Flüchtende in Calden mit Freifunk versorgen / Tipps und Hinweise erbeten

Hallo in die Runde.

Die HNA berichtet über ein Angebot der Kasseler Freifunk-Szene an das Regierungspräsidium Gießen (zuständig für Flüchtlingsaufnahmestelle in Calden/Nordhessen):

„Zeltstadt am alten Flughafen - Behörde prüft Funknetz für Caldener Flüchtlinge“

Ähnlich wie in Marburg das dortige Zeltlager mit Unterstützung der Stadtwerke mit Freifunk versorgt wird ( http://www.op-marburg.de/Lokales/Marburg/Helfer-versorgen-Fluechtlings-Camp-mit-W-Lan ), so wollen wir auch dort eine ähnliche Versorgung aufbauen.

Kontakte zu den Marburgern und anderen Personen mit entsprechender Erfahrung würden wir gerne aufbauen (bitte Nachricht an mich), denn man muss das Rad ja nicht zweimal erfinden und mögliche (Planungs/Umsetzungs)Fehler vermeiden.

Wenn ihr sonst noch Tipps, Links, Empfehlungen für uns habt, um ca. 1.000 Personen mit Freifunk auf einer Zeltlagerfläche zu versorgen (klar, nicht alle zeitgleich und bestimmt auch nicht gesamt flächendeckend, sondern für eine „WLAN-Zone“), dann bitte einfach hier posten.

Herzlichen Dank
Jörg

Ich antworte mir mal selber, habe Infos/Dokumentation von der Umsetzung erhalten:
https://hsmr.cc/Projekte/RefugeeShelterWifi

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  1. Mesh-Backbone vom AP-netz trennen (mindestens getrennte Radios)
  2. Wenn man sich keine Radiokontroller leisten kann (oder einem die Nanostations und der closedsource-vmware-radiocontroller von UBNT zu fishy sind): Mindestens Kanale hübsch verteilen. Die Radio auf HT-Mode20 festnageln, dann hat man schlicht mehr Kanäle zur Verfügung. Eventuell sogar die Sendeleistung der Radios verringern.
  3. Backbone wahlweise: Batman-Mesh auf 5GHz (ja, er hat Jehova gesagt) oder besser Lankabel ziehen. Entweder an Wäscheleinen als Zugseil abhängen oder in alten Feuerwehrschläuchen 10cm tief einbuddeln. (Es sollte genügend Leute geben, die sich freuen dort was tun zu können was angenehmer ist als Latrinen zu schrubben)
  4. Sektorantennen vermeiden wo es geht. Besser Rundstrahler MIT(!) Mimo. Und wenn Sektorantennen, dann vertikalen Versatz. Keine Radios näher als 1,5m aneinander, selbst bei getrennten Kanälen.
  5. Uplink, Uplink, Uplink… ihr braucht Bandbreite. und gar nicht erst veruschen, irgendwas zu throtteln… das führt geradewegs in noch größeres Verderben.

Hi adorfer,

danke für die vielen Hinweise.
Mit einigen komme ich noch nicht klar, da muss ich mich erst noch schlau lesen. Aber das hat ja auch was von Bildung erweitern, gell? :wink:

[quote=„adorfer, post:3, topic:6967“]

  1. Mesh-Backbone vom AP-netz trennen (mindestens getrennte Radios)[/quote]
    Macht Sinn :slight_smile:
    .

[quote=„adorfer, post:3, topic:6967, full:true“]
2) Wenn man sich keine Radiokontroller leisten kann (oder einem die Nanostations und der closedsource-vmware-radiocontroller von UBNT zu fishy sind): Mindestens Kanale hübsch verteilen. Die Radio auf HT-Mode20 festnageln, dann hat man schlicht mehr Kanäle zur Verfügung. Eventuell sogar die Sendeleistung der Radios verringern.[/quote]
…was ist zu „fishy“?
Was bedeutet „HT-Mode 20“ (google ich gleich mal)
.

[quote=„adorfer, post:3, topic:6967, full:true“]
3) Backbone wahlweise: Batman-Mesh auf 5GHz (ja, er hat Jehova gesagt) oder besser Lankabel ziehen. Entweder an Wäscheleinen als Zugseil abhängen oder in alten Feuerwehrschläuchen 10cm tief einbuddeln. (Es sollte genügend Leute geben, die sich freuen dort was tun zu können was angenehmer ist als Latrinen zu schrubben)[/quote]
Wahrscheinlich hier ne „doofe“ Frage, wenn schon „Jehova“ erwähnt: Was ist denn an Batman-Mesh auf 5GHz verwerflich? (Schutzhelm auf, Splitterschutzvisier runterklapp) Bite kurz Link oder Stichwort zum Schlaulesen posten.

Einbudeln wird auf dem ehemaligen Flugfeld wohl wegfallen. Dann eher oberirdisch verlegen, aber ziemliche Längen erforderlich. Habe Sorge um die Geräte bei den Längen wg. Induktionsspannungen (Gewitter etc.)
.

[quote=„adorfer, post:3, topic:6967, full:true“]
4) Sektorantennen vermeiden wo es geht. Besser Rundstrahler MIT(!) Mimo. Und wenn Sektorantennen, dann vertikalen Versatz. Keine Radios näher als 1,5m aneinander, selbst bei getrennten Kanälen.[/quote]
Oijoijoi, nächste Fachvokabel „Rundstrahler mit MIMO“: Ok, google ich…
(Edit: MIMO (Nachrichtentechnik) – Wikipedia).

[quote=„adorfer, post:3, topic:6967, full:true“]
5) Uplink, Uplink, Uplink… ihr braucht Bandbreite. und gar nicht erst veruschen, irgendwas zu throtteln… das führt geradewegs in noch größeres Verderben.[/quote]
Das verstehe ich gut, wobei die Breitbandversorgung in Calden eher sehr unterdurchschnittlich ist…
Das wird eine Herausforderung!

Damit bin ich erst mal wieder beschäftigt in meinem restlichen Urlaubstagen, hihi.

LG
Jörg

Kanalmodus HT20 = Eine Kanalbreite von 20 MHz bei einem theoretischen Maximaldurchsatz von 130 Mbit/s. Es gibt noch HT40 mit 300 Mbit und VHT80 für das Gigabit.

Mit Gluon darf man auf 5 GHz nicht draußen senden, weil wir die Vorgaben dafür nicht einhalten können - siehe auch Freifunk auf 5 GHz - Ideen für den Umgang mit regulatorischen Vorgaben

Wenn möglich macht man deswegen eher eine Transportverbindung über 5 GHz mit den Originalfirmwares, die dürfen stärker und auch draußen funken. Dann wird erst am Ziel der Richtstrecke aus dem zugelieferten Internet Freifunk.

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Danke, @SenorKaffee.

Damit sehe ich etwas klarer.

Die Zuführung vom (V)DSL-Internetanschluss würde dann z.B. mit zwei TPLINK CPE510 (5GHz 300 MBit/s 13dBi Outdoor Accesspoint) auf 5 GHz mit Original-Firmware erfolgen.

Von dort im Gelände dann die 2,4 GHz-Accesspoints (Freifunkrouter z.B. 1043 und ggf. 841er) dran und auf dem Gelände verteilen.

Internetbandbreite ist noch nicht klar (eher dünn!), Geld für Material ist noch nicht eingeworben, „OK“ vom RP liegt Urlaubsbedingt auch noch auf Eis.
Müssen dann sehen, wie es weitergeht, wenn OK kommt…

Hat da nicht jemand gute Kontakte in den RP Gießen oder so? :smile:

Genau, eine ganz normale WPA2-verschlüsselte Transportverbindung, bei der sich die Originalfirmware austoben kann mit ihrem Tricks.

Ja - wenn man etwas sparsamer mit der Airtime umgehen will, muss man das Netz natürlich etwas aufwändiger planen. Ungefähr so, wie es @adorfer umrissen hat - mit Kabelverbindungen meshen und Freifunk mit geringerer „Brüllkraft“ auf mehreren Kanälen bereitstellen.

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…jetzt geht es hoffentlich flott weiter. :smile:

Als Erfahrungswert: Wir haben in Aachen temporär 300 Flüchtlinge mit 4Mbit angebunden. Im Schnitt hatten wir 70 Clients an einem 3600 - die Bandbreite war nach Rückfragen für die meisten ausreichend da jedes Byte nach Hause eins mehr war als ohne Freifunk.

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