WiFi4EU: Programm der EU


#1

Factsheet Europe's dae Newsroom

Würde gerne mal wissen, was “ultraschnelles Internet” sein soll…


#2

Da man ausser dieser PowerPoint Wurst nichts viel anderes findet würde ich mal denken das sie das selbst noch nicht wissen.


#3

Magst du uns noch berichten, wo du den Link auf dieses Faktenblatt gefunden hast? Das würde allen helfen, dieses Dokument in den richtigen Kontext einzuordnen.

Da oben rechts „Lage der Union 2016“ (State of the Union 2016) steht, gehe ich davon aus, dass es im Rahmen der Rede Junkers am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Desweiteren steht in dem Dokument, dass die EU [sprich Europäische Kommission] 120 Millionen Euro bereitstellt, damit 6000 bis 8000 lokale Gemeinschaften gemeinsam etwa 40 - 50 Millionen Verbindungen pro Tag ermöglichen können sollen.

Gibt es eine Freifunk-Community vor Ort, kann sich die Stadt/Gemeinde nach meiner Lesart einen Antrag auf Wifi4EU abschminken. Denn „Lokale Gemeinschaften müssen sich nachweislich dazu verpflichten, via WIFI4EU ultraschnelles Internet bereitzustellen, und sie müssen nachweisen, dass sie nicht mit einem vergleichbaren bestehenden privaten oder öffentlichem Wi-Fi-Angebot konkurrieren.“

Wenn wir wissen, woher das Blatt kommt, können wir vielleicht diese Begrifflichkeit noch besser verstehen. Ich vermute es handelt sich hierbei um den ersten Schritt in die sogenannte „Gigabyte-Gesellschaft“ (G.Oettinger), wir können also einfach von achtmal-schnellerem Internet ausgehen.


#4

Was ist denn “schnelles Internet”? Sprechen die von Bandbreite oder von Latenz?


#5

Hier “Proposed Regulation on the promotion of Internet connectivity in local communities and public spaces (WiFi4EU)” gibt es mehr Prosa dazu:


(ab Seite 8 gehts los)

"Projects for the provision of wireless connectivity through freely accessible local wireless access points may receive funding if they:

  1. are implemented by an entity with a public mission capable of planning and supervising the installation of indoor or outdoor local wireless access points in public spaces;
  2. build on very high-speed broadband connectivity enabling delivery of high quality Internet experience to users that
    a. is free, easy to access, and uses state-of-the-art equipment, and
    b. supports access to innovative digital services, such as those offered via digital service infrastructures;
  3. use the common visual identity to be provided by the Commission and link to the associated online tools.
    Projects duplicating already existing private or public offers of similar characteristics, including quality, in the same area shall not be covered.
    The available budget shall be allocated in a geographically balanced manner to projects meeting the above conditions in view of the proposals received and, in principle, on a ‘first come, first served’ basis.’"

(Hervorhebung von mir)


#6

https://breitbandbuero.de/wifi4eu-kostenloses-wlan-in-kommunen-und-zentren-des-oeffentlichen-lebens-2/
Freifunk ist da jedenfalls raus, da zu billig. Außerdem wollen die ihre eigene SSID, Anmeldeprozedur und vermutlich auch die Möglichkeit, den Datenverkehr zu kontrollieren…
120 Millionen Gründe mehr, auf die EU sauer zu sein. Was könnte man mit dem Geld nicht alles sinnvolles tun.


#7

Das hatte sich ursprünglich doch als “Vorschlag/Verhandlungsoption” angehört. Also “wenn der Anbieter möchte, dann darf er auch drauf verzichten.”


#8

bei meinem Stadtmarketing ist das auch angekommen. In der Präsentation ist Freifunk auch benannt, aber es gibt die klare Aussage aus dem Büro in Berlin das die Förderung Freifunk ausspart. Zumindest in derersten Förderungswelle. Ob sich das ändert wird sich frühestens im Mai klären. (Vermutlich wenn kein anderer will.)
Da die erste Förderungswelle max 15k je Stadt beeinhaltet, wird das für Provider “zu klein” sein … viel Arbeit / wenig Geld.


#9

Heute ist wohl so etwas wie der Startschuss gefallen

=> Wifi4EU Free Wifi for Europeans


#10

Moin, in diesem Zusammenhang ein Verweis auf Wifi4EU: Initiative für kostenloses WLAN in Kommunen gestartet – netzpolitik.org , darin “Handynummern sammeln”


#11

Sendehinweis:
@MPW / @gbAc haben das Thema für das FFRL-Mumble heute Abend auf die Agenda gewünscht:

Es wird damit die Möglichkeit zum direkten Austausch geben.

Cheers,
Arwed


#12

Hallo zusammen,
ich bitte zu entschuldigen Freitag Abend ausgefallen zu sein, es war noch Arbeit angefallen. Ich versuche die Punkte hier nachzuholen.

i) Quellenlage
Mein momentaner Informationsstand wird von Rundmail über den entsprechenden EU Newsletter [1] und der zugehörigen PM zu Wifi4EU [2] wiedergegeben.

ii) Datenschutz
Die EU hat mal wieder bewiesen, dass dort kompetentes Personal arbeitet. Bzgl. der technischen Implementation hat man seine Position scheinbar deutlich überdacht in der PM [2] findet sich folgender Satz der durchaus erfreulich ist:

" … WiFi4EU-finanzierte Netze werden kostenlos und werbefrei sein und keine personenbezogenen Daten abgreifen. Die Mittel werden nur bereitgestellt, wenn in demselben öffentlichen Raum noch keine unentgeltlichen privaten oder öffentlichen Angebote ähnlicher Qualität bestehen. …"

Das sollte einen Großteil der Datenschutzprobleme ablösen. Eine einheitliche Authentifizierung
für Behördengänge ist im Rahmen des Projekts “Digital Signal Gateway” [3] angedacht. Das wird aber nicht mehr über Wifi4EU stattfinden.

iii) Technische Specs
Zu den technischen Specs kann ich noch nichts sagen, diese sind in Ausarbeitung. Ein Hinweiß auf die bitte das sinnvoll zu machen ist auf dem Weg, der Zettel mit den “Vorschlägen” wie man das gestalten könnte findet sich unter:

https://pad.freifunk.net/p/2018-03-24-technische-Standards-Wifi4EU

Vorschläge im Forum oder im Pad sind willkommen. Alleine ein Wifi4EU das über Mesh auf der 802.11s zulässt wäre ein guter Schritt in die Richtung einer dezentralen user based Wifi Infrastruktur.

iv) Können Freifunk Vereine mitmachen?
Bisher sieht es so aus als ob der Fall wäre. Der Geschäftsbetrieb eines Freifunk Vereins kann als Firma im weiteren Sinne auftreten, alles was die EU Komission möchte ist eine VAT Identificationumber [4], zu deutsch die Umsatzsteuer ID. Das sollte man hinbekommen.

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung, wenn ich Neuigkeiten von EUC bezüglich Specs oder der Beteiligung von Freifunk Vereinen schriftlich habe melde ich mich.

Cheers,
Gregor

[1] http://ec.europa.eu/newsroom/dae/newsletter-specific-archive-issue.cfm?newsletter_service_id=178&lang=default
[2] European Commission - PRESS RELEASES - Press release - WiFi4EU: Beginn der Registrierung für EU-finanzierte kostenlose drahtlose Internet-Hotspots in öffentlichen Räumen
[3] Digital Single Gateway: Council agrees to make access to information and services easier - Consilium
[4] VAT identification number - Wikipedia

Edits: Doppelte Verneinung gestrichen.


#13

FYI:


#14

WiFi4EU – Fragen und Antworten | Digital Single Market, Hervorhebung durch mich

Gibt es Sicherheitsvorgaben für die „WiFi4EU“-Netze?

Einige Sicherheitsfunktionen werden Teil der technischen Spezifikationen der Geräte und in der Finanzhilfevereinbarung aufgeführt sein. Letztendlich sind die Antragsteller (die Gemeinden) für die Verwaltung des einzelnen WiFi4-EU-Netzes auf lokaler Ebene zuständig und legen die Sicherheitseinstellungen – im Einklang mit dem EU-Recht und dem nationalen Recht fest.

In der Anfangsphase werden öffentliche WiFi4EU-Hotspots zwar nicht verschlüsselt sein müssen, in der zweiten Phase (ab 2019) wird jedoch eine gemeinsame Authentifizierungsplattform eingerichtet, die zusätzliche Sicherheitsmerkmale für die Verbindungen der Endnutzer bietet und ein reibungsloses Roaming zwischen WiFi4EU-Hotspots in verschiedenen Gebieten erleichtert.


Welche technischen Anforderungen werden an die WiFi4EU-IT-Systeme gestellt?
In der Anfangsphase des Programms soll die Vorschaltseite mindestens die folgenden Merkmale aufweisen:

  • eingebetteter Codeausschnitt der Kommission für die Überwachung der konkreten Funktionsweise des WiFi4EU-Netzes (es werden keine personenbezogenen Daten erhoben);
  • vorgeschriebene WiFi4EU-Kennzeichnung (WiFi4EU-SSID).

Welche technischen Anforderungen werden an die WiFi4EU-Basisstationen gestellt?

Die technischen Spezifikationen für die Geräte werden in der von den Antragstellern (Gemeinden) und der Kommission unterzeichneten Finanzhilfevereinbarung festgelegt.

Es ist vorgesehen, dass die Basisstationen mindestens die folgenden Merkmale aufweisen:

  • 802.11ac-Standard (Wave 1);
  • Unterstützung des 802.1X-Standards;
  • ausreichend Kapazität für mindestens 50 Nutzer gleichzeitig ohne Leistungsabfall;
  • mindestens 2x2-MIMO-Verfahren (Multiple Input Multiple Output);
  • Spezifikation Hotspot 2.0 (Passpoint-Zertifizierungsprogramm der Wi-Fi Alliance

#15

Was leitest Du aus dem Text ab, was möchtst Du damit sagen?
Oder wo ist Deine Position diesbezüglich?

“Das geht so nicht! Die haben sich gegen Freifunk verschworen. Alle sind böse”?
oder
“Schaut mal, da gibt es immernoch Dokumente mit veraltetem Stand online.”
oder
“Viele der Auflagen können einfach erfüllt und gleichzeitig umgangen werden, indem man parallel etwas ‘besseres’ als Option zusätzlich anbietet. Und der Rest kann eventuell noch wegverhandelt werden, wenn man es jetzt geschickt anstellt.”


#16

Aha. Also doch mehr ein Überwachungs- als ein Kommunikationsnetz. Mit Freifunk wird das nicht zusammenpassen.


#17

Zum echten Verschwörungtheorethiker müsst ihr aber nochmal üben.
Oder war’s nur als Fakenews gemeint, sich auf einen längst (aus genannten Gründen) gekippten Entwurf zu beziehen.

Mimimi!
Sich in der der Opferrolle zu suhlen ist schließlich auch einfacher. Da muss man nichts selbst tun.

Alternativ könnte man sich natürlich auch den aktuellen Diskussionsstand beziehen und sich freuen, dass die Chancen für Freifunk durchaus gegeben sind, wenn man sich aktiv einbringt statt die erste Ausrede zu greifen, die ein “man lässt uns nicht” ermöglichen.


#18

Weiss jemand wann die Fragen 25, 26 und 27 dazugekommen sind?

Jetzt haben wir nämlich glaube ich ein Datenschutzproblem.


#19

Meine Position: Es wäre schön, wenn Freifunk und freie Netzwerke durch dieses Programm mehr Verbreitung finden würden. Aber hat wer nach meiner Meinung gefragt?

Last update der Seite war bis gerade eben 26. April, jetzt ist es das heutige Datum.

Warum reagiest du so schnippisch @adorfer? Ich habe dich weder angegriffen, noch irgendetwas beleidigendes noch sonst etwas schlimmes gesagt. Ich wollte nur die Informationen, die ich aus den FAQs herausgelesen habe zusammenfassen. Ich weiß, dass nicht alle Kommunikation über dieses Thema über diesen Thread geführt wird, wenn jemand neuere Information als auf der Website der EU verfügbar sind (die nach der Aktualisierung gerade eben) immer noch so dort stehen), mag dieser mich bitte auf den neuesten Stand führen.


#20

Habe das nochmal in Ruhe gelesen. Ich glaube man sollte den Satz:

" … Letztendlich sind die Antragsteller (die Gemeinden) für die Verwaltung des einzelnen WiFi4-EU-Netzes auf lokaler Ebene zuständig und legen die Sicherheitseinstellungen – im Einklang mit dem EU-Recht und dem nationalen Recht fest. "

nicht unterschätzen. Zumindest in Deutschland ist damit davon auszugehen, dass es darum geht, dass die Knoten sich authentifizieren. Nach dem Urteil aus der Stadt mit der Kirche “Telekom vs. Vorratsdatenspeicherung” [1] scheint mir für Deutschland der Fall ob sich die Nutzer Authentifizieren müssen mit einem halbwegs klaren “Nein” beantwortet zu sein.

Ich würde sagen, dass es spannend bleibt. Bürger in anderen EU Ländern könnten allerdings zu “Bürgern 2. Klasse” werden. Das wäre schade.

Imho spricht noch nichts gegen Mutli SSID Router auf dennen auch Freifunk nutzt. Ich denke hier kann Freifunk durch das aufspielen einer parallelen SSID die Unterschiede aufzeigen.

Cheers,
Gregor

[1] VG Köln: Telekom muss Kundendaten nicht speichern