Wie stellt ihr euch den FFRL vor?

Hallo Philip,

ich habe die Erfahrung gemacht, dass immer wenn Freifunk ein offizielles „Gesicht“ braucht, wir vor Ort ein Problem haben oder so „rumeiern“ müssen.

Freifunk in unserer Stadt ist eigentlich ein örtlicher, loser Zusammenschluss von freifunkenden Menschen. Intern auch als Community bezeichnet.

Ich kann mir Visitenkarten drucken, Eine Homepage einrichten und dort lokale Infos bündeln. In der Presse als „Ich bin Freifunk“ auftreten. Aber wenn es „ernst“ wird, bin ich immer nur „der Mensch“, der sich hier für etwas einsetzt.

Ich könnte mir somit vorstellen, dass der FFRL:

  1. Ein Dachverband/Verein ist, zu dem rechtlich unselbstständige „Communitys/Zweigvereine“ gehören. Jede Community, die zum FFRL gehören möchte, stellt einen entsprechenden Antrag und wird dann durch Beschluss aufgenommen. Es wird also irgendwo offiziell festgehalten, wer dazu gehört.
    Wer dazu gehört, der hat dann auch das offizielle Impressum des FFRL, Evtl. lokale Konten gehören dem FFRL, Spenden mit lokalem Zweck werden vom FFRL bescheinigt, usw.
  2. Der FFRL unterstützt seine Communitys Technisch.

In ähnlicher Form kenne ich dieses Konzept von meinem jetzigen Arbeitgeber. Ein Gemeinde Dachverband, dem rechtlich unselbstständige Zweigvereine (Gemeinden) angehören. Die Zweigvereine vor Ort müssen hierbei ihre Kosten durch Spenden oder Mitgliedsbeiträge möglichst selbst aufbringen und in die Kosten wird auch eine Pauschale für die erbrachten „Dienstleistungen“ des Dachverbandes eingerechnet. So ähnlich wie jetzt, wo es erst bei einer gewissen Anzahl Mitglieder eine Anzahl Server gibt.

Rechtlich tritt vor Ort immer der Dachverband auf. Also „Rader Stadtmission, Zweigverein der Evangelischen Gesellschaft für Deutschland“ oder bei Freifunk dann z. B. „Freifunk Radevormwald, Community des Freifunk Reinland e.V.“.

Gruß, Stefan

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Vielen Dank für die Antwort @TschaeggyWasa.

Das untermauert übrigens meinen Eindruck von den ekelig arroganten, unnahbaren und intransparenten FFR´lern bzw. dem Vorstand.
Mann muss sie einfach nur nett fragen, dann antworten sie auch nett.
Unglaublich sowas … oder ? :wink:

Ich zitiere da immer gerne den bekannten amerikanischen Philosophen Eminem, der einmal sinngemäß sagte :
" […] Wenn du nett zu mir bist, werde ich auch nett zu dir sein. Ganz einfach." :wink:

Chris

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der Verein sollte sich beschränken auf

  • IPs vergeben
  • Abmahnschutz
  • Verteilen nicht zweckgebundener Mittel nach einem öffentlich bekannten gemachten und verbindlichen Schlüssel
  • Einsammeln von Spenden gegen steuerlich abzugsfähige Bescheinigungen
  • Präsentation von Freifunk auf Landes.- und Bundesebene.

ENDE

ALLES Andere ist nicht Aufgabe des Vereins.

D.h. auch: jede Domäne bekommt die Server/Gateways in eigener Verantwortung, ohne Backdoor oder Super-Admin-PW, und wenn zweckgebundene Mittel für so was reinkommen, sind die ohne Verzug zweckgebunden auszuschütten bzw, wenn es sich um Serverunterhaltekosten handelt, dann diese Server der entsprechenden Community/Domainadministration ohne jegliche Einschränkung und Einflussnahme zu übergeben.

Wenn ich lese, dass z.B. @DerTrickreiche als Admin in seiner Community rausgedrängt wurde, weil das Voraussetzung für einen weiteren Server war, dann ist das eine absolut inakzeptabe Einmischung in die inneren Angelegenheiten einer Domäne/Community.

D.h. außerdem, dass es untragbar ist, dass z.B. @Phip für Wochen auf eine Ticketbeantewortung wartet, der Schlüssel geändert wird, und er betteln muss, um die Pflege des Servers durchführen zu können. So was gehört zu 100% in die Hand der Domäneadministration, ohne dass irgend einer ausserhalb da irgend was kann. Also Master-Root-Passwort.

Ich hab hier mittlerweile ca. € 6.000,- an zuverlässigen Spendenzusagen, die aber dezidiert nur für die Infrastruktur und Technik und Internetanbindungsqualität von Wupper sind. Ich hab „wartet“ gesagt, Spenden sind z.Zt. unter den Gegebenheiten nichts, das ich empfehlen kann.

D.h. aber auch: es muss absolute Transparenz und Veröffentlichung der Mittelverwendung da sein, und Kontrolle, was rein kommt und was wofür warum raus. Keine Bevorzugung von Freunden oder Schleimern, sondern rein technisch und neutral für alle da sein nach einem überprüfbaren und kontrollierbaren Regelwerk.

Mag einigen nicht schmecken, die lieber mauscheln und tricksen, aber ich prophezeie, wenn das nicht in Kürze umgesetzt wird, dürfte der Zusammenhalt blättern und mehr und mehr sich isolierte (auch rechtlich selbständige) Gruppen bilden, die mehr gegeneinander, als miteinander agieren.

Übrigens: ich bin strikt gegen jede Art von „Dachverband“ und Schiedsstelle, da ich jegliche demokratisch und rechtliche Legitimation einer solchen abspreche.

Edit:
übrigens ein ausdrückliches Dankeschön an @pberndro für diese Frage hier. Es lässt mich hoffen, dass (Selbst-)Kritik möglich ist, und der Weg zu mehr Transparenz und klaren Verantwortlichkeiten beschritten wird.

Jeder (jedes Vereinsmitglied) muss einfach nachsehen könne, wer konkret für was zuständig und verantwortlich ist, und welche Befugnisse er (nicht) hat, das betrifft insbesondere auch die Admins.
Ebenso muss jedes Vereinsmitglied Zugriff auf die aktuelle Mitgliederliste haben können (ist sogar essentielles Vereinsrecht).

Und noch was abschliessendes zum Forum hier:
Ich finde es ätzend, dass jemand, der aus unserer Subdomain ist, sich nach seinem Anmelden hier noch einmal extra an Stefan (oder an mich als Weiterleiter) wenden muss, um in unseren eigenen geschlossenen Bereich rein zu kommen.
Das muss (!) von uns autonom verwaltbar sein, und alle, die nicht dazu gehören (vor allem die Admins von draussen, die nicht einmal zu Wupper gehören, müßten richtiger Weise ebenso keinen Zugriff haben.
So,wie es jetzt ist, wird es darauf hinaus laufen, dass 90% von uns sich gar nicht im Forum anmelden und wir die interne Kommunikation auf einem anderen Weg organiseren müssen. Wenn das beabsichtigt ist, dann ist es einfach dumm uind kurzsichtig.

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An alle pinky hater und @Pinky selbst:

Ich bitte prophylaktisch um Einhaltung der „Bitte von @pberndro“. Mir und ich denke vielen anderen auch ist diese Frage sehr wichtig und deshalb sollten wir nicht den „Faden“ verlieren.

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@ReVoLt112 das hab ich jetzt nicht begriffen. Ich hab exact gesagt, wie ich mir den Verein vorstelle, welche Forderungen und welche Kritik ich habe. Ohne irgendeine Diskussion zu irgend was.

Genau das war die Fragestellung. Dein Comment hier ist schon deplaziert, genau wie meiner jetzt hier dazu, also beide weg oder verschieben.

Hallo,

IMHO soll der FFRL nur

  • organisatorische (z.B. Workshops, Pressearbeit, rechtliche Aspekte, …) und
  • technische (z.B. Installationsanleitungen, Firmwareentwicklung, … )

Rahmenbedinungen schaffen, die die „freifunk“ Idee fördern.

Communities sollten sich selbst organisieren (evtl. auch selber finanzieren).

Gruß Jörg

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Ich möchte eine Verständnisfrage an @Pinky stellen, ohne über seine Ansichten diskutieren zu wollen.

@Pinky: Du beschreibst, was der FFRL e.V. aus Deiner Sicht machen und nicht machen soll. Allerdings geht aus Deinem Beitrag nicht klar hervor, wie sich Deiner Ansicht nach die Domänen/Communities konkret organisieren sollten. Würdest Du mit uns - für ein Gesamtbild - hierzu Deine Ansichten teilen?

@Twi das gehört hier nicht rein, verlangt nach eigenem Thread

Aus meiner, ostwestfälischen und damit nicht rheinländischen Sicht, ist der FFRL, wie der Berliner FVFN, Geburtshelfer für Freifunk-Communities. Er stellt Infrastruktur auf Wunsch bereit (nutzen wir nicht) oder IP-Exit (würden wir nutzen wollen (Ticket mit 4+ Wochen)). Ich würde mir evtl. wünschen, der FFRL würde weniger Lobbyarbeit betreiben (daß das Land nur den FFRL zu fördern gedenkt, mag den FFRL freuen, geht am Thema IMHO vorbei); ich kann aber auch nicht ausschließen, daß Dritte „einfach so“ das für eine tolle Idee hielten, „Dachverband“ und so. HIer wären klare Ansagen zukünftig wünschenswert, die das Dachverbandsthema ad absurdum führten.

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@Pinky Danke, das hat mir schon alles beantwortet.

Falls es jemand interessiert: So stelle ich FFRL da:
http://freifunk-burscheid.de/?page_id=754

Moin zusammen!

IMHO sollte der FFRL e.V. und die Communities darunter wie der CCC e.V. aufgebaut werden.
Der FFRL ist ISP und hat damit schon (vermutlich) genug zu tun. Weiter kann er repräsentative Aufgaben in Richtung der „großen Politik“ wahrnehmen. Also sehe ich den FFRL schon wie eine Art Dachverband. Auch wenn dem einen oder andern die Bezeichnung nicht gefallen wird, finde ich es hier passend und es wird schon wo anders gelebt (CCC).

Schöne Woche,
Sluter

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…ist für die nächste MV auf der Agenda, da das nicht im laufenden Betrieb vom Vorstand beschlossen werden kann, wenn ich das richtig verstanden habe (s.o.).

Entsprechend würde das gesamte Konstrukt dann auch ein wenig mehr offizielle Struktur bekommen, so wie es bei anderen Vereinen und Institutionen schon lange üblich ist.

Eine quasi „inline Struktur“ hätte dabei aus meiner Sicht den Vorteil das man die Gemeinnützigkeit und die eingetragene juristische Körperschaft bereits im „Dachverein“ hat und sich darum nicht mehr selber kümmern muss.

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Glaube das Problem sind die vielen Begrifflichkeiten die verwendet werden und die unterschiedlichen Verständnisse zu diesen. Dadurch resultieren Diskussionen wo überwiegend an einander vorbei geredet wird. Hier mal ein versuch die Begrifflichkeiten weg zu lassen und es vll klarer auszudrücken.

FFRL oder auch andere wie z.B Berliner FVFN

  • oberste Ebene für diejenigen die sich darunter glieder wollen

lokale Gruppierungen können:

  • unter der obersten Ebene stehen nach gewissen Spielregeln (wie zB
    Mitgliedschaft oder Mittelverteilung usw) ohne eigenem e.V.
    z.B. FFRL Ortsgruppe (oder cooleren Namen) XYZ

  • unter der obersten Ebene stehen nach gewissen Spielregeln (wie zB
    Mitgliedschaft oder Mittelverteilung usw) mit eigenem e.V.
    z.B. Freifunk XYZ e.V. Mitglied im FFRL

  • eigenständiger e.V. der aber vll nur die Technik des FFRL nutzen
    möchte (vll dann als Fördermitglied) z.B. Freifunk XYZ e.V.

  • eigenständige Ortsgruppe der aber vll nur die Technik des FFRL nutzen
    möchte (vll dann als Fördermitglied) z.B. Freifunk XYZ

Ich glaube wenn man konstruktiv mit anderen Organisationen sei es Behörden, Press usw. arbeiten will dann benötigt man eine gewisse Struktur. Aber ich verstehe auch die Meinungen von Personen die nicht in diese Strukturen wollen und die können genauso weiter machen. So könnte sich jeder aussuchen was er möchte und ob er sich unterordnen möchte mit allen Vor und Nachteilen.
Finde wer Dinge wie Infrastruktur, Arbeitszeit usw. bereit stellt für seine Mitglieder kann auch Dinge bestimmen bzw. zusammen mit den Mitgliedern. Das ist auch eine gewissen Wertschätzung und Unterstützung. So wächst auch ein Verein. Wer von diesem Verein nur die Dienstleistung möchte und diese auch für nicht Mitglieder anbietet kann sie nutzen nach gewissen Spielregeln.
So könnte man allen beteiligten gerecht werden.

Um jetzt doch ein Begrifflichkeit zu verwenden: Ein Dachverband müsste über allem stehen also auch über FFRL, Berliner FVFN usw.

Wie findet Ihr meinen Vorschlag?

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Es gibt einen Entwurf vom Vorstand zu diesem Thema:

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Hallo Zusammen!

Ich möchte noch mal allen für die sachlichen Kommentare und Gedanken zu meinem gestarteten Thread danken!
Wir haben uns in den letzen Wochen intensiv mit der Strukturfrage auseinander gesetzt und sind der Meinung,
dass wir nun mit dem erarbeiteten Vorschlag, eine gute Basis zur Diskussion haben.
Was wir und welcher Form davon umsetzen und wie konkret, können wir nun gemeinsam erarbeiten.

Gruß,
Philip