WAZ: Unitymedia-Kunden sollen private Router als WifiSpots für Gäste öffnen

Ich habe eine gedrosselte mobile Verbindung. Magst du noch eine Ergänzung zu dem Link schreiben? Das wäre sehr lieb!

Unitymedia informiert derzeit seine Kunden in einem Anschreiben über die Details des zum Sommer startenden WifiSpot-Ausbaus. Darin heißt es, dass ein zusätzliches Signal im privaten WLAN-Router automatisch aktiviert werde – separat zum vorhandenen. Dadurch entstehe ein eigenständiger, vom privaten getrennter Internetzugang, der künftig als WifiSpot von Unitymedia-Kunden genutzt werden kann. Für die Installation müsse der Verbraucher nicht selbst tätig werden.

Kunden, die nicht innerhalb von vier Wochen Einspruch einlegen, öffnen ihren Router au­tomatisch für „Gäste“. Sie selbst können im Gegenzug andere Privatrouter auch nur dann nutzen, wenn sie nicht widersprechen.

1 Like

Meiner Informationen nach irrt die WAZ, wenn sie annimmt, es handle sich um private Router.

Es handelt sich vielmehr um CPE auf dem dieser Hotspot aufgeschaltet wird.
(Mittels eines durchaus komplexen Stacks von GRE-Tunneln und SNMP-Magie). Es wird sich derzeit zu nahe 100 Prozent um Zwangsrouter handeln.

Soetwas würde ich als Provider gar nicht erst versuchen auf privaten Routern, das machen nur die Wahnsinnigen beim Freifunk.

Wie gut, dass wir (lies: FF) für UM das GRE-Tunnel-Problem in ihrem Netz gefunden und analysiert haben - dann können die selbst ja damit loslegen… :wink:

Und zusätzlich bin ich mal gespannt, wie sie mein ihr Modem dazu bringen zusätzlich win WLAN-Signal auszustrahlen… :wink: mehr CPE steht nämlich bei mir nicht :wink: daher werde ich auch nicht widersprechen :wink:

wieder on-topic: das ganze ist allerdings von UM wohl eher eine Hintertür um die (sowieso nur für Neukunden(!)) ab demnächst geltende Routerfreiheit zu umgehen - weil genau diese werden sich dann überlegen, ob sie „überall schnelles WLAN“ oder auf ihr Recht bestehen und einen eigenen Router haben wollen…

1 Like

Unitymedia-Kunden sollen private Router als WifiSpots für Gäste öffnen.pdf (75,6 KB)

Anbei der Text als 75KB PDF.

Danke, mittlerweile am Laptop. Nur unterwegs ist das halt immer schade, wenn hier nur eine URL gepastet wird. Eine kurze Zusammenfassung ist nett.

Die UPC-Cablecom hat hier in der Schweiz auf ihren Horizon Box (geht glaub nur mit dieser) auch ein „offenes“ WLAN für Gäste aufgeschalten.
Darauf Zugriff hat nur wer UPC-Cablecom Kunde ist und bei sich das Gast-WLAN nicht deaktiviert hat.
Der Trafic läuft über eine eigene Leitung mit 2 / 0.2Mbit.

Darüber hat die WAZ aber nicht geschrieben.
Darüber hinaus handelt es sich bei der UPC-Lösung ebenfalls um eine, die auf CPEs setzt und nicht auf private Router der Kunden.

Wobei der Fehler natürlich bei der WAZ liegt, die es nicht verstanden haben, dass auch bei UM-LibertyGlobal die fraglichen Router Eigentum des Providers sind und als Mietgerät bei den Abonenten stehen.

Aber den Schweizer Medien glingt es offenbar, diese Informationen mit mehr Abstand (sowohl vom Anbieter als auch von alarmistischen Verbraucherschützenden) sinnvoll der LeserInnenschaft zu vermitteln.

Schauen wir mal wenns soweit ist, ich denke das wird gleich gehandhabt wie bei Cablecom, nur Horizon-Box Kunden kommen in den Genuss, denn nur auf der Horizon wird das aufschalten einer weiteren Leitung möglich sein.
Genau gleich wie der Empfang der grössten Internetleitung bei der Cablecom (500/50), ist nur mit der Horizon möglich, die anderen schauen in die Röhre.

Edit: Ich ruder zurück, scheint doch mit allen bei Cablecom eingesetzen Modems zu gehen (Technicolor TC7200, Thomson TWG870, Ubee EVW3226 und der Horizon-Box)

Ich verstehe den Bezug zum WAZ-Artikel nicht. Das Prinzip ird bei lgi nicht anders sein als bei upc. Dafür ist DOCSIS samt der SNMP-Traps dahinter doch zu gut standarisiert.
Die Redakteure „beim Westen“ haben schlicht nicht verstanden was das Konzept ist.
Ich erwarte freilich nicht, dass sie die technischen Zusammenhänge durchblicken.

Die Unterscheidung zwischen Eigentum und Besitz ist jedoch etwas, was ich von eineR jedem/r volljährigen StaatsbürgerIn erwarte.

(Oder sie haben schlicht eine Pressmitteilung der Verbraucherschützenden minimal geändert durchgeleitet, das wäre meine Vermutung, stützen kann ich sie aber nicht. Würde aber auch kein gutes Licht auf die Verbraucherschutzorganisation werfen.)

eine üble Marketing-Aktion, bei der „ad hoc“ mal eben xtausend Hotspots generiert werden sollen, die aber an der gemieteten Bandbreie des UnityMedia-Kunden knabbern.

Einspannen aller Kunden als Werbeträger. Stellt sich die Frage, ob sich ein Verbraucherschutzverein traut, das gerichtlich anzugehen. Vor allem, weil hier Schweigen = OK ist, und nicht, wie bei Privatpersonen als Kunde gresetzlich eigentlich Schweigen = Nein bedeutet. So was ähnliches gab es schon mal. Verkaufe für € 20,- einen 60er-Anschluss und kappe dann 20 für Werbezwecke. Kunde bezahlt faktisch die Werbung, wenn er nicht widerspricht.

Ausserdem, und das das betrifft uns direkt, dürfte dadurch für diese Unitymedia-Router bzw. Kunden eine (dann ja zusätzliche) Anbindung eines FF-Routers vor allem via GAST-Port, aber auch auf Port 2+3, Probleme aufwerfen. D.h., die fallen für ein leichtes Mitmach-Ansprechen dann weg.

Da beziehst Du Dich jetzt aber auf Unitymedia und nicht auf die Aktion von WAZ und Verbraucherschutz, oder?

Dein Text würde besser in

passen.

richtig, kein direkter Bezug zum WAZ-Artikel, nur zu Unitymedia-Aktion generell. Machen die ja auch sonst überall.
Da müsste dann aber der Ursprungsthread dann auch hin. Ist ja keine lokale Sache, auch wenn lokal eine Zeitung berichtet (bislang). Sonst haben wir nächste Woche einen Thread pro Ort.

Ich finde es schon bezeichnend, dass ehemals ehrwürdige Zeitungen es nicht mehr schaffen, solche Aktionen zu hinterfragen und dann im Alarmismus sogar noch Pressemitteilungen von „Providergenern“ fast 1:1 übernehmen. Diese Überschrift ist in mindestens 2 Punkten falsch.

Zum einen sind es eben keine „Privaten Router“, sondern gemietete Zwangsrouter.
Zum anderen ist es eben kein „sollen“, sondern „ihnen wird geöffnet“.
Was natürlich auch ein Licht auf die Verbraucherschützer werfen würde, werden schließlich auch von Steuergeld bezahlt.)

1 Like

Du sagst es: „ehemals“. WAZ ist da nicht alleine.

also haben wir zwei Themen, einmal Unitymedia und einmal Murksschreibe der WAZ
Nur aufgrund der Headline hier fällt das „WAZ“ hinten rüber.
In Politik würd ichs nicht reinsetzen, ist mehr als Poltik, ist ja auch Technik, also ganz oben lassen, wo es ist.

Jedenfalls ist das Unitymedia-Vorhaben zwar unter Marketinggesichtspunkten echt toll, Rosa Panther wird mit den Zähnenknirschen, aber sowohl für die Kunden, als auch rechtlich, als auch für Freifunk ein echter negativer Hammer.

Der Rosa Riese wird das gerne sehne, die wollen nämlich mit Unitymedia zusammenarbeiten, wie kürzlich in einigen Tickern zu lesen war.

Ich habe der Wifi-Freischaltung aber auch direkt wiedersprochen, ich habe nichts dagegen, wenn UM ein „Gäste-Wlan“ bei mir freischaltet, das wird unten auf der Strasse eh nicht nutzbar sein und man bekommt ja die Bandbreite dafür nochmals oben aufgeschlagen ohne die selber nutzen zu können.

Aber mir missfällt die Art, wie Unintymedia das den Kunden auferlegt.
Zudem werde ich sobald möglich, den UM-Router rauswerfen und mir einen eigenen zulegen, auch wenn das sehr wahrscheinlich wieder eine FritzBox wird.

Aber wäre es da nicht hilfreich, wenn die WAZ (hier: Der Westen) die Tatsachen so darstellt, dass man auch durchblickt, wenn man von der Materie wenig Ahnung hat?
„Fachkundigen“ mag so ein Artikel doch helfen, weil es die Techies aufweckt, die die Post von Unitymedia als „Reklame“ weggeworfen haben.
Eine konkrete Anleitung zu Widerspruch -verbunden vielleicht mit einer neutraleren Darstellung der Faktenlage- wäre meines Erachtens wesentlich hilfreicher gewesen.

Deine Erwartungen an den heutigen "Qualitäts"Journalismus sind extrem hoch, das kannst Du heutzutage kaum noch erwarten…
(das kann ich aus eigener, leidvoller Erfahrung mit div. Journalisten mit Fug und Recht sagen)

1 Like

23.05.2016 16:32 Uhr in Heise Online:
Kunden-Hotspots: Unitymedia lenkt nach Abmahnung ein

und

Heise Interview mit Unitymedia-CTO („Mit Opt-in wird das kaum funktionieren“)

Im Interview wird erwähnt das auch Bestandskunden ab August einen eigen Router verwenden können, wenn ein geeignetes Gerät verwendet wird. Lassen wir uns mal Überraschen.