Elektrosensibilität


#21

#22

Kleine Geschichte am Rande:
Ich war im letzten Jahr auf einem Nikolausmarkt mit einem Tisch und Vorführgeräten vertreten und habe vorbeikommende Besucher über Freifunk aufgeklärt. Ich weiß den genauen Satz nicht mehr, aber plötzlich stand eine Frau an meinem Stand und sagte, dass ICH sie töten würde! Durch mein Nachfragen erklärte sie mir dann, dass unsere Router schuld daran seien, dass sie nachts keine Stunde mehr schlafen könne. (Nach unausgeschlafenem Zombie sah sie jetzt nicht aus.) Sie hätte einen Baubiologen konsultiert und der hätte ihr einen schweren “Vorhang” für alle Fenster empfohlen. (seufz) Sie hätte im letzten Jahr über 2000 Euro ausgegeben, damit sie wieder schlafen könne. Ich habe dann gefragt, ob sie denn schon mal eine metallbedampfte Tapete in Betracht gezogen hätte. Davon hätte sie noch nichts gehört… Da fragt man sich dann, ob der Baubiologe nicht in Wirklichkeit ein Esoteriker war, der ihr irgendeine “energieaufsaugend-kanalisierende” Pyramide auf den Wohnzimmertisch gezaubert hat.
Unsere Freifunk-Präsentation hat seit dem ersten Besuch in einer Gegend mit einem atomaren Zwischen|Endlager auch einen Hinweis auf das Bundesamt für Strahlenschutz und zeigt grafisch anschaulich, wie viel Strahlung ein Mobilfunkturm und ein 2.4/5GHz Router abgeben.


#23

Nette Geschichte.
Hast du einen Link zu der Grafik?


#24

Du kannst gerne diese LibreOffice Datei als Ausgangsmaterial nehmen. Da steht der Satz vom BfS (und Quelle) und die Sendeleistung für LTE, 2.4GHz, CB-Funk, UKW, etc. und eine Balkengrafik.

Strahlenwerte.zip (21,7 KB)


#25

Diese WLAN-sensiblen frage ich immer als allererstes danach, ob sie ein DECT-Telefon haben. Wenn dann ja kommt, was mittlerweile eigentlich in allen Haushalten der Fall ist, lache ich sie oder ihn erstmal aus und kläre auf, dass die zehn mal so stark senden, wie WLAN.


#26

Du hast das Homöopathische Konzept echt noch nicht verstanden, oder? Umso geringer die “Dosis”, desto größer die Wirkung. => Reduzieren wir die Sendeleistung, so wird der Kopfschmerz stärker.


#27

Ach verflixt, ja den anti-exponentiellen Zusammenhang hab ich übersehen. Mea culpa.


#28

Das funktioniert nur dann, wenn der Router genau nach Vorgabe 1000 Mal bei Vollmond in Richtung Mekka geschüttelt wird, oder so ähnlich.


#29

Nein, Du musst beim Schütteln laut und deutlich rufen “Hahnemann, geh du voran!” und darfst auf gar keinen Fall schlechte Energie in Dir haben.


#30

@PharmaJoe @mpw @descilla und andere …
da es real Menschen gibt die davor Angst haben , bzw. körperlich,seelisch,geistig,psychische -Leiden darauf zurück führen find ich es schon schön hier Argumente zu sammeln, von mir aus auch as spitzer Feder. Reines Homöopathie Bashing hilft mir hier nicht - und wirkt für solche Menschen halt auch scheisse. (also argumentloses bashing jetzt).
… dies ist eine Einladung für mehr Inhalt :wink:


#31

Tut mir leid, da ist es wohl mit mir durch gegangen. :wink:

Also ich finde den Beitrag von @fuzzle, bzw. das dort verlinkte PDF echt hilfreich und eine bessere Sammlung zu dem Thema konnte ich bisher noch nicht finden.

Leider wird es vermutlich so sein, dass du einen großen Teil dieses Personenkreises mit diesen Argumenten nicht erreichen wirst. Falls sie selbst unter ihrer Situation leiden, ist vermutlich die Inanspruchnahme von professioneller Hilfe ratsam.


Edit: Du findest bei uns im Repo auch ein paar Präsis, in denen was zu Funkstrahlen steht. Z. B. hier: media-ffms/2015-11-26-Freifunk-Hiltrup.pdf at master · FreiFunkMuenster/media-ffms · GitHub (ein bisschen scrollen, dann ist da auch eine Grafik, die die Sendeleistung von WLAN, DECT & Mobilfunk (wobei offensichtlich hier 2.4 GHz WLAN betrachtet wird).


#32

Das ist jetzt eine seltsame Forderung im Zusammenhang mit dem Glauben an homöopathie…
Es gibt leider eine Gruppe von Menschen, denen ist mit Argumenten nicht zu helfen, für die gibt es nur Lösungen, die in ihre Gedankenwelt passen. Stellen wir also den Router unter eine Papp-Pyramide, auf heilende Steine, oder lassen ihn von Schamanen reinigen. Es findet sich dann trotzdem jemand, der sieht wie Chemtrails aus dem blauen Port entweichen. Wenn man es nicht richtig machen kann, kann man sich wenigstens richtig lustig machen darüber.


#33

Tut mir leid, aber solchen[TM] Menschen ist nicht mit Argumenten zu helfen. Hast Du den Ursprungsbeitrag in der Mediathek gesehen? Eine ambulante Therapie halte ich da für nicht ausreichend. Und stationär? Immerhin ist er nicht gefährlich für sich und andere.
Was sollen da Argumente bei eingebildeten Beschwerden? Man tut den Betroffenen etwas an, wenn man ihnen beweist, dass ihre Beschwerden, die sie meistens über lange Zeit gepflegt haben, eine psychische Ursache haben. Studien bringen da nichts: Entweder sind sie in Laiensprache formuliert, dann finden die Betroffenen logische Lücken, oder sie sind sauber gearbeitet und entsprechend formuliert, dann verstehen die Betroffenen sie nicht.
Es bleibt ihnen also nichts übrig als zu glauben. Glauben an die Strahlung und das nahe Ende, oder glauben an die Wissenschaft und ihre Studien.

Und ja, ich verkaufe auch gelegentlich Kügelchen - es nützt nichts davon abzuraten. Ich sehe sie allerdings als potentes Suggestionshilfsmittel und dafür braucht man auch den ganzen Zauber mit mentholfreier Zahnpasta, Kaffeeverbot und nicht nach Mitternacht füttern.

Gute Nacht! :sleeping:


#34

Weil es noch nicht erklärt wurde. (Disclaimer: I am not a doctor)

WLAN-Strahlung wie wir sie einsetzen gehört zu den Mikrowellen und ist nicht-ionisierend, also insbesondere nicht direkt gewebeverändernd oder erbgutschädigend. Das bedeutet, das Schadenspotential wäre allein durch die Wärmeleistung, die die Strahlung im Körper erzeugt, begründet.

Wir dürfen ja im 2,4 GHz nur mit 100 mW EIRP funken. Das ist die Leistung, die einem idealisierten Rundstrahler zugeführt werden müsste, damit er in alle Richtungen die selbe Feldstärke erzeugt, wie unsere Antennen in Hauptstrahlrichtung. Die 100 mW sind also eine obere Grenze für die Leistung, die an der Antenne abgestrahlt wird, und also irgendwie auf den Körper übertragen werden könnte.

Der Mensch hat eine eigene Wärmeleistung von ca. 100 W, dagegen sind 100 mW doch nichts. Bei Handys gab es damals die Befürchtung, dass es zu gefährlichen lokalen Erwärmungen kommen könnte, weil man ja die Strahlungsquelle nah ans Ohr und damit an das Gehirn legt, und die Wärme direkt tief im Gewebe erzeugt wird. Aber das macht man mit seinem Router normalerweise ja nicht, und außerdem konnten sich diese Befürchtungen selbst für die Handys bisher auch nicht belegen lassen.


#35

ne sorry @ErwinLindemann und @PharmaJoe : dann nehm ich euch doch ein wenig hoch, ihr vermischt hier meiner Meinung auf kosten derer die “warumauchimmer” Leiden, selbstaussäglich aufgrund nicht nachweisbarem impact mit elektromagnetischen HF Strahlern im Milliwattbereich, mit nachweisbaren Besserungen , vermutlich aufgrund von Placeboeffekten. Und das, diese Vermischung, und das sich drüber lustig machen - ist schlicht daneben - pietätlos. Man tut den Menschen eben doch was an wenn man ihnen den Placebo nimmt. Die Medizin beschreibt einiges was sie selber nicht erklären kann : Idiopathie – Wikipedia .
Und aus genau diesen Gründen finde ich es wichtig Argumente/ Zahlen, Grafiken zu sammeln. Damit Menschen nicht von Scharlatanen ausgenommen werden. In dem Fall das man in so ein Gespräch hinein rutscht, und dazu kann ich sagen, dass alle die ich bisher geführt hatte anders verliefen als hier prognostiziert, es scheint fast so das sich die informierten Besserwisser hier in keinster Wesie anders verhalten als jene die sie kritisieren. Nicht das ich mein Gegenüber je vollends überzeugt hätte, aber gesunden Zweifel und Ermächtigung für eigenes Hinterfragen sind da doch immer erkennbar gewesen. Wer bin ich zu entscheiden was Leute glauben am Ende des Tages?
Ich empfehle zum Thema wahrgenommen Gesundheit mal diesen Podcast, der schrabbt das zwar nur am Rand, ist aber lustig, also RheinlandHumor : http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/wissen/swr2-wissen-aula-gesund-und-gleichzeitig-krank/-/id=660374/did=1889432/nid=660374/wwqay6/index.html

  • für mich ist das hier der letzte nicht-inhaltliche post in diesem emotional geladenen thread

#36

Einige der Linken im sächsischen Landtag forderten deshalb mal zum Thema Freifunk:

  • Schulen nur antragsberechtigt sind, wenn eine formale Vereinbarung zu den Betriebszeiten des WLAN-Hotspots zwischen Schulträger, -leitung, -lehrkörper und Schüler*innen-Vertretung vorliegt und gesundheitliche und soziale Auswirkungen des Betriebs von WLAN-Routern und Internetzugang (z.B. elektromagnetische Wellen, Gewalt im Internet) im Schuljahresplan nachweislich verankertsind,

  • WLAN-Router ausschalten, wenn er nicht benötigt wird (z.B. nachts),-Aufstellung von zentralen WLAN-Zugangspunkten in unmittelbarer Nähe der Ortevermeiden, an denen sich Personen ständig aufhalten (z.B. Arbeitsplatz),

  • max. Strahlungsleistung über Reichweiteneinstellung möglichst reduzieren.3

  • Nutzer*innen und Betroffene (z.B. in der Umgebung der Hot Spots) umfassend, objektiv und sachlich über die tatsächliche Belastung durch hochfrequente elektromagnetische Felder und über mögliche gesundheitliche Risiken informieren (z.B. beimArbeiten mit Laptop auf Schoß)

  • Nachverkehr… in fest definierten und gut erkennbaren Bereichen ihrer Züge freies WLAN der Sendungsklasse 3 (bis 1,0 Milliwatt) bzw. mit maximaler Reichweite von 10 Metern anbieten

Auf Nachfrage wurde allerdings auch bekannt, dass sich keiner der Antragschreibenden je mit irgendeinem Freifunker dazu unterhalten hat.

Dokument: http://linksfraktionsachsen.de/media/directory/uploads/6_Drs_7146_0.pdf


#37

Was soll man dazu sagen?
Früher hatte man Angst, mit der Eisenbahn zu fahren, weil die hohe Geschwindigkeit tödlich sein könnte (ist sie mittelbar ja auch, wenn man verunglückt).
Laptop auf Schoß gibt ggfs. Verbrennungen, aber nicht von der WLAN-Strahlung.
Aber ich habe auf das Thema keine Lust mehr.

Edit: Außerdem wollen sie nur Hotspots fördern, die einen Jugendschutzfilter haben. Spätestens jetzt habe ich erst recht keine Lust mehr.


#38

Also was es schon gibt sind Nachweise das Blutkörper ab gewissen Strahlungsstärken verklumpen oder da das sich Gehirnströme bei bestimmter Strahlung in bestimmter Intensität verändern können. Ich denke sowas ist auch Grund für die Bundesnetzagentur, warum sie für Mobilfunkantennen gewisse Abstände zum sicheren Arbeiten (und auch allgemein gewisse Grenzwerte) definiert. Das kann in Hauptstrahlrichtung mal fast nixs, mal etliche Hundert Meter sein.

Wenn ich mal kurz mit dem durchmischen von WLAN und Mobilfunk breche; stellt sich nur die Frage ob unsere Sendestärken auf unseren Frequenzen irgendeine dauerhafte Auswirkung haben. Da würde ich auch zustimmen das wir nach derzeitigem Kenntnisstand keinerlei Bedenken für die Allgemeinheit haben müssen. Deshalb bitte nicht falsch verstehen und ich hab ja bereits zu gezeigtem etwas gesagt (übrigens; entweder dieser Herr hat sich stark verändert oder der WDR hat ziemlich unfair geschnitten - siehe andere Videos über ihn). Allerdings: auch Ubiquiti mahnt 1m Abstand in HSR zu ihren Geräten auf 5 GHz an.

Und um das mal offen auszuversprechen: bei der Betrachtung einer Millionenbevölkerung geht alles im Promille-Bereich unter. Wenn allgemein anerkannte, nachgewissene Fälle von Elektrosensibilität existieren, würde das irgendwas ändern außer das Krankenkassen für den Umbau von Wohnungen etc. aufkommen würden? Wer das bejaht könnte mal ein paar Mediziner zu seinen Ansichten über Gesundheitsschäden im Umfeld von Großkraftwerken (Nuklear, Kohle, etc.) und Fabriken befragen. Es gibt DInge, die man hinnehmen kann, wenn man Vor- und Nachteile abwägt.


#39

Ja, das ist das Problem von Eiweißen: Oberhalb einer gewissen Temperatur koaguliert es.
(Andererseits hätten wir sonst kein Rührei und keine Blutwurst. Veganer mögen darauf natürlich verzichten.)

Um es zu wiederholen: Wenn man unterhalb der ionisierenden Strahlungsleistung bleibt, dann ist es nur thermisch.

Und warum die großen Abstände gefordert werden von Strahlern im Bereich von mehreren Dutzend Watt: Es gibt Körperregionen, die schlecht durchblutet sind und daher Wärme nur rein “passiv” mit Wärmeleitung abgeführt wird.
Ein klassiches Beispiel ist dafür der Augeninnenraum. Wenn man sich jetzt vorstellt, da würde punktuell die (Wärme-)Leistung einer 7W-LED-Lampe eingebracht, dann könnte das eine Linsentrübung hervorrufen.

Ähnliches ist den Bundeswehrtechnikern in den 1960ern an Radar-Anlagen passiert, nur dass es da dann vorrangig um die Hoden gegangen ist was für die Familienplanung doppelt unangenehm war.

Wenn die Erwärmung so klein ist, dass es wenige Zehntel Grad ausmacht, dann ist es gefährlicher, sich die Hände zu reiben oder den Rücken zu kratzen.

Aber wie gesagt: 7W-Lampe im Auge vs Standby-LED im Auge… und 7W-LED im Auge vs. 7W-LED auf dem Hochhausdach…

Der Abstand ist unser Freund bei Strahlenquellen, deren Leistung wir nicht senken können. Viele Menschen kennen das aus der Küche und wissen, dass die Temperatur der Bratpfanne mit dem Quadrat oder gar mit dem Kubik zum Abstand sinkt. Da hat man einen Strahlenquelle von fast 1000W direkt vor dem Bauch. Das kann auch lebensgefährlich werden… Vermutlich gibt es jährlich auch mehrere Tote durch heiße Bratpfannen…
Und ja, die armenen Kinder! Man sollte an die armen Kinder denken! Küchen in Wohngegenden sind gefährlich!


#40

Hier hat eine Kollege aus Gera vor einem Jahr eine schöne Abhandlung zum Thema geschrieben, wie ich finde.