Technikhilfe für Freifunk in einer Flüchtlingsunterkunft

Hallo Leute,

hier in Unna gibt es ein Flüchtlingswohnheim, welches bislang gänzlich ohne Internetanschluss ist. Die Menschen dort haben sehr große Probleme mit ihren Verwandten in Kontakt zu treten oder Informationen über das Internet zu beschaffen.
Daher kam mir die Idee, dort Freifunk einzurichten. Die Heimleitung hat sogar schon Interesse gezeigt.

Wobei ich jetzt ein bisschen Probleme habe, ist die Wahl der richtigen Technik. Das Haus selbst hat keinen Internetanschluss, aber es gibt nebenan eine Feuerwehr und 300m weiter gibt es ein Autohaus, welches den Zugang wohl zur Verfügung stellen würden. Das Haus selbst ist für ca. 20-30 Personen gedacht. Ob alle ein internetfähiges Endgerät besitzen und dieses auch aktiv benutzen würden, weiß ich nicht genau. Ich rechne also erstmal nicht damit, dass da jeder sofort anfängt den ganzen Tag zu surfen. Somit müsste die Bandbreite eines Internetanschlusses reichen.

Nun ist die Frage, wie bekomme ich das Signal kostengünstig und stabil zum entsprechenden Haus? Reicht es wenn ich 2 gute TP-Link Router nehme und bessere Antennen verwende? Welche Antennen wären dann wohl geeignet, wenn ich 2 Richtfunkantennen nehmen würde? Oder doch ein 5ghz Netzwerk zum Bridgen aufmachen? Weitergehen würde ich dann mit 1-2 normalen günstigen Routern, welche das Signal im Haus gut verteilen, wobei ich da keine flächendeckende Versorgung anstrebe sondern vor allem die Gemeinschaftsräume.

Haltet ihr eine doppelte Versorgung, also eine Verbindung zu beiden möglichen Stellen für sinnvoll, falls mal einer ausfällt, bzw. die Bandbreite sich erhöht?

Wäre super wenn ihr mir da ein bisschen unter die Arme greifen würdet!

Gruß Carsten

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Wo ist den die Unterkunft? Vielleicht gibt es ja in der nähe schon eine Community die dir da ganz konkret vor Ort weiterhelfen kann.

Bei der Hardware gibts warscheinlich zahlose möglichkeiten. Hast du vielleicht eine art Lageplan, damit man sich das besser vorstellen kann?

Hey,

hier ist eine Karte davon: http://www.openstreetmap.de/karte.html?zoom=18&lat=51.55919&lon=7.70532&layers=B000TT

Die Feuerwehr ist mit einem kleinen Feuerlogo eingezeichnet, das Gebäude direkt daneben ist das Flüchtlingswohnheim. Das Autohaus ist leider etwas weiter weg, das befindet sich links nach der Einbiegung zur Zechenstraße.

Hier in Unna gibt es leider keine aktive Community, in Unna stehen nur insgesamt ein paar Router, die meisten davon habe ich aufgestellt. Die nächste Community wäre dann vermutlich erst wieder Dortmund. Da das Gebäude nicht soo groß ist, hatte ich gedacht, dass ich das soweit alleine hin bekomme, wenn ich ein paar Tipps zur Hardware bekomme.

Die Feuerwehr scheint ja wirklich direkt daneben zu sein. Da könnte es schon reichen, wenn du bei der Feuerwehr und im Wohnheim jeweils einen Knoten ans Fenster stellst. Ich würde einen 1043v2 oder ähnliches nehmen (zumindest auf der Uplink-Seite).

Gibt es zum Autohaus eine freie(!) Sichtverbindung? Da würde sich dann eher eine Bridge mit CPE210 oder ähnlichem auf jeder Seite anbieten. Die Bridge solltest du dann aber mit der Original-Firmware betreiben.

Hallo Carsten,
hier in DO haben wir das gerade auch gemacht. Auf die Schnelle und provisorisch, weil demnächst DSL ins Haus kommen soll. Und mit vorhandenen Geräten. Besser geht irgendwie immer, aber es ging vor allem darum, die Leute schnell online bringen.
Elegant und 100%ig kommt, wenn klar ist, wo die Kabel liegen etc.
Hauptproblem war, im Haus Plätze zu finden, die funktechnisch passen, Strom haben, aber vor spielenden Kindern sicher sind. In ehemaligen Schulen gibt es auf den Fluren etc. keine Steckdosen.

Wir haben drei Versorgungsstrecken, alle von hilfsbereiten Nachbarn, alle mit Sichtverbindung.

  1. WR841 in der Küche an der Fritzbox, WRD 3600 auf der Fensterbank des Spenders. Im Heim ein WRD 3600 im Büro EG und ein WR 841 im Büro 1. OG. Die versorgen die Büros und dafür, dass immer 12 Kinder vor den Bürotüren sitzen. :grinning:
  2. CPE510 auf der Fensterbank eines Spenders, WRD 3600 im Hof auf einem Container unter einer Plastikbox. Verteilt das WLAN in die Wohnräume auf der Innenseite des L-förmigen Hauses. Seitdem verteilen sich die Kinder wieder. :+1:
  3. CPE210 auf der Fensterbank eines Spenders, WR1043 auf der Fensterbank des Küchenbüros. War vor allem für die Küchenbesatzung gedacht, leuchtet aber satt auch den Speiseraum aus.

Dazu noch ein WR841 in einer EMSA-Dose, mit einer passend gesägten Dachlatte außen in die Fensterlaibung geklemmt, mit einem Spanngurt gesichert und von innen mit durch zwischen Flügel und Rahmen gelegtem Kabel mit Schwachstrom versorgt. Der ist mit Strecke 1 verbunden und versorgt das Zimmer für die Hausbesuche der Ärztin.

Doppelt hält besser und dreifach auch. Wenn mal eine Strecke ausfällt, sind noch zwei da. Bandbreite kann man nie genug haben, denn es chatten und mailen nicht nur die Erwachsenen mit der Heimat, sondern die Kinder freuen sich am Videoschauen.
Alle Router laufen als FF-Router, weil wir die so im Regal hatten. Die Heimleitung ist zufrieden und die Bewohner glücklich. Wir haben weder Löcher gebohrt noch Strom verlegt.

Habe gerade in einem anderen Thread dieses Bild gesehen:


Für quick’n dirty genial. Aber vielleicht bauen die Feuerwehrleute ja auch einen Halter für einen Outdoor-Router.
Und so sieht die Emsa-Dosen-Outdoor-Lösung aus:

Hey Krischan,

das klingt ja total geil. Ich glaube dann werde ich mich mal auf den Weg dahin machen und schauen wie man das am besten löst. Wenn die Feuerwehr mitspielen würde, wäre natürlich klasse. Dann wäre zu mindestens eine Grundversorgung vorhanden. Das Backup über den Autohandel wäre dann als 2. Option bestimmt nicht verkehrt.

Vielen Dank schon mal für eure Ideen und die Tipps bezüglich der Hardware!

Hallo @schraube,

Ich habe den verlauf zwar noch nicht komplet gelesen, aber da würde ich doch spontan Hilfe anbieten wollen. Werne ist ja nicht so weit weg :wink:
Nur sieht das heute zeitmäßig schlecht aus.

Ludger

Hey lumo,

heute muss ich leider auch noch arbeiten, vielleicht bequatschen wir mal via PM eine Besichtigungstour!

Gruß Carsten

Sagt mir Bescheid, wenn ich Zeit habe, ist das ein schöner Anlass für eine kleine Fahrrrad-Tour.

Das versuche ich ja bei uns in Wickede die ganze Zeit druch zu kriegen. Laufe aber immer wieder vor die Wand. („Das muss Bezirksregierung Arnsberg absegnen sonst darf da nix gemacht werden…“)

Jedenfalls, kannst mich auch mal anschreiben. Sow eit ist es auch nicht entfernt.

Gibt es die möglichkeit, dass du uns einen kleinen überblick gibst?
→ z.b. hierrüber? http://goo.gl/CkpQ8A

Hey gomaaz,

Das Problem habe ich teilbedingt auch, bei einer anderen Sache. Wir versuchen auch bei der Landesstelle Massen etwas ins Rollen zu bekommen. Daneben ist eine Hochschule, die ja entsprechend Bandbreite hat. Meine Anfrage bezüglich Routeraufstellung wurde ohne Gründe einfach abgelehnt. Nicht immer ganz einfach dieses Thema, obwohl man ja nur helfen will.

Ich habe das ganze mal in die Karte eingezeichnet (Sehr coole Seite übrigens) http://goo.gl/ShX6E0

@KrischanDo,

Ich habe mit der Heimleiterin gesprochen, sie hat Zeit für ein Gesprächstermin nach den Osterferien. Da würde ich dich dann auch ins Boot holen wenn du magst. Ansonsten habe ich Montag bereits die Gelegenheit mir das Gelände anzugucken, weil ich wegen einer anderen Sache dann bereits dort bin.

Die Feuerwehr hat Uplink?

Die Außenwände von Feuerwehr und Unterkunft berühren sich ja fast. Da kann man doch schon mit Routern in Fensternähe arbeiten…Richtfunk wäre dafür too much.

anders natürlich mit dem Sportverein…da wäre es wohl notwendig.

Das kann ich leider noch nicht beantworten. Die Heimleiterin wollte sich in Verbindung setzen mit der Feuerwehr.

Die Entscheidung würde ich je nach Budget fällen. Bis 150 Euro ist wohl klar dass es Router werden. Übrigens würde ich im Heim nur billige Hardware verbauen, so lehrt die Erfahrung. Und am besten kopfüber mit den Antennen nach unten zeigend unter Fensteroberlicht platzieren, falls möglich. Allein schon wegen der daraus resultierenden erschwerten Zugänglichkeit.

Hast du Quellen, mit denen du deine Aussage belegen kannst? Ich würde gerne von deinen Erfahrungen mit Flüchtlingen, die alles Teure mitgehen lassen, lernen.

Vielleicht hast du da mehr Vorurteile als @gomaaz oder woraus resultiert deine Annahme, dass er davon ausgeht, dass die Flüchtlinge klauen?
Häufig sind in solchen Unterkünften viele Kinder und du würdest auch nichts Teures in Bodennähe in einem Kindergarten aufstellen.

Dazu kommt der technische Effekt, dass viele kleine Knoten manchmal eine bessere Abdeckung erzielen als ein großer Knoten (viele kleine Zimmer, viele Wände, usw…)

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