigkeit oder Deine These?

Tut es. Gesetze können über solchen Werken stehen, da machst Du erst mal nix (außer dagegen juristisch vorgehen).

Nicht falsch verstehen, ich wehre mich zusammen mit anderen gegen VDS und div. andere Gesetzesentwürfe. Manchmal ist es vorausschauend und auch klug, auf verschiedene Szenarien vorbereitet zu sein. Eine eingeführte VDS kann auch gerichtlich wieder mal kippen. Bei Szenario “abschalten” ist FFRL aber dann weg vom Fenster und müsste neu anfangen (vermutlich; oder auf Sparflamme mitgeschleppt, was Ressourcen kostet)


#71

Das mit dem weitergeben habe ich jetzt mal Mr.Evil-Admin unterstellt, reine Fiktion aber dennoch
im Bereich des möglichen.
Ich finde halt das wir nicht so einfach einknicken sollten, und uns auch ruhig der mittel bedienen
sollten die wir zur Verfügung haben. Viele Freifunk Communitys haben ein hohes ansehen,
teils auch politischen Einfluss auch wenn es nicht gewollt ist. Und genau da sollten wir ansetzen,
und selbst auch mal “guten” Populismus machen!
Für Freiheiten muss man kämpfen :stuck_out_tongue:


#72

Und ich finde es ekelhaft, wie Du und @Andibraeu hier versuchen, aus einer differenzierten Betrachtung inkl einem Plan zum effektiven passiven Widerstand (Loggen von von ziemlich nutzlosen Daten “nach Buchstaben des zum Glück handwerklich schlecht gemachten Gesetzes”) zu diffamieren.
Wo sind denn Deiner Meinung nach “die Vielen”, die die VDS gern und möglichst umfassend umsetzen wollen?
Derjenige, der dem “es muss mehr gespeichert werde” zuspricht bist schließlich Du selbst.


#73

(3) Die Erbringer öffentlich zugänglicher Internetzugangsdienste speichern

  1. die dem Teilnehmer für eine Internetnutzung zugewiesene Internetprotokoll-Adresse,
  2. eine eindeutige Kennung des Anschlusses, über den die Internetnutzung erfolgt, sowie eine zugewiesene Benutzerkennung,
  3. Datum und Uhrzeit von Beginn und Ende der Internetnutzung unter der zugewiesenen Internetprotokoll-Adresse unter Angabe der zugrunde liegenden Zeitzone.

Ich lese hier nichts von Port Mapping etc. Vielleicht verstehe ich was falsch aber mit “eindeutige Kennung des Anschlusses” meinen die den Physikalischen Anschluss. Mit Benutzer Kennung sowas wie den Anmeldenamen oder die Kundennummer. Und ansonsten wollen sie doch ganz ein deutig nur die IP (Internetprotokoll-Adresse) haben? Lese ich da was falsch?


#74

Es gibt wohl doch noch Gegner der VDS:

Bundesverfassungsgericht: 30.000 Unterschriften gegen die Vorratsdatenspeicherung


#75

räusper Wenn zwei Dinge unvereinbar sind, dann sind sie es, Punkt. Bei VDS und Freifunk sehe ich das gegeben.

Die Frage ist nur, welche Schritte man daraus ableitet.

Wenn irgendwelche Gesetze von chronischen Verfassungsbrechern wie dem deutschen Bundestag (ist nun einmal ein Fakt, daß der Bundestag hier Wiederholungstäter ist — und daß gegen diesen rechtsfreien Raum in diesem Lande nichts unternommen wird) gegen meine Werte(!) stehen, dann kneife ich doch nicht den Schwanz ein und vertraue auf den – jahrelangen – Rechtsweg?!

Der FFRL als »Freifunk-Exit« kann nicht anders, er muß handeln, und höchstwahrscheinlich den (Exit-) Betrieb nach Ablauf der Übergangsfrist in 2017 einstellen — allerdings kostet das effektiv wenig: statt ein paar GBit/sec werden über die Infrastruktur noch ein paar kBit/sec Steuerinformationen laufen, aber, da vieles gesponsort ist, kann das auch 6-18 Monate im Winterschlaf vor sich hindümpeln, bis ›Karlsruhe‹ (hoffentlich) auch diese VDS beerdigt.

Ob man als »FFRL-Exit-Community« dann auch klein beigibt oder externe VPNs wiederbelebt, hängt im Zweifel vom Balls-of-Steel-Faktor ab. Für mich wäre der Schwenk auf ein »Schweden-VPN« Ziviler Ungehorsam. Die Chance, daß unser Netz als gallisches Dorf im Bezug auf die VDS auffällt, halte ich für verschwindend gering.

Aber daß es nach der ersten BVerfG-Klatsche einen weiteren VDS-Anlauf gibt, daß selbst vorsätzlicher Verfassungsbruch nach wie vor vollkommen und absolut straffrei ist, gepaart mit dem Einknicken des Europaparlaments vor den Scharfmachern, das macht mich rat- und sprachlos. Und so hoffe ich auf 50+% für die AfD – dieser deutsche Staat hat das verdient –, und läuft es wie '33, haben wir in gut 10 Jahren die Möglichkeit, mit DemokratieV2 durchzustarten … Geht schein’s nicht anders.


#76

Moin.
Sie an, sieh an. Es scheint so als wäre da noch ein Aufgewachter. :smile:

Aber @wusel , von welcher Verfassung schreibst du da?

Und ob die AfD wirklich eine Alternative ist, ziehe ich in Zweifel. Nicht wegen ihrem Programm, sondern weil das System sie zulässt.

Und wenn Du das BVerfG zur Sprache bringst. Ebenwelches hat ja auch festgestellt, daß alle Bundestagswahlen seit 1956 ungültig sind. Rein rechtlich gesehen, hat keines der seither erlassenen Gesetze gültigkeit. Aber was soll`s!? The show must go on. Und auch nach 3 Jahren, welches das BVerfG dem System Zeit gegeben hat dieses zu ändern, macht man einfach weiter wie bis her.

Und NEIN, ich bin kein Reichsbürger!!! Ich bin ein kritischer Mir-reichts-Bürger.

Die Frage ist doch: Wenn sich der Gesetzgeber selbst nicht an geltendes Recht hält, warum soll es dann der Bürger? Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken.

Aber eine weitere Diskussion wäre wohl eher in einer anderen Rubrik angeraten.

Wem der Post nicht passt, mag in ignorieren und überlesen.

Gruß


#77

Oh man. Das ist zwar sehr offtopic aber: Wer ist den der Deutsche Staat. Du, ich, wir alle. Wir haben das also verdient? Wieso? Außerdem vergisst du das wir unsere heutigen Politiker selbst gewählt haben und damit auch die Regierung!
Also wenn dir etwas daran nicht passt. Geh auf die Straße und vertrete deine Interessen. Das geht glücklicherweise in Deutschland (anders als in anderen Ländern) Den wir sind immer noch eine Demokratie!

Grummel
Thomas


#78

AfD in einem Thread zur VDS zu nennen gleicht einer Beerdigung.

Ich bitte darum politische Diskussionen zu unterlassen und beim Thema zu bleiben.

Hier geht es um die VDS bedingte Abschaltung des FFRL BB und nicht um die politische Neuausrichtung der Nation.


#79

Niemand zweifelte die Unvereinbarkeit an. Die Rangfolge der Gültigkeit ist ohne Zweifel klar.

Jau, jeder mag da die Intensität seiner Schritte bewerten und für sich selber festlegen.

Wie gesagt: Intensiv aktivistisch tätig zu werden, würde ich vom FFRL e.V. gar nicht erwarten oder verlangen. Da gibt es bessere Netzwerke und Aktionsplattformen, die der FFRL e.V. und alle seine Förderer gern unterstützen kann.

Der Rechtsweg ist der einzig legale Weg derzeit, denn eine “französische Revolution” ist wohl nicht zu erwarten.

Die VPNs der einzelnen Communities via Ausland wären auch für mich die logische Konsequenz.

Und der Blick in meine Glaskugel zeigt deutlich, dass auch eine AfD - wenn sie denn wirklich an’s Ruder käme - ebenfalls voll weiter die Überwachungsschiene fahren werden. Da haben wir keinerlei Wechsel zu erwarten.


#80

Die VDS ist höchstpolitisch, und Freifunk ansich ebenso.

An einer Abschaltung des FFRL-Exits mit Ablauf der Übergangsfrist führt realistisch kein Weg vorbei. Das BVerfG wird kaum vorher urteilen (und was den Ausgang angeht, bin ich nicht mehr optimistisch) und selbst, wenn ein Sponsor für die imensen Kosten der BNetzA-konformen technischen Umsetzung gefunden würde, ohne Zugriff auf’s jeweilige Mesh bzw. den NAT-Host, fehlen zu speichernde Daten. (Bei IPv4. Bei v6 ist ab VDS augenscheinlich DHCPv6 verpflichtend, und Privacy Extension illegal; bin gespannt, wie Telekom und Co. das unterbinden wollen. Wohl, indem v6 nicht angeboten wird :-() Ganz abgesehen davon, daß ein Freifunk-Credo mal die Datensparsamkeit war. (Was neben einer technischen auch eine politische Aussage ist.) Und abgesehen davon, daß zumindest in batman_adv-Netzen viele der geforderten Informationen gar nicht bereitstehen, sondern nur umständlich und dennoch lückenhaft erhoben werden müßten.

Inwiefern die betroffenen Communities dann wieder über Auslands-VPNs gehen können und wollen, ist in der Tat ein anderes Thema. Das Zurechtschrumpfen auf ein örtliches Intranet dürfte großflächig auf Akzeptanzprobleme stoßen, aber auch das ist ein anderes Thema.