Freifunk ohne Freifunk

Hallo Zusammen,

Möglicherweise setz ich mich jetzt ganz mächtig in die Nesseln, aber ich würde es gerne zumindest mal andiskutieren.
Vielleicht gab’s das ja auch schon, und ich bin nur zu doof zum Suchen.

Hintergrund ist, das ja momentan viele Geflohenen Unterkünfte mit Freifunk ausgestattet werden. In manchen Locations können da auch schon mal 20 oder mehr Router in den Containern zusammen kommen.
Wenn wir da jedesmal einen dedizierten Freifunk Router aufstellen, wachsen die gerade gesplitteten Domänen wieder ziemlich schnell an. Und damit macht der Management Traffic die Leitung dicht.

Kann man nicht ganze Subnetze an einen Router anschließen? Mit kaskadiertem Router darunter, an den viele preiswerte accesspoints angeschlossen sind?
Ich weiß nicht, kann man die 841er mit Stock Firmware oder open wrt in nen accesspoint verwandeln? Der über die LAN Ports in ner daisy chain verbunden wird?
Dann hat man zwar in dem Lager kein wirkliches Freifunk mehr mit Freifunk ssid, aber das muss ja auch nicht zwangsläufig so sein, oder?
Die genaue Infrastruktur müsste man dann noch überlegen, z.B. auf jedem containerblock einen FF Router, der mit den anderen Blocks mesht, und daran dann die vielen accesspoints über nen extra Nat Router anschließen.

Hat sowas schon mal jemand angedacht oder sogar ausprobiert?
Oder hab ich da irgend etwas prinzipielles nicht beachtet?

ja das geht. und wir auch gemacht. Wichtig ist das die „Dummen“ APs auch wirklich nix ins netz mischen …
Und man sollte nicht zu viele Switche in eine Reihe schalten … das gibt es irgendwann Probleme … (bitlaufzeit)

Was nehmt ihr als Accesspoints, und was als Router vor dem FF Router?
Hast du mehr Infos zum Aufbau?

Wenn nicht zu viele in Reihe sollen, viellecht hilft die ein oder andere Stern Verteilung dazwischen.
Nach wie vielen in Reihe geschalteten Accesspoints ist Schluss?

Ich finde den Titel irreführend. Schließlich ist jedes eigene Gebastel, das ihr an den Start bringt, immer noch Freifunk. Sogar noch mehr, als wenn ihr einfach nur das Gluon-Standard-Setup „konsumiert“.

Was die Technik angeht: ich plädiere für lokale broadcast domains. Da müssen wir endlich hin.

@tarias: Wenn du motiviert bist, dann können wir gerne montags im Chaosdorf oder bei einer anderen Gelegenheit gemeinsam an einem Test-Setup für die jeweilige Location arbeiten.

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Wir nennen das doch nicht mehr so. :stuck_out_tongue_winking_eye:

Korrekt sollte mein Hinweise heißen, dass du eine falsche Bezeichnung nutzt, zumindest wurde das hier erklärt.

Ich bin total motiviert, leider bremst mich mein Terminkalender des Öfteren.
Ich würde das aber in der Tat gerne mal ausprobieren.

Sehr gerne mit dem FF Zugpferd unter den Routern, dem 841er.
Sollte dann irgendwann ein Freifunk mit weniger Management Traffic zur Verfügung stehen, könnten wir die Router umflashen und nutzen.
Sollte das klappen können da auch sehr gut die v10s benutzt werden, da die ja erst mal auf Stock Firmware bleiben.
Soviel zu meinem momentanen Brainstorm :wink:

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Hast ja Recht. Das liegt nur daran, dass ich kein deutsches Wort für Broadcast Domain finde.

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So, aufgrund aktueller Entwicklungen habe ich mir, angeregt durch interessante Gespräche mit ein paar Leuten, und vor Ort Besichtigungen, mal ein paar Gedanken zur Umsetzung einer Verfreifunkung einer Containerunterkunft gemacht.

Gesetzt den Fall, daß Internet fällt für uns im Verwaltungsblock raus, geht da in einem Freifunk Futro, von da aus weiter in solch ein Teil:
http://www.devolo.com/de/Business-Solutions/Powerline-Pro/dLAN-pro-1200--DINrail
Wird von da aus über Powerline auf die einzelnen Containerblocks verteilt (5 in dem Fall).
Auf der Gegenseite steckt sowas:
http://www.devolo.com/de/Business-Solutions/Powerline-Pro/dLAN-pro-1200+
Oder auch ein 3-Phasiges Hutschienengerät, wenn das Budget es hergibt.

In den Containern geht es dann wieder etwas preiswerter weiter. Jeweils ein kleiner 10-Port poe switch, an dem preiswerte TP-Link TL-WA801ND Accesspoints hängen.
Sollten mit 5 pro Seite auskommen. 5 Containerblocks a 2 Seiten macht 50 accesspoints. Sollten mal testen, ob nicht weniger reichen. Problem sind die metallcontainer…

Mal ein wenig gerechnet:
Ca. 20€ für den Futro
Dlan Hutschiene: 180€
5 mal Dlan Steckerteil: 500€
5 mal poe Adapter: 500€
50mal TL-WA801ND: 1500€
Plus 20 mal 5m Kabel, 20 mal 10m) Kabel, 10 mal 20m Kabel. Grob überschlagen.
Hab jetzt einfach mal so die Preise aus dem Internet genommen, ohne zu vergleichen.
Macht zusammen 2700€ Plus Kabel für ne Komplellausstattung. Also grob 3000€
Klingt erst mal viel, hat aber den Vorteil, daß wir (bis auf das Hutschienengerät) alles nur zusammenstecken. Und uns durch die poe Accesspoints keine Gedanken um 240V Verkabelung in den Containerblocks machen müssen.
Ausserdem bleiben alle Geräte bis auf den Futro auf Stock Firmware, sind also leicht auszutauschen. Und der Futro fällt so wenig ins Gewicht, den könnte man redundant vor Ort vorhalten.

Ich habe leider keine Erfahrung beim Aufbau eines solchen heterogenen Netzes, und kann nicht sagen wie das mit den Latenzen aussieht. Sollte eigentlich klappen, geht ja nicht über allzu viele switche. Accesspoint - Containerblock Switch - dlan - Futro.
Keine Ahnung, ob das zu lang ist und welche Latenzen die einzelnen Komponenten haben. Aber ich bin Sicher, daß hier Menschen mit der entsprechenden Expertise mitlesen.

Und für das Freifunk Netz hätte es den Vorteil, daß anstatt 50 Knoten nur einer gewartet werden muss.

Geht der Aufbau überhaupt?
Oder hab ich was wesentliches übersehen?