Freifunk an meiner Schule

Allerdings dennoch genug um Dinge zu tun, die vielleicht in einer Schule nicht unbedingt angebracht sind.

Ich möchte nochmal betonen, dass es sich dabei um kein Freifunk sondern ein schuleigenen Netz handelt!

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Kann bestätigen das Schulen ein Thema für sich sind. Eltern beschweren/klagen gar bereits wenn auch Ihr Kind auch nur auf einem Gruppenbild auf der Schulhomepage auftaucht. Manche Eltern sind so. Die selben Eltern könnten in Elternabenden sehr engagiert gegen Freifunk wettern (sei es wegen der Strahlung, wegen freiem Zugriff auf Pornografie oder sonstwas). Da der Schulleiter rechtlich für den Schutz der Schüler gerade steht, wird er der Sache vermutlich sehr skeptisch gegenüberstehen. Falls er dies nicht tut, bewegt er sich auf einem rechtlichem Minenfeld. Der Aspekt mit den Bilder führte zu meiner Schulzeit bei uns dazu das für jede Neuanmeldung ein Formular ausgefüllt werden musste wo sich die Eltern explizit mit der Veröffentlichung einverstanden erklären. Auch dagegen wurde scharf protestiert, am Ende mussten die Kinder auf jedem Bild namentlich identifiziert und geschaut werden, ob eine Einverständniserklärung vorliegt.

Mein Rat wäre mal die Elternfraktion mit einzubeziehen. Fast jede Schule hat einen Förderverein, der dir nicht nur Router finanzieren könnte sondern auch einen gewissen Rückhalt bieten würde. Hol dir Lehrer mit ins Boot, in dennen du ins Spiel bringst das diese in einigen Räumen (nicht alle versprechen!) zukünftig das Internet in ihren Unterricht mit einbeziehen könnten, ohne gleich den überfrequentierten Computer-Raum reservieren zu müssen. Zu guter letzt gebe ich aber auch den Anderen in dem Punkt recht, das du unbedingt zu den Treffen deiner Community gehen solltest und von dort erfahrene Freifunker mit ins Boot holen solltest. Allein die Planung solch eines Projektes bedarf schon gut Erfahrung, damit das hinterher auch alles funktioniert. Sorry für die Rechtschreibung, ich war auf einem staatlichem Gymnasium :smiley:

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Ich gebe auch nochmal meinen Senf dazu ab als jemand, dessen Enthusiasmus in den vergangenen Momaten durch die Realität eingeholt worden ist.

Zunächst einmal: Glückwunsch für Deine Idee und Deinen Elan!

Das hier thematisierte große ABER hat durchaus seinen Sinn. Die Dinge, die @adorfer hier vielleicht etwas wortkarg als Bedenken geäußert hat, haben große Bedeutung.

  1. rechtliche Bedenken
    Der Schule muss klar sein, dass sie in dem Fall quasi als Internetprovider für die Schüler auftritt. Sie genießt Hausrecht und wenn sie die Installation auf dem Gelände erlaubt, ist sie in der Verantwortung. Das muss auch einem technisch und juristisch nicht so bewanderten Schulleiter klar sein. Die Erlaubnis würde ich mir vor dem Einsatz finanzieller und zeitlicher Mittel schriftlich holen.

  2. praktische Bedenken
    Wie ich hier (zum Glück unter guter fachlicher Anleitung) bei unserem Flüchtlingsheim lernen durfte, sind die immer wieder abstrakt geäußerten Probleme mit der Airtime genau das, was das Projekt limitiert, wenn man nicht konsequent plant. Das ist unabhängig von der Leistungsfähigkeit der Router. Letztlich haben sie alle FF Firmware drauf und unterscheiden sich primär in der Rechenleistung (nur relevant für den VPN-Router mit dem Uplink) und im Übertragungsband (2,4 / 5 GHz, Dualband). Dann gibt es noch Unterschiede in der Antennencharakteristik. Aber Du brauchst keine Erfahrung mit „großen“ Routern, zumindest nicht, wenn Du FF machen willst.

  3. Erfolgsdruck
    Wenn Du die Erlaubnis hast, musst Du liefern. Und zwar so, dass die technisch unbedarften User es toll finden. Vollausschlag bei gleichzeitig fehlschlagendem Whatsapp-Connect ist z.B. nicht toll. Anfängliche Misserfolge führen schnell dazu, dass Freifunk verbrennt, also einen Ruf als technisch unausgereifte Nerd-Spielerei bekommt und nur schwer wieder verliert.
    Die Erwartung ist hoch und das technische Niveau aus Anwendersicht ist ebenso hoch. Hier im Flüchtlings-Wohnmodul ist „das Internet“ „nicht gut“, wenn nicht in jedem Zimmer Videos gesehen werden können. Du konkurrierst mit HSDPA / LTE bzw. mit Breitband-DSL und Wohnungs-WLAN (zwei Nutzer).

Also: Überleg Dir gut, was Du wie realisieren willst (Uplink, Räumlichkeiten, Routerverteilung incl. intelligente Kanalwahl, LAN-Mesh mit der notwendigen Verkabelung, ggfs. Router-Sandwiches mit getrennten Kanälen für Mesh und Clients), hol Dir dann ein paar zuverlässige Helfer und stell den formellen Antrag. Dabei muss allen Beteilgten klar sein, was das bedeutet. Keinerlei Jugendschutz, keine Filterung, keine Überwachung. Freifunk halt.

Informationen gibt es zu hauf hier im Forum, einfach mal während der Planungsphase ein paar Wochen intensiv mitlesen.

Viel Glück!

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Vielleicht mal ein paar Gedanken aus Sicht eines Lehrers, der auch an einer 4-zügigen, d. h. „kleinen“ Gesamtschule mit knapp über 1000 Schülern arbeitet:

Freifunk ist nicht für eine flächendeckende Ausleuchtung einer Schule geeignet und zwar aus folgenden Gründen:

Technische Realisierbarkeit:

  • 1000+ Clients mit WLAN zu versorgen ist mit dem für Freifunk
    typischen Mesh-Konzept nicht sinnvoll möglich. Der IT-Dienstleister
    unserer Schule hat (im Rahmen einer Sanierung) mit 36 Routern und
    „normalem“ WLAN exakt das probiert und ist glorreich gescheitert. Er
    war halt eben kein WLAN-Spezialist und hat die Aspekte, die @adorfer
    schon angesprochen hat, nicht berücksichtigt.
  • (Da wir aber ein recht gutes kabelgebundenen LAN für das Schülernetz haben (Cat 6, durchgängig Gigabit mit geeigneten managbaren Switches) probiert gerade ein WLAN-Spezialist, der in Europa mit seiner Lösung Fuß fassen möchte, sein Glück in einem Testlauf im Oberstufengebäude, wie es aussieht mit Erfolg.)
  • Die Anbindung der Schule ans Internet ist oft sehr, sehr dünn. Wir schlagen uns noch mit einem 16 MBit-DSL Zugang herum. Die Lehrer müssen sich mit 2 Mbit quälen. Für einen flächendeckenden Zugang nach dem Motto BYOD (Bring your own device) muss das deutlich aufgebort werden.

Rechtliche Aspekte

Für die sächliche Ausstattung der öffentlichen Schulen in NRW ist die Kommune als Schulträger/Sachkostenträger zuständig. Dementsprechend stellen diese i .d. Regel auch die Kommunikationsinfrastruktur. Oft sind Schulen auch direkt in die IT der jeweiligen Kommune eingebunden. D. h. auch hier gilt es ersteinmal den richtigen Anprechpartner zu finden. Es dürfte in den seltensten Fällen so sein, dass die Schulleitung (allein) den Kopf dafür hinhält.

Pädagogische Aspekte

Nicht immer ist die ständige Verfügbarkeit eines freien WLANs wünschenswert, z. B. bei Klausuren, Abiturprüfungen etc. Aber auch der ungefilterte Zugang wird nicht im Interesse eines Medien- und/oder IT-Sicherheitskonzepts sein. Auch hier gilt: Um einen Mehrwert gegenüber einer Mobilfunkflat zu haben, sollten schulspezifische Angebote, wie persönlicher Ordner im Schülernetz, Zugriff auf Schul-Email, Netzwerkdrucker etc. auch über WLAN angeboten werden.
Dies setzt aber eine Authentifizierung/Autorisierung über eine Benutzerkennung voraus. Dies könnte man zwar auch über einen VPN-Zugang zum Schulnetz für Schüler lösen, macht aber keinen Sinn, da man ja in der Schule die „für die Schule relevanten Ressourcen“ sowieso im LAN stehen hat. (Bei uns z. B. ein Moodle-Server, ein Medienserver, Fileserver f. Schüler…)

Fazit: Die Schulleitung sollte in Zusammenarbeit mit der SV ein brauchbares und für alle Interessengrupppen akzeptables Medienkonzept erarbeiten und vor allem technischen Sachverstand einkaufen, sofern er nicht in der Schulgemeinde vorhanden ist.

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Ich mag nochmal das Aachener Erfolgskonzept hier lassen:

Die „bestehende Netzwerk-Infrastrukur“ von der in diesem Artikel gesprochen wird, würde dann natürlich bei euch erst einmal aufgebaut werden.

Kurze Zusammenfassung: Innerhalb des Gebäudes hat man einfach „normales“ WLAN (aber natürlich professionell, enterprise grade) ohne Gluon oder Mesh. Die Ausleitung erfolgt über Freifunk per Offloader. An strategischen Punkten werden normale Gluon-APs platziert um Meshing zu ermöglichen, und dem Freifunk-Gedanken zu entsprechen. Damit ist natürlich möglichst breite Abstrahlung nach außen gemeint. Aber an einer Schule würde es auch Sinn machen, Mesh an gewissen Punkten innen anzubieten (z.B. Computerraum, Oberstufenraum), damit man rumprobieren kann, Bildungsauftrag und so.

Vorteile:

  • Da ein Standard-WLAN-Netz aufgebaut wird, sind IT-Dienstleister mit entsprechendem Fachwissen verfügbar und die Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Umsetzung ist hoch.
  • Die Schule hat eine Exit-Strategie, falls es mit Freifunk Probleme geben sollte. Die Infrastruktur ist nicht freifunk-spezifisch und kann weiter verwendet werden, nur über Exit bzw. Haftung muss man sich dann Sorgen machen. (Lösungsbeispiele ohne Freifunk: Nutzerkennungen, Netzfilter…)
  • Da dedizierte Geräte für die Freifunk-Mesh-Abstrahlung nach außen verwendet werden, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass selbst bei einem Freifunk-Exit zumindest diese Freifunk-Knoten erhalten bleiben.
  • Sobald WLAN irgendeiner Art vorliegt ist die Motivation höher, sich um Glasfaseranbindung o.ä. zu kümmern :slight_smile:

Nachteile:

  • Nicht alle Communitys finden unser Konzept gut, da nicht überall Mesh abgestrahlt wird. Dringend vorher abklären!
  • Da ein professioneller Dienstleister und eine ehrenamtliche Community miteinander zusammen arbeiten müssen, kann es da zu Reibung kommen, die ein solches Projekt gefährden könnte. Dringend vorher Planungsgespräche führen!
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4 Beiträge wurden in ein neues Thema verschoben: „Freifunk“ nur als Cient-SSID abstrahlen, ohne Wifi-Mesh-Funktionalität

Bau direkt vom Start weg eine Controller Lösung auf, bspw. Unifi.

Für die ersten 1-2 „Demo-Router“ kannste dann, entsprechenden Gluon Support vorausgesetzt, erstmal mit Freifunk Firmware FFHER bepumpen.

Wenn dann Budget für einen Ausbau vorhanden ist wieder originale Unifi Software drauf flashen, weitere AP kaufen und an einen Unifi Controller anbinden, über den Du die Freifunk SSID ausstrahlst, die dann mittels VLAN getrennt auf das Client Netz eines Offloaders zeigt.

Ich habe das für die Hauptsparkasse in Herne am Marktplatz gerade so „gebaut“. Dort werkelt auf einem j1900 Board in 19" Gehäuse Proxmox, worin dann wiederum der Unifi Controller und der Offloader virtualisiert sind. Für das Mesh-Netz in die umliegenden Gebiete sind zusätzliche MESH VLAN aus dem Offloader als weitere virtuelle Netzwerkkarten ausgekoppelt, die vom Proxmox dann in entsprechende VLANS geschoben werden.

Vorteil ist, Du kannst dem Kollegium zusätzlich auch noch eine universelle Lehrer SSID anbieten, die dann VLAN getrennt mittels entsprechender Anmeldung (WPA2 ggfs. Radius) ins Schulnetz läuft, wodurch ein unmittelbarer Mehrwehrt über den Freifunk hinaus entsteht.

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Hier noch eine schmematische Darstellung:

…wobei Dich da primär der obere Bereich interessiert.

Das untere Mesh on WAN ist „nice to have“ wenn Du ins Umland senden willst, um die Kita oder die Nachbarn glücklich zu machen…

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Das werde ich hoffentlich so machen.

Das ist auch alles kein Hexenwerk, Planung ist allerdings dabei das A und O.

An die Infrastruktur denken, ordentliche VLAN fähige Switchtechnik muss ggfs. angeschafft werden.

Planen welche Kabelwege und Mengen an Switchports notwendig sind, um alles zu befackeln. Ggfs. bei zu weitläufigen Installationen abgesetzte Switche planen die ggfs. per FC angebunden werden müssen.

Dann die Portplanung machen welche VLANS wo hin müssen. Die Unifi AP und der Controller müssen sich nativ sehen, die SSID bekommen alle eigene VLANS.

Wenn Du die Planung fertig hast sehe ich gerne auch mal drüber. Ansonsten sag bescheid wenn es klemmt.

Eine Analyse des IST-Zustandes ist dabei natürlich Grundvoraussetzung. Entsprechend solltest Du jemanden ausfindig machen, der sich im bestehenden Netzwerk gut auskennt, um erstmal eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Technik und Kabel machen zu können.

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@CHRlS

Von der Technik bin ich vollständig bei Dir. Das passt so.
Nur zweifle ich daran, dass sich -außer in extremen Glücksfällen- in NRW Allgemeinbildende Schulen in staatlicher Trägerschaft finden, die das mit dem „freien, ungefilterten“ Internet zu wagen bereit sind.

Und wenn, dann braucht es dafür auch ein schlagkräftiges Team, was so eine Aufgabe langfristig zu stemmen in der Lage ist.

Denn das ist zweite Punkt, der hier dazu kommt, ist dass der TS sagt:

Sprich: Einen Plan, 10k€ an aktiven Netzwerkkomponenten zu verdübeln und dazu noch mindestens(!) nochmal genauso viel für Bauvorleistungen in Form von Kabeln an Orte, so man APs hinhängen kann für effektive Abdeckungen:
Diese Mitteln muss auch ein Förderverein nicht nur besitzen, sondern auch das Vertrauen haben, dass es nicht in den Sand gesetzt wird.

Und da wären wir dann bei der Sache mit dem Erfolgsdruck.

Die Anforderung „genug Leute“ / „ganze Schule“ ist ein ziemlich dickes Brett.
Die Gefahr den Ruf von „Freifunk“ bei vielen Leuten nachhaltig zu verbrennen ist durchaus realistisch.
Zumal die Anforderungen, die gewünscht werden, inzwischen mehrheitlich lautet „Nie langsamer als 3G/LTE an der gleichen Stelle“.

Ich selbst befunke einen Schulhof einer städtischen berufsbildenden Schule aus 50m Entfernung vom Dach der 4. Etage herab mit einer Nanostation M2 und leichtem Winkelversatz mit einer LocoM2 (Anbindung beider per Lan, Offloader ist ein x86-Gluon in Proxmox)
Anbindung ist ein UnityMedia200. Kritisch ist die Airtime
Und der Schulvorplatz (andere Seite) wird von einer einer CPE210 befunkt, dort Anbindung von einem VDSL25, allerdings auch dort ein Airtime-Problem, weil dort Wifimesh über 11m.

Lange Rede, kurzer Sinn: Zweistelligen Client-Counts, aber schlechte User-Experience, weil auf einer Frequenz nicht mehr als 10MBit/s durch die Luft passen. (Ja, Speedtest liefert irgendwelche 35-MBit/s-Werte, wenn man allein ist. Aber sobald viele Clients gleichzeitig funken ist das illusorisch. Und diese Effekte hat man leider in allen nativen Gluon-Installationen.)

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Mhm ich habe mir die ganze Geschichte mal durchgelesen und muss sagen. Man sollte sich überlegen, was man denn überhaupt machen möchte.

Zu Beginn hieß es:

Das klingt für mich nicht nach „Ich baue das ganze Schulnetz um, um ein flächendeckendes WLAN für Schüler, Lehrer und was sonst noch so durch die Flure schlurft zu bauen“, sondern eher nach „Wir nehmen uns unseren Informatikerlehrer und 5-10 Mitschüler, bauen halt mal einen oder Zwei Access Points in der Schule auf, die auch mal Meshen und gehen vielleicht noch einen Schritt weiter und Binden noch $anderenFreifunkpunkt per Richtfunk an“

Ein einfaches Schulprojekt mit Vor- und Nachbereitung mit und durch Lehrer. Vorteil der Schüler: Hardware wird von der Schule gestellt und man muss keine 50-80€ Taschengeld für einen Nanostation verbraten.

Was hier im Thread draus geworden ist, ist ein Monster als wollte man eine komplette Netzwerkinfrastruktur planen. Freifunk ist doch primär ein Bastelnetz (auch wenn man davon in vielen Communities leider nur noch wenig merkt und die Experimentierfreudigkeit mit steigender Teilnehmerzahl zurück geht :confused:).

Bevor man hier also Dinge beschwört die gar nicht gewollt sind, lassen wir doch mal die Kirche im Dorf. Bei uns in der Community gab es auch die Idee von 2 Schülern Freifunk mal im Rahmen eines Schulprojekts zu machen. Keine 2 Wochen später saß einer ihrer Lehrer mit auf einem Treffen und hat sich mal schlau gemacht und ist inzwischen ein aktives Mitglied in der Community. Also mal im ernst, die Idee ist auf jeden Fall gut! Über die Projektgröße kann man sich streiten aber für mich klingt es recht harmlos und unterstützenswert.

Das „Masterplannetzwerk“ würde ich also erst mal in der Schublade lassen, einfach mit ein paar Lehrer sprechen, ggf. den Elternbeirat befragen und das wars.

Für mich ist das ganze Jedenfalls eher ein Projekt wie das Streichen eines Flures oder das Betreiben eines Schulgartens, als ein Großprojekt, bei dem Auftreten muss wie ein Netzwerkdienstleister.

In diesem Sinne…

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Ich möchte an dieser Stelle nur mal einwerfen, das eine der berufsbildenden Schulen hier in der Landeshauptstadt Kiel das Projekt „flächendeckendes WLAN auf dem Schulgelände“ mit einem Budget von 100.000€ umsetzt.

Nur mal um eine Größenordnung zu kennen. Dies umfasst alles vom CAT Kabel über sämtliche Netzwerkkomponenten und den lfd. Kosten für einen potenten dedizierten Internetzugang. Man darf in diesem Zusammenhang nicht vergessen, dass der Bandbreitenbedarf einer Schule, gerade dann, wenn das freie WLAN entsprechend bekannt gemacht wird, exorbitant hoch ist. Denn gerade Schüler sind immer klamm was Highspeedbandbreite angeht und wenn es dort ein WLAN gibt, wird es JEDER nutzen wollen. Dann fliegen dutzende MBit/s in Form von YT Clips über die Drähte.

Bei allen Überlegungen muss daher zwingend über eine Infrastrukturbeteiligung der Schule am Backbone der Community gesprochen werden. Denn einfach mal eben +2000 Clients an das örtliche FF Netz zu hängen, die dann im 45 oder 90 Minuten Takt das Freifunk Netz DDOS artig zum erliegen bringen, ist ja auch nicht das Ziel. Hier sollte von Anfang an ein enger Kontakt mit den FF Admins gesucht werden.

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Die Anforderung des Threadstarters war auf Rückfrage:

Und es ging um „richtig viele Leute“:
Daher eben die Konzepte dafür.
Aber es mag sein, dass wir die Anforderung misverstanden haben oder fälschlicherweise der Kritik des Threadstarters stattgegeben haben.

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Um mich nochmal kurz einzuklinken:

Hier an unserer „kleinen“ Flüchtlingsunterkunft mit 200 Bewohnern und nur ca. 80 gleichzeitigen Clients haben wir eine Grundversorgung. Dauernd kommen Beschwerden, dass das Netz zu langsam sei - kein Wunder, wenn die Anbindung über EIN 50 MBit DSL läuft und wir mit derzeitiger Technik nutzbare ca. 40 MBit in die Installation eingespeist kriegen. Der Uplink spendet pro Tag ca. 200 GB. Das ist hier weniger ein Problem, da wir offiziell Videos und Downloads nicht anbieten und sogar ausdrücklich missbilligen. Das kannst Du an einer Schule aber vergessen. Wenn das nur für WhatsApp angeboten wird, ist jede Discounter-Prepaidkarte besser.

Au weia. Aber genau so wird es ablaufen. Das kann man nur verhindern, indem man nur kleine Inseln mit WLANN schafft, so dass rein körperlich nicht mehr als 100 Clients Empfang haben, weil den Benutzern sonst die Luft ausgeht. :wink:

Wenn von den 2000 Benutzern nur 1000 in der Pause „mal eben“ ein YT Video laden, haben wir 1000 * 3 MBit (mittlere Qualität, bei FullHD mehr), also ungefähr 3 GBit. Andersherum teilen wir mal die hoffentlich verfügbaren 100 MBit gerecht auf: 100 kBit für jeden der 1000.
Nur mal für die Größenordnungen…

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So wollte ich es von Anfang an starten ich habe es aber verfehlt dies richtig zu kommunizieren.
Gleichzeitig ist es etwas Gutes zu wissen wo die Probleme eines schulweiten Netzes sind.


Ich habe bei den Start der Gespräche mit meinen Lehrern so etwas als Bedingung gestellt; Die Unterstützung der FF-Community und des Backbone-Teams, durch Spendenaktionen wie Sponsorenlauf, SV-Verkäufen, etc.

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Ich persönlich kann dir nur raten zunächst auf lokale Insellösungen in Form von Machbarkeitsstudien zu setzen. Hier sollte dann erstmal das Freifunk Netz an sich kennengelernt und der ggf. benötigte Bandbreitenbedarf abgeschätzt werden.

Hier könnte man z.B. die Mensa oder auch einen Eingangsbereich verfreifunken.

Im weiteren Verlauf bemüht man sich dann um einen Server im Netzwerk der Schule, installiert dort seinen eigenen Gateway inkl. VPN/FFRL Exit und leitet den Traffic direkt ab.

So könnte man im Rahmen eines mehrstufigen Ausbauplans die Technik kennen lernen, das Netz erweitern und Zweifler mit der Zeit auf seine Seite ziehen. Auch kann dann die Schulleitung anhand von Zahlen Daten Fakten überzeugt werden für diesen Zugang einen eigenen Internetanschluss bereitzustellen.

So ganz verstehe ich die kontroversen Einwände nicht, um ehrlich zu sein. Wir hatten weder dazu geraten vom Start weg 100k Euro in die Hand zu nehmen, noch etwas Negatives gegen Testinstallationen gesagt.

Insgesamt sieht es für mich, auch beim erneuten Lesen, ziemlich danach aus das schlüssig aufgezeigt wurde, dass die flächendeckende Versorgung auf Basis von Gluon nicht möglich ist und lediglich eine alternative Vorgehensweise gewählt werden muss, wenn man dieses Vorhaben, dann in einem der weiteren Schritte, tatsächlich umsetzen wollen würde. Diese Alternative wurde am Beispiel eines parallelen Projekts der Community Herne entsprechend beschrieben.

In dem anderen Projekt sind wir im Übrigen im kleinen 4stelligen Bereich unterwegs, trotz der Hardware die dort verknallt wurde:

  • 5 Rocket M2
  • 4 indoor Stummelantennen für die Rocket
  • 6 outdoor Antennen für die Rocket
  • 5 Halterungen für die Rocket
  • 2 Unifi AP LR
  • 12 Unifi AP AC LR
  • 5 HP ProCurve 2810-24G
  • 8 HP SFP Module MM
  • 8 FC MM Patchkabel
  • 1 19" 1 HE Appliance Server auf j1900 Basis

Vom Start weg zumindest perspektivisch zu planen und bspw. UniFi Geräte mit Gluon einzusetzen, da diese später auch für eine Controller Lösung wieder verwendbar wären halte ich nach wie vor für eine gute Idee. In Kombination mit einem zentralen Futro für nen schlanken Euro eine sehr zukunftsorientierte Lösung.

Der Vorschlag ist derzeit nicht sinnvoll. Vielleicht wird das in eurer Community so gemacht, dass da jeder Campus seine eigene Kollisionsdomäne aufzieht und nicht interoperabel ist, bei uns nicht.

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Für die Rocket könnte man auch die UniFi Outdoor (teurer) verwenden. Die Antennen passen dafür auch. Dann ist es auf dem Controller einheitlich. Leistungsanpassungen unter Taiwan im Controller, sofern die Kabel der Antenne dämpfen, gehen auch.

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Das Projekt war natürlich ein wenig anders, deshalb sind dort nicht ausschließlich Geräte mit Unifi Software im Einsatz.

In dem Fall waren die Rocket m2 quasi ein günstigerer Ersatz für die Unifi Outdoor+, da ohnehin „nur“ Gluon betankt wurde. Das sind die Geräte, die in die Umgebung meshen, um die umliegenden Plätze abzudecken.

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