Wenn Geflüchtete den Freifunk nicht nutzen sollen

Fortsetzung der Diskussion von Wenn Geflüchtete den Freifunk nicht nutzen sollen:

Welche Handlungsoptionen haben wir denn konkret?

  • Mit den Besorgten sprechen, um zu schauen, ob man durch Gespräche etwas erreichen kann (sollte eigentlich selbstverständlich sein, sei aber der Vollständigkeit halber nochmal erwähnt)
  • Erkennen falls man sich in Wirklichkeit mit vorgeschobenen Argumenten abmüht und nach Entkräftungen oder gar „Zugeständnissen“ gleich die nächste „Sache“ auf den Tisch gebracht wird.
  • Aufstellen von Hinweisschildern/Aushängen, um den Besorgten zu zeiten, dass die Nutzenden durchaus über ihre Pflichten belehrt werden.
  • Zeitschaltung des AP-Netzes. Also An- und Abschalten nach Uhrzeit und Wochentag
  • Installation von technisch und auch rechtlich wirkungsloslosen Captive-Portals, um (ähnlich wie bei den Aushängen) die Besorgten damit zu besänftigen. (Notfalls mittels spezieller APs, die als Clients hinter dem Freifunk-Netz laufen und nicht zum Freifunk selbst gezählt werden können, um nicht Konfllikt mit den Prinzipien des FFRL zu kommen.)
  • „auf stur schalten“ und als Freifunker nur auf Anordnungen von Polizei und Staatsanwaltschaft reagieren und sich auf keinerlei andere „Dialoge“ einlassen.

Als Disclaimer: Ich halte nicht jeden dieser Punkte für sinnvoll. Und es ist natürlich auch situationsabhängig.
Aber vielleicht gibt es ja noch weitere Möglichkeiten, die ich geraade übersehe.

In der Tat übersiehst du einen zentralen Punkt: was die Geflüchteten beitragen können, um diese Konflikte zu beseitigen.

Was schlägst Du vor?

Zunächst muss sich in den Freifunk Köpfen etwas ändern. Wer solchen Beitrag löscht, weil er angeblich gegen die Forenregeln verstößt, wird ein Problem nicht aus mehreren Perspektiven beleuchten können.

Korrekt. Und es würde viel, viel Zeit erfordern. Viel mehr Zeit noch als man auf die Freifunker verschwenden müsste, bis die kapiert haben, dass eine Flucht einen Menschen nicht automatisch in einen Demokraten, einen glühenden Befürworter der Menschenrechte, des Grundgesetzes verwandelt.Hier scheint ein technisches Menschenverständnis Grund für eine gewisse lebensferne zu sein.

Ich fordere mehr Ernsthaftigkeit der Freifunker beim Umgang mit dem Thema Angsträume ein. Pauschalisierendes „sind alles Nazis, ist nur gefühlte Angst“ verhöhnt die Menschen, die mit den negativen Begleiterscheinungen umzugehen versuchen.

Darüber hinaus müssen den Nutzern (Schutzsuchenden) glasklare Spielregeln kommuniziert und auch durchgesetzt werden. Sie müssen verstehen, dass sie durch ihr Verhalten ihren Zugang selbst organisieren. Zum Vorteil, aber auch zum Nachteil.

Die Fluktuation erschwert das. Andererseits weiss ich aus meinem zusammenleben mit Flüchtlingen sehr genau, wie rasend schnell sich über deren Netzwerke etwas verbreitet. Über mehrsprachige Splash Seiten nachdenken.

In schwerwiegenden Fällen ( robuste Gruppen mit übergrifflichem Verhalten) sollten Gespräche mit Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft, Polizei, Sozialarbeitern zum feintunen geführt werden.

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… ich denke manchmal so vor mich hin und manchmal tut es auch weh … und in so einem Moment dachte ich: „FF - FlüchtlingsFunk“ und machte mir sorgen um die Außenwirkung …

Vor so einem Fass ohne Boden stehe ich grade. Der Betrieb eines Knotens (sie kommen leider an den Stecker) wird dazu genutzt hausinterne Spannungen am laufen zuhalten. im Krieg und in der Liebe …

Du antwortest auf mein Posting.
Bitte schreibe konkret, was Du mir damit sagen möchtest.
Falls Du hier nicht anwesende meinst, dann erkenne ich den Zusammenhang nicht.
Falls Du mich meinst, dann sage doch welchen Beitrag ich (egal ob nun mit Verweis auf Forenregeln oder anderweitig) ich gelöscht habe Deiner Ansicht nach.
Falls Du nicht mich gemeint haben solltest, dann nenne Ross und Reiter, aber bringe es bitte nicht mit mir in Zusammenhang.

Was sind denn für Dich „die Geflüchteten“? Bitte um Erklärung, vielen Dank!

Konkret meinte ich, dass eine Binsenweisheit zensiert wurde. Wenn ich auch noch dir erklären muss, dass viele Flüchtlinge aus einem anderen Kulturkreis kommen, Teils aus extrem patriachalischen Strukturen, Teils mit einem ideologisch-religiösen Weltbild, das sich nicht immer mit unserem Verfassungs-Patriotismus deckt, dann hat eine weitere Auseinandersetzung wirklich keinen Sinn.

Ob der Zensor hier „anwesend“ ist - also mitliest, kann ich nicht sagen. Er hat im Ursprungs-Fred zensiert. Es schein naheliegend zu sein, dass er auch hier dabei ist.

Die zensierte Stelle wurde nicht mit dir in Zusammenhang gebracht sondern ganz allgemein mit den Forenteilnehmern. Zum löschen eines Textes gehören auch immer diejenigen, die das unwidersprochen geschehen lassen, also einverstanden sind.

Wenn ich mal die Binnenflüchtlinge ausnehme, die logischerweise uns vor Ort nicht beschäftigen können, dürfte die Genfer Konvention erschöpfend Auskunft geben:

Danach wird als Flüchtling anerkannt, wer

…aus der begründeten Furcht vor Verfolgung aus Gründen der Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen seiner politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit er besitzt, und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Befürchtungen nicht in Anspruch nehmen will; oder der sich als staatenlos infolge solcher Ereignisse außerhalb des Landes befindet, in welchem er seinen gewöhnlichen Aufenthalt hatte, und nicht dorthin zurückkehren kann oder wegen der erwähnten Befürchtungen nicht dorthin zurückkehren will.

– Artikel 1 Genfer Flüchtlingskonvention[4]

Diesen Status bezeichnet man als Konventionsflüchtling. Von anderen Migranten unterscheidet sich der Flüchtling durch seinen auf eine Verfolgung bezogenen Fluchtgrund.

Elends- Wirtschafts- Umwelt- Klima- Kriegsflüchtlinge zähle ich dazu, ebenso Geschlechterflüchtlinge (mir fällt kein besseres Wort ein wegen der Vielzahl an möglichkeiten)

Gähn … glaub schon 100 mal erklärt. Zensur kommt vom Staat, wir nutzen hier unser Hausrecht …

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Nun, das kann sich ja jeder selbst aus dem Netz saugen. Deshalb war meine Frage auch nicht auf die allgemein gültige Definition ausgerichtet, sondern Deine persönliche Sichtweise. Insgeheim hatte ich gehofft, dass Du im Zusammenhang mit Deiner Aussage

erkennst, warum sie zumindest in meinen Augen schlicht und einfach ARROGANT klingt.

Zensur kommt vom Lehrer. Usw. usw. Mir ist es völlig wurscht mit welchen Euphemismen irgendwelche dirigistischen Eingriffe HIER belegt werden. Ich nehms nicht so ernst und bin da Anhänger der Einsicht in die Notwendigkeit.

[quote=„Waennae, post:13, topic:10439“]
Deshalb war meine Frage auch nicht auf die allgemein gültige Definition ausgerichtet, sondern Deine persönliche Sichtweise.
[/quote]Sorry, konnte ich so nicht aus der Fragestellung ableiten. Meine Antwort geht übrigens weit über die allgemein gültige Definition hinaus. Aber Haare spalten bringt wirklich nix.

Arroganz liegt im Auge des Betrachters. Usw. usw.
Ich verstehe deine schwammigen, nebulösen Hinweise so: Flüchtlinge sind aus verschiedenen Gründen (Traumatisierung, fehlende Urbanisierung, Entwurzelung, Kulturschock usw. usw.) nicht in der Lage, selbstorganisierend- und regulierend tätig zu sein.
Da müssen dann andere ran (Kultur- und was weiss ich für nen Imperialismus?) - du z.B.?

Ich kann für mich nur sagen, dass es mir unglaublich viel mehr Freude bereitet, mit Bildungsbürger-Mittelschicht-Flüchtlingen Lebensperspektiven zu suchen, als mit den robusten Unterschicht-Überlebenskünstlern.
Das ist vielleicht arrogant, vielleicht auch nur eine realistische Einschätzung meines Leistungsvermögens.

[quote=„MPW, post:1, topic:10480“]
Das Faß konkret zum überlaufen gebracht hat dieser Beitrag hier: Threads besser zusperren als Aufteilen - #19 von Enrique

Dein Vergleich zwischen Neonazis und Salafisten als Tätern ist eine Argumentationskultur, die wir hier nicht möchten. Nicht nur, ist es falsch, weil beides eine Straftat ist, sondern es verstößt auch gegen unsere Nutzungsregeln.
[/quote]

Wow …

Dein Vergleich zwischen Neonazis und Salafisten als Tätern ist eine Argumentationskultur, die wir hier nicht möchten. Nicht nur, ist es falsch, weil beides eine Straftat ist, sondern es verstößt auch gegen unsere Nutzungsregeln.

Was ein grandioses Durcheinander. So was kann mit Rauschkraut zusammen hängen.

Ich hoffe, es ist nicht Dein Job,

denn sonst hättest Du ihn wohl verfehlt. Denn die „Robusten“ brauchen mehr Hilfe und Verständnis!

Da sind wir auf einer Linie. Ich hatte deshalb auch ne Menge innerer Kämpfe. Quatsch. Ich habs in Sekundenbruchteilen entschieden. Ich mache nur das, was ich wegen Mehrfachbelastung leisten kann. Ehrenamtlich und unbezahlt. Dafür aber langfristig.
Im Moment fühle ich mich ziemlich gut wegen dieser Entscheidung.