Zentrale Supernodes für alle FF-Communities in DE wünschenswert?

Hallo,

ich weiss nicht genau, wie es mit der Struktur der Freifunkvereine in Deutschland aussieht.

Aber wäre es nicht eine gute Idee, ob man nicht einen deutschlandweiten Dachverband gründet (oder exisitiert sowas schon?), der für alle Communities die Supernodes betreibt?

Ich möchte hier keinem die Kompetenz absprechen (hab da auch nicht den Durchblick), aber es gibt ja immer wieder Probleme mit Supernodes meist in kleinerern Communities.

Wäre es da nicht ratsam, von unseren Experten hier im Forum eine Supernodeserverfarm (gerne mit Failover/Redundanz/ 2 Farmen in 2 RZs), wo jeder SN konform installiert ist und alles sauber getestet
wurde. Das Geld, dass die einzelnen Communities an $Serververmieter bezahlen, könnte man zentralisiert viel besser einsetzen.

Ich befürchte, dass die momentane Supernodelandschaft ein Flickenteppich ist.

Wie gesagt, dass ist nur ein Gedanke und bestimmt massig viel Arbeit (was man nebenher bestimmt mal eben nicht so stemmen kann).

Aber vielleicht wäre das ein wünschenswertes Ziel, was meint Ihr?

Wünschenswert wäre das schon und sicherlich auch total sinnvoll.

Aber schon bei der Wahl des Hosters würden man sich bekriegen.

Spätestens dann wenn es dann um den Hypervisor geht, würde man sich zerfleischen.

xD

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Ja, das habe ich befürchtet, dass da „Politik“ mit reinspielt. Aber es muss doch möglich sein, da einen Konsens finden zu können? Jede Soft-/Hardware hat Vor- und Nachteile, die eierlegende Wollmilchsau gibt es leider nicht.

Als Freifunker sollte man schon konsensfähig sein und die eigenen Prämissen mal hinten anstellen.

Der dezentrale Ansatz ist ja nice, aber nicht effizient.

Zentral? Äh nein!

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nein, Regionalität/Dezentralität ist eine der Kernideen von Freifunk.

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Also zentral ist eher immer schlecht, da eine Grundidee halt ist das Freifunk möglichst dezentral sein soll.

Aber wenn es da in kleineren Communitys Probleme geben sollte. Dann kann man ja durchaus auch regionale Partnerschaften bilden.

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Ich will FF keinesfalls zentralisieren, aber als zusätzliches Angebot für neue Communities oder bestehende Communities die es aus Zeitproblemen/$Gründe nicht hinbekommen, die Supernodeinfrastruktur vernünftig zu pflegen/monitoren, wäre das doch gut.

Dazu müsste man sich das auch eingestehen. Und dann ist eine vollständige Eingliederung in die andere Community doch sinnvoller oder nicht?

Ja, auf jeden Fall.

Ja, das habe ich befürchtet, dass da „Politik“ mit reinspielt. Aber es
muss doch möglich sein, da einen Konsens finden zu können? Jede
Soft-/Hardware hat Vor- und Nachteile, die eierlegende Wollmilchsau
gibt es leider nicht.

Als Freifunker sollte man schon konsensfähig sein und die eigenen
Prämissen mal hinten anstellen.

Der dezentrale Ansatz ist ja nice, aber nicht effizient.

Schau mal hier, meine Ideen dazu:

Es fehlt nicht viel um das umzusetzen. Ein Bastelpaket für fastd ist
schon da - allerdings will man das wohl eher nicht mit fastd sondern mit
wireguard.

Man muss überlegen, welche Punkte einem wichtig sind und aus welchen Gründen.

Da Freifunk zumindest auf den Fahnen stehen hat, nicht zentralistisch agieren zu wollen: Es gibt keinen Bundesvorstand, oder auch kein Bundesdelegiertentreffen, was irgendetwas beschließen könnte in dieser Richtung.

Was es jedoch gibt ist die „Abstimmung mit Füßen“:

  • Dort wo Freifunk funktioniert, dort wächst es.
  • Dort wo Freifunk nicht funktioniert, da dümpelt und schrumpft es.

Es gibt da diverse Modelle von Freifunk, die relativ gut skalieren.
Wenn man z.B. in Richtung Münsterland schaut.
Als groben, unpräizisen Abriss: Dort gibt es ein überregionales Team von Leuten, die sich um Ansible-Rollen für ein Backend kümmern.
Und es gibt Communities, die ihren Schwerpunkt mehr auf „Router aufstellen“ und „Richtunk auf Dächer“ setzen als „Server-VMs Schrebergärtnern“. Und vielleicht „Spendengelder eintreiben“.

Und die freuen sich, wenn sie lokal genau das machen können, was ihnen Freude bereitet: Die Stammtische mit den Plasteroutern, Klinkenputzen beim Kleingewerbe oder Router wieder richtig hinhängen in der Geflüchtetenunterkunft.
Und für das Backend werfen sie halt ein wenig Geld zu einem Blech-Hoster der Wahl (meist Hetzner) und lassen die VMs von den Rollen der Münsterländer pflegen und gärtnern.

Umgekehrt haben die Münsterländer klar ihren Focus auf Backend gelegt. Und eben nicht auch noch auf den „wir wollen ein shitty Mini-AS“-Zug gesprungen sind. Stattdessen sind nutzen sie die Backbones von (mindestens) FFRL und FFNW.

Das ist -wie gesagt- keine zentralistische Ansage, sondern schlicht eine existente Option.
Communities können das tun, es zwingt sie niemand.
Und auch die Münsterländer zwingt niemand, das für jede Community zu leisten, die dort fragt.
Aber für rund 70+ Gluon-Domains läuft das halt so und ernsthafte Klagen über „irgendwas geht nicht“ höre ich von Communities nicht, die dorthin gewechelt sind.

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Du vergisst die Distribustions-Auswahl für die VMs, die Wahl der Orchestrierung und vor allem die Monitoring-Lösung!

(P.S.: Ich habe es mal nach „Politik“ geschoben, denn die Angelegenheit ist alles, nur keine technische Frage. Eventuell auch Community etc, aber eben nichts, was ein technisches Problem darstellt.)

Faktisch ist „Freifunk-Backend/Backbone-as-a-Service“ denkbar.
Es wird jedoch

  1. heftige Arbeit, die -wenn gut geleistet- nur kommerziell zu stemmen ist (->Selbstausbeutung)
  2. für den Betreib/Beteiligung einer Genossenschaft haben die meisten Freifunkenden nicht ausreichend Realitätsbewustsein oder es fehlt schlicht langfristiges persönliches Commitment.

Im Gegenteil:

Man sollte endlich aufhören das nur einzelne wenige irgendwelche Supernodes betreiben und dann 100 Leute daran ihre Knoten anbinden. Wir brauchen mehr selbst gebaute Netze und keine zentralen Server.

Gruß

Christian

Würde selber gerne einen Supernode betreiben, aber habe kein Plan wie ich verhindern kann, dass die Rennleitung bei mir klingelt. Bin kein Provider :confused:

Da gibt es div. Möglichkeiten:

  • VPN wie Mullvad & co
  • Freifunk Rheinland
  • Leute Frage ob sie einem Transit/Exit geben (es gibt durchaus Communitys die da unterstützen)
  • Verein gründen
  • Provider werden

Gruß
Christian

Wie ungenau ist denn Dein Bild, welche Quellen hast Du genutzt und welche Fragen blieben offen?

Kurzfassung: nein. Eine Variante wäre »für Communites die Gateway-VMs bereitstellt«, den Ansatz gab’s mal im FFRL, die Historie mag jemand mit mehr FFRL-Bezug gerne darstellen. So eine Farm steht und fällt aber auch mit dem Personal, welches diese »Freifunk-Cloud« betreibt sowie den Mitteln, die für diese Infrastruktur bereitstehen. Rekrutiert man die »Freifunk-Cloud-Admins« dabei aus dem Pool von »System-Administratoren in Freifunk-Communities«, schwächt man jene aktiveren zu Lasten solcher Communities, die »nur Knoten aufstellen wollen«. Und dann ist da noch der Dezentralitätsansatz …

Wie gesagt: nein.

Schon alleine über »wo jedes Gateway konform installiert ist« könnte man gefüht promovieren; Nord macht Puppet, Münsterland Asible, Hochstift irgendwas ungesundes mit Salz, … »Konform« also wozu? Ferner muß Firmware und die andere Infrastruktur miteinander spielen können, diktieren dann die zentralen Gatewaybauer, wie die Firmware aussehen muß?

Diese Aussage belegst Du womit?

Es spricht nichts dagegen, Ressourcen zu bündeln, und je nach Angebot ist für 4 VMs auch schon ein Host zu haben, der das doppelte stemmen kann, evtl., mit fastd eher, mit L2TP weniger. All das steht und fällt aber mit dem Einsatz der Akteure, und die mag bei manchen nach 5 Minuten, anderen nach 5 Jahren, nachlassen — Fakt ist nur, daß die bereitgestellten Zeitscheiben für Hobbies wie Freifunk sich über das Lebensalter hinweg ändern. Auch ist, je nach Satzung, so e. V., das Pooling mehr oder weniger schwierig — wie auch Dritte, die nicht mal im lokalen Verein sind, als Admins ran zu lassen.

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Dann ist Deine Antwort „lasst uns eine bundesweit zentrale Backend-Infrastruktur bauen“ aber ein (für mich) sehr erstaunlicher Lösungsvorschlag!

Mag es sein, dass Du schlicht noch nicht die richtige Community gefunden hast, um Dich dort mit Deinen Fähigkeiten einzubringen?
(Hint: Freifunk ist ein Teamsport!)

Ich wollte doch nur ein bisschen unverfänglich über meine Ideen diskutieren…

Das sind doch nur Hirngespinste von mir (einem interessierten Laien), ob und wie man FF evtl. verbessern könnte.

Ich hab schon weit über 50 Router in Witten geflasht und aufgebaut. Und bin zu zig Routern wieder hingelaufen, weil der Stecker gezogen wurde. Den Hinweis auf Teamsport verbitte ich mir.

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Ich seh hier einen Ansatzpunkt. Das Problem meine ich schon öfters heraus gelesen zu haben.

Es wäre wohl hilfreich, wenn sich diese diversen Organisationen, die ISP sind und/oder massiv Ressourcen übrig haben, einfach einmal zusammen in einem Thread vorstellen.

Das würde Leuten, die auf der Suche nach einem einfachen und praktikablen Weg sind helfen, die passende Gruppe zu finden und auch andere inspirieren, die ebenfalls zu einem wollen werden.

Das kann ja ganz unverbindlich sein und soll nicht als Angebot gelten sämtlich Arbeit bei diesen abzuladen.

Grüße Sebastian

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Vorstellung macht durchaus Sinn, aber massiv irgendwas über wird niemand haben.

Die Freifunk Communitys sind grundsätzlich untereinander vernetzt. Da aber Freifunk immer einen lokalen Bezug haben sollte, macht es keinen Sinn wenn z.B die Münchener Leute aus Norddeutschland aufnehmen, nur weil Sie noch Kapazitäten über haben.

https://freifunk.net/wie-mache-ich-mit/community-finden/

Ist immer ein guter Anlaufpunkt, um herauszufinden, ob eine Community in der Nähe ist. Da kann man sich dann der Community in seiner Nähe anschließen und sich einbringen. Wenn man grundsätzlich das Zeug zum Gateway/Supernode Admin hat, wird man dort mit Kusshand aufgenommen werden und kann sich alles nötige für den GW Betrieb zeigen lassen.

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