Wahl des Internetproviders


#1

Hallo!

Ich möchte einen Freifunk-Knoten auf dem Sedansberg einrichten.

Mein Vertrag mit meinem Internetprovider läuft demnächst aus und ich bin mir unsicher, welcher Provider aus freifunkerischer Perspektive der günstiges ist.

Ich habe die Wahl zwischen Unitymedia, der Telekom und einem lokalen Wiederverkäufer der Telekom.

Hat jemand von Euch verstärkt Schwierigkeiten mit einem der Anbieter gehabt?


#2

Alles bis auf Sauerstoff ist ganz gut.

Bei 1&1 gibt es jetzt wohl auch nur noch Dualstack-Lite, falls du echtes Dualstack möchtest geht das glaube ich nur noch bei der Telekom aktuell. Vodafone-DSL bietet nach wie vor nur reines V4 soweit ich weiß.


#3

Ich denke mal das eigentlich das wichtigste Kriterium ist welcher Provider die letzte Meile bedienen kann.


#4

Echt? Oh mann…

Für mich, aus persönliche und berufliche Erfahrung, sage ich mal Telekom. O2 und Vodafone und die Kabel Anbieter sind mir zu unfähig.

Bei DSL bedient die letzte Meile (z.B. HVT zum Kunden) fast immer nur die Telekom, egal was gekauft wird.

Wenn es natürlich billig sein soll, gehen auch Anbieter wie Easybell, Congstar, Eazy usw.


#5

Zumindest habe ich das hier in Münster bei zwei neuen Anschlüssen (für Freifunk) gerade so gesehen.


#6

Da will Drillisch wohl Geld sparen oder der 1u1 Ipv4 Vorrat ist ausgeschöpft. Ob umstellen per Support möglich ist?

Ärgerlich, habe gerne 1u1 “empfohlen”, zumindest bis dieser vor kurzen massiv angefangen hat, Versatel basierte Anschlüsse in HVT und Co. auf Vodafone Netz umzuziehen. Jetzt ist das endgültige K.O. Kriterium dazu gekommen.


#7

Ich habe seit mehr als 5 Jahren VDSL 50, damals lief der Anschluss etwas Tricky, es mussten 4 verschiedene Leitungen probiert werden und ein Techniker und eine Technikerin anrücken, Frau Stör hats gelöst, aber seit dem läuft die Geschichte eigentlich ganz stabil. Bis letzte Woche, da waren sie wieder die Verbindungsabbrüche, FEC Counter (in den hidden Menüs) rast nacht oben, so wie damals… also war es wieder mal Zeit in die Routerlogs zu schauen. 4-5 mal an Tag verlor der Speedport die Synchronizität, was extrem nervt, wenn es einen gerade ein wichtige Verbindung niederreißt.

Er synchronisierte jetzt plötzlich mit über 100 Mbit/s und 35-38 Mit Upload. Wauh, endlich brauchbarer Upload, leider nein, ich habe ja nur 50er bei der Telekom gebucht, aber es lagen nun konstant 50 down und 10 up an und nicht nur 48 und 8,5…. Halt nicht stabil.

Gestern synchronisierte der Router mit 55MBits down und 38 Mbit/s up, allerdings sehr stabil.
Heute morgen nur noch mit 50 Mbit/s down und 10 Mbit/s up, :frowning: :frowning: :frowning:
Die Verfügbarkeitkarte meint VDSL 100 bis zum Haus auf der Nachbarstraße, die Abfrage meint bis zu anderen Hälfte des Reihenmehrfamilienhauses, tja, manchmal hat man kein Glück und manchmal…

Ich bin seit 15 Jahren bei der Telekom (49k-51k-2000-6000-50000) und eigentlich immer zufrieden, Probleme wurde angegangen und irgendwann gelöst.

Allerdings ist halt der Preis ist halt heftig, mit Routermiete und Entertain bin ich bei 62 Euro. :frowning: Entertain habe ich damals nur zum VDSL gewählt, da dies der einzige Tarif war bei dem keine Drosselkomklausel beinhaltete. Ansonsten hatte ich die Mediareciverheizungsanlage (12 Watt im Standby) vielleicht in 5 Jahren 1-2 Wochen lang an.

So da nun mein Vertrag Ende Juni wieder mal auslaufen kann, muss ich mein Chance nutzen.
Persönlich finde 2-1 Jahresverträge eine Frechheit, ich kenne die Telekom noch aus Zeiten, wo man nach einem Jahr den Anschluss jeden Monat kündigen könnte, aber diese Tarife gibt schon lange nicht mehr.

Zeit also mal bei Easybell vorbeizuschauen und siehe da, es werden 25 (50) down garantiert. Im Nachbarhaus sogar 50 (100). Na mal sehen was die so anbieten können. Eine Fritzbox gibt erstmal 6 Monate gratis, mal sehen ob ich die mir leisten möchte, heute habe ich bestellt.

Facebookservice antworte jedenfalls auch heute am Wochenende schnell und kompetent. Auch bei den IT4Refugeeprojekt haben wir mit Easybell gute Erfahrungen gesammelt. Gute Preise (VDSL50 für 35€), monatliche Kündigungsmöglichkeit, freie Routerwahl, KEINE Drosselung, kein Kabelmurks und ein Support der reagiert. Was will man mehr.

Easybell ist ein Wiederverkäufer aus Berlin, der wohl Sauerstoff ohne Drosselung und mittlerweile auch Telekom vertreibt. Weiß leider nicht ob er das auch bei euch macht.


#8

Das Problem mit der Garantie: wenn die letzte Meile bis zu dir Mist ist, dann kannst du buchen was du willst. Heute muss man leider echt hinterher rennen um richtig geholfen zu werden. Und egal ob Easybell oder Telekom: Es ist der gleiche Techniker, meistens aus einen Subunternehmer im Auftrag der Telekom, der dann kommt. Wichtig für mich, da ich Einblicke in der Scene habe, ist wie Aufträge intern zur Fehlerbehebung gehandhabt werden. Daher meine persönliche “Favoriten”.

Es soll ja kein Provider Bashing werden. Tiefere Details und Meinungen werde ich leider nicht geben.


#9

hier ist 1und1 jetzt auch dualstack lite … wir nehme wenn immer es geht easybell


#10

Ist Dualstack Lite eigentlich nicht gerade für Freifunker gut? Die Verbindung zu den Supernodes geht doch dann ungebremst per v6 durch und man könnte ja vermuten, dass die Anbindung des Providers v6 zum einen bevorzugt und zum anderen der v4 Traffic verringert und damit die Anbindung entlastet wird, weil ja v4 über überlastetet Gateways läuft… oder?

Denkt man weiter, könnte es vielleicht sogar so sein, dass FF schneller ist als die “native” ip4-Anbindung - aber das wird dann Offtopic.


#11

Wenn es mal einen V6 tunneldiger gibt bestimmt … Sonst macht jedes Nat Problem mehr oder weniger.
Und dualstack Lite ist leider nat. Dualstack alleine wäre ja okay …


#12

Daher nutze ich nach wie vor an solchen Annschlüssen dann Fastd auf nativem IPv6.
Bisher vornehmlich an Unitymedia-DSlite, aber zukünftig dann auch an UnitedInternet-VDSL.
(Wenn man die Wahl zwischen “latenz plus udp-packetloss” und “mehr CPU-Zyklen/Futro” hat: Da fählt die Wahl nicht schwer.)


#13

Ja aber die Wahl 1 watt zu 20 Watt ist auch eine grosse
Ein 841er macht hier im 300er Mesh rund 40mbit … Das ist und meistens ist da das WLAN ehh schon voll


#14

Nimmst du eine andere Community dafür?


#15

Kommt auf die Lesart an. Aber nach Meinung des Berliner Fördervereins schon. Sowohl für Fastd wie auch L2TP.


#16

Hallo zusammen,

danke für Eure zahlreichen Beiträge.

Hui! Eine Menge ist für mich Neuland, darum ein paar konkrete Fragen:

Hattet Ihr Schwierigkeiten Euren Freifunk-Router bei einem bestimmten Provider einzubinden?

Gibt es Provider, die Euch Freifunk untersagt haben?

Ob es günstiger ist, einen Anbieter zu wählen, bei dem ich sowohl über eine dynamische als auch eine statische IP verfüge?*

Ich wünsche Euch einen schönen Feiertag!

J


#17

Klar, irgendwie schon. Aber ohne jede Praxisrelevanz. (Leider)

Das ist irrelevant. Es sei denn, Du bekämest eine statische IPv6 (ein statisches Prefix/Block).

Was relevant ist, wurde im Thread bereits erläutert:

  • Wer verkabelt die letzte Meile und wer ist nur Reseller
  • Wie überbucht ist die lokale Infrastruktur. Das ändert sich von Straßenzug zu Straßenzug.
  • Wie läuft es im Falle von physikalischen Störungen auf der letzten Meile.
  • Kann man damit umgehen, wenn es mal “wegen Abstimmungsproblemen der Sub-Sub-Subunternehmer mal länger dauert und man ggf. sogar mehrere Tage Urlaub nehmen muss deswegen, weil sonst niemand daheim ist.”

#18

Bis jetzt nicht, auch wenn gewisse Provider eigene Hotspot Produkte anbieten. Ich würde nur kein Tarif mit begrenzten Traffic kaufen wie bei z.B. O2 und dabei am falschem Ende zu sparen. Wenn der Knoten viel benutzt wird ist der inklusiv Traffic schnell weg. Am Ende kommt es auf die Optionen die du willst, und was du ausgeben möchtest. Teltarif.de hat ein guten Anbietervergleich.

Die DS-Lite Debatte ist auch etwas unpassend. Ich muss mich für die Verwirrung entschuldigen, da ich nachgehackt habe. In deinem Fall ist es irrelevant, es sei denn du willst etwas anderes als nur Freifunk hosten oder Anwendungen/Hardware nutzt (z.B. PS4) die upnp oder Portfreigabe in Ipv4 brauchen.


#19

moinsn,

Punkte die durchaus gravierende Auswirkungen auf die Leitungsqualität haben;

Woran man wenig ändern kann:
Der Querschnitt der Kupferadern beläuft sich zwischen 0,35 und 0,8mm, je öfter der Querschnitt wechselt und je geringer er ist desto geringer ist die Qualität der Leitung.

Fürs “Land” die Empfehlung => der Anbieter dem das Kabel im Erdboden gehört und das Netz ausbaut => ist im Regelfall die beste Wahl.
Wenn dieser Anbieter sagt: Dort gehen nur 3 Mbit über Kupfer und der Nächste bietet allerdings 16 oder mehr an; sehr glaubwürdig…o0

Im Normalfall ist die Entstörung (bei physikalischen Schäden des Kabels) dort recht Effektiv.
Da die Reseller meist keinen Zugriff auf die Messtechnik haben sehen diese im Regelfall nur “Modem ist nicht Sync, muss was am Kabel sein”.

Die meisten Probleme sind inzwischen jedoch in den Haushalten zu finden.

Beispiel Mehrfamilienhaus:
Vom Hausanschluss aus, gibts häufig ne Stammleitung aus “verseiltem”; nicht verdrillten Kabel (J-Y(St)Y), welches auf eine Verteilung läuft und von dort weiter mit J-Y(St)Y in die Wohnungen geht. Recht häufig sind die Stammleitungen jedoch in durch das ganze Haus gelegt und nur in “jeder” Etage aufgeschnitten und dort zwei Adern ausgeführt.

Die Ursache für die Probleme ist in der Einführung der VDSL/Vectoring Anschlüssen zu finden.
(Sehr) Vereinfacht beschrieben: Das Übersprechen ist gewollt, Kalkuliert und berechnet. Lässt sich jedoch in der Hausverkabelung nicht wirklich im Vorfeld planen. Abhilfe schafft dort nur ein “eigenes Kabel” bis zum Hausanschluss (ideal wäre verdrillt und abgeschirmt, zuständig der ist Eigentümer).

Inzwischen gibt es auch gern Probleme mit anderen Störeinflüssen. Da Spielt es fast keine Rolle ob es ein MFH oder EFH oder eine Firma ist;

Aus eigener Erfahrung:
3 x 16 Mbit DSL in einem Büro, alle Leitungen mit Abbrüchen während den “Geschäftszeiten”
Die Ursache war nach langem Suchen das Schaltnetzteil eines PC Monitors.

Von einem Tag auf den Anderen -> die halbe Straße ohne Internet
Laut den Technikern => Physikalisch alles in Ordnung. Die Ursache war im Spannungswandler einer Solaranlage zu finden die bei einem Nachbarn in Betrieb genommen worden ist.

DLan Geräte die in der “gleichen” Steckdose (neben der Telefondose) wie das Modem stecken (vor allem bei 100Mbit Leitungen) führen auch gern zu Abbrüchen. (Kenn jemand der konnte sich bequem über solche Geräte ins Netzwerk des Nachbarn hängen) Spontan einfach mal die Frage: Wenns ordentlich funktioniert warum ist der RWE nicht groß im Internetgeschäft…

Wo war ich, Termine mit den Technikern

Hausanschluss, Klingel, Telefonnummer… soweit mir bekannt haben zum mindestens die “großen drei” mit der Telekom den Vertrag: Search Call => Kunde wird bei nicht antreffen/auffinden angerufen; Dieses “Feature” muss der Anbieter aktiv aber bei “Leistungserbringer” beauftragen. Die Anbieter könnten auch beauftragen “Courtesy Call” -> der Techniker ruft an bevor er los fährt. Bei Leitungswegen in den Städten von 500m also 3 Minuten vorher. Da soweit mir bekannt die Techniker (vor allem bei den Subunternehmen) über ein spezielles Portal und von ihrem privaten Handy die (Reseller)Kunden anrufen , wenn “Unbekannt” oder “Privat” im Display steht und ich erwarte jemanden -> könnte der Techniker sein…

Hausanschluss; Schreibt jeder Anbieter in die Auftragsbestätigung mit rein: Kunde kümmer dich drum, Gerade in MFH sind die Räumlichkeiten gern abgeschlossen. (Meist in der Nähe von Strom, Gas, Wasser, zur Straße…)

Ne funktionierende Klingel mit Namen dran, den Schuhschrank vor der Telefondose im Vorfeld los geschraubt, den Kellerschlüssel und der Oma die man dort zum Warten verdonnert hat einmal alles zeigen (eventuell einfach mal mit den Nachbarn reden und denen nen Wohnungsschlüssel zu überreichen) und in Neubaugebieten => ne Hausnummer anbringen…

Das Ansteigen von FEC Fehlern wie bei @Emploi ist häufig auf schlechte Kontakte in irgendwelchen Verteilungen/Dosen zu finden/beseitigen. Das die Leitung mit 100 mbit Synct auch wenn du nur 50 hast, ist “typisch” für die BNJ Anschlüsse der Telekom,
Sinngemäß: die Zugangsdaten (das Profil) definieren die Geschwindigkeit, das Signal wird mit max. Leistung ins Kabel gedrückt, regelmäßig läuft dort eine Kontrollroutine welche das Signal auf Profilniveau “drosselt” - Feintuning wird anschließend noch im Profil selbst vorgenommen => Beispiel: 8,5 Mbit Upload läuft ordentlicher als 10 Mbit, ist in der Toleranz somit vertretbar

@BIGFAT, 1u1 hat (soweit mir bekannt) keinerlei eigene Technik, mietet bei dem der gerade Günstig dort anbietet, der mietet dann beim Leitungsinhaber. Da Telefonica recht viel der eigene Technik abbaut haben die 1u1 die Leitungen gekündigt.

und um auf die Frage von @jenshoch einzugehen
meiner Meinung nach:

=> In der Stadt, ne ordentliche Hausverkabelung, MFH/EFH - spielt es keine Rolle,

=> je weiter draußen, eher beim Netzbetreiber, gleiche gilt meines Erachtens auch wenn man Support/Service erwartet

gruß Vincent


#20

Für VDSL kann man seine Chancen auf ein störungsarmes Internet erheblich verbessern, egal bei welchem Anbieter, wenn man “auf eigenen Regie” 2 x CAT7 Installationskabel in den Keller legt.
Also wo immer die weitest entfernte noch erreichbare Telekom-Dose/Installation/Übergabepunkt/Kabelverzweiger/Rangierverteiler/… zu finden ist.
Damit der möglichst lange Teil der Strecke über ein hochwertiges, durchgehendes gut geschirmtes Kabel führt, in dem dann auch “allein” ist (daher Doppelkabel, damit wenn man noch Gigabit-Ethernet später braucht, man das auf dem zweiten parallelen Kabel machen kann.)

So ein dediziertes Kabel vom Router bis zu Übergabepunkt ist

  • gut geschirmt gegen einstrahlende Powerline-Modem und alternde/sterbende oder schlicht miese Schaltnetzteile
  • reduziert Übersprechen mit anderen DSL-Anschlüssen (-> weniger “Rechenaufwand” für’s Vectoring)
  • weniger anfällig für Katastrophen, wenn andere Mietparteien für ihren Anschluss Techniker rufen und die bei der Suche im Kabelverhau in irgendwelchen zwischenliegenden Kabelverteilern Flurschaden machen. Und sei es, dass sie das Drahtknäul beim Schliessen des Deckels unglücklich so zusammendrücken, dass man ab dann Störungen bekommt, die es vorher nie gab.

Und natürlich ist das Aufwand.
Und natürlich ist der Vermieter und/oder die Telekom/der Provider dafür zuständig.
Aber wenn man das maximal Mögliche bekommen möchte, insbesondere wenn man weiss, dass es kritisch ist: Dann sollte man lieber aktiv mithelfen, statt sich hinterher tage- und wochenlang in Hotlines und beim Warten auf diverse Technikerbesuche zu ärgern. Zumal wenn deren Arbeitsauftrag ist “mach, dass es irgendwie wieder so funktioniert, dass der Kunde nicht mehr kündigen kann”

BTW: Beim Kauf des Kabels kann man dann für diese Anwendung durchaus wieder sparen. An beide Enden noch eine LSA-Cat5e-Dose (lies: NICHT Cat6, zumindest wenn man damit keine Routine hat), fertig. Freut dann auch den Installateur, wenn er etwas vorfindet, was er ohne Aufwand getrennt durchmessen und als Fehlerursache ausschließen kann.