Freifunk goes 5G Handynetz ? Eine Idee


#1

Hallo Freunde !

Wusstet Ihr schon, dass man die neuen 5G-Handynetze auch ohne Netzbetreiber zu sein als Lokalnetz erstellen kann ?

Die ct spekuliert als Beispiel mit dem Hamburger Hafen, der sein eigenes Firmennetz dort aufspannen könnte.

Wär das nicht gail ? Freifunk goes 5G ?

Mal richtig viel Reichweite, ohne WLAN, Netzlöcher abdecken… Spannende neue Technik entdecken…

Braucht eine Genehmigung der Bundesnetzagentur. In unserem kleinen Städtchen zum Beispiel sind die Firmen derart genervt dass sie keine taugliche Infrastruktur haben - die würden auf jeden Fall das Geld für die Hardware mit Begeisterung auf den Tisch legen. Und damit für die restliche Bevölkerung als Sponsor dienen.

EIne Idee ?

Christian


#2

Hi,

tatsächlich hatte ich mit solchen Regionalen Frequenzen auch schon überlegt. Ich fürchte jedoch dass der organisatorische Aufwand sehr groß sein wird, man könnte kein Freifunk wie jetzt machen sondern müsste Nutzer auch registrieren usw. (Wegen den pöhsen Torroristen sie wissen schon.).

Und Reichweite ist halt auch sehr stark Frequenzabhängig. Glaube die lokalen waren eher im 3 GHZ Bereich oder so. Das ist dann schon wieder sehr begrenzt…

Und ob man lokale Frequenzen bekommt wenn man eigentlich in ganz D unterwegs ist… auch so ne Frage.

Grüße


#3

Ich habe da so einen ganz wilden, verrückten Gedanken im Kopf.

Man stelle sich mal vor, viele normale Bürger würden sich einen “G5 Handy Freifunk-Router” an den eigenen DSL-Anschluss hängen. Und damit würden wir die Daten in das Internet abfließen lassen.

Viele kleine DSL-Anschlüsse ergeben zusammen auch einen fetten Backbone, für den es keinen Glasfaser-Anschluss braucht.

Also: eine notleidende Gemeinde ohne Glasfaser-Anbindung. Auf dem platten Land wo es den Herrschaften Netzanbieter nicht beliebt für richtige Anschlüsse zu sorgen.

Wir spannen ein G5 Handy-Netz auf. Und lassen die Daten über viele kleine DSL-Anschlüsse abfließen. Brauchen also diese Infrastruktur-Kosten nicht stemmen.

Verrückt. Aber das wäre typisch Freifunk.

Wer hat denn in unseren Reihen das Wissen was man braucht um diesen bekloppten Gedanken ein klein wenig mit der Realität abzugleichen ?


#4

Also ich hab die erfahrung gemacht das die leute Freifunk solange cool finden wie sie es nutzen können … aber ein eigenen Router ausftellen und das eigene Internet teilen … da hört es meistens auf. Das Problem wird die Funkzellengröße sein hast du dir mal so einen “Handymast” angesehen.

Ein Dorf auf den Platten Land versorgst du eher über 4-x Secktorantennen vom Kirchturm aus an den Häusern fängst du das Signal wieder ein und setzt es mittels FFRouter um.


#5

Ja, das verstehe ich nur zu gut. Ich bin einer von einem Vier-Mann-Team, welcher unser kleines Städtchen mit einer beeindruckend großen Menge an Freifunk-Routern ausgerüstet hat.

Wenn ich etwas motivieren darf ? Tschakka, Du schaffst es !

Es ist mühevoll und schwierig - aber es funktioniert.

Es klappt nicht immer. 30% der Menschen sind reine Eigennutzen-Optimierer. Die würden niemals selbstlos etwas für andere tun.

Wenn Du in einem Nest bist in welchem diese Menschen sich häufen ist Dein Frust vorprogrammiert.

Du kannst Diese Menschen nur abholen wenn Du Ihnen den eigenen Vorteil erklärst. Aber diesen Menschen muss man auch ganz knallhart die Spielregeln erklären. Wir machen denen ihren Traffik und unsere Server und unseren Support nur wenn sie unsere Spielregeln akzeptieren: die Allgemeinheit mit Internet versorgen.

45% verhalten sich Reziprok. Die hängen ihr Fähnlein nach dem Wind. Wenn das alle machen, dann mache ich das auch.

Diese Menschen holst Du ab indem Du Mitspieler hat die eine gewisse örtliche Bedeutung haben. Der Bürgermeister, der Metzger… irgendwer “von Rang und Namen” - wie man das früher gesagt hätte.

25% der Menschen sind richtige Menschen mit einer sozialen Verantwortung. Jeder fünfte Deutsche gilt als arm, und etwas abzugeben von der Bandbreite welche man selber nicht braucht: warum nicht.

Mein selbst gewähltes Thema ist die Standort-Förderung. Das eigene Umfeld aufwerten indem man freies Internet anbietet. Viele Geschäftsleute sehen das ein. “Ich habe zwar selber keinen Euro mehr in der Kasse, aber wenn es meinem Umfeld gut geht, dann geht es auch mir gut.”

Fazit: nicht unterkriegen lassen. Es funktioniert.


#6

5G (nicht: G5) ist Mobilfunk-Gedöns. Heißt, neben komischen Standards, vor allem: lizenzpflichtiges Funkspektrum. Es soll da ggf. wohl Ausnahmen für “lokale Funknetze” geben werden, falls die Netzbetreiber die Politik nicht doch noch zum Umfallen bringen, aber IIRC auch dann richtet sich das eher an Unternehmen oder Stadtnetzbetreiber, nicht an formal nicht organisierte oder bestenfalls als Verein organisierte Bürger.

Ein GSM-Netz (2G), vielleicht mittlerweile auch UMTS (3G), kann man technisch so aufziehen, wie Du es skizzierst (Stichwort: Osmocom). Wobei man da a) eher weniger DSL-Anschlüsse braucht, weil b) gerade 2G eher in die Fläche funkt (900 MHz mit mehrstelligen Watt Sendeleistung (WLAN: 100mW)). Allein: wer braucht heute noch ein 2G-Mobilfunknetz? Telefonie per SIP kann heute jedes App-fähige Telefon (Stichwort: Satellite-App).

BTW:

Einspruch! Es mag sich so etabliert haben, aber der Grundgedanke von Freifunk ist/war meines Erachtens nicht/nie, Infrastruktur auf dem Rücken anderer zu bauen — »Jeder stellt seinen WLAN-Router für den Datentransfer der anderen zur Verfügung. So entsteht eine freie Infrastruktur«, so steht auf auf freifunk.net. Das Ziel ist sowas wie der BBB zum Verbinden der Knoten zu einem Netz und eben nicht, möglichst viel CPU-Zyklen und damit Energie zu ver(sch)wenden, um über die Netze von Telekommunikationsunternehmen ein Hotspot-Netz zu bauen. IMHO, YMMV.


#7

Die Feuerwehr zum Beispiel :wink:


#8

Ich will Dir gerne Deine Meinung lassen, denn falsch ist sie nicht.
Aus meiner Perspektive steht der Mensch im Mittelpunkt. Ein freies Netz für Freie Bürger. Infrastruktur ist für mich nur Mittel zum Zweck und kann nach Bedarf auch anders aussehen.

Schöne Tage !


#9

Das wäre schlimm; als BOS sollte doch dort mittlerweile auch der entsprechende staatliche Digitalfunk eingeführt worden sein? Anders formuliert: die Feuerwehren haben nicht wirklich ihren Analogfunk durch 2G-Mobiltelefonie ersetzt?!

Davon ab: das war als rhetorische Frage im Kontext »wir bauen ein eigenes 5G-Netz auf« gedacht — 2G nimmt man heute noch zum Telefonieren, die darauf basierenden Datentechniken GRPS (0,056 MBit/sec?) und auch EDGE (0,228 MBit/sec?) sind nur theoretisch im heutigen Internet noch nutzbar.

Anders gesagt: »Wenn ich mit meinem Leo II ins Parkhaus fahren will, dann tue ich das, nach mir die Sintflut." Klar, liegt im Trend, diese grundsätzliche Rücksichtslosigkeit, gutheißen muß man derlei aber nicht, sollte man auch nicht.


#10

Ich bin gesundheitlich ziemlich schwer angeschlagen und würde mich gerne aus der Diskussion zurück ziehen.

Mich feige aus der Diskussion weg stehlen mag ich aber auch nicht. Falls Du erläutern magst, was Du damit gemeint hast ?

Freifunk ist gemeinnützig was bedeutet dass wir alle hier für die Menschen tätig sind.

Mag auch jeder seinen eigenen individuellen Nutzen sehen - was in Ordnung ist solange das soziale Ziel erreicht wird.

Wo siehst Du einen Panzer im Parkhaus ?


#11

Vorab: Gute Besserung.

Hier:

Mit der freundlichen Einlassung, mir meine »Meinung lassen« zu wollen, bestärkst Du, daß es nicht Deine sei. Mit der Aussage »Infrastruktur ist für mich nur Mittel zum Zweck« bestärkst Du in diesem Kontext Deine Aussage, daß es ok wäre, gezielt Infrastruktur anderer schmarotzenderweise mitzunutzen, um die eigene Infra zu bauen, mit Deinen Worten: »Und lassen die Daten über viele kleine DSL-Anschlüsse abfließen. Brauchen also diese Infrastruktur-Kosten nicht stemmen.«

DAS hat nichts mit Gemeinnützigkeit oder sozielen Zielen zu tun; DAS ist einfach nur rücksichtsloses Ausnutzen der Vorleistungen anderer zur Erreichung eigener Ziele.


#12

Ja gut, danke für die Erläuterung - jetzt habe ich den Kontext.

Will ja auch nicht unbedingt widersprechen. Es ging nur um eine Gedankenblase - eine Vision - wie wir es schaffen könnten positiv an den gegebenen Infrastruktur-Schwächen mit zu arbeiten. Im Rahmen der Ziele unseres Verein natürlich.

Da wir selber keine Glasfaser verbuddeln werden bleibt nur, uns gemütlich zurück zu legen und auf die Gnade eines Anbieters zu warten das dieser beliebt, Glasfaser zu legen.

Da das in durchaus erheblichen Teilen Deutschlands in der Vergangenheit nicht passiert ist wird es auch in Zukunft oft nicht passieren. Ich bin da einwenig unzufrieden.

Und wollte es einfach mal diskutieren. Guten Rutsch an alle !


#13

Glasfaser ist nicht die einzige Option für GBit-Bandbreiten. Und ich würde auch nicht ausschließen wollen, daß ein »Netzverein« lokal Glasfaser verbuddelt und sich per AirFiber die leistungsfähige Anbindung des Netzes holt. Das hat eher nicht mehr soo viel mit Freifunk zu tun — wobei, JFTR: falls uns jemand zwei AirFiber spendiert, würden wir durchaus versuchen wollen, darüber eine Layer-3-Verbindung zwischen Gütersloh und Paderborn zu realisieren ;-)

Ich bin zwar auch mit der Gesamtsituation unzufrieden, doch verschärft Freifunk in DSLlight-Gebieten die Probleme eher, wenn man auf die rottigen DSL-Anschlüsse noch das Freifunk-Overlay-Netz draufprügelt. Gerade dort könnte ein »Freifunk-Vollausbau«, mit Anzapfen von Interzugängen in besser versorgten Gegenden und Nutzung des Mediums Funk zur Überbrückung der Distanz, wirklichen Mehrwehr schaffen. (Noch besser ist natürlich, die Dorfgemeinschaft baut sich ihr Netz komplett selbst, inkl. Glasfasern zum nächsten sinnvollen Übergabepunkt eines Carriers — Funk ist kein Ersatz für Kupfer oder Glas!)

Okay, aber warum 5G? Lizenzfreie Funkbänder kann mal einfach so nutzen; diese ganze Mobilfunkgeschichte ist schon rechtlich so konzipiert, daß da eben keine Hobbyisten Fuß fassen können :frowning:

Anyway, guten Rutsch in ein ungebrauchtes 2019!


#14

Der ist ein schlechter Scherz.
Es gibt bei uns Einsätze bei denen der Lebensgefährlich wäre.
Da wurden dann so 2G teile beschafft um die bei diesen Speziellen Alarmierungen besseren Empfang zu haben.
Mittlerweile liegen zur Sicherheit wieder mehre analoge im Auto und einer darf dann Übersetzer von analog zu digital zur Zentrale/Einsatzleitung machen.

An lange Tunnel hat halt niemand gedacht bei der Digitalisierung :-/
Da steht der Kamerad 5m vor dir und du kannst den nicht anfunken XD / bzw den schon wenn beide den Betriebsmodus umstellen. Kontakt zum Einsatzleiter haben Sie aber auf keinen Fall.


#15

Die Bahn benutzt fast durchgehend 2G für die Sprach- und Datenkommunikation mit Zügen. Nennt sich GSM-R und ist ein Europäischer Standard. Technisch ist das 2G das um ein paar Bahnspezifische funktionen erweitert wurde. Soll wohl mittelfristig durch 4G ersetzt werden.


#16

Bei 3,6 GHz beträgt die Reichweite nur ca. 1 km. Auch glaub ich noch nicht daran, dass dann jede Firma lokal ihr eigenes 5G-Netz etablieren kann, wenn dann gegegen enorme Auflagen (teuer). Für Privatleute wird zudem die Sendeleistung sicher weiter bei 25 dBm bleiben…

Zudem versteh ich noch nicht, wozu man jetzt unbedingt 5G durchpeitschen will, wo doch 4G noch nicht ansatzweise ausgereizt ist. Die Durchschnittsdatenrate liegt bundesweit noch bei ca. 50 MBit wie die Netztests immer zeigen. Auch die möglichen Konsequenzen der Funkstrahlung über 5 GHz ist noch so eine Sache siehe diagnose:funk oder hier im Interview. Glaube WLAN ist und bleibt die beste Perspektive, sonst hätten Telekom & Co nicht auch ihre eigenen wlan-hotspot Netze…


#17

Warum haben dann die Mobilfunkzellen einen Radius von 10 KM wenn die Reichweite doch gar nicht gegeben ist ? :wink:

ZU 4G es ist Müll im vergleich zu 5G
extrem hoher Stromverbrauch im Vergleich zu 4G wenn man die Datenraten und Reichweite berücksichtigt
Man hat eine Latenz von 1ms somit 10 mal besser und damit Echtzeitfähig.
Datenraten bis zu 20 Gbit (aus senden) nicht nur 100 mbit empfangen / 50 mbit senden
Gut Prinzipiell gehen bei 4G auch 1 Gbit das aber nur unter Laborbedingungen


#18

Das immerhin traf schon auf 4G (LTE) zu (endlich IP-based) im Vergleich zu 3G, und auch für 3G (UMTS/HSPA; endlich Megabit/sec sowie simultan Voice & Data) im Vergleich zu 2G.

Allein: wie Freifunk und 5G zusammenfinden sollen, erschließt sich mir nicht.


#19

Weil bisher auf niedrigeren Frequenzen (z.B. 800, 900, 1800 MHz) gefunkt wird, welche höhere Reichweiten ermöglichen.


#20

Exakt, 10 km erreichst du nur mit Frequenzen bei z.B. 700 (recht neu) oder 800 MHz. Bei 1800 z.B., die meist nur in Städten verwendet werden, sinkt die Reichweite schon drastisch. Bei 3,6 GHz geht man von ca. 1km aus, was ich aber schon für optimistisch halte. Siehe auch Testnetz: Telekom braucht für 5G erheblich mehr Antennen - Golem.de

Bei über 6 GHz oder gar 30 GHz wirds richtig gruselig, dann sind wir wohl ungefähr bei WLAN-Reichweiten.