Wie stellt ihr euch den FFRL vor?

Hallo Zusammen!

Im Zusammenhang mit der Debatte um das Thema „Impressum + FFRL“, welche ja stark in die Richtung „welche Rolle nehmen die Communitys ein“ abgedriftet ist, möchte ich euch gerne als Vorstand fragen, in welcher Rolle ihr den FFRL in Bezug auf die Communities seht und wie eurer Verständnis von dem Verhältnis der Communites zum FFRL ist.

Ich bitte um möglichst viele Meinungen ohne diese in diesem Thread zu diskutieren, dass sollten wir dann in einen extra Thread auslagern.

Für den Vorstand,
Gruß Philip

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Für mich ist der FFRLeV in erster Linie Technologielieferant. Backbone, Supernodes, Know How.

Weiterhin bietet er den Communities ein zu Hause auf dem gemeinsamen Weg Freifunk als freies Netzwerk zu fördern und voran zu treiben und ebnet auf politischer Ebene dafür den Weg.

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Hallo,
ich würde mich eher als Ortsgruppe sehen wollen. Nicht als extra Verein oder ähnliches. Ich wurde schon mehrfach gefragt, in welcher Funktion ich für Freifunk werbe und Hardware Spenden sammele. Trotz das ich meinen Mitgliedsantrag jetzt abgeschickt habe, fühle ich mich nicht richtig zugehörig. In der Startphase wurden wir vom örtlichen Stadtmarketing Verein unterstützt. Demnächst können wir vermutlich nur privat Hardware kaufen und Rechnungen schreiben. Wir sind aktuell 2 Freifunker die alles organisieren. Für mich persönlich unbefriedigend. Wie machen denn die anderen örtlichen Freifunker das tägliche Geschäft.
Gruß
Christian

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Für uns in Hennef ist der FFRL:

  • Technologielieferant (Provider/RIPE). Bzw. die Möglichkeit Spenden und Beiträge zu bündeln und dadurch Dinge zu ermöglichen, die für einzelne Communities nicht tragbar wären
  • Sammelpunkt um Freifunk auf höherer politischer Ebene zu vertreten
  • Daher aus unserer Sicht auch eine Art „übergeordneter“ Verein. Vielleicht nicht in hierarchischer Sicht, sondern eben vielmehr als zentralerer Ansprechpunkt für die höhere politische Ebene
  • Organisator für Events oder Aktionen, bei denen Communities zusammengebracht werden können oder eine Basis zur Zusammenarbeit erhalten

Wie auch schon in Essen auf dem FFTag6 erwähnt haben wir in Hennef einen Trägerverein für die Freifunk Community gegründet. Die Community wird so nicht in einen Verein gepresst, hat aber dennoch die Möglichkeit Spenden offiziell entgegen zu nehmen. Das bietet uns die Chance mehr Unterstützer dauerhaft zum Mitmachen zu bewegen. Ein regionaler Verein kommt in unserer kleinen Stadt besser an. Gerade auch bei Leuten, die technisch wenig von Freifunk verstehen, es aber gerne nutzen. Wir wurden in der Vergangenheit schon oft angesprochen, ob man denn mal etwas dazu geben kann. Von dem Geld wird dann die örtliche Community unterstützt und es werden Spenden an den FFRL weitergegeben.

Grüße aus HEF

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Hallo Phillip,

für mich ist der Verein eine Verbund von Leute die ein gemeinsames Ziel anstreben und diese ist ein dezentrales selbst verwaltetes Netz aufzubauen.

Dabei gibt es ein Sammelsurium aus Wissen das Verteilt uns ausgebaut werden kann.

Weiterhin stellt der Verein die nötige Manpower zur Verfügung um auch in der Öffentlichkeit aufzutreten und neue Mitstreiter zu finden aber auch in der Politik anerkannt zu sein.

Dazu kommt dann noch die Infrastruktur die für uns ein wichtiges Instrument ist um so zu Arbeiten wie wir Arbeiten.
Eine kleine Community wie hier in Krefeld könnte aktuell keine Infrastruktur bereitstellen. Auch wenn ich eine Internetanbindung nicht als DAS Kriterium erachte. Aber es ist schön, das wir uns mit anderen Netzwerken interagieren.
Um aber in Zukunft eine wirkliche Interaktivität zu erreichen ist mehr nötig als VPN Tunnel durch andere Infrastrukturen aufzubauen.

Schön wäre es auch wenn wir den Bandbreiten ausbau den die Bundesregierung „vorantreibt“ vielleicht auch selbst in die Hand nehmen und Regionen erschließen die für andere Anbieter nicht lukrativ sind.

Soweit meine ungeordneten Gedanken dazu.

Gruß
Thomas

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Mit wenigen Ausnahmen sehe ich die Communities, wie es oben bereits ausgedrückt wurde, als untergeordnete Ortsgruppe des Vereins; die offiziellen Domänen und Subdomänen als unmittelbare Einheit zur Bereitstellung der Technik und Admin-Manpower.

Ausnahmen sind die Communities mit eigenen Vereinen, die sich häufig meines Wissens nach aber ebenfalls zum Verein zugehörig fühlen, wenn auch autark mit eigener juristischer Person agierend.

Mein Verständnis vom FFRL war immer das dieser Verein Schirmherr der Communitys ist. Ansonsten müsse man sich auch lokal in Vereinen organisieren, ähnlich der CCC Struktur. Die klare Distanzierung vom FFRL fände ich falsch… Viele Communitys werben aktiv Mitglieder für den FFRL an und erarbeiten Spenden… Dann auch bitte unterm „Schutz“ des e.V.

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Für mich ist der FFRL der Verein der ihm angeschlossenen Communities. Damit nicht jede Community ihre eigene Infrastruktur braucht ist der Verein in Domänen aufgeteilt in denen sich einen Teil der Infrastruktur teilen. So wird Freifunk ermöglicht wo vorher kein Freifunk möglich war, weil das technische Know-How gefehlt hat, das Interesse aber schon.

Der FFRL ist aber nicht nur Technologielieferant, sondern auch Politisch und Gesellschaftlich aktiv. Er ist Ansprechpartner der Politik und wirkt auf diese ein um den Weg für freie Netzwerke zu Ebnen. Je nach dem was Politisch angefragt wird kann er auf seine Ortsgruppen/Communities/Domänen verweisen, oder ein Stimmungsbild von ihnen abholen.

Gesellschaftlich hilft er den seinen Communities in dem sie über ihn Spenden abwickeln können, aber auch in Rechtlichen fragen. So kam es in meiner Community z.B. vor kurzem zu der Frage, ob wir Knoten versichern können, wenn der Eigentümer des Ortes es als Bedingung stellt damit wir handeln können. Bei solchen Fragen wäre der FFRL dann die erste Adresse der Communities. Auch das Impressum ist hier zu nennen.

Weiterhin versucht der FFRL die Kommunikation zwischen seinen eigenen Communites und Domänen, aber auch Vereinsfremden Communites, zu verbessern, in dem er Events, Aktionen und Konferenzen organisiert. Neben Kommunikation geht es dabei auch darum Wissen und Know-How zwischen den Communites auszutauschen.

Zu guter letzt fördert der FFRL weitere Freifunk Vereine, vor allem durch Technische Unterstützung und durch Anbindung an sein Backbone.

Aus meiner Sicht ist der FFRL also kein Förderverein, sondern der Verein seiner Communites.

Ich hoffe ich habe meine Gedanke einigermaßen Verständlich untergebracht.

Viele Grüße vom Albufer (aus Karlsruhe)
Simon

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Ich würde den ffrl gerne als vpn Provider sehen, auf den man wie z.B. Schweden vpn zugreifen kann.
Alternativ zur klassischen Infrastruktur ohne das ganze gre und supernode gezumpel. Das wäre toll.

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Kurz gehalten: Ich denke ich habe mich genug im anderen Thread dazu geäußert und stimme zu großen Teilen in meinen Ansichten mit herrbett überein.

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Hallo,

ich würde die Frage gerne „rumdrehen“, wie sieht sich der FFRL und … falls die Unterscheidung notwendig ist… , wie würde er sich gerne sehen?

chris

Hallo Zusammen,

ich sehe den Verein als eine Heimat für alle Communities. Wir hosten für diese SuperNodes, WebServer, Mapserver, Foren, Tickjetsystem, wir bereiten für diese die Firmware vor und wir betreiben den Backbone. Das wurde gemacht damit die Freifunker ein „Dach“ über dem Kopf haben.

Zudem haben wir in früheren Zeiten neu gegründete Communities mit einer Anschubfinazierung ausgestattet, dies können wir aber zur Zeit nicht mehr leisten, da unsere Mittel eben für SuperNodes und Backbonebetrieb drauf gehen. Ich würde das gerne wieder forcieren, aber dafür brauchen wir mehr Mitglieder.

Weiterhin sind wir der Ansprechpartner für Menschen, Presse, Politik, Wirtschaft usw… Wenn es sich um ein lokale Angelegenheit handelt wird diese an die lokale Communitie weiter gegeben oder von uns selbst bearbeitet.

Also ich persönlich bin kein Freund von Vereinsgründungen und werde auch jedem abraten dies zu tun. Denn was passiert? Es gibt Gerangel um Geld. Die Mitglieder der Communitie die den Verein geründet haben werden aus dem FFRL austreten. Der FFRL würde die gehosteten Server an den neuen Verein übergeben, damit diese dann juristisch auch auf den neuen Verein läufen. Für den Backbonebetrieb würden wir pro Router und Jahr 1,50 Euro haben wollen.

Es gibt Situationen wo Spender sagen „ne Rheinland find ich doof, wenn der Verein MeinPott e.V, heissen würde dann ja“. Dann könnte man so wie das ja auch andere Vereine (VdK) machen einen Ortsverband gründen. Das ist ein wie ein Verein (mit Vorstand, Schatzi und Satzung) nur ohne Eintrag (Ortsverband Mein Pott des FFRLs). Das könnten wir ja mal für die nächste MV besprechen, denn dafür müssen wir die Satzung ändern.

So Leute das waren 30 Minuten aus meinem 30 Stunden Freifunkwochenbudget für Euch.

Lieben Gruß
Der Tschäggy

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Freifunk Rheinland ist für mich ein Freifunk-Starter, der neuen Communities auf die Beine hilft und überregional auch ein Anbieter für die Freifunk-Kommunikation ist.

Auf lokaler Ebene ist es im Moment ein bisschen schwierig, wenn es um das einsammeln von Spenden geht - egal ob Geld oder ob Hardware. So ein richtiger lokaler Verein braucht ja eigentlich auch ein Inventar an Testroutern, mit denen mal einfach herumexperimentieren kann, ob sich eine Investition in verschiedene Funkstrecken lohnt.

Da würde es mich freuen, wenn es die Möglichkeit gäbe, richtige Ortsgruppen zu bilden - auch wenn die Mitgliedsbeiträge dann an den FFRL gehen um die Infrastruktur und die restliche Vereinsarbeit zu tragen.

Generell würde es mich freuen, wenn der Verein gesprächiger wird - was geht gerade, was geht nicht, was brauchen wir für unsere Entwicklung.

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Vielen Dank Reiner! Ich denke, auch wenn es Zeit gefressen hat, dass das eine sehr wichtige Ansage war, um die Verunsicherung zu entzerren und klar zu stellen wo sich der Verein top-down selber sieht.

Das wäre super, da wir dadurch ein wenig mehr Struktur in den Verein bekämen. Mir persönlich wäre nur wichtig, dass dies kein Muss-Kriterium wird, um neue und kleine Communities nicht auszuschließen oder die Einstiegshürde höher zu legen.

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Hallo @SenorKaffee,

was ich ganz vergessen habe natürlich muss nicht nur die Satzung umgeschrieben werden, sondern auch die Finanzordnung. Und dort muss dann ein Verteilungsschlüssel her.

Denn eine Ortsgruppe hat auch ein eigenes Bankkonto. Kann die Beiträge ihrer Mitglieder selber einziehen oder dies dem großen Verein überlassen. Daraus resultiert wer wem Geld überweist.

Lieben Gruß
Der Tschäggy

Hallo Chris,

das soll auch kein Muss sein.

Wer eine lockere Struktur will kann das auch machen. Das würde ich dann Virtuelle Ortsgruppen nennen. Das ist so etwas Ähnliches wie es bei einigen Parteien auch gibt. Die nennen das Offizielle Kreisverband und das Lockere Virtueller Kreisverband.

Lieben Gruß
Der Reiner

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Würde das nicht auf dem Verein das Leben leichter machen?
Man könnte gelieferten Traffic zum Selbstkostenpreis abrechnen und müsste sich um die Finanzierung oder Überlastung des Backbones keine Sorgen machen, da es sich mit steigendem Traffic selbst trägt.
Vereinsbeiträge wären damit also nicht mehr erforderlich und es wird alles kalkulierbarer.

Die einzelnen Domänen könnten dann ihre eigene Infrastruktur per VPN anbinden oder sogar ganz ohne Supernode die Router den VPN Tunnel aufbauen lassen.

Also ich sehe den FFRL als Provider für Freifunk Communities. Supernodes und Co sollten von den jeweiligen Communities gepflegt und finanziert werden.
Diesen Split sehe ich deswegen weil wir uns so auf das bereitstellen von Layer3 Infrastruktur für diese Communities konzentrieren können und somit besseren „Service“ leisten zu können.

So sollte der FFRL z.b. auch OpenVPN Zugänge für Freifunker aus Berlin oder anderen „Nicht-FFRL“ Communities bereitstellen und dies nicht nur auf Gluon bzw auf die vom Verein finanzierten Communities beschränken.

Ich sehe dass das Bereitstellen von Supernodes zu kostspielig für den Verein ist und auch Kontraproduktiv ist wenn der Verein als zentrales Organ alle Communities mehr oder weniger finanziell am Leben hält.
Hier muss wieder Autonomie auf seiten der Communities geschaffen werden.

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Genau meine Meinung.
Supernodes sollten Sache der Communities sein oder bei Admin bzw. Kenntnismangel
verzichtbar gemacht werden durch einfache VPN Tunnel auf den Routern.

Ich sehe das genau anders rum, genau wie Reiner es auch skizziert.

Dazu noch ein paar Gedanken und Worte:

Alle, die reine Providertätigkeit betreffenden, Aktivitäten könnten genau so gut in eine eigene Firma ausgelagert werden, da dies zumindest in der Basis erstmal nichts mit dem eigentlich Freifunk zu tun hat.

Besonders durch diese Tätigkeiten ist der FFRL aus meiner Sicht ein Förderverein, hat aber dennoch aus meiner Sicht in erster Linie die Aufgabe den Freifunk in seinen eigenen Communities zu finanzieren und zu fördern - dazu gehören die notwendigen Serverkapazitäten, Supernodes etc.

Auch wenn die eigenen Communities ebenfalls am Rheinland Backbone partizipieren, so sind dennoch diese Tätigkeiten, und auch die Kosten dafür, eigentlich nur optional wie auch sekundär, wenn genug Geld da ist und man sich solche Dinge leisten kann.

Derzeit finanzieren die Freifunker der FFRL Communities primär über Mitgliedsbeiträge, aber auch über Spenden, sowohl ihren eigenen Bedarf (Server / Supernodes), wie auch die überpropoprtional hohen Kosten des Rheinland Backbone, der aktuell jedoch noch von jeder Community außerhalb des Freifunk Rheinland kostenlos genutzt werden kann; der Verein ist jedoch in erster Linie seinen eigenen Freifunkern, Mitgliedern und Communities (Orts- und Kreisverbänden) verpflichtet!

Wenn man nun also ernsthaft zur besseren Finanzlage Dinge abschalten will, dann wäre das Rheinland Backbone mit vergleichsweise hohen Kosten das erste was abgeschaltet werden müsste - bei der Ripe auf den Verein eingetragene Subnetze mit eigenen Abuse Handles gibt es kostenlos zu unseren Servern dazu, dazu brauchen wir nicht unweigerlich den Rheinland Backbone.

Spätesten beim Begriff „ffrl als VPN Provider“ ist dann die Schmerzgrenze deutlich überschritten. Dann muss der Backbone mitsamt „VPN Provider Wünschen“ zunächst kommerzialisiert werden, denn das hat aus meiner Sicht im FFRL dann wirklich nichts mehr zu suchen.

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