Was nun: Störerhaftung komplett(?) gekippt

Ich bin da ebenfalls Takts Meinung.

Die Abschottung gegen den Verdacht von Straftaten ist mir erstmal sehr viel wichtiger als gegen die Störerhaftung, und nur in einer zentralen Infrastruktur praktikabel erreichbar.

Denn auch ich möchte nicht, dass die aufschlagende Kripo meinen Nachbarn aus versehen erzählt, dass da gerade eine Hausdurchsuchung wegen des Verdachts auf Lagerung und Verbreitung Kinderpornographischer Inhalte bei mir im Gange ist.

Denn erstmal wird alles pauschal beschlagnahmt und wenn dann nichts gefunden wird, wird eben genau nicht noch einmal so ein Wirbel gemacht, um allen Nachbarn zu vermitteln, dass dies gar nicht der Fall war.

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Der Schutz vor der Störerhaftung ist doch durch den Zeitverzug gegeben. Wenn die Polizei anruft, und die IP sofort haben will, werden sie die auch bekommen und dann auch wissen, wo sie hin müssen.

Aber solange sie nichts finden, haftet derjenige auch nicht dafür. Weil im Strafrecht die Tat nachgewiesen werden muss. Jemand der strafrechtlich relevante Dinge tun will, wird Tor nutzen und nicht Freifunk. Daher habe ich da keine großen Bedenken.

Grüße
Matthias

Die Polizei ruft ja nicht an um die IP zu bekommen. Sondern um Name und Adresse zu einer IP zu bekommen. Da wir dazu aus technischen Gruenden keine Angaben machen koennen ist ersteinmal auch nicht mit Ermittlungen (Hausdurchsuchung und Aehnliches) in Richtung Knotenbetreiber zu rechnen.

Man haftet zwar als nicht Taeter natuerlich nicht. Aber so eine Hausdurchsuchung nebst Sicherstellung aller deiner Computer nebst Zubehoer ist sicher nicht angenehm.

VG
takt

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Ik freu mir! :slight_smile:

Heißt das, dass sich Freifunk in Zukunft dann die Gateways schenken kann?

Erst mal den Bundespräsidenten das dann beschlossene Gesetz unterschreiben lassen, aber trotzdem freuen!

Das wird jede Community für sich selbst entscheiden müssen.

Und wieso sollte man sich für den weiteren Betrieb entscheiden?
Ich hatte die Gateway-Geschichte so verstanden, dass damit die Störerhaftung für Knotenbetreiber umgangen werden kann?

Unter Anderem…aber eben auch viele andere Dinge, wie bspw. die virtuelle Layer2 Vernetzung, Schutz vor ungerechtfertigter Strafverfolgung, etc.

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Hat einer von euch schon die im erwähnten Änderungsanträge gesehen oder gelesen?

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Nicht vergessen, dass Abmahnungen auch ohne Störerhaftung versendet werden können, da die Abmahner natürlich davon ausgehen, dass der Anschlussbetreiber der direkte Verursacher ist, und dann auf dieser Grundlage weiterhin Unterlass verlangen kann.

Es wird natürlich jetzt hoffentlich wesentlich einfacher darauf zu reagieren, auch ohne anwaltliche Hilfe. („Ich wars nicht, ich hab hier so einen Hotspot, liegt es vielleicht daran?“) Für Leute, die aber absolut gar keine Lust auf irgendwelchen Stress haben, wird das VPN daher auch mittelfristig noch eine Möglichkeit sein.

Muss man jetzt natürlich schauen, wie sich das Abmahnergeschäft entwickelt. Vielleicht wird das jetzt ja so unprofitabel, dass sich das nicht mehr lohnt. Und wir alle von Abmahnungen verschont bleiben, Hotspot oder nicht.

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Das Fragezeichen würde ich aus juristischen Gründen bei der Antwort tunlichst unterlassen und eher durch ein Ausrufungszeichen ersetzten. :wink:

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Auch wenn sich Aussagen der SPD in letzter Zeit des öfteren als nicht haltbar oder gar gegenteilig herausgestellt haben… hier eine etwas konkretere Beschreibung des Gesetzentwurfes.
http://blogs.spdfraktion.de/netzpolitik/2016/05/11/wlan/

Hoffen wir mal, dass aus dem Privileg des „Accessproviders“ nicht nachträglich auch noch die Pflichten dieser auf Hotspotbetreiber abgeleitet werden und diese zur Vorratsdatenspeicherung verpflichtet werden (aktuell sind „Anbieter, die ihren Kunden nur eine kurzzeitige Nutzung des Telekommunikationsanschlusses ermöglichen“ ja eigentlich von der Speicherpflicht befreit). :stuck_out_tongue:

Wir wissen es nicht und müssen uns überraschen lassen.
Denn erfolgreich war zumindest unsere Lobbyarbeit in dieser Richtung bislang eher weniger, oder?

Und wenn der Bundespräsident irgendwann mal etwas unterschriebt, dann gibt es ggf. noch Durchführungsverordnungen, es wird Übergangsfristen geben und schlussendlich muss sich eine Rechtsprechung verfestigen für die „unklaren Fälle“.

Und das Problem mit den Sturmtruppen ist dann nicht gelöst, die morgens um 6 Uhr Wohnungstüren aus den Angeln stemmen, weil sie von befreundete Dienste aus zuverlässigen Quellen informiert wurden.

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Eben, ich habe keinen Bock ungebetenen Besuch auf dem Boden liegend zu empfangen. :wink:

Für uns ändert sich durch „Die schönste Beerdigung des Jahres“ (Zeit Online) vor allen Dingen eines: den Bedenkenträgern, die sich bisher gegen die Aufstellung eines Nodes ausgesprochen haben, gehen die Argumente aus. Und das sind hier nicht wenig.
Was es technisch bedeutet, ob es zur Vereinfachung oder Kostenreduzierung für Freifunk führt, kann ich nicht beurteilen.

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Nach längerer Abstinenz melde ich mich mal wieder zu Wort.

In meinen Augen sind die Nachrichten von Heute das endgültige Todesurteil für Freifunk, wie es heute in Deutschland besteht, und ich finde das toll!

Damit werden die Aluhut-Träger mit ihrem Traum vom Parallel-Netz endgültig kalt-gestellt, und das ist gut so!

Die gesammte Infrastruktur von Freifunk (bestehend aus Supernodes und Backbones) wird dadurch hinfällig (kein Mensch mit gesundem Menschenverstand glaubt an die Notwendigkeit eines privaten Internet, und die „Zombie-Apokalypse“ ist eher unwahrscheinlich)

Wenn es eine Zukunft für die Freifunk-Bewegung gibt, besteht diese imho darin, zwischen Nachbarn zu vermitteln und zu meshen, aber dazu bedart es einer völlig neuen Software, und weder „Supernodes“ noch „Backbones“, oder gar einen Freifunk-Rheinland e.V.

Alles, was man dazu braucht, sind Vermittler zwischen Nachbarn, die es ermöglichen ein Roaming zwischen den privaten Routern zu schaffen - das ist dann endlich wirklich dezentral, so, wie es die ursprüngliche Idee von Freifunk mal vorgesehen hat.

Eine Schlüsseltechnologie dazu ist ipv6, was aber von den grossen Providern bereits überwiegend angeboten wird, und inzwischen langsam Fahrt aufnimmt.

Wenn die Freifunk-Community nicht komplett in Vergessenheit geraten will, ist jetzt der Zeitpunkt, sich neu zu erfinden.

Denkt mal drüber nach!

Wenn gute Ideen auftauchen, und die üblichen Blockierer (ihr wisst schon, wen ich meine :wink: ) entmachtet werden, bin ich auch gerne wieder mit im Boot.

Harry

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Ich sehe immernoch einen Anwendungsfall für VPN-Gateways. Mal abgesehen davon, dass immernoch Post reinflattern kann:
batman-adv kann interface alternation. Man kann zwei VPN-Tunnel über 2 verschiedene Anschlüsse machen, um es auf dem GW wieder zusammenzuführen. Es sollte möglich sein, die 2. Leitung über Mesh zu verbinden.
Egal, ist OT.

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Nein. Ich glaube du meinst eher den Tod der Freifunk/Gluon Implementierung, die wir jetzt haben, oder? Freifunk ist IMO mehr als das.
Allerdings ist gluon schon ziemlich gut. Solange es keine bessere Alternative gibt, bleibt es die 1. Wahl.

Ich halte die jetzige Infrastruktur nur für einen Gesetzes-Workaround. Wenn das Gesetz aber nicht mehr umgangen werden muss und dennoch der Workaround bestehen bleibt, fände ich das ebenfalls unsinnig.
Ein privates Internet allerdings kann es nicht geben, ohne dass wir die Definition von „privat“ oder „Internet“ ändern. Ein dezentrales Nachbarschaftsnetz macht hingegen definitiv Sinn. Allerdings wäre das kein privates Netz, sondern ein öffentliches Netz und sogar das Internet, macht man es denn richtig (IPv6!). Internet bedeutet aber nicht, dass die Infrastruktur nicht öffentlich/gemeinschaftlich betrieben werden kann.

Alles in Allem glaube ich, dass unsere zwei Meinungen artverwandt sind, allerdings ist deine Frustration zwischen den Zeilen deutlich erkennbar.

Weil ich nicht den Eindruck habe, dass die Idee der Dezentralität im Freifunk Rheinland e.V. angekommen ist, habe ich freifunkcp ins Leben gerufen. Steckt noch in den Kinderschuhen, aber ich entwickle kontinuierlich dran.

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Unabhängig von der eigentlichen Freifunk-Idee: einfach mal durchlesen:

8 Beiträge wurden in ein neues Thema verschoben: (Nicht-)Vereinsmitgliedschaft, Kontrahierungszwang beim FFRL

Ich sehe keine neuen Ängste die geschürt werden. Das nicht nur die Störerhaftung ein Problem darstellt ist nicht erst seit heute auf dem Tisch, auch wenn Du das nun gerne so sehen möchtest…

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