Freifunk an Orten an denen es kein/kaum Internet-Uplink gibt

In einem Punkt muss ich dem CDUler leider recht geben: In meinem Dorf gibt es schlicht nicht genug Internet um Freifunk zu betreiben. Solange sich das nicht ändert, kann hier kein Freifunker und auch nicht die Landesregierung etwas ausrichten.

Bei Freifunk geht es nicht nur um Internet. Das übersieht man nur leider allzu oft.

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@JoBu aber die Telekom hat was dagegen^^

http://www.golem.de/news/deutsche-glasfaser-ftth-ausbau-praktisch-ueberall-guenstig-moeglich-1506-114845.html

Aber mit einem Nanobeam AC (oder besser) kann man das Internet über 20km in den Ort holen und zumindest eine Grundvernetzung schaffen. Breitbandausbau ist das dann natürlich nicht.

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Richtfunk zum nächstgrößeren Breitband-Ort könnte eine Option sein.

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@Imperator: Wir sind eine sehr stark touristisch geprägte Region. Die Erwartungshaltung aller Touristen bei einem offenen WLAN ist und bleibt Internet. Ich habe schon versucht den Kampf zu führen, sobald der vierte Tourist sagt, dass das WLAN kaputt ist, schaltet das hier jeder wieder ab.

Zu Richtfunk: Von hier aus sieht man Berge, Berge, mehr Berge und ein ebenfalls unterversorgtes Dorf :disappointed:

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Berge sind ein super Start. Was siehst du genau? Vielleicht ein Bauernhof, eine Vereins Hütte oder die Wiese vom Bauer nebenan?

Nun bist du hoffentlich oben auf dem Berg, wie schaut es denn von dort aus?

Wenn ein ganzes Dorf Interesse an dem Projekt hat ist das doch enorm vielversprechend.

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@JoBu Na, wenn schon große Provider kein Interessante daran haben, ist das doch gerade ein Grund, um Freifunk in Deinem Gebiet voranzubringen.

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Ich suche nach dem Erfolg mit dem KGV „Im Brühl“ in Gerresheim (20 Billigrouter auf Laternenmasten im 50-70m-Raster, alles an einem VDSL25) nach einem Folgeprojekt.

Ideal wäre z. B. Dauercamper-Platz bei dem man auf 3-8km Sichtlinie ein VDSL100 oder Docsis200/20 bekommt.
Also ein Areal in das die Telekom nicht vorstoßen wird selbst wenn rückwärts wird, dass es da eine entschlossene Initiative gibt. Und bei der es Privatgelände ist, man also keine Genehmigungen einer Stadtverwaltung braucht, um Strom aus Laternen zu bekommen.

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Ich hab hier 6mbits und die brauch ich selbst und die fallen schon 2x im Monat immer komplett aus.
Ps: 8km Sichtweite ist hier nicht, Stichwort Hochsauerlandkreis.
Pps: Hier wird es NIE schnelles Internet geben.

Bei uns in der Kernstadt bekommt man VDSL50 vom großen T und via TV-Kabel bis zu 200. Zwischen meinem Dorf und der Kernstadt liegt der Olsberg und solange der WDR uns nicht auf seinen Sendeturm lässt, können wir Richtfunk vergessen. Die ganzen Berge helfen einem ohne Infrastruktur eben nicht wirklich.
Im Moment gibt es (mal wieder) Bestrebungen ein Kabel zu legen, aber das glaube ich erst, wenn ich es sehe.

Damit ihr mich nicht falsch versteht, ich möchte das wirklich sehr gerne angehen. Aber ich kann es 1. nicht alleine/ohne Hilfe und 2. ist es im Moment nicht die erste Priorität :wink:

Eigene Sendeanlagen der öffentlich rechtlichen Sendeanstalten sollten wenn möglich Initiativen wie Freifunk am besten mit unterstützen und ihre Standorte für solche Zwecke zur Verfügung stellen. Immerhin bezahlen wir die ja auch mit der Haushaltsabgabe. Da in NRW ja gerade im Landesparlament ne Punktlandung vollbracht wurde bezüglich Freifunk Unterstützung, sollte es doch nicht viel schwerer sein die Sender dazu zu bekommen, bürgerliches Engagement zu fördern und zu unterstützen. Vielleicht kann @Maltis was dazu sagen, ob es als nächstes Bestrebungen in diese Richtung gibt.

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Kamen die Amateurfunker/Funkamateuere nicht früher auf Funktürme? Gibt es so etwas immer noch?

Nach wie vor, vorwiegend an solche die im klassischen ehemaligen Bundespost-Bereich beschäftigt sind.
Aber was hat das mit Freifunk zu tun?
Hier werden durchaus Nutzungen/Dienste für Nicht- lizenzierte erbracht.

Die konkrete Frage wird eher sein, wer bereit ist, die nach wirtschaftlichen Kriterien operierende Deutsche Funkturm regulär zu bezahlen ohne die Vergünstigungen eines Rahmenverträge für x Standorte.

Du ignorierst aber, dass wir nach Spenden rufen, öffentliche Mittel wollen, Geschäftsleute wegen Spenden angehen, u.s.w.

Deine Einwand ist damit das Beschwören einer Idylle, die es nicht gibt und die ohne Gelder, die eben just von jenen kommen, die Internet als Grundvoraussetzung dafür ansehen, gar nicht existieren kann.

Also: mit dem „FF-Schlachtruf“ Internet für alle ist spätestens die Idylle verlassen, und dieser Realität sollte man sich möglichst ohne Kitsch-Heimelei stellen.

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Also müssen wir überlegen, wie können wir das ändern, und wollen wir das ändern?

Wäre u.U. ein glaubenswürdigerer Ansatz zur sozialen Perspektive, als Hinstellen von ein paar Routern nahe Flüchtlingsheimen.

Ein Lösungsansatz könnte sein, dass FF in jenen Regionen eigene Internetanschlüsse anmietet; denn möglich ist das überall, wo auch Telefon per Kupfer möglich ist, wenn auch mit niedriger Bandbreite und mit laufenden Kosten.

einfaches praktisches Beispiel: Anmieten eines (z.B.) Internet-Sky-Anschlusses mit 10MBit/s und dran dann einige Outdoor Router. Kosten: ca. 500 - 800 Investiton und ca. 35,- / Monat
Schon hätte ein Dorf eine Minimalversorgung, und dafür zweckgebundene Spenden einsammeln könnte sogar gelingen…

Ist natürlich ein völlig anderer Ansatz, als FF jetzt hat, aber bringt mehr, als jede Flüchtlingsheime.

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Aber nur in der Sandbox-Domain, sonst ist das meist beschränkte Datenvolumen nach halben Monat weg

wenn ein Ort so isoliert ist, ist es faktisch eine Sandbox Domain, und wenn das Voloumen nicht reicht, muss man halt weiter machen, Spenden sammeln, ausbauen. Genau dass, wie man es sowieso immer machen muss.

Edit
dabei muss es keine eigene Domain sein.
Nehme ich (mal wieder) gl.wupper als Vorbild, wo wir alles in broadcast domainen haben, wäre es grundsätzlich nciht besonders schwierig, da noch einige kleine mit relativ geringer Last einzubinden, falls überhaupt nötig.

Also: Nicht unüberwindbare Hürden vorher an die Wand malen und vorn Vornherein sagen „geht nicht“, bevor man überhaupt mal so was konkret durchdacht hat.

Es ist ja nicht so als hätten wir gar kein Internet. Es ist nur für alle, die mehr machen wollen als Emails lesen, ein wirklich einschränkender Faktor. Die Telekom sagt, dass es hier (je nach Standort) LTE gibt und wir damit versorgt sind. Ich spiele mit dem Gedanken Telekom Hybrid anzuschaffen, aber damit kann man Freifunk afaik auch nur mäßig gut betreiben. Außerdem finde ich die Hardware-Preise da schon echt happig.

Bester aus dreien:

Kurzum: Es ist sowohl für Freifunk als auch für private Zwecke immer bescheiden kein schnelles kabelgebundenes Internet zu haben, auch wenn es (bestehende) Alternativen gibt.

Boa, mir brennt gleich die Hutschur durch. Was zum Teufel hast du gegen Freifunk Knoten nahe oder in Flüchtlingsheimen?

Die einzige Infrastruktur die Freifunk aus macht sind die kleinen Plasterouter die autonom ein Netz ergeben. Den ganzen Kram mit Gateways, Schweden VPN, Supernodes usw. wird zur Zeit nur aus dem Grund gemacht damit einem Knotenaufsteller nicht die Störerhaftung gerät.

Schreibt Der welcher sich nicht mal mit nem einstelligen Megabit Wert über Freifunk zufrieden gibt und will nen 10 MBit SAT Uplink als Minimalversorgung für ein ganzes Dorf vorschlagen? Du wärst doch der erste in so einem Dorf der sagen würde, das das alles quatsch ist.

Dein Ansatz bringt genau gar nichts, weil niemand in so einem Dorf Freifunk verwenden würde, wenn da weniger raus tröpfelt als aus ner EDGE Mobilfunk Verbindung wenn viele das zur selben Zeit nutzen. Aber dem Flüchtling, der für jedes Bit aus seiner Heimat das er nicht über nen teuren Prepaid Tarif übertragen muss, den kannst du mit dem was Freifunk leisten kann verdammt glücklich machen.

Nochmal, nur für dich, Freifunk möchte kein Provider sein. Auch wenn einige Gliederungen diesen Status erlangt haben. Aber auch nur aus dem Grund der noch geltenden Störerhaftung ein Schnippchen zu schlagen.

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