Narrative in der Freifunkbewegung überdenken

Aufgegriffen von einem [Beitrag] (FreifunkNRW weiterhin irreführend - #12 von pRiVi) aus dem Themenstrang FreifunkNRW weiterhin irreführend:

In unserer Bewegung ploppen immer mal wieder Begriffe auf, die sich ganz schnell festsetzen. Der zitierte Begriff gehört dazu. Es fällt schwer, die Debatte, die den Aufhänger für diesen neuen Themenstrang bildet, hinter sich zu lassen. Ich versuche es dennoch hiermit. Ich bitte euch, die Streitigkeiten auszublenden. Dieses Wagnis gehe ich ein.

Zurück zu den Narrativen: Immer wieder finden neue Begeisterte oder noch zu begeisternde Personen zu uns, der Freifunk-Bewegung. Dabei ist dieses Forum sicherlich eine der zentralen Anlaufpunkte geworden. Wenn Menschen nicht 'eh schon verschreckt sind, von den teils unsäglichen Diskussionen, dann lesen sie hier weiter. Dann lesen sie auch von einem Bundesverein.

Vielleicht ist die ein oder andere Person dann etwas verwirrt, hat sie doch kurz zuvor noch von der „Dezentralität“ des Projekts gehört. Aber 'na gut, dann gibt es eben einen Spitzenverband (der ja eigentlich nur einer von vielen ist, jedoch gewisse Strukturen aus historischen Gründen moderiert und administriert). Wenn jetzt niemand das neue Mit- oder Ohneglied unserer Bewegung aufklärt, verfestigt sich das. Eventuell erzählt es anderen zufällig diese Geschichte weiter.

Je öfter Begriffe genannt werden, umso mehr verinnerlichen sie sich. Das kann gefährlich werden. Über die Geschichte von der Beugung von Begriffen muss ich wohl nicht weiter erzählen, außer, dass ich auf eine der letzten Umstände, zur Veranschaulichung hinweisen möchte: Die CDU möchte nämlich nun das nicht mehr Vorratsdatenspeicherung gesagt wird, sondern eher Mindestspeicherfrist1. Noch lieber: digitale Spurensicherung2. (Fehler: Narrativ umso mehr befeuert … , vergesst es wieder!)

Ebenso passiert das mit Freifunk NRW. Je öfter der Begriff gesagt wird, desto mehr verfestigt er sich. Dabei wiederholen ihn gerade GegnerInnen immer mehr. Manchmal ist Reden Silber und Schweigen Gold (jaja, da hat er aber wieder einen rausgehauen. Aber denkt mal drüber nach!).

Das ganze kann natürlich auch umgedreht werden. Will man einen Gewissen Namen pushen, dann sollte er häufig wiederholt werden (etwa Librefunk Augsburg). So kann sich etwas etablieren, ggf. auch Sucheinordnungen beeinflussen. (Mist, jetzt habe ich doch wieder referenziert. Macht mir das BITTE NICHT nach!)

tl;dr: Passt auf, welche Begriffe ihr nutzt, die können ruckzuck Standard werden, ob im guten oder Bösen.

Anmerkungen: Ich habe keine Psychologie studiert. Ich gehe aber davon aus, dass meine Theorien nicht ganz falsch sind. Wenn du mir deshalb keine Private Nachricht schreiben willst, sondern lieber öffentlich über die Theorie diskutieren möchtest, denke darüber nach, einen neuen Beitrag zu eröffnen. Am leichtesten geht das mit dem blauen Link rechts oben neben dem Beitrag. Aber warten wir erst mal die Diskussion ab.

Generell finde ich splitten und umbenennen gut, sofern nötig. Schreib mir aber besser vorher eine PN, dann denken wir gemeinsam darüber nach.

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danke, dabei müsste auch mal eine Gesamtübersicht über die Struktur von FF (wer macht was, ist wofür zuständig, gehört zu wem/was etc.), gerade für Neue, verständlich irgendwo abgelegt sein. Es isst teilweise nicht auseinander zu halten, was wie wo mit wem oder was vermauschelt ist. technisch und administrativ und juristisch

Wie schwer es ist, einmal verfestigte „Wahrheiten“ wegzukriegen, sieht man schön an dem angeblichen „Schweden-VPN“, das ja alle Freifunker angeblich nutzen. Was dann auch in gefühlt jedem zweiten Presseartikel dem Freifunk Rheinland e.V. angedichtet wird, obwohl der Verkehr komplett in Deutschland ins Internet ausgeleitet wird…
Man stolpert einfach bei der Recherche in den Google-Ergebnissen immer wieder über alte Beiträge…

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