Welche Fördermittel gibt es aktuell für neue Knoten in NRW?

Hallo liebe Freifunk-Community, bitte entschuldigt, falls ich hier in der falschen Kategorie etwas gepostet habe.

Ich bin neu im Thema Freifunk und würde gerne wissen ob es für neue Knotenpunkte (Router) aktuell Förderungen gibt.
Hintergrund ist, dass ich als studentische Aushilfe in der IT-Verwaltung/Administration arbeite und ich durch die Übernahme der vorhandenen Technik auf den Freifunk Router gestoßen bin.
Bei vielen Klein-Unternehmen ist ein Interesse dar, wenn es um kostenloses sicheres WLAN geht.
Sobald allerdings der Punkt mit den Anschaffungskosten für den Router angesprochen wird, welcher sich circa bei 30-50€ beläuft, springen die meisten wieder ab.

Daher wäre meine Frage, ob es von der Landesregierung Fördermöglichkeiten gibt, dass die Freifunk-Router kostenfrei bereitgestellt werden können.

Zwar gibt es auch günstigere Router für 20-30€, doch ob diese hinsichtlicher der steigenden Brandbreitennutzung und Updatefähigkeit auf Dauer mithalten können, wage ich zu bezweifeln.

Moin,

nicht das, was Du hören möchtest, aber …

… welcher Kleinunternehmer keine 80€ für zukunftsfeste, perfomante WiFi-Hardware einmalig für ›kostenloses(!) freies WLAN‹ auszugeben bereit ist, den braucht ›der Freifunk‹ auch nicht — Erfahrungswert aus fast zehn Jahren.

Kommerzielle Anbieter kosteten den Kleinunternehmer 25-50 Prozent dieser Summe – im Monat. Für Sky zahlen Kneipiers ein mehrfaches der Summe – im Monat. Bei Geschäftsbetrieben die Hardware zu subventionieren ist, hinsichtlich der im Raum stehen Einmalkosten, doch wirklich nicht nachvollziehbar, da gibt es bessere Einsatzmöglichkeiten für (öffentliche) Fördermittel.

BTW, welche Landesregierung meinst Du?

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Sowas ist äußerst selten, soweit ich weiß hat die Stadt Offenbach am Main sowas.

In NRW ist mir das nicht bekannt.

Das sehe ich auch, trotzdem ist es natürlich wichtig zu differenzieren.
Freifunk ist nicht free wie in free Lunch, sondern free as in freedom.
Das heißt es ist frei im Sinne von freiem Datenverkehr ohne blocking usw.

Kostenlos ist Freifunk nur für den Nutzer des freien WLAN Netzwerkes.
Die Anschaffungskosten für Hardware bezahlt der Knotenbetreiber. Die Kosten können von ca 30€ bis mehrere tausend Euro betragen, je nachdem ob ein kleiner Friseursalon einen einzelnen AP aufstellt, oder eine ganze Obdachlosenunterkunft verfreifunkt werden soll.
Für eine Kneipe mit zwei WiFi6 APs + Offloader sind 400€ ohne Verkabelung völlig normal.

Die Freifunk Vereine zählen außerdem viele tausend Euro für Anschaffung und Betrieb ihrer server/router/supernodes in Rechnezentren. Das läuft meist über Spenden und Vereinsbeiträge die die Kosten für einen einzelnen AP deutlich übersteigen.
Freifunk München hat hierzu einen wirklich lesenswerten Artikel geschrieben.

Deswegen ist es als Knotenbetreiber natürlich sehr wichtig auch hier nennenswert zu spenden oder Fördermitglied/Vereinsmitglied zu werden.

Sicher, ist nochmal ein anderer Punkt. Sicher, ist der Knotenbetreiber vor Abmahnungen durch Rechteverwerter und Abmahnkanzleien. Die Nutzer sind im freifunk WiFi allerdings genauso sicher/unsicher wie in jedem anderen öffentlichen WLAN in Bahnen, Hotels usw.

In diesem Fall will oder kann das Unternehmen nicht.
Wer als Unternehmen keine 50€ ausgeben kann, der ist quasi Insolvent. Jede Strom Preis Erhöhung, jedes kaputte Arbeitsmittel würde die Insolvenz herbeiführen. Folge: nicht behelligen, die haben anderes zu tun.
Und wer nicht will, der hat schon. Heißt: der Unternehmer sieht entweder die wirtschaftlichen Vorteile für den Betrieb eines WLAN für die Kundschaft nicht, oder sieht keinen Vorteil in Digitalisierung der Stadtteilentwicklung und hat damit seinen Stadtteil ja eh abgeschrieben.

Die meisten Ehrenamtler haben einen Vollzeit Job und Familie, mit solchen Leuten vergeudet man nur seine Zeit. Wenn man eine solche Person „überzeugt“, heist das nur, dass da ein Router steht bis etwas passiert. Er wird ausgestreckt, das Kabel hat nen hau, er hat ein Update nicht gut überstanden. Und dann wars das wieder. Eine solche Person ist kein verantwortungsbewusster Knotenbetreiber und wird weder alleine das Problem beheben, noch sich Hilfe holen es zu beheben wenn nicht wieder ein externer Motivator kommt. (z
B. Ein Gast im Café der sagt „das WLAN geht nicht“)
Einer sollchen Person sollte man auch keine Router kostenlos geben, denn gut darauf achtgeben und ihn warten wird sie ja eh nicht.

Auserdem wäre das der Peak der Frechheit wenn ein Gewerbe, was einen Mehrwert dadurch hat seinen Kunden freies WLAN anbieten zu können einen Router geschenkt haben will und dann auch nichts spendet und denkt die Kosten könnten ja Ehrenamtler zusätzlich auf ihre geschenkten Arbeitsstunden mit ihrem Vereinsbeitrag noch draufzahlen. Sowas sollte man natürlich nicht unterstützen.

Meine Erfahrung ist, dass es auch immer Gewerbe gibt die es sogar eher irritierend finden wenn es nur Hardware für ein paar hundert Euro ist und das lachend aus der Portokasse bezahlen, weil sie genau wissen, dass es von einem kommerziellen Anbieter definitiv teurer wird.
Es gibt auch immer preisbewusste, aber denen schickt man halt als freifunker wenn man gerade gesehen hat, dass Geräte im Angebot sind ein Memo, dass sie die gerade zu Preis x im Angebot bekommen und man empfiehlt die zu bestellen, entweder zum selber einrichten, oder sie sollen dann zum nächsten Stammtisch am x, um y , bei z kommen wenn sie die Geräte beschafft haben.

Gibts soweit ich weiß nicht.

Da würde ich stark zwischen „runtergesetzt auf 20-30€“ und „Normalpreis 20-30€“ unterscheiden.
Runtergesetzt gabs in dem Preisbereich schon einiges, und Erinnerungen von geizhals.de flattern immer wieder rein.
Aber pass auf, dass die Geräte eine Mindestleistung mitbringen um die von dir angesprochene steigende Bandbreitennutzung und Langlebigkeit zu adressieren.
Unter WiFi6 empfehlen wir in unser community natürlich nicht mehr, selbes mit mindestmengen an RAM und Flash und bei uns min 80mbit Verschlüsselungsleistung mit wireguard. Sonst bindet man sich nur Ballast ans Bein während man versucht zu schwimmen.

Zuletzt:

Arbeitest du bei einem IT-Dienstleister und bist dadurch auf den Freifunk Router gestoßen?
Wenn ja, und ihr verdient Geld damit freifunk Router aufzustellen, und Support zu bieten, dann bedenke bitte, dass je nach Verein eine 4-5stellige Summe jedes Jahr gebraucht wird um Freifunk am laufen zu halten. Und wenn ihr damit Geld verdient, dann gebt bitte auch etwas zurück an euren regionalen Verein.

Gruß, Stefan

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