Wie ermöglicht man am besten die Telefonie?

Hallo Leute,

ein Interessent für Freifunk möchte von seinen drei dicht beieinanderliegenen Netzzugängen (Telefonleitung nur DSL 3000) zwei aufgeben und lieber nur einen per Kabel (100MBit Dn, 10Mbit Up) mieten und dafür die anderen beiden Nutzerpunkte per Freifunk anbinden. Im Prinzip kein Problem.

Aber nun möchte er auch die telefonie an den beiden untergeordneten Punkten noch ermöglichen und am liebsten auch (kostenlos) zwischen den drei Standorten telefonieren und vermitteln können. Ich weiß, dass es hierfür professionelle Lösungen von AGFEO gibt, aber das würde hier weit über das Ziel hinausschießen. Gibt es eine günstige, einfachere praktische Lösung für die Aufgabe?

Grüße
Thomas

Komplett kostenlos wird wohl schwierig solange es in die traditionellen Telefonnetze gehen soll. Aber es gibt ja eine ganze Reihe VoIP Anbeiter die in Frage kommen und allzu teuer sind die ja auch nicht.

Das ist auch nicht das Problem. Wenn der Interessent zu KD wechselt, hat er an seinem Anschlusspunkt Telefonie (SIP) zur Verfügung. Aber wie bekommt man die dann über Freifunk (oder Richtfunk) auch zu seinen beiden anderen Nutzungsorten?

Grüße
Thomas

Ach so, wie weit sind die denn konkret voneinander weg?

Es gibt ja nun diverse Freeswitch- und Asterisk-Distributionen. Zero-Maintenance sind die aber allesamt nicht.
Und bitte, kalkuliert es durch, was das mit benutzbaren Clients (aka: Nicht "abgelegte Smartphones mit SIP-Clients) an Setup kostet… das ist so teuer, dass es einem die Augen kullert, wenn man das für mehrere Leute machen möchte. Auch wenn es gebrauchtes Snoms und Sipura-ATAs für 30€ gibt. Aber das läppert sich alles gewaltig schnell.
Und für 200+€ können 5 Leute schon ziemlich lange eine „Community-Flat“ beim Handyanbieter des geringsten Mißtrauens buchen.

Weiter, als man mit DECT kommen könnte, aber in einer angenehmen Reichweite für Freifunk per Außenantenne (TP-LINK TL-ANT2409 A oder B) oder kleine Richtfunkstrecke mit aktiven Strahlern.

Es sollen ja mal wieder soviele Fliegen wie möglich mit einer möglichst einfachen Lösung erschlagen werden - ala „Sieben auf einen Streich“ :-))

Grüße
Thomas

Also sprechen wir von so ~100m?

Es gibt diese gut nachgebauten Linksys ATAS mit zwei FXS.
Da dann halbwegs brauchbare DECT-Telefone dran… und ggf. davor noch ein WR741 als AP-Client wenn kein Freifunk-Router in Kabel-Reichweite.

Aber bitte… do the math…

Bitte nicht die Telefonie analogieren um sie dann in der DECT-Basis wieder zu digitalisieren…

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Mir ist halt völlig unklar, um welches Budget und um welche Servielevel es hier geht.
Oder auch nur um den Erlang.

Wenn z.B. die Anforderung ist „täglich 3-Stündige Telefonkonferenzen für Vertragsverhandungen. Tonaussetzer mehrmals pro Stund von 5 Sekunden oder gar Abbrüche jeden zweiten Tag: Untragbar“: Dann würde ich sagen: Nee, ganz sicher nicht über Freifunk!

Kannst dir auch die neuen Gigaset teile angucken (Gigaset GO). Die haben nun auch Cloud Gedöhns. Sprich die Gigaset Telefone können weltweit miteinander gratis telefonieren (müssen natürlich im Internet sein)

3 DECT Basisstationen wirste ja so oder so brauchen.

Handys lösen den Telefonanschluss eh immer mehr und mehr ab. Gab/Gibt doch auch so Verträge wo man „VIP“ Nummern eintragen konnte, zB die der Freundin und dann konnte man da besonders günstig hin telefonieren. Vielleicht wäre sowas auch ne Idee. GSM Gateways gibt auch falls man kein Bock hat nen kleines Handy am Ohr zu haben sondern nen richtigen Hörer in der Hand haben will, aber dennoch übers Mobilnetz telefonieren.
Viel Geld in Telefonieinfrastruktur reinstecken macht eigentlich nur noch Sinn bei Firmen/Gewerbe.

Oder 2 Richtfunkstrecken einrichten für nen Ethernet. Dann braucht es nur noch stumpfe VoIP Telefone. Telefonanlage könnte man nen Raspberry Pi nehmen und da Asterix drauf laufen lassen.

Aber solltest dann wirklich erstmal den Break Even Point berechnen, ab wann sich das alles lohnen würde im Vergleich zu einfachen GSM Handys samt Prepaidkarten.
Wenne mal Aldi Talk zugrunde legst telefonierst du für 3cent/Min zwischen den Geräten. Für 100 oder 200euro kannste da schon paar Tausend Minuten lang für telefonieren.

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[quote=„Duebel, post:11, topic:7977“]
Oder 2 Richtfunkstrecken einrichten für nen Ethernet. Dann braucht es nur noch stumpfe VoIP Telefone. Telefonanlage könnte man nen Raspberry Pi nehmen und da Asterix drauf laufen lassen.[/quote]

Ach bitte … Dafür nimmste 7270 aus der Bucht, packst eine nicht überfrachtete prä-Fritz!OS-Firmware drauf und gut. Ich liebe Asterisk, aber auf 'nem RPi? Nach 4-6 Monaten ist die SD gestorben und das Geschrei groß :frowning: Die 7270 machen IPsec untereinander und SIP im Freifunk ist auch noch abhörsicher, und anschließen kannste von analog über ISDN bis DECT alles. Nur die initialie Konfig …

Könnte hinkommen.
Zuhause habe ich heute gerade mal getestet, wie weit man bei vernünftiger Verbindungsgüte mit den passiven Außenantennen kommt. Die sind bei mir am Haus montiert. Ich war positiv überrascht. Bin mit dem Auto und einer (mobilen) WR1043ND die Straße lang und habe das getestet. Obwohl bei uns fast in jedem Haus ein WLAN steht, war die Verbindung über große Distanz überall gut.

Da hat mein DECT schon lange nicht mehr mitgespielt.

Glück Auf
Thomas

Hast Du da eine genauere Anleitung? Fritz-i-boxen flitzen hier noch genügend herum. Könnte man die umfunktionieren? Wäre mir jetzt nicht bekannt, dass man damit verteilte Telefonie machen könnte. Das interessiert mich jetzt sehr!

Glück Auf
Thomas

und damit könnte man dann auch von der Außenstelle auf den VoIP-Provider an der Hauptstelle zugreifen und umgekehrt?

Glück Auf
Thomas

https://v2.blogdoch.net/2012/03/19/wusel-210343/ oder https://v2.blogdoch.net/2014/05/26/wusel-072206/

FB können als SIP-Client arbeiten und/oder als SIP-Server. Das gange auch kombiniert mit deren VPN-Lösung. Für simple DECT => Telefonnetz-Lösungen ist das recht trivial, wenn Du alle Gegenstellen untereinander ohne Hirnschwund erreichen willst, eher komplex.

@Wusel: Diese Fritzboxen schaffen aber afaik nur 3 parallel Gespräche simultat an SIP-Clients, selbst „intern“.

Ehrlich gesagt, ich weise Interessenten immer drauf hin, dass Freifunk ne prima Sache ist, wenn’s geht, es aber manchmal auch nicht geht. Ist halt so.

Darüber eine Telefonstrecke aufzubauen, über die dringende und wichtige Sachen zu klären sind (wie evtl. Notrufe) würde ich mir nicht vornehmen.

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Prinzipiell gäbe es soetwas: Village Telco » Mesh Potato
Quasi ein Accesspoint mit Telefonanschluss, darauf läuft OpenWRT+B.A.T.M.A.N.+Asterisk, für Freifunk müsste man da natürlich einige Anpassungen vornehmen.

Das LAN bekommt man auch ohne Freifunk per WLAN Richtfunkstrecke in die anderen Gebäude. Wenn es da dann Freifunk geben soll, geht das auch.
Aber warum muß denn die Telefonie über Freifunk erfolgen? Das würde ich aus diversen Gründen nicht machen. Zum einen gibt es weitere Fehlerquellen, zum anderen wird Bandbreite verschwendet.
Für Telefonie gibt es diverse Anbieter und eben die Möglichkeit was eigenes aufzubauen. Sicher kostet das alles Geld, das war aber schon immer so. Auch analoge Telefonanlagen kosteten mal Geld, sogar deutlich mehr als heute.