Kompletter Anfänger, Erklärungen, Funktionsweise

Hallo Zusammen,

ich bin vor kurzem über Freifunk gestolpert und mich hat das ganze Interessiert. Da ich es aber momentan sehr schwer finde es zu verstehen, frage ich jetzt mal bei euch nach.

Ich verstehe nur teilweise was es mit dem Mesh auf sich hat.
Ich verstehe es so, dass sich die Knoten untereinander verbinden. Die Knoten haben aber alle einen eigenen Internetzugang. Bin ich jetzt in der Stadt und es ist jemand in meinem Knoten angemeldet dann nutzt er meine Internetverbindung? Fällt aber meine Internetverbindung aus, nutzt er dafür eine andere Internetverbindung die sich in der Nähe von meinem Knoten befindet? Also übergreifend auf einen anderen Knoten?

Außerdem habe ich auf der Weltkarte gesehen, dass manche Knoten mit Linien verbunden sind. Was hat das für einen Zweck?

Wohin baut mein Knoten eine Verbindung auf? Zu der nächsten Community oder direkt zu einem VPN Server im Ausland?

Danke

Hallo Wusa,

Willkommen im Freifunk Forum.

Die Router strahlen in der Regel mindestens 2 SSIDs aus, 1 mal für Clients und 1 mal ein ad-hoc Netz zum meshen der Router untereinander.

Wenn also 2 Nachbarn einen jeweils einen Freifunk Router aufstellen, diese beide eine Internetanbindung haben und bei einem fällt das Internet aus, dann geht der Freifunk Traffic über den Freifunk Router des Nachbarn.

Manche Knoten sind je nach Visualisierung der Karte mit Linien untereinander verbunden, das ist die Mesh Verbindung die die Router haben.

Dein Knoten/Freifunk Router/Node baut eine Verbindung zu einem Gateway/Supernode auf, dieser kippt entweder den Traffic dort direkt ins Internet oder hat einen VPN Tunnel ins Ausland.

Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen.

Die Community in deiner nähe findest du am besten über

https://freifunk.net/wie-mache-ich-mit/community-finden/

____ Alle Angaben ohne Gewehr ___

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Vielen Dank für deine Antwort.
Wenn direkte Nachbarn zur Verfügung stehen, dann verstehe ich das der Traffic übernommen wird.
Ich habe aber in der Nähe von Regensburg einen Link gesehen der über 8km ging?
Hier kann ja keine direktes Übernehmen funktionieren?
Auch mitten in der Stadt, sind auch viele Knoten nebeneinander die optisch zwar eigentlich sehr nahe zusammenliegen sollten, aber keinen Link haben?

Ja, das hast du gut bemerkt - WLAN ist leider so.
Man kann Router haben, die nur durch eine Glasscheibe getrennt sind, die sich nicht verbinden können, weil diese Scheibe metallbedampft ist.

Andererseits kann man über mehrere Kilometer mit Richtfunk arbeiten, wenn nur Luft dazwischen ist. Wie eben die Regensburger und viele andere communities, die damit auch Internet in bereiche bringen, die anderweitig nicht erschlossen sind. Oder wo keiner einen Internetzugang vor Ort spenden will…

Es ist etwas schwarze Magie, man weiss nie wirklich, ob eine Verbindung zwischen 2 Routern klappt, bis man es getestet hat :smile:

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Hallo wusa,

die 8 km Strecke in Regensburg ist eine Richtfunk Verbindung, die zur Anbindung von weitern Entfernten Gebäuden verwendet werden kann ( sinnbildlich ein langes Netzwerkkabel)

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Hallo, vielleicht hilft dir ja dieser Text weiter, er versucht gezielt Menschen mit wenigen Vorkenntnissen zu informieren:

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Man könnte dann eigentlich auch einen Internetzugang mit einem Freifunk Router zur Verfügung stellen, und weitere Router ohne direkten Internetzugang, dann wird der Traffic quasi immer weitergeschickt bis zu einem Router der Internet hat?
Da könnte ja quasi eine ganze Stadt blöd gesagt über einen Router versorgt werden, wenn Leute einfach die Internetverbindung nicht zur Verfügung stellen sondern nur einen Knoten ohne Internet?

Theoretisch ja.
Praktisch kommt es nach 2 Hops (also 3 routern zwischen Internet und Endgerät) schon zu teils instabiler Verbindung.

Die Router arbeiten wegen des Meshes alle auf der gleichen Frequenz, und daher stören sie sich gegenseiting, was dazu beiträgt das die Übertragung mit jedem Sprung zwischen Routern einerseits die Geschwindigkeit ungefähr halbiert, anderseits manchmal auch Daten/Packete verliert.

Mehr als diese 2 Router sind nicht zu empfehlen, weil dann Websurfen nicht mehr wirklich Spaß macht.

Umgangen wird das dann meistens mit den Richtfunkstrecken, die auf anderen Frequenzen und teils auch mit anderer Hardware/Software des Herstellers laufen(und dann wie @MisterCrumble schon sagte, als langes Netzwerkkabel erscheinen.) Aber selbst das ist nicht unendlich skalierbar.

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Vielen Dank für den Link werde ich mir gleich ansehen.

Ich bin am überlegen Zuhause einen Freifunk Router aufzustellen.
Hast das ganze schon mal jemand über einen Raspberry Pi verwirklicht?
Da ich 2 Raspis momentan ungenutzt zuhause liegen habe, könnte ich einen dafür verwenden.

Wie sieht es mit der Sicherheit aus? Ich nutzte eine Fritzbox. Ich vermute, dass hier am besten an dem LAN Port 4 angeschlossen werden soll, damit sich der Freifunk im Gast Netz befindet, sonst wäre ein übergreifen in mein lokales Netz möglich?

Mit dieser Methode und mit der Verwendung von Dualband Geräten kann man etwas mehr Hops heraus holen.

Aber so etwas benötigt dann etwas Planung.

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Die Raspberries sind leider nicht wirklich für Anfänger geeignet, da sie einiges an Handarbeit erfordern, und die eingebaute WLAN-Hardware sehr zu wünschen übrig lässt.
Da ist es wesentlich besser, sich einen Tp-link 842 (25€) zuzulegen, oder den 1043 für 40-50 Euro.

Zum Thema Sicherheit, der Freifunkrouter trennt komplett das interne Netz von dir zuhause vom Freifunknetz, und leitet das Freifunknetz dann auch durch einen anderen Punkt/Gateway/Supernode ins Internet aus.
Siehe auch hier: Freifunk Basiswissen - Freifunk für Aachen, die StädteRegion und Umgebung
(ganz unten, die rosa leitung vom Freifunkrouter zum Server ist komplett vom heimischen Netz getrennt.)

Das mit dem Gastnetz kann man aber machen, schadet nie. Muss man dann aber aufpassen, das nicht nur Surfen und Mail erlaubt sind, sondern alle Dienste (das ist eine Einstellung in der Fritzbox, die muss raus)

Ja, das ist die Krux. FF-Router mit gluon aufstellen, und es klappt out-of-the-box. Für die Richtfunkstrecken muss man dann halt einerseits halt schon wieder mehr ausgeben, andererseits die Locations klarmachen und testen und dann noch umsetzen VLANS<->Mesh<->Client etc…

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Jetzt ist mir noch eine Frage eingefallen.
Warum sollte ich mich eigentlich einer lokalen Community anschließen?
Da jedes WLAN „Freifunk“ heißt, ist der wechseln von den Routern übergreifend. Somit habe ich „theoretisch“ keinen Ausfall von WLAN Verbindungen.
Ich habe die Vermutung, dass es mit dem „Meshen“ zusammenhängt. Das Meshverfahren findet denke ich zwar unter den Routern statt aber der dahinerliegende Server verteilt es auf die richtigen Router? Oder denke ich irgendwo gerade zu kompliziert ?

Einerseits hast du recht, die Mesh Verbindungen funktionieren dann nicht mehr.

Es geht aber weiter, auch das Roaming der Endgeräte funktioniert nur wenn hinter der gleichen SSID auch das identische (Layer 2) Netzwerk liegt. Andernfalls haben die Endgeräte nach einem Wechsel einige Zeit kein Netz mehr.

Einem weiteren wichtigen Faktor schadest du damit außerdem, dem Netzwerk zwischen den Menschen die gemeinsam Freifunk gestalten. Dies ist der wichtigste Faktor für die langfristige Funktion.

Korrekt. Du kannst nur mit den Routern deiner lokalen Community meshen.
Damit ist natürlich der Sinn von freifunk wieder dahin, wenn ich in Berlin einen Hinterberger Knoten aufstelle - der fühlt sich sehr allein.

Und wenn ein Client(Handy zB) zwischen routern verschiedener Communities wechselt, dann kappt trotz gleichem Namens die Verbindung. Das passiert innerhalb der Community nicht.

Auch heisst nicht jedes Freifunk-Wlan „Freifunk“, aber das ist wieder eine andere Geschichte :slight_smile:

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Muss hier eine Route in der Fritzbox hinterlegt werden?
Sonst weiß die Fritzbox den Weg von den Paketen mit falscher IP Adresse ja nicht?

Nein, geschieht alles ganz automatisch. Den Router (nach erfolgtem Flashen der Freifunk-Firmware und Konfiguration) am blauen Port anstecken, der holt sich eine IP-Adresse von der Fritzbox, baut dann einen (VPN)Tunnel zu dem Gateway im Internet auf, und der Freifunk steht.

Btw, wenn du interessiert bist, kannst du dir das auch bei einem der Freifunk-Stammtische/Treffen die regelmässig stattfinden live zeigen und erklären lassen. Musst nur rausfinden, welche Community dir am nächsten ist, und schauen ob auf deren Website solch ein Treffen angeboten wird.
Im normalen Gespräch bekommt man doch mehr mit als in einem Forum :slight_smile:

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Da habe ich schon nachgesehen, da werde ich beim nächsten Treffen mal vorbei schauen.

Ich habe mich jetzt mal ein bisschen nach dem 84**2 umgesehen. Was ich bei der „2“ nicht ganz verstehe…Ich habe den TL-WR841ND für 24€ gefunden. Wenn ich speziell nach der „2“ suche, finde ich diesen. TL-WR842ND. Allerdings liegt dieser bei über 60€.
Kannst du vielleicht genau sagen, wie du das gemeint hast?
Danke

Es gibt da verschiedene Modelle:

Der TL-WR841 hat 4MB Flash Speicher und 32MB RAM. Das reicht nur noch gerade so eben für die Freifunk Firmware. Deswegen nimmt man besser den TL-WR842. Dieser hat ab der Version 2.x 16MB Flash und 64MB RAM. Das ist wesentlich zukunftssicherer.

Der Zusatz ND steht für abnehmbare Antennen. Das ist im Freifunk Umfeld totaler Käse und daher unnötig. Du kannst also bei den 84xer Geräten immer beruhigt die N Version kaufen.

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Vielen Dank für die ganzen Antworten und (Er)klärungen!

Zum TL-WR842, auch hier vielen Dank für die Aufklärung. Allerdings,da ich eher etwas abseits wohne und hier noch keiner FF nutzt sind mir 60€ doch etwas zu viel. Nur um mal zu testen und evtl. für Kumpels ein WLAN aufzuspannen (da hier keine „Laufkundschaft“ vorbeikommt)