Mit Freifunk 400m² abecken

So ehrenhaft ich den Versuch finde, so skeptisch stehe ich dem Ansinnen inzwischen gegenüber.

Die Chancen sind nicht groß, dafür das Risiko für eine Blamage ist groß. Und der Mitteleinsatz steht in keinem guten Verhältnis zu dem erzielbaren Zugewinn.

Nach dem Beitrag von @percy habe ich nach weiteren Optionen gesucht.
An dem Internet-Router könnte ich neben dem WDR4300 noch zusätlich einen WR1043 als zweiten Uplink anschliessen um mit diesem vier oder fünf WR841N zu versorgen. Alternativ wären einige 100 Meter Strecke mit zwei Nanostation zu überbrücken um einen weiteren Uplink zu bekommen.
Ein Test vorab wäre mir lieb, ist aber leider mit Vollast nicht machbar.
Blamieren möchte ich mich natürlich nicht, schon gar nicht im Namen von Freifunk Rheinland! :frowning:

Bei solchen Events, je nach Größe natürlich, sollte professionelles Equipment aufgefahren werden. Freifunk Mainz hat dafür z.B. ein WLAN System mit Controller und WLAN Accesspoints in der Hinterhand. Die Senden die Stadtbekannte Freifunk SSID aus und der Uplink zum WLAN Controller mesht mit dem umliegenden Freifunk Netz oder linkt zu einem Backbone Knoten der auf einem höher gelegenen Standort steht.

http://blog.freifunk-mainz.de/2014/06/22/viel-freifunk-auf-openohr-festival-in-mainz/#more-451

Um die Machbarkeit beurteilen zu können, müsstest du mal angeben welche Art der Veranstaltung geplant ist, wieviele Leute, welche Rolle Internet und Freifunk dabei spielt. Welche Uplinkkapazität und wie zur Verfügung steht.
Ich würde beispielsweise mir für keine Veranstaltung Arbeit machen, bei der Internet nur ein kleiner Bonus wäre. Handyflatrates haben alle. Wenn Werbung für FF gemacht werden soll und jemand das Publikum auf WLAN / Freifunk hinweist, kramen viele ihr Gerät heraus, probieren aus und Netz ist blockiert. (Grundrauschen vieler Devices/ Apps und Dienste machen bei Einwahl in WLAN erstmal Handshake/ Leute laden erstmal gleichzeitig alle iregeneine Website)
In Hamburg bemühen wir uns nur um Veranstaltugen wo der Veranstalter hinter Freifunk steht, die Veranstaltung bezüge zu Netzpolitik oder anderen coolen Dingen hat, die Freifunk-Installation danach hängenbleibt, gerade wo vorher kein echtes Internet verfügbar war - kurz ein deutlicher Mehrwert unterm Strich bleibt.

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Es handelt sich um einen „Aktionstag der Wirtschaft“ oder besser gesagt: gemeinnützige Vereine und Wirtschaft/Handwerk verabreden sich zu gemeinsamen Aktionen. Wobei es weniger um Geld als um Tatkraft geht. Link dazu: Planetvalue
Am 25.6. wird im Foyer der Neandertalhalle die Projektmesse stattfinden. Also der Teil, wo Gemeinnützige und Wirtschaft/Handwerk sich finden. Dort wird Internet für Registrierung und diverse kleinere Aktionen benötigt. Das Volumen hält sich in Grenzen.
Ich gehöre zum Kernteam von diesem Aktionstag, vertrete dort meine Firma und werde Freifunk als gemeinnützigen Verein vorstellen. Wenn du dich auf der Seite mal umsiehst, wirst du das Potential dieser Veranstaltung erkennen, neue Netzwerke aufzubauen.
Nebenbei: wäre das nicht auch eine Aktion für Hamburger Stadtteile? In Erkrath (43.000 Einwohner) sind 2013 daraus 67 gemeinsame Projekte entstanden!

hm, liest sich so als ob man von Großveranstaltern Abstand nehmen müsste, da Freifunk für diesen Zweck zu wenig leistet. Zumindest, wenn man als nicht-erfahrener Nutzer das ganze Netz schneller machen möchte und die drölf Mbit-Leitung doch zur Verfügung steht…

Freifunk zu etablieren und schnell einen kleinen Zugang zu bauen ist schon recht modular geworden. Es muss aber auch einen modularen und unkomplizierten Weg geben, den VPN Durchsatz zu erhöhen. Gerade für solch einen Einsatzzweck mit vielen Clients. Davon würde ich bisher nämlich Abstand nehmen, eben welchen solch genannten Blamagen…

Nur ein paar Gedanken, kurz notiert…

Ich glaube man sollte davon Abstand nehmen zu sagen wir liefern für Veranstaltung XY Internet im großen Stil. Jedes Netz bricht zusammen wenn die Userzahl größer ist als die Technik verarbeiten kann. Du kannst natürlich Geld in die Hand nehmen und leistungsfähige Technik kaufen. Du könntest nur für solche Veranstaltungen einen eigenen Supernode aufsetzen und lokal einen fetten Offloader als Beispiel. Und es dann wie die Mainzer mit einem tollen WLAN Controller arbeiten.

Freifunk ist nicht dafür da große Massen zu bespaßen, sondern allgemein IP Konnektivität bereit zu stellen. Also quasi wie man überall liest, das Digitale Glas Wasser.

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Warum muss es das? Ich sehe die Notwendigkeit nicht.
Freifunk hat ein klares Profil was geht, und was nicht geht.

Wer versucht, daran vorbei zu spielen, sollte entweder ganz genau wissen was er oder sie tut.
Oder es schlicht sein lassen.

Ich beschränke mich inzwischen darauf, Freifunk auf dieser Veranstaltung vorzustellen. Das war auch mein ursprüngliches Ansinnen.
Davon abgesehen, liegen denn Erfahrungen vor, wie sich Freifunk in „normaler“ Ausstattung verhält, wenn beispielsweise ein Stadtfest ist? Sprich Fußgängerzone mit guter Bestückung und ausreichend Uplinks, wo bei einem Fest dann vier mal so viele Clients am Router hängen.
Ich hatte das hier mal beobachtet mit etwa 30 Clients an einem WR841. Die Qualität der Verbindung muss ja dann saumäßig sein, wobei sicher nicht jeder Client den Anschluss auch wirklich nutzt.

Trotzdem verwunderlich wieviele Diskussionen hier, gerade nach mehr Leistung, existieren :wink:

Damit 500 Leute 100 kbit/s haben, braucht man halt auch 50 Mbit. :wink:

Die stetige Performance Steigerung und Netz Verbesserung ist ja immer Ziel eines jeden Netzwerkers. :smile:
Die Freifunk (MESH) Technik ist aber limitiert. Natürlich kann man auch ein Freifunk WLAN Netz aufbauen was hunderte von Clients auf engen Raum bedienen kann. Nur das geht halt nicht mehr mit 841er, CPE, Nano oder Pico Stations. Sondern da brauchts dann professionelles Equipment. Sprich Dualband APs und WLAN Controller welcher zum einen dafür sorgt das die APs sinnvoll ihren Kanal wählen und der Clients sowohl zwischen den beiden Bändern (Band Steering) und APs hin und her schubsen kann um eine gleichmäßige Auslastung zu erreichen. Logisch kann da auch dann Freifunk als SSID genutzt werden.

Wer solches Equipment besitzt kann das natürlich gerne so machen. Wenn ich so (teueres) Material hätte, würde ich das aber eher kommerziell nutzen wollen.

Man sollte sich noch davon verabschieden mit OpenWRT solche Szenarien sinnvoll zu betreiben. Wer weiß wohin die Reise geht und vielleicht kann auch OpenWRT irgendwann die Features mit ner OpenSource WLAN Controler Software bieten welches bislang nur teurem Equipment vorbehalten ist.

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Wie versprochen ein kurzer Abriß über die Abdeckung mit Freifunk in der Neandertalhalle am 25.6…
Ausstattung: 5 WDR4300, 1 WR1043ND-V2, 5 WR841N. Ein Uplink am WR1043ND, einer am WDR4300, einer über 200 m Nanostation → WR841N.
Bei den WDR4300 lief Wifimesh über 5 GHz, alles andere im 2,4 GHz-Bereich.
Zunächst hatte ich etwa 500 KBit/sec in der Halle. Die Verbindung zwischen dem Uplink am WDR4300 war grottenschlecht. Nachdem ich einen WDR4300 aus der Halle nach draußen am Mast untergebracht hatte, standen bis zu 5,5 MBit/sec zur Verfügung.


Trockenes Wetter, Aktion für 2 Stunden. Da geht so was schon mal.
Der Mast uns obiger WR841N sind geliehen, daher war die Position nicht richtig eingestellt.

Die Map ist etwas verwirrend, da ich die Positionen nach Aufbau vom Mast mit dem WDR4300 und dem WR841N nicht mehr geändert habe.
Und so sah das in der Halles aus:

Alte Halle, Steckdosen nur sehr sparsam verteilt.

Unser Stand.
Resümee: es hätte besser laufen können, aber für max. 30 Clients war die Performance in Ordnung. Dafür haben wir jetzt Werbegemeinschaft und Kreissparkasse im Boot, einen weiteren Unterstützer und ein IT Unternehmen, das sich für unser Projekt mit Asylbewerber-Wohnheimen interessiert.
Und nein, Freifunk ist nicht für Massenveranstaltungen geeignet. Wenn dann mit hier schon beschriebenem Equipment, möglichst in einer eigenen Domäne und guten Uplinks.

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Danke @Lutz für den ausführlichen Bericht.
Dass es an der Linkstrecken draußen hapert würde, damit hätte ich nicht gerechnet.

Also im Zweifelsfall mehrere 841er in Lock&Lock-Dosen (mit gebrückter Verpolungsschutzdiode und 5000mAh-Powerbank plus deaktiviertem AP-Netz) in die Bäume hängen.

Äh, was?             

Nur so reichen die 5V aus einer Powerbank aus. An der Schutzdiode ist der Spannungsabfall zu hoch um den 841er noch betreiben zu können.

oder fuer 3 euro stepup fertig kabel kaufen :slight_smile:

Lötkolben anwerfen ist für mich günstiger.

Was aber dann rund 25% der Akkukapazität auffressen wird, weil Wirkungsgrad nicht wesentlich über 70% liegen wird.

Okay, meine Frage war wohl nicht präzise genug: […] Ok, gefindet: TP-Link TL-WR841N per USB / 5V / Powerbank betreiben